Elektroroller Vespa Style Test: Eine charmante und stilvolle Option

Die Vespa Elettrica ist ein Elektroroller im klassischen Design mit feiner Technik. Mit Piaggio stemmt sich ein traditioneller Roller-Hersteller aus Europa gegen die Flut aus Fernost - mit der charmanten Vespa Elettrica. Neben klassischen Kurven und Premium-Anmutung bietet die Elettrica feine Techniklösungen.

Design und Ausstattung

Der erste Eindruck: Modern und minimalistisch. Das frische Design und die saubere Verarbeitung machen den Stromer aus dem Hause Piaggio sofort zum Sympathieträger. Dazu gehört das große Farbdisplay im Cockpit, welches grafisch hübsch aufbereitet viele Informationen wie etwa die Außentemperatur zeigt. Eine kluge Menüführung erlaubt es dem Nutzer, sich über Schalter am Lenker durch Menüs zu bewegen und viele Einstellungen vorzunehmen.

Zur Ausstattung gehört zudem ein gut ausleuchtender LED-Scheinwerfer. Außerdem gibt es auf der Innenseite des Beinschilds ein abschließbares Zusatzfach mit Lademöglichkeit für Smartphones. Letzteres lässt sich auch mit dem Fahrzeug verbinden.

Motor und Fahrleistungen

Der in der Spitze bis zu 4 kW/5,4 PS leistende E-Motor, der exklusiv von Piaggio stammt, hat mit den 120 Kilogramm Eigengewicht des Rollers plus Fahrer kein Problem. Spritzig, leise und geschmeidig stromert die Vespa los. Großes Lob hat des Ansprechverhalten des Motors verdient, der exakt so auf den Gasbefehl reagiert, wie man es erwartet.

Es gibt keine Verzögerung, keinen unrunden Lauf bei hohem Tempo, keine unfeinen Lastwechselreaktionen. Die Elettrica bleibt stets stabil, präzise und selbst bei flotten Kurvenfahrten spielerisch beherrschbar. Das Fahren in Schräglage klappt vorzüglich. Lediglich bei Linkskurven touchiert der Hauptständer manches Mal überraschend früh die Fahrbahn. Hohes Vertrauen vermitteln die Bremsen, die dank CBS-System stark und ohne Blockierstress verzögern. Gebremst wird auch per Rekuperation.

Reichweite und Batterie

Einen ebenfalls souveränen Eindruck hat die - leider fest montierte - Batterie hinterlassen. Der Bordcomputer zeigte beim Start der Testfahrt die von Piaggio proklamierten 70 Kilometer Reichweite an, am Ende der Tour blieben 40 davon übrig. Und das im Stadtverkehr plus frischen 10 Grad Außentemperatur. Die großzügig dimensionierte Batterie mit LG-Zellen bietet damit ein für den urbanen Einsatz mehr als ausreichendes Reichweitenfenster.

Maximal vier Stunden dauert das Nachzapfen an einer Haushaltssteckdose. Dafür steckt unter der Sitzbank ein fest installiertes Korkenzieherkabel, welches einfach in eine Steckdose gestöpselt wird. Für Laternenparker könnte es allerdings ein Problem sein, die Elettrica nachts mit Strom zu füttern. Reichweite mindestens 70 Kilometer, Akku nicht herausnehmbar. Die 70 Kilometer Reichweite der Elettrica beziehen sich übrigens auf den Power-Modus.

Fahrwerk und Bremsen

Das hohe Niveau der Rollerbau-Kunst beweist Piaggio auch beim Fahrwerk. Beide Räder sind einarmig geführt, was schick aussieht und sich gut fährt.

Technische Daten Vespa Elettrica 70

Die folgende Tabelle zeigt die technischen Daten der Vespa Elettrica 70:

Merkmal Wert
Motor Radnaben-Elektromotor im Hinterrad
Dauerleistung 3,5 kW/4,9 PS
Spitzenleistung 4 kW/5,4 PS
Reichweite laut Hersteller 70 km im Powermodus
Batteriekapazität 86,4 Ah beziehungsweise 4,2 kWh
Ladezeit 4 Stunden
Länge 1,87 m
Höhe 1,15 m
Breite 0,74 m
Gewicht mit Batterie 130 kg
Höchstgeschwindigkeit 70 km/h
Preis ab 7199 Euro

Preis

Der im Vergleich zu vielen China-Rollern erfreulich hohe Perfektionsgrad der Vespa Elettrica hat mit über 7000 Euro einen leider hohen Preis. Immerhin bekommt man dafür einen rundum charmanten Stromer, der sich anders als viele Mitbewerber keinen ernsten Patzer leistet.

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