Elektroroller 125 ccm im Test: Die Zukunft der urbanen Mobilität

Die Zukunft der urbanen Mobilität - hier wird sie heute schon greif- und erlebbar. Mächtig Fahrspaß durch wuuuuuschartige Beschleunigung inklusive. Im Segment der Roller sind die Elektrofahrzeuge bereits fest etabliert.

Was bedeutet 125 ccm bei Elektrorollern?

Dahinter verbirgt sich im Behördendeutsch ein zweirädriges Kraftrad mit maximal 11 kW Leistung und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mindestens 45 km/h. Die maximale Geschwindigkeit liegt meist im Bereich von 90 bis 110 km/h. Elektroroller dieser Kategorie bieten in der Regel all das, was auch 125er-Verbrennerroller (L3e) auszeichnet - Stauraum, Beinschild, Windschild, unkomplizierte Fahreigenschaften.

Darüber hinaus bieten sie den unbestreitbaren Vorteil, emissionsfrei und nahezu lautlos unterwegs zu sein. Gerade im urbanen Umfeld machen die leisen Fahrzeuge einen Sinn. Doch die Auswahl ist groß!

Modellübersicht und Tests

Der ADAC hat Elektroroller der Führerscheinklasse A1 (Leichtkrafträder) zwischen 3700 und 7000 Euro getestet. Nachdem der ADAC im Herbst 2019 bereits sieben Elektroroller der Führerscheinklasse AM (Kleinkrafträder bis 45 km/h) getestet hat, wurden nun sechs verschiedene elektrische Leichtkrafträder der Führerscheinklasse A1 unter die Lupe genommen.

Im ADAC-Test standen die Punkte Alltagstauglichkeit, Ergonomie, Antrieb und Fahreigenschaften im Fokus. Unter dem Strich konnte kein Elektroroller das Bestergebnis "sehr gut" erreichen, es fiel aber auch kein Roller komplett durch. Drei der fünf Roller erreichten das Testergebnis "gut", zwei schnitten befriedigend ab.

Testsieger: Silence S01

Testsieg geht an Silence S01Sieger ist das neuste Modell im Test: Der Silence S01 (Note 2,2). Das 6.490 Euro teure spanische Modell überzeugte vor allem durch seine durchdachte Konzeption: Der große Akku, der für eine ordentliche Reichweite von 90 Kilometern sorgt, kann einfach ausgebaut und transportiert werden.

Nach dem Herausnehmen wir der Akku zum Trolley und lässt sich bequem zum Laden in Haus oder Wohnung ziehen. Der beste Bremsweg und gute Ergebnisse bei Beschleunigung und Reichweite, sowie Stauraum unter der Sitzbank für zwei Helme sorgen für gute Noten in allen Testbereichen.

Weitere getestete Modelle

  • Govecs Schwalbe: Überzeugt mit kraftvollem Motor, kurzen Ladezeiten, guter Verarbeitung und ausgewogenen Fahreigenschaften.
  • Vespa Elettrica: Viel Komfort, aber wenig Speed. Enttäuscht durch mäßige Höchstgeschwindigkeit und träge Beschleunigung.
  • NIU NQi GT: Beliebt aufgrund attraktiven Designs, guter Konnektivität, ausgewogenem Fahrwerk, guter Reichweite und attraktivem Preis.
  • Trinity Uranus R: Geringes Fahrzeuggewicht, hohe Zuladung und niedrigster Stromverbrauch im Test.

Ausgewählte Modelle im Detail

Hier eine detailliertere Betrachtung einiger der genannten Modelle:

BMW CE 04

BMW Motorrad ist Vorreiter bei den Elektro-Großrollern. Der futuristische CE 04 ist auch als gedrosselte A1-Version zu haben. Leistungsreduziert kommt er auf eine Nennleistung von 15 PS/11 kW bzw. maximal 31 PS/23 kW und 62 Nm. Smart Connectivity via App, schwebende Sitzbank im Bügelbrettstil, seitlich öffnender Stauraum - und schnell wie der urbane Blitz, auch mit 11 kW: 0 auf 50 km/h in 2,7 Sekunden.

