Elektroroller Stehen vs Sitzen: Praktisch oder Absoluter Irrsinn?

Seit die E-Scooter in deutschen Städten unterwegs sind, wird heiß diskutiert: Sind sie die Zukunft der Mobilität oder ein Verkehrsrisiko? Seit dem 15. Juni sind E-Scooter in Deutschland zugelassen. Seitdem gehören sie zumindest in den größeren deutschen Städten fest ins Bild. Oft sieht man Menschen mit den Rollern durch die Straßen fahren, viele sind neugierig und wollen das neue Fortbewegungsmittel zumindest einmal ausprobieren. Doch in der Zeit seit der Zulassung sind auch die Schattenseiten deutlich zutage getreten. Meldungen über Straßenunfälle mit E-Scootern gehören seither zum Tagesgeschäft.

Vorweg sei gesagt: Ein einhelliges Meinungsbild ergab sich dabei nicht. Es gibt in etwa genau so viele Befürworter wie Kritiker, Vorteile und Gefahren halten sich die Waage. Sebastian S. ist vollkommen begeistert: "Praktisch für Wege zur Arbeit oder kleinere Besorgungen, statt das Auto zu nehmen fahre ich dann immer mit dem E-Roller los. Besitze im Übrigen einen eigenen, also keinen gemieteten. Rechnet man den Stromverbrauch zu den gefahrenen Kilometern und die Einsparungen an Benzin, ist so ein E-Roller einfach klasse!

Auch Jens F. hat gute Erfahrungen gemacht: "Ich finde, es ist eine schnelle Art von A nach B zu kommen. Keine Parkplatzsuche etc. Und unter anderem haben die Dinger auch ein Spaßfaktor. Ich werde mir einen E-Scooter holen ... Kritik kommt hingegen von Anne B.: "Überflüssig. Ich war vor einigen Tagen in der Kölner Fußgängerzone einkaufen. Noch nie war ich von etwas so genervt. An jeder Ecke stehen oder liegen E-Scooter.

Jannic R. nimmt die E-Scooter nicht als umweltschonend wahr: "Tragen zum Sparen von CO2, was man vielleicht denken könnte, nix bei. E-Scooter in Sharing-Verfahren halten im Schnitt 10-12 Wochen. Die Dinger müssen dafür produziert werden, inklusive Batterien. Und nachts werden die zum Laden eingesammelt und tagsüber wieder verteilt. Strale T. findet die Scooter "schrecklich": "Zu den ohnehin von der Leine gelassenen Radfahrern kommen nun z. T. alkoholisierte, zügellose Scooter-Fahrer. Kinder müssen in den Fußgängerzonen getragen werden, denn sonst werden sie umgesäbelt!

Für Benji R. spielen vor allem Sicherheitsbedenken eine Rolle: "Leute fahren gegen Bordsteine, im Gegenverkehr, in der Fußgängerzone, weit ab vom Fahrradweg, ungebremst, risikoreich und rücksichtslos. Marc-Oliver O. schließlich nennt E-Scooter in der Stadt "absoluten Irrsinn": "Autos müssen heute die absurdesten Sicherheitsfeatures an Bord haben, um überhaupt auf die Straße zu dürfen. Und bei diesen lebensgefährlichen Vehikeln wird mal eben so nebenbei beschlossen, dass sie jetzt zum Straßenverkehr gehören.

Das Thema Elektromobilität wird für viele immer wichtiger, gerade in Innenstädten. Nach dem Boom der E-Bikes schicken sich jetzt auch E-Scooter an, eine kraftsparende und vor allem günstige Alternative zum PKW zu werden. Zwar gibt es bereits seit längerer Zeit klassische Tretroller, die man zusammenklappen kann, um die letzten Meter von der Bahn ins Büro zu gelangen, doch prickelnd ist es nicht, wenn man an heißen Sommertagen verschwitzt ankommt.

Der Markt wächst rasant

Seit dem Jahr 2019 überschwemmen E-Scooter zahlreiche deutsche Innenstädte. Große Anbieter stellen die Elektro-Scooter gegen eine kleine Gebühr zum Leihen bereit. Kurze Zeit später hat auch das Angebot an Elektro-Scootern zum Kauf stark zugenommen. Die kompakten Gefährte ergänzen damit die Flotte der klassischen Tretroller und bieten eine zusätzliche Alternative zum Fahrrad oder E-Bike. E-Scooter ermöglichen es, sich ohne eigene Kraftanstrengung bis zu 20 Kilometer pro Stunde fortzubewegen. Einerseits dienen sie als umweltfreundliche Spaßmobile. Aber gerade in engen und überfüllten Innenstädten spielen sie ihre Stärken aus.

Man kommt überall durch, muss sich um einen Parkplatz keine Sorgen machen und darf sich auf Radwegen, Radfahrstreifen und Fahrradstraßen bewegen. Fehlen diese, ist sogar die Fahrbahn erlaubt. Für Pendler waren E-Scooter lange Zeit eine praktische Option. Zusammengeklappte Modelle darf man nach wie vor in den Fernzügen der Deutschen Bahn als Handgepäck mitnehmen. Lassen sich diese nicht zusammenfalten, muss man eine Fahrradkarte lösen. Die Mitnahme von E-Scootern in öffentlichen Verkehrsmitteln wird jedoch immer öfter verboten.

