Elektroroller im Retro-Vespa-Stil: Test und Vergleich

Elektroroller boomen. Die Zahl der Hersteller wächst stetig, in größeren Städten buhlen immer mehr Scooter-Verleihfirmen um Kunden, der Verkauf an Privatkunden legt pro Jahr um gut 50 Prozent zu. Die Gründe für die Beliebtheit der E-Roller liegen auf der Hand: Sie sind vor allem im innerörtlichen Verkehr praktisch, weil man dort mit ihrer überschaubaren Reichweite meist gut auskommt. Und nicht nur Fahrer, sondern auch Anwohner freuen sich über den lokal emissionsfreien und fast lautlosen Antrieb.

Hinzu kommt: Der Führerschein AM, den man für Kleinkrafträder bis 45 km/h braucht, ist im Autoführerschein enthalten, im Motorrad-Lappen sowieso. Ansonsten ist die AM-Lizenz ab 16 zu erwerben, in den neuen Bundesländern sogar schon mit 15 - die restlichen Länder dürfen sich nach einem Beschluss der Bundesregierung anschließen. Auch schön: Die Versicherung, das "kleine Kennzeichen", kostet jährlich je nach Alter der Nutzer nur zwischen rund 50 und 100 Euro inklusive Teilkasko.

Gründe genug also, sieben aktuelle E-Roller zu Preisen zwischen 2300 und 6400 Euro genauer unter die Lupe zu nehmen und auf Stärken und Schwächen zu testen. Im ADAC Test dabei waren die Scooter-Ikone Vespa in der Version "Elettrica", ansonsten Modelle der aufstrebenden Marken Govecs (mit einem Remake des legendären DDR-Rollers "Schwalbe"), Niu, Torrot, Vässla, unu und Kumpan.

Um's direkt zu sagen: Wirklich schlecht ist keiner. Zwar können sich Govecs Schwalbe und Vespa Elettrica als teuerste Vertreter am Ende klar behaupten. Doch brauchbare und zufriedenstellende Scooter sind auch für die Hälfte des Geldes zu finden, das man für einen der Spitzenreiter berappen muss.

Testkriterien und Ergebnisse

Der ADAC hat Elektroroller zu Preisen zwischen 2300 und 6400 Euro getestet. Die Scooter von Vespa, Schwalbe und anderen sind maximal 45 km/h schnell. Durchgefallen ist keiner, bei Reichweite und Ladedauer unterscheiden sie sich aber erheblich.

Bei der Alltagstauglichkeit wurden die Abmessungen und das Gewicht der jeweiligen Fahrzeuge ermittelt. Die Verarbeitung (Ausführung von Innen- und Außenverkleidung, Bremsleitungen und Kabel) wurde subjektiv beurteilt. Bezüglich ihrer Dichtigkeit mussten die Roller auch einen Beregnungstest absolvieren, bei dem die Fahrzeuge 20 Minuten lang mithilfe eines Fahrtwindgebläses beregnet wurden. Somit wurde eine Fahrt bei Regen simuliert.

Beim Kriterium Handling stand das Rangieren des Rollers im Vordergrund sowie das Abstellen mit Seiten- und/oder Hauptständer. Beim Punkt Gepäckunterbringung beurteilten unsere Tester die Staufächer in der Verkleidung und unter der Sitzbank subjektiv.

Im Bereich Wartung wurde subjektiv bewertet, wie verständlich und umfangreich die Bedienungsanleitung ist und ob sie in Papierform dem Roller beiliegt oder lediglich in digitaler Form verfügbar ist. Wichtig war außerdem, welche Wartungsarbeiten der Kunde selbst durchführen kann. Auch das mitgelieferte Bordwerkzeug, eine genaue Beschreibung sowie der Aufwand zur Stilllegung des Rollers wurden bewertet.

Der Beleuchtungstest fand in einer dunklen Halle sowie im Rahmen einer Nachtfahrt auf öffentlichen Straßen statt. Die Bewertung der Ausleuchtung, Leuchtweite und Helligkeit von Abblend- und Fernlicht erfolgten subjektiv.