Technische Details BMW CE 04
Leistung max. 42 PS (31 kW)
Batterie 8,5 kWh (11 kW: 6,2 kWh)
Reichweite 130 km (11 kW: 100 km)
Ladedauer 4:20 h/3:20 (11 kW)
Preis ab 12.950,-- Euro (ab Werk)

Govecs Schwalbe L3e

Design von gestern, Technik von heute: Die Schwalbe war das Kult-Transportmittel der DDR. Die E-Version entsteht in München (Design) und Breslau (Fertigung) und hat eine eingefleischte Fangemeinschaft. Direktantrieb im Hinterrad, CBS-Bremsanlage, 5 Liter Stauraum unter der Sitzbank, LED-Beleuchtung, 5-Zoll-TFT, 60 km/h Spitze, auf Wunsch Doppel-Akku. Auch als 45 km/h schnelle Schwalbe L1e lieferbar.

Technische Details Govecs Schwalbe L3e
Leistung max. 4,1 PS (3,0 kW)
Batterie 3,4 kWh (2x 1,7)
Reichweite 102 km (zwei Akkus)
Ladedauer 8 h
Preis ab 6.599,-- Euro (ab Werk)

Horwin SK3

Clean, cleaner, SK3. Der sportliche Horwin-Roller setzt im Gegensatz zu den rundlichen Horwin EK3 und EK1 auf plane Flächen. Keine Schörkel, kein Schnickschnack, dafür rundum LED. Bis zu 90 km/h rennt der L3e-Flitzer. Unter der Sitzbank finden bei Bedarf zwei Akkus (72 V/36 Ah) Platz. Jeder schafft rund 80 km Reichweite. Alternativ passen auch ein Akku plus Helm ins Staufach. Auch als SK3 Plus mit 100 km/h und 130 km Reichweite (ab 5.590,-- Euro).

Technische Details Horwin SK3
Leistung max. 8,6 PS (6,3 kW)
Batterie 2,6 kWh
Reichweite 80/160 km (zwei Akkus)
Ladedauer 4:30 h
Preis ab 3.990,-- Euro (ab Werk)

Honda CUV e:

Honda weitet seine Elektro-Engagement aufs L3e-A1-Segment aus. Im Sommer 2025 soll der CUV e: bei uns starten. Über Hondas neue RoadSync-Duo-App und das 7 Zoll große TFT-Display im Tablet-Style ist der E-Roller mit dem Smartphone des Fahrers vernetzt und kann großflächig navigieren. Die beiden herausnehmbaren Akkus wiegen jeweils 10,2 kg. Dazu gibt es serienmäßig zwei Ladegeräte. Beim Rangieren hilft ein Rückfahrassistent.

Technische Details Honda CUV e:
Leistung max. 8,2 PS (6 kW)
Batterie 1,3 kWh
Reichweite 70 km
Ladedauer 3 h (0-75 %)
Preis noch offen

Niu MQi GT 100

Niu gehört zu den E-Roller-Anbietern der ersten Stunde und zählt zu den Topanbietern auf dem deutschen Markt. Schnellste elektrische 125er der chinesischen Marke ist der MQi GT 100 mit konfigurierbarem LED-Display und zwei Akkus. 14-Zoll-Räder, 816 mm Sitzhöhe, 128 kg mit Akkus. Die drei Fahrmodi regeln den Highspeed: Eco bis 45 km/h, Dynamic bis 75 km/h, Sport bis 100 km/h.

Technische Details Niu MQi GT 100
Leistung max. 8,8 PS (6,5 kW)
Batterie 3,74 kWh (2 Akkus à 1,87 kWh)
Reichweite 65-75 km
Ladedauer 4-5 Stunden
Preis ab 3.799,-- Euro (ab Werk)

SEAT Mó 125

Platz für zwei Helme unter der Sitzbank, bis zu 95 km/h schnell, Beschleunigung von 0 auf 50 km/h in 3,9 Sekunden, Rückwärtsgang für leichteres Rangieren und Parken - fürs urbane Miteinander ist der Mó 125, den Autohersteller SEAT vertreibt, bestens aufgestellt. Der schwere Akku (41 kg) lässt sich wie ein Trolley auf kleinen Rädern zur nächsten Steckdose ziehen. Keyless Access ermöglicht das Starten, Öffnen der Sitzbank sowie Ver- und Entriegeln per Smartphone.

Technische Details SEAT Mó 125
Leistung max. 12,2 PS (9 kW)
Batterie 5,6 kWh
Reichweite 133 km
Ladedauer 6-8 h
Preis ab 4.990,-- Euro (ab Werk)

SuperSoco CPX L3e

Flacher Durchstieg, 16-Zoll-Vorderrad, 90 km/h Spitze - SuperSocos jüngster E-Roller macht vieles richtig. Der CPX L3e kommt serienmäßig mit zwei entnehmbaren Akkus (à 18 kg); die baugleiche L1e-Version (45 km/h) hat nur einen. Der Radnabenmotor bietet fünf Fahrstufen und Rückwärtsgang. Dazu gibt es LED-Licht und ein großes, freistehendes LCD-Display.

Technische Details SuperSoco CPX L3e
Leistung max. 6,5 PS (4,8 kW)
Batterie 5,4 kWh (2 Akkus à 2,7 kWh)
Reichweite 70/140 km (zwei Akkus)
Ladedauer 3-3,5 h/Akku
Preis ab 5.990,-- Euro (ab Werk)

Trinity Uranus RS 100

Hier dreht sich alles um die Zahl 100: Modellname, Reichweite, Geschwindigkeit (100 bis 110 km/h) - die Hundert hat es dem großen Uranus-E-Roller angetan. Die beiden Akkus können sich per externem Schnellladegerät (10A, 165,-- Euro Aufpreis) in knapp drei Stunden eine volle Ladung Strom (0-100 %) abholen. Die Nenndauerleistung liegt bei 12,2 PS (9 kW), der Leistungspeak erreicht genau die A1-Powergrenze. Auf die Straße übertragen wird der Stromschub per Radnabenmotor.

Vorteil: quasi keine Wartung und kein Leistungsverlust, dafür höchste Effizienz. Drei Fahrmodi regeln die Höchstgeschwindigkeit (55/80/100+ km/h).

Technische Details Trinity Uranus RS 100
Leistung max. 15 PS (11 kW)
Batterie 4,6 kWh (2 Akkus à 2,3 kWh)
Reichweite 100 km
Ladedauer 5 h
Preis ab 6.299,-- Euro

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Wer sich für einen E-Roller interessiert, sollte vor dem Kauf unbedingt eine Probefahrt machen. Die Roller fallen unterschiedlich groß aus; wer lange Beine hat, behindert womöglich mit seinen Knien den Lenkeinschlag. Bei großen Rollern wiederum kommen kleinere Menschen nicht mit beiden Füßen auf den Boden.

  • Probefahrt: Unbedingt vor dem Kauf eine Probefahrt machen.
  • Akkutyp: Modelle mit fest verbautem Akku lassen sich nur per Kabel an der Steckdose oder an Ladestationen aufladen. Dagegen können herausnehmbare Akkus bequem in der Wohnung Strom tanken und bieten so mehr Flexibilität.
  • Reichweite: Gut überlegen, welche Fahrstrecken tatsächlich anfallen.

Führerschein und Gesetze

Bislang durften Leichtkrafträder nur mit dem Führerschein der Klasse A1 (bzw. ehemals 1b) oder dem Pkw-Führerschein der Klasse 3 gefahren werden, sofern dieser vor dem 1. 4. 1980 ausgestellt wurde. Seit 2020 ermöglicht auch die Erweiterung der Klasse mit der Schlüsselziffer 196 zum Führen eines Leichtkraftrads, zumindest in Deutschland (der Führerschein gilt nicht im Ausland).

Förderungen

Einige Städte bieten eine finanzielle Förderung beim Kauf eines E-Rollers an. Interessenten sollten sich vor dem Kauf bei ihrer Stadt informieren. Ja, es gibt eine Förderung für Elektroroller. Die nennt sich THG Prämie für Elektroroller und wird vom Bund ausgezahlt.

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