E-Scooter stehen zudem in Innenstädten immer stärker in der Kritik. Einerseits, weil sie für schwere Unfälle verantwortlich sind. Andererseits, weil viele Leihroller auf Straßen und Bürgersteigen herumstehen, als Hindernis fungieren und das Städtebild verschandeln. Aus diesem Grund hat vor kurzem Gelsenkirchen als erste deutsche Stadt Leihroller verboten.

Rechtliche Aspekte

Die wichtigste Nachricht gleich vorweg: E-Scooter-Fahrer brauchen keinen Führerschein, auch nicht eine Mofa-Prüfbescheinigung. Einzige Voraussetzung ist das Mindestalter von 14 Jahren. Genau wie für Auto- und Radfahrer gelten auch für E-Scooter-Fahrer dieselben Alkoholgrenzwerte. Nach Angaben des ADAC begeht eine Ordnungswidrigkeit und erhält einen Bußgeldbescheid, wer mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt und keine alkoholbedingte Auffälligkeit zeigt; in der Regel sind das 500 Euro, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg. Wer trotz einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,1 Promille mit dem E-Scooter unterwegs ist, begeht eine Straftat. Dafür reichen auch schon 0,3 Promille, wenn der Fahrer alkoholbedingte Ausfallerscheinungen zeigt.

Besitzer eines Elektro-Scooters benötigen für ihr Zweirad eine Haftpflichtversicherung. Die entsprechende Plakette wird auf eine kleine Halteplatte am Heck des Elektrorollers geklebt. Die Haftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die Dritten durch den Betrieb des E-Scooters zugefügt werden. E-Scooter sind nur für eine Person zugelassen.

Für einen möglichst flexiblen Einsatz sollten Sie beim Kauf unbedingt darauf achten, dass am Fabrikschild Ihres Electro-Scooters eine Betriebserlaubnis-Nummer (ABE-Nr.) angebracht ist. Diese finden Sie in der Regel am Rahmen oder an der Unterseite. Fahren Sie einen Elektroroller ohne Straßenzulassung auf öffentlichen Straßen, drohen empfindliche Geldstrafen. Außerdem verlieren Sie unter Umständen jeglichen Versicherungsschutz. E-Scooter dürfen bis zu 20 km/h schnell fahren. Der Elektromotor kann im Normalfall nicht im Stand aktiviert werden. Bei fast allen Modellen nimmt er die Arbeit erst auf, nachdem der Roller angeschoben wurde.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Viele Elektro-Scooter verfügen über unterschiedliche Fahrstufen, die Auswirkungen auf die Agilität des Rollers und die Höchstgeschwindigkeit haben. Über ein Display sehen Sie die aktuelle Geschwindigkeit, die zurückgelegten Kilometer und die Restkapazität des Akkus. Während Modelle mit größeren Rädern und Federgabel deutlich mehr Fahrkomfort bieten, ist die Fahrt auf einem Gerät mit kleinen Rädern oft sehr unkomfortabel, jedes Schlagloch wird hier zur Herausforderung. Wichtig: Man sollte immer beide Hände am Lenker haben. Mit nur einer Hand sind die kleinen Elektroroller extrem instabil. Deshalb ist das Abbiegen problematisch und nicht ungefährlich, wenn man das durch ein Handzeichen signalisiert.

Vor Ihrer ersten Fahrt im Straßenverkehr sollten Sie das Fahren unbedingt auf einem großen leeren Parkplatz oder auf einem Privatgelände üben. Elektro-Scooter unterscheiden sich erheblich im Gewicht. Möchten Sie Ihren Electro-Scooter beispielsweise mit in den Zug oder die Straßenbahn nehmen, sollte dieser möglichst leicht sein. Ein wichtiger Aspekt ist ebenfalls die Reifengröße. Größere Reifen bieten einen höheren Fahrkomfort, natürlich wird der Scooter dadurch wuchtiger, was sich wiederum auf die Kompaktheit beim Zusammenlegen und damit auf den Transport negativ auswirkt. Finden Sie den für Sie optimalen Kompromiss.

Auch Federgabeln erweisen sich als sinnvoll, damit Sie nicht jeden Schlag direkt an der Lenkerstange spüren. Apropos Lenker: Klappbare Lenker sind häufig deutlich instabiler als durchgehende, aber dafür sperrigere Lenkstangen. Bei E-Scootern mit kleinen Rädern leidet der Fahrkomfort. E-Scooter müssen mit Licht, Klingel und mindestens zwei Bremsen ausgestattet sein, um die Straßenzulassung zu erhalten. Bei letzteren gibt es erhebliche Unterschiede, wie wir in unserem Test festgestellt haben. Hersteller bieten neben Scheiben- und Trommelbremsen auch elektrische Vorderradbremsen sowie mechanische Rücktrittbremsen an. Bremsen sollten gut dosierbar sein. Packen diese zu abrupt und kräftig zu, besteht Sturzgefahr. Sicherheit beim Fahren und Bremsen ist das A und O.

