Sie planen einen Ausflug nach Wien und überlegen, sich dort ein Fahrrad oder einen E-Roller auszuleihen? Wien hat mit einer Länge von über 1600 km ein gut ausgebautes Radwegenetz. Man kommt nicht nur gut in der Stadt voran, auch die Umgebung lädt zu einem Ausflug ins Grüne ein. Dieser Artikel gibt Ihnen einen Überblick über die Angebote, das Vorgehen und die Kosten, damit Sie die beste Wahl für Ihre Bedürfnisse treffen können.
Fahrradverleih in Wien
In der österreichischen Hauptstadt gibt es mehrere Fahrradverleiher, zum Teil mit großem Sortiment. Eine große Auswahl an Leih-Fahrrädern findet sich ansonsten in den Fahrradläden der Stadt.
WienMobil Rad
Ein Rad ausleihen können Sie, indem Sie den QR-Code am Fahrrad scannen. Ein registrierter Nutzer kann bis zu 4 Räder gleichzeitig ausleihen, was sich z. B. anbietet, wenn man mit einer Gruppe unterwegs ist. Auch Fahrräder mit Kindersitz stehen zur Verfügung.
Um die Fahrt zu pausieren, klickt man in der App auf „Fahrtpause-Modus“ und schließt das Rahmenschloss. Hierfür ist keine Radstation notwendig. Bedenken Sie aber, das die Gebührenuhr weiterläuft. Wenn Sie weiterfahren wollen, klicken Sie auf „Ausleihe fortsetzen“.
Die Rückgabe kann bei einer beliebigen Radstation von "WienMobil Rad" erfolgen. Schieben Sie das Rad einfach in die Dockingstation und schließen Sie das Rahmenschloss. Sollte kein freier Platz vorhanden sein, kann das Fahrrad in der Nähe mit dem dazugehörigen Zahlenschloss an einem Fahrradbügel abgeschlossen werden. Prüfen Sie in der App, ob die Rückgabe angezeigt wird.
Die Bezahlung ist pro Fahrt oder mit einem Jahres-Abo möglich. Es ist ein Zahlungsmittel zu hinterlegen (Visa/Mastercard, Bankeinzug, Apple Pay, Google Pay oder PayPal).
Tarife:
- Standart-Tarif: 0,60 € / 30 Minuten (max. 14,90 € am Tag)
- Jahres-Abo: 49 € im Jahr (bei jeder Fahrt sind die ersten 30 Minuten gratis, dann 0,60 € für jede weitere 30 Minuten)
Wer im Besitz einer Wiener-Linien-Jahreskarte ist, zahlt nur 30 Cent für jede halbe Stunde. Ausführliche Infos zu WienMobil Rad.
E-Bike Verleih
Wenn Sie ein E-Bike ausleihen möchten, gehen Sie am besten in eines der zahlreichen Fahrradgeschäfte Wiens. Anbieter von Elektrofahrrädern sind u. a.:
- ig-fahrrad.at
- fahrradverleih.at
- viennaexplorer.com
- pedalpower.at
- dieradstation.cc
- intersportrent.at
E-Bikes können pro Stunde, Tag, aber auch für mehrere Tage und Wochen gemietet werden. Es empfiehlt sich, vorab anzufragen und zu reservieren. Angeboten werden auch geführte Touren. Die Tagesmiete liegt zwischen 39 und 70 Euro, je nach Anbieter, Modell und Marke des Elektrofahrrads.
Wenn Sie in Wien einen längeren Aufenthalt planen, können Sie auch über ein Abo (monatlich) nachdenken. Anbieter für E-Bikes im Abo sind:
- Eddi Bike
- Swapfiets
- Bikegorillaz
- Dance
An den Ladestellen von Wien-Energie ist das Aufladen von E-Bikes kostenlos. Hier können Sie nach E-Tankstellen von Wien-Energie suchen.
Wo Sie das E-Bike unterwegs aufladen können, erfahren Sie natürlich auch im Radverleih. Wer in Wien eine längere E-Bike Tour plant, z. B. am Donauradweg, findet auch hier Möglichkeiten, den kleinen Stromer aufzuladen.
Fragen Sie ansonsten bei Gaststätten und Beherbergungsbetrieben entlang der Radwege nach. Häufig bieten diese das Aufladen des Fahrrad-Akkus kostenfrei an.
Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln
In Wien dürfen Sie das Fahrrad (oder E-Bike) in der U-Bahn mitnehmen. Dies ist aber nur zu bestimmte Zeiten möglich.
Erlaubt ist es von Montag bis Freitag zwischen 9 und 15 Uhr sowie ab 18:30 Uhr. Samstags, sonntags sowie an Feiertagen ist die Mitnahme ganztägig gestattet. Ein Aufpreis ist nicht erforderlich. Der Einstieg muss an den mit einem Fahrradsymbol gekennzeichneten Türen erfolgen. Das Rad ist quer zur Fahrtrichtung abzustellen.
In Bussen und Straßenbahnen ist die Fahrradmitnahme aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt. Ausnahme: zusammengeklappte Fahrräder.
Im Nahverkehr (Cityjet Xpress, Regionalzug, Regionalexpress und S-Bahn) benötigen Sie für das Fahrrad ein Radticket (Ausnahme: Faltrad). Die Mitnahme wird aber nur bei genügend freien Stellplätzen gewährt. Eine Reservierung ist nicht möglich. Wichtig: Fahrrad-Akkus dürfen in den Nahverkehrszügen nicht aufgeladen werden.
Für Kleingruppen bietet sich im Nahverkehr ein Einfach-Raus-Radticket an.
E-Scooter Verleih in Wien
Das Fahren mit dem Elektrotretroller ist in Wien sehr beliebt. Aktuell gibt es in der Stadt 5 Verleiher, die E-Scooter im öffentlichen Straßenraum anbieten:
- KiwiRide
- Lime
- Tier
- Bird
- Link (Superdestrian)
Lime hat auch eine geringe Anzahl an E-Bikes im Sortiment.
Das Mindestalter für den Verleih beträgt 18 Jahre. Die Freischaltung erfolgt mit der jeweiligen App der Anbieter. Nach der Nutzung können die Fahrgeräte stationsungebunden wieder abgestellt werden.
Für das Starten eines E-Rollers verlangen die Verleiher pro Fahrt rund einen Euro. Anschließend wird minutenweise abgerechnet. Je nach Anbieter kostet die Minute zwischen 25 und 35 Cent. Einige bieten auch Flatrate-Pakete an.
In den jeweiligen Apps sind die Zonen markiert, in denen Sie in Wien fahren und den E-Scooter abstellen dürfen. Das Fahren auf Gehwegen ist verboten.Die Stadt Wien hat zudem Parkflächen für Elektrotretroller eingerichtet. Auch diese werden in den Apps angezeigt.
Wichtig: Seit Mai 2023 ist das Parken auf dem Gehsteig untersagt. Mehr unter wien.gv.at. Näheres zu den E-Scooter-Regeln in Österreich.
Die Mitnahme von Elektrotretrollern ist nur gestattetet, wenn diese zusammengeklappt sind. Ansonsten gibt es keine Einschränkungen.
E-Scooter Anbieter im Detail
Hier ist eine detailliertere Übersicht über einige der beliebtesten E-Scooter-Apps in Deutschland, die auch in Wien verfügbar sind:
- Lime: Die Lime-Scooter gelten als recht robust, sind mit einem Euro Leihgebühr und einem Minutenpreis von 35 Cent aber auch eher teuer. Die Rückgabe ist etwas umständlich: Der Nutzer muss seinen geparkten Scooter fotografieren und das Foto per App hochladen.
- Bird: Die Bird-Roller gelten als besonders flink. Die Federung ist dabei aber auch „sportlich“ hart. Am besten selbst ausprobieren, für einen Euro Mietgebühr und ab 15 Cent pro Minute.
- Tier: Die Preise liegen mit einem Euro Grundgebühr und 15 bis 19 Cent pro Minute im gewohnten Bereich. Allerdings sind die Roller teilweise besonders gut ausgestattet, mit Smartphone-Ladeanschluss und Tacho.
Carsharing als Alternative
Kein Auto? Kein Problem: Deutschlandweit verleihen Carsharing-Anbieter in Ballungsgebieten ihre Fahrzeuge für kurze oder lange Fahrten. Ein eigenes Auto lohnt sich für Städter*innen selten. Öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad decken die meisten Wege problemlos ab. Was übrig bleibt, übernehmen geteilte Autos: Carsharing-Unternehmen bieten in Städten und Ballungsgebieten verschiedene Fahrzeugtypen für kurze oder lange Mieten an.
Besonders interessant sind die Anbieter von sogenanntem Free-Floating-Carsharing. Ihre Autos haben keinen festen Stellplatz. Sie parken dort, wo der Vormietende sie abgestellt hat. Kund*innen können sie spontan finden, reservieren, anmieten und am Zielort wieder parken. Bedingung: Die Miete muss innerhalb eines vorgegebenen Geschäftsfeldes enden. Bei Fahrten außerhalb dieser Region läuft die Miete weiter, bis das Auto zurück ist.
Bekannte Carsharing-Anbieter
- Sixt Share: Bietet eine variable Flotte vom Kleinstwagen bis zum Transporter. Die Preise beginnen bei 9 Cent pro Minute, können aber je nach Fahrzeugklasse und Tageszeit variieren.
- Miles: Rechnet nach Fahrstrecke ab, nicht nach Fahrdauer. Die Kosten orientieren sich an der Fahrzeugklasse, z.B. 89 Cent pro Kilometer für einen Kleinwagen.
- We Share: Bietet ausschließlich Elektroautos an. Eine Fahrt kostet einen Euro Grundgebühr plus 29 bzw. 34 Cent pro Minute.
Allgemeine Tipps zur Miete von Fahrrädern, E-Bikes und E-Scootern
Wenn Sie vorhaben, einen E-Scooter, ein Fahrrad oder ein E-Bike zu mieten, informieren Sie sich vorab über das Angebot. Nichts verdirbt den Spaß mehr, als sich vor Ort durch einen Dschungel von Angeboten und rechtlichen Informationen kämpfen zu müssen.
Verleihsysteme:
- Verleih im Geschäft: Persönlicher Kontakt, Beratung vor Ort, größere Auswahl an Zusatzausrüstung. Nachteil: Man muss sich an die Öffnungszeiten halten.
- Selbstbedienungs-Angebote auf der Straße: Spontan und meist rund um die Uhr nutzbar. Nachteil: Kann bei längeren Fahrten teuer werden.
Wenn Sie ein Fahrrad, E-Bike oder E-Scooter für einen ganzen Tag oder mehrere Tage ausleihen möchten, sind die Angebote im Geschäft meist günstiger. Ein einfaches Elektrofahrrad zum Beispiel gibt es im Fachhandel schon für rund 25 Euro pro Tag. Vor allem in der Hochsaison empfiehlt es sich, im Voraus zu reservieren.
Vor der Fahrt
Noch vor dem Losfahren sollten Sie das gemietete Rad, E-Bike oder den E-Roller auf Funktion und mögliche Schäden checken. Sind die Bremsen in Ordnung? Funktionieren Licht und Klingel? Wie ist der Zustand der Reifen?
Vor Beginn der Fahrt sollte bei E-Scootern und E-Bikes auch immer der Akkustand überprüft werden. Reicht der Akku für die gewünschte Fahrt aus?
Wer sich zum ersten Mal einen E-Roller mieten möchte, sollte sich auch mit der Technik vertraut machen. So muss der Elektrotretroller leicht angestoßen werden, bevor man überhaupt Gas geben kann.
Während der Fahrt
Bleiben Sie möglichst immer auf dem Radweg und halten Sie sich an die dort geltenden Regeln. Auf Gehwegen und in der Fußgängerzone, sofern Sie dort überhaupt fahren dürfen, haben Fußgänger immer Vorrang.
Während der Fahrt darf das Smartphone nicht benutzt werden. Das Fahren zu zweit auf einem Fahrzeug ist grundsätzlich verboten. Fahren Sie niemals unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Verstöße können empfindliche Strafen nach sich ziehen. Tragen Sie einen Helm, auch wenn dies nicht vorgeschrieben ist.
Nach der Fahrt
Wenn Sie sich ein Fahrrad, E-Bike oder E-Roller in einem Geschäft ausgeliehen haben, müssen Sie das Fahrzeug dort auch zum vereinbarten Zeitpunkt zurückgeben. Lassen Sie sich bestätigen, dass das Mietfahrzeug keine (neuen) Schäden aufweist und vergessen Sie nicht, eine geleistete Kaution oder ein hinterlassenes Pfand (z. B. Ausweis) wieder mitzunehmen.
Bei der Rückgabe im öffentlichen Straßenraum verlangen einige Anbieter, dass das Gefährt an einer festen Dockingstation zurückgegeben wird. Beim Free Floating kann das Fahrzeug frei abgestellt werden. Dies ist aber an strenge Regeln gebunden. Grundsätzlich gilt: andere Verkehrsteilnehmer dürfen nicht behindert und Gehwege nicht blockiert werden.
Versicherungsschutz
Wenn Sie mit einem gemieteten Fahrrad, E-Bike oder E-Scooter unterwegs sind, sind Sie in der Regel über die Versicherung des Vermieters abgesichert. Neben einer Haftpflichtversicherung ist meist auch eine Personenversicherung enthalten. Vergewissern Sie sich unbedingt vor der Fahrt, dass der Vermieter eine Haftpflicht- und Personenversicherung abgeschlossen hat.
Halten Sie sich immer an die Verkehrsregeln. Wer zum Beispiel verbotenerweise auf dem Gehweg fährt und dabei einen Fußgänger verletzt, kann seinen Versicherungsschutz verlieren und muss für den Schaden selbst aufkommen. Das Gleiche gilt, wenn man unter Alkoholeinfluss steht.
Datenschutz
Seien Sie sich bewusst, dass die großen privaten Anbieter Ihre Daten sammeln und verwenden. Sie müssen auch damit rechnen, dass die Daten an Dritte weitergegeben werden. So speichern die Anbieter nicht nur Kontakt- und Zahlungsdaten, sondern erfassen auch Standortdaten und die zurückgelegten Routen. Daraus lassen sich Bewegungsprofile der Nutzer erstellen.
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