Im Kapitel Ergonomie geht es um den Sitzkomfort. In die subjektive Bewertung flossen der Komfort der Sitzbank, die Beinhaltung, die Form des Lenkers, der Sitzkomfort mit Sozius sowie die Gestaltung der Rückspiegel ein. Auch für den Beifahrer wurden Sitzbankkomfort, Position der Fußrasten, Haltemöglichkeiten sowie das Auf- und Absteigen bewertet.

Bei der Beurteilung des Cockpits ging es um diese Punkte: Wie gut sind die Instrumente bzw. Displays ablesbar? Wie einfach sich der E-Roller starten? Welche Infos liefert der Bordcomputer? Eine Abwertung gab es bei nicht vorhandenen Anzeigen für Restreichweite und Restladezeit. Als Letztes wurde die Genauigkeit des Tachos auf dem geeichten Fahrleistungsprüfstand bewertet.

Im Testkapitel Antrieb wurden die Dosierbarkeit des Gasgriffs, das Ansprechverhalten des Motors sowie das Motorgeräusch subjektiv bewertet. Die Tester ermittelten die Beschleunigung aus dem Stand auf 40 km/h in jeweils zehn Messungen pro Fahrzeug. Ihre Steigfähigkeit mussten die Roller an einer 16-prozentigen Steigung beweisen. Der mit 135 kg beladene Roller stand hierbei am Hang und musste eine Strecke von zehn Metern schnellstmöglich zurücklegen.

Beim Reichweitentest befuhren die E-Roller mit voll geladenem Akku einen acht Kilometer langen Kurs mit zehn definierten Haltepunkten so lange, bis sie stehen blieben. Beladen waren sie mit einem 80 kg schweren Fahrer. Wenn ein Roller über verschiedene Fahrmodi verfügte, kam jener zum Einsatz, der das Maximaltempo von 45 km/h ermöglichte. Hinzu kamen je zwei Fahrten pro Scooter auf dem Fahrleistungsprüfstand - zunächst bei 20° C und anschließend bei 0° C, jeweils unter Volllast bis zum Stillstand.

Nach dem Reichweitentest wurde jedes Fahrzeug an einer haushaltsüblichen Steckdose vollgeladen. Die nachgeladene Strommenge sowie die Ladedauer wurden gemessen. Einen Bonus gab es für herausnehmbare Akkus, die Ausstattung mit mehr als einem Akku und für einen Ladeanschluss außen am Fahrzeug.

Ein Malus gab es, wenn bei herausgenommenen Akkus diese nicht gleichzeitig, sondern nur nacheinander geladen werden konnten. Ebenfalls einen Malus gab es für ein Ladegerät mit deutlich hörbarem Lüftergeräusch und für ein Ladekabel, das kürzer als 3,5 m war.

Im Kapitel Fahreigenschaften wurde die Fahrstabilität subjektiv beurteilt, hier ging es neben der Spurstabilität auch um die Stabilität beim Bremsen und Beschleunigen. Wie handlich sich die Scooter fahren lassen, prüften die Tester subjektiv auf einem Slalomparcours. Zusätzlich wurden beim Kurvenfahren das Lenkverhalten in Schräglage sowie die Lenkpräzision bewertet. Einen Malus gab es für frühzeitig aufsetzende Seiten- oder Hauptständer.

Der Bremsweg wurde mittels GPS-Messsystem aus 40 km/h ermittelt - es gab je zehn Messungen in beide Fahrtrichtungen. Den Federungskomfort bewerteten die Tester subjektiv auf öffentlichen Straßen - im Solo- und im Soziusbetrieb.

Detaillierte Betrachtung einzelner Modelle

Vespa Elettrica

Wer Elektroroller nicht mag, weil die meisten aus China kommen, billig gemacht und mit einem schlicht ungenügenden Fahrwerk gestraft sind, sollte sich mal die Vespa Elettrica näher anschauen. Ein „Kunstwerk auf Hightech-Niveau“ sei sie, die Vespa Elettrica, die es jetzt auch in einer 70 km/h schnellen Version gibt.

Mutterkonzern Piaggio hat den Motor selbst entwickelt und baut ihn ebenso selbst wie den Rest der Vespa samt der Batterie, deren Zellen von LG zugeliefert werden, und alles in eine äußerlich originale Karosse der 125er-Primavera einbaut. Vor dem Start zu einer Stadtrundfahrt gefällt das Finish, die Haptik, der ganze Qualitätseindruck des nur in Silber mit farbigen Applikationen lieferbaren Rollers.

Bequem, ergonomisch richtig thront der Fahrer auf einer straffen Sitzbank. Zündung ein, der Bildschirm an gewohnter Stelle führt sein blinkendes Startprozedere auf. Vor dem Losfahren heißt es, den Startknopf zwei Sekunden gedrückt zu halten. Ein sanfter Ruck, „Ready“ leuchtet, es kann losgehen. Bei aller schon konzeptbedingten Handlichkeit fühlt sich die Vespa wie ein schwerer Roller an, obwohl sie nur vier Kilogramm schwerer ist als die 125er-Primavera.

Sie liegt satt auf der Straße und erfreut durch überzeugenden Federungskomfort. Vespa-Kenner überrascht das nicht, auch die elektrische fährt eben wie eine Vespa. Es macht Spaß, mit der leise sirrenden Vespa durch den Stadtverkehr zu rauschen, obgleich man dabei nicht allzu frech werden sollte - die meisten Autos beschleunigen besser.

Für gute Beherrschbarkeit und zugunsten der Reichweite wird die Kraft so weit weggeregelt, dass der für E-Motoren typische Kick ausbleibt. Auch das Erreichen der 70 km/h wird zur Geduldsprobe. Beide Versionen beschleunigen übrigens gleich schnell auf 45 km/h, was sich für das Kleinkraftrad-Modell flott anfühlt, für das Leichtkraftrad hingegen eher nicht.

Kein Ruhmesblatt sind die Bremsen. Die Kombibremse CBS reiche angesichts der geringen Geschwindigkeiten, meint man bei Piaggio. So lässt die mit dem linken Lenkerhebel betätigte Kombibremse aus Trommel hinten und Scheibe vorne jeden Druckpunkt vermissen, überbremst das Hinterrad, aber nie das vordere. Den rechten Lenkerhebel für die Vorderradbremse muss man sehr kräftig ziehen, will man vorne kräftig bremsen. Schwierig zu dosieren, wenn mal Grip fehlt.

Eine Motorbremse mit Energierückgewinnung, Rekuperation genannt, gibt es nur über das Schließen des „Gasgriffs“, wählbar in zwei kaum unterschiedlichen Stärken. Vorteil: Bremsen schaltet den Vortrieb nicht weg, sodass man, etwa beim engen Wenden, für mehr Stabilität gegen die Hinterradbremse fahren kann.

Die Vespa Elettrica ist ein Lifestyle-Produkt für betuchte Vorstädter, so sieht es selbst Piaggio. Denn sie kostet, obwohl 20 km/h langsamer und ohne ABS, 1.600 Euro mehr als die 125er-Primavera mit dem gleichen Bildschirm samt Connectivity-Funktionen. Dafür bekomme ich ein leises, lokal emissionsfreies Fahrzeug, das ich an jeder Haushaltssteckdose in vier Stunden aufladen kann, bei einem Kilowatt Ladeleistung.

Wesentlich erwachsener und vor allem komfortabler als der deutlich günstigere Niu NGT, aber auch gegenüber der noch teureren Schwalbe spürbar komfortabler, mit mehr Stauraum, allerdings leider nicht annähernd so kräftig, empfiehlt sich die Vespa eben als Vespa. Zu einem Kunstwerk auf Hightech-Niveau fehlt ihr allerdings die Konsequenz.

Govecs E-Schwalbe

Die optisch eng an den DDR-Roller Simson KR51 angelehnte Neuauflage Schwalbe von Govecs überzeugt mit dem kraftvollsten Motor im Feld, kurzen Ladezeiten, guter Verarbeitung und ausgewogenen Fahreigenschaften. Sie ist mit knapp 7000 Euro jedoch der teuerste Roller im Test.

Negativ fiel den Testern der mangelnde Stauraum, der fest mit dem Fahrzeug verbundene Akku und das hohe Gewicht auf. Damit wird das Rangieren des Rollers zur Schwerstarbeit. Auch die Bremse dürfte besser zupacken, denn die der Govecs-Roller hat den längsten Bremsweg im Vergleich.

Immerhin ist für die Schwalbe als einziges Leichtkraftrad im Test gegen Aufpreis ein Antiblockiersystem (ABS) erhältlich.

NIU NQi GT

Platz vier geht an Deutschlands meistverkauften E-Roller, den NIU NQi GT. Die Beliebtheit des Leichtkraftrads aus China ist schnell erklärt: Der NIU ist hat ein attraktives Design und punktet darüber hinaus mit der besten Konnektivität, einem ausgewogenen Fahrwerk, guter Reichweite und einem attraktiven Preis.

Kritikwürdig sind die unbequeme Sitzposition für größere Fahrer, die lange Ladedauer sowie der geringe Stauraum.

Trinity Uranus R

Der geringe Grundpreis des Trinity schlägt sich jedoch im LED-Scheinwerfer mit der schwächsten Ausleuchtung im Vergleich nieder, die Ladezeiten (für beide Akkus) sind die längsten im Test. Da der Uranus R auch ein unterdämpftes Fahrwerk hat und für großgewachsene Fahrer wenig Platz bietet, landet er auf dem letzten Platz.

Positiv fiel der in China produzierte E-Roller im Vespa-Look dagegen durch sein geringes Fahrzeuggewicht, die hohe Zuladung und den niedrigsten Stromverbrauch im Test auf.

Weitere Retro-Modelle

Elektrisch unterwegs zu sein, kann viel mehr sein als eine Vernunftentscheidung. Diese zehn E-Roller von Vespa bis Yamaha verbinden lokal emissionsfreie Mobilität mit jeder Menge Dolce Vita. AUTO BILD MOTORRAD stellt sie vor.

Fahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb kommen oft sehr spacig rüber. Das gilt für Autos genauso wie für elektrische Zweiräder, siehe BMW CE 04. Doch die Liebhaber klassischer Formen müssen nicht verzweifeln. Hersteller wie Piaggio und Yamaha haben Roller im Programm, die die moderne Technik in bildschönen Retro-Kleidern verpacken.

AUTO BILD MOTORRAD hat zehn Retro-Roller mit elektrischem Antrieb herausgesucht, die lokal emissionsfreie Mobilität mit viel Dolce Vita verbinden. Die Liste beginnt beim Emco Nova und endet beim brandneuen Yamaha Neo.

Emco Nova

Emco ist im Roller-Segment eine feste Größe. Das gilt auch für klassisch designte Scooter wie den Nova. Dessen zehn Zoll kleine Rädchen sind nicht immer ideal für die Fahrstabilität. Aber die herausnehmbaren Akkus machen das Laden in der Stadt super angenehm.

Die Preise beginnen bei 3599 Euro für die Version mit 2,3 PS und 28-Ah-Akku. Mit dem 4,1 PS starken Motor und dem auf Wunsch erhältlichen zweiten Akku kostet der Nova 4999 Euro, Nebenkosten nicht mit gerechnet. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 45 km/h, die Reichweite gibt der Hersteller je nach Version mit 50 bis 130 Kilometern an. Die Ladezeit beträgt zwei bis vier Stunden.

Kumpan 54 Inspire und Ignite

Die Roller der Marke Kumpan spielen mit dem Chic der 50er- und frühen 60er-Jahre. Die Maschinen werden südlich von Bonn gebaut. 80 Prozent der Teile stammen den Angaben zufolge aus Deutschland!

Der Kumpan 54 Inspire hat 4,1 PS und soll mit einem Akku 62 Kilometer Reichweite schaffen. Akku zwei und drei kosten Aufpreis. Die Zuladung wird bei einem Akku mit 188 Kilogramm angegeben. Für das Modelljahr 2022 gab es sowohl Software-Updates als auch Optimierungen wie einen neuen LED-Scheinwerfer und eine überarbeitete Ergonomie.

Eine Nummer größer ist der ebenso schicke Kumpan 54 Ignite. Mit sieben kW Leistung will er als elektrische Alternative zum 125er-Roller verstanden werden. Den dürfen Führerschein-Neulinge mit A1 und Auto-Umsteiger mit dem B196-Führerschein fahren. Hersteller Kumpan gibt für den 54 Ignite 100 km/h Höchstgeschwindigkeit an. Damit macht auch die Fahrt über Land Spaß.

Die Reichweite soll bis zu 80 Kilometer betragen und reicht bestimmt auch für die Tour zum Badesee. Mit drei Akkus bringt der Ignite 112 Kilogramm auf die Waage. Die Preise beginnen bei 6999 Euro.

Nova Motors eRetro Star Li

Der eRetro Star Li von Nova Motors tritt da ganz anders auf. Er besticht vor allem mit einem: mit seinem kleinen Preis. Bei 1999 Euro geht es los. Dafür bekommt der Käufer zwei Kilowatt Leistung und maximal 45 km/h Höchstgeschwindigkeit. Dafür braucht man einen Führerschein der Klasse A oder der Klasse B. Der Hersteller gibt je nach Fahrweise 40 bis 60 Kilometer Reichweite an.

An Bord sind sechs Blei-Vlies-Akkus verbaut. Sie sind genauso wartungsarm wie die Lithium-Ionen-Variante, aber deutlich günstiger. Es gibt aber keinen Memory-Effekt. Daher sollten die Akkus auf keinen Fall komplett entladen werden. Schade: Die Akkus lassen sich zum Laden nicht aus dem Roller herausnehmen. Das macht den günstigen eRetro Star für Städter etwas weniger attraktiv.

Motron Cupertino

KSR gilt als Profi beim Importieren und Entwickeln von Marken und Modellen. Die selbst geschaffene Einstiegsmarke der Österreicher heißt Motron. Motron bietet bezahlbare Zweiräder an, die sich auch (oder gerade) für den schmalen Geldbeutel eignen.

Den liebevoll gestalteten Cupertino gibt es ab 1999 Euro. Das kann man als Kampfpreis bezeichnen. Der Cupertino erinnert optisch an die Honda Supercub, das meistverkaufte Kfz der Welt. Die schmalen, 17 Zoll großen Drahtspeichenräder sollen jede Menge aushalten können. Der Akku ist herausnehmbar. Für die gute Sicht gibt es LED-Leuchten. Zwei PS und Trommelbremsen reichen fürs gemütliche Fahren aus.

Trinity Romex und Uranus

Den schicken Retro-Cruiser Trinity Romex gibt es schon ab 3299 Euro. Zu diesem Preis versucht der Kleine den Spagat zwischen schöner Schale und moderner Technik und ist ein echter Hingucker. Vor allem die Chrom-Anbauteile versetzen den Betrachter zurück in die goldenen Jahre des Rollerbaus. (Das ergab 2019 ein Test der BILD.)

Auch hier kann der Akku zum Laden herausgenommen werden. Das ist wichtig für alle, die keine eigene Garage mit Stromanschluss haben. Bei Bedarf kann die Reichweite mit einem zweiten Akku erweitert werden. Schnell ist nicht so die Art des Romex. Das sollte man wissen: Ab zirka 30 Prozent Ladung sinkt die Höchstgeschwindigkeit. Dann fühlen sich empfindliche Naturen in der Stadt wie ein Verkehrshindernis.

Ein weiterer hübscher E-Roller von Trinity hört auf den Namen Uranus. Die Firma entwickelt in Deutschland und lässt in China bauen. Die Retro-Optik und die Technik des Uranus mit unter anderem einem Radnabenmotor sind erfreuliche Pluspunkte, lassen den deutschen Chinesen aber nicht aus der Masse seiner Mitbewerber heraus stechen.

Anders sieht es mit den LG-Akkus aus. Die lassen sich nämlich nicht nur zum Laden aus dem Roller herausnehmen. Es können bei Bedarf einzelne Zellen der Akkus getauscht werden. Sehr innovativ! Der Uranus hat 5,4 PS und fährt maximal 45 km/h schnell. Kostenpunkt: 3499 Euro. Wem das nicht genug ist, der kann den Uranus auch als R-Version und im Laufe des Jahres sogar noch als RS bekommen.

Yamaha Neo

Im Juni 2022 kommt der elektrische Yamaha Neo auf den Markt. Er wird 3324 Euro kosten und in zwei Farben erhältlich sein. Yamaha hat sowohl Erfahrung in Sachen 50er als auch in Sachen Elektroantrieb. Beides will der knuffige Neo nun in sich vereinen.

Ein Stufen- und bürstenloser Radnabenmotor am Hinterrad sorgt für Vortrieb. Seine Leistungsabgabe ist im Fahrmodus Standard mit 2,06 kWh bei 40 km/h am höchsten. Diesen Modus empfiehlt Yamaha für normales Fahren. Wahlweise gibt es auch noch einen Eco-Modus. Mit der kostenlosen Yamaha-MyRide-App lassen sich Roller und Smartphone miteinander verbinden.

E-Roller-Kauf: Tipps für Verbraucher

Wer sich für einen E-Roller interessiert, sollte vor dem Kauf unbedingt eine Probefahrt machen. Die Roller fallen unterschiedlich groß aus; wer lange Beine hat, behindert womöglich mit seinen Knien den Lenkeinschlag. Bei großen Rollern wiederum kommen kleinere Menschen nicht mit beiden Füßen auf den Boden.

Einige Roller kann man nur im Internet kaufen. Diese Scooter werden geliefert, die Endmontage (z.B. Montage der Spiegel) ist Sache des Kunden. Heißt: Eine Probefahrt ist hier nicht möglich. Servicepartner findet man oftmals nur in Großstädten.

Unbedingt checken, wo der E-Roller aufgeladen werden kann. Modelle mit fest verbautem Akku lassen sich nur per Kabel an der Steckdose laden. Dagegen können herausnehmbare Akkus bequem in der Wohnung Strom tanken und bieten so mehr Flexibilität.

Gut überlegen, welche Strecken anfallen. Wer mit der Reichweite in der Basisversion auskommt, kann auf Zusatzakkus verzichten und viel Geld sparen.

Einige Städte bieten eine finanzielle Förderung beim Kauf eines E-Rollers an. Interessenten sollten sich vor dem Kauf bei ihrer Stadt informieren.

Kleinkrafträder bis 45 km/h dürfen auch in der Stadt nicht überall fahren. Kraftfahrstraßen oder Autobahnen sind tabu.

Vor- und Nachteile von E-Rollern

Das E Moped und die Umwelt: Elektromotoren sind nicht so umweltschädlich wie Verbrennungsmotoren. Gerade in einer Stadt bietet ein E-Moped viele Vorteile. Man tut der Allgemeinheit einen besonderen Gefallen, wenn man sich für einen Elektroroller statt eines Motorrollers entscheidet. Sie profitieren persönlich von den geringeren Kosten eines Rollers mit Elektro-Antrieb.

  • Vorteile:
    • geringere Lärmbelastung
    • weniger Folgekosten
    • geringerer Schadstoff-Ausstoß
    • Strom aus erneuerbaren Energie-Quellen kann bezogen werden
  • Nachteile:
    • geringere Reichweite
    • weniger Motorleistung

Zusammenfassung

Retro E-Roller sind der neuste Hit auf den Straßen. Modelle in mintgrün, rosa oder schwarz im 50er Jahre Style sind angesagt. Motorroller sind eine praktische Art der Fortbewegung. Wer dazu noch auf Style wert legt, hat bislang zu einem historischen Kultmodell gegriffen. Mittlerweile werden solche Roller jedoch immer verpönter. Sie verschmutzen die Umwelt und kosten viel Sprit. Die Lösung? E-Roller im Retro Style. Außen wirken sie nostalgisch, doch im Inneren sind die Fortbewegungsmittel mit der neuesten Technologie ausgestattet.

Beim Retro Roller ist die gleiche Technik verbaut wie bei einem normalen E-Scooter. Fahren die Elektroroller 45 km/h, gelten sie als Kleinkraftrad. Dafür ist Führerschein Klasse AM oder ein Autoführerschein der Klasse B erforderlich. Bringt der Elektroroller 80 km/h auf den Tacho, eignet er sich perfekt für Überlandfahrten. Noch schneller voran kommt ein Elektroroller mit 125 km/h.

Preislich gibt es bei den Retro E-Rollern massive Unterschiede. Wer nicht unbedingt einen neuen Flitzer sein Eigen nennen muss, kann den Scooter seiner Wahl auch gebraucht kaufen. Die Retro Elektroroller von 45 Km/h bis 80 km/h oder als 125er gibt es inzwischen bei zahlreichen Anbietern und Webshops von Vespa bis Aldi und Lidl zu kaufen. Verschiedene Marken wie Schwalbe, Nova Motors oder Minimoto setzen auf das Retro Design.

Eine Motorleistung von 1000 bis 1500 Watt kann schon ausreichen, wenn Ihr keine großen Steigungen zu bewältigen habt und meist in der Stadt unterwegs seit. Mehr ist natürlich besser und schafft neben der Höchstgeschwindigkeit auch mehr Steigung. Reichweite ist etwas, das man sich vorher überlegen muss. Für welchen Zweck braucht man den Elektroroller. Wenn man ihn nur in der Stadt nutzt, dann können auch schon 50 Kilometer voll ausreichend sein. Für Ausflüge ins entferntere Umland wären über 70 Kilometer besser.

Ladezeiten liegen durchschnittlich bei 4 bis 6 Stunden. Die Höchstgeschwindigkeiten sollten der Führerscheinklasse entsprechen. Mit einem 45 Km/h E Roller kann man schon mit einem Autoführerschein fahren. Darüber hinaus wäre ein Mopedführerschein fällig. Für die 125er Klasse reicht auch ein B196er Führerschein aus.

Die Preise für E Retroroller sind sehr verschieden. Während der E Retro Star von Nova Motors schon für unter 2000,- Euro zu kaufen ist, gibt es andere Modelle, die sogar über 5.000,- Euro kosten.

Ob E-Schwalbe, E-Vespa oder Retro Roller in Mintgrün, diese charmanten Vintage-Fahrzeuge sind ein absoluter Hingucker.

Vergleich ausgewählter Modelle

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über ausgewählte Modelle und deren Eigenschaften:

Modell Motorleistung Höchstgeschwindigkeit Reichweite Besonderheiten Preis (ca.)
Vespa Elettrica 4 kW 45 km/h (70 km/h Version verfügbar) 70-100 km Kultiges Design, hochwertige Verarbeitung Ab 6390 Euro
Govecs E-Schwalbe 4 kW 45 km/h Variabel, je nach Batterie Retro-Design, optionales ABS Ab 5590 Euro
NIU NQi GT 3 kW 45 km/h Variabel, je nach Batterie Gute Konnektivität Ab 3700 Euro
Emco Nova 2.3 - 4.1 PS 45 km/h 50-130 km Herausnehmbare Akkus Ab 3599 Euro
Kumpan 54 Inspire 4.1 PS 45 km/h 62 km (mit einem Akku) Retro-Design, in Deutschland gefertigt Ab 6999 Euro
Nova Motors eRetro Star Li 2 kW 45 km/h 40-60 km Günstiger Preis Ab 1999 Euro

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