Ein erhebliches Unterscheidungsmerkmal bei Elektro-Scootern sind zudem der Akku bzw. die Akkukapazität. Diese entscheidet über die Reichweite. Modelle ab etwa 7.500 mAh ermöglichen Ihnen Strecken von mindestens 20 Kilometern - abhängig ist diese Angabe natürlich von möglichen Steigungen und der Bodenbeschaffenheit. In unserem Test hatten bis auf den Trekstor e.Gear EG40610 alle Elektroroller fest verbaute Akkus. Das hat den Nachteil, dass Sie bei einem Akkuschaden Ihren Scooter gleich mit in die Werkstatt geben müssen.

E-Scooter mit Sitz: Eine Übersicht

E-Scooter gibt es inzwischen mit stärkeren Akkus und einer dementsprechend hohen Reichweite. Für eine lange komfortable Fahrt bieten sich Elektro Scooter mit Sitz an. Wir stellen die besten E-Scooter mit Sitz für Langstreckenfahrer vor. Dabei beleuchten wir Modelle die sowohl ohne als auch mit Fahrerlaubnis fahrbar sind. Zusätzlich präsentieren wir aktuelle Angebote und Preisvergleiche für die vorgestellten Modelle.

Elektro Scooter mit Sitz gibt es in zwei Varianten. Diese sind normale E-Scooter auf deren Standfläche ein Sitz festgeschraubt werden kann und E-Scooter, die schon mit Sitz gebaut werden und daher eine breitere Fußfläche und breitere Lenker anbieten. Um den Übersicht zu behalten, haben wir in der folgenden Tabelle die wichtigsten Eigenschaften unserer Scooter Empfehlungen gegenübergestellt.

E-Flux Street 20GUNAI E-ScooterElrofu Power Seat 2.0TinyTOM E-RollerLohang Elektroroller
Führerschein nötig?NeinNeinJaJaJa
Reichweite20 km85 km20 km15 km100 km
Motor500 W5600 Watt500 Watt1000 Watt6000 W
Akku12 Ah33 Ah10 Ah12 Ah38Ah
Ladezeit5 - 8 h6 - 8 h2 - 4 hk.A.6 - 8 h
Gewicht38 kg40 kg19 kg41 gk.A.
Geschwindigkeit20 km/h20 km/h25 km/h35 km/h35km/h
StraßenzulassungJaJaJaJaJa
Reifen4 Zoll Luftreifen mit Schlauch11 Zoll Offroad Reifen ‎12 Zoll Luftreifen10 Zoll12 Zoll Vollgummireifen
SicherheitVorgeschriebenes Front- und Rücklicht, Reflektoren und duales BremssystemBreite ReifenHupeRückspiegelBlinker

E-Flux Street 20

Der E-Flux Street 20 ist einer der beliebtesten E-Scooter mit Sitz, da er trotz des günstigen Preises zusätzliche Sicherheitsaspekte wie Rückspiegel und eine Hupe bietet. Der E-Scooter mit Sitz wiegt mit 38 Kilo sber viel. Positiv ist jedoch, dass der Akku zum Laden herausgenommen werden kann, sodass z. B. für Bewohner oberer Etagen zum Nachladen nicht der ganze E-Scooter bewegt werden muss. Seine Reichweite beträgt maximal 30 Kilometer.

GUNAI E-Scooter

Dank seiner 11 Zoll Offroad Reifen ist der GUNAI E-Scooter auch für unwegsames Gelände geeignet, eine hydraulische Stoßdämpfung an beiden Rädern machen den Ausflug ins Gelände perfekt. Obendrauf ist der E-Scooter mit Sitz mit einer 33Ah-Batterie ausgestattet, was eine große maximale Reichweite von 75 bis 85 Kilometern ermöglicht - perfekt für längere Fahrten. Die energieeffiziente Batterie und der optimierte Antrieb tragen dazu bei, Energie zu sparen und die Reichweite zu maximieren.

Elrofu Power Seat 2.0

Der Elrofu Power Seat 2.0 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h. Dieses E-Moped verfügt über technische Spezifikationen, die eine Straßenzulassung erforderlich machen, um es legal fahren zu dürfen. Hier ist also eine Fahrerlaubnis Voraussetzung um den E-Scooter mit Sitz fahren zu dürfen. Neben der höheren Geschwindigkeit punktet der Power Seat mit einem herausnehmbaren Akku - zum aufladen muss also nicht der gesamte Roller mehrere Stockwerke nach oben getragen werden. Ideal für Personen die in Hochhäusern leben.

TinyTOM E-Roller

Wer noch ein wenig schneller unterwegs sein will und die entsprechende Fahrerlaubnis mitbringt, kann bedenkenlos zum TinyTom E-Roller greifen. Der zusammenklappbare Scooter mit Sitz schafft 35 km/h Spitzengeschwindigkeit, Nutzer sind also rasch unterwegs. Allerdings beträgt die Reichweite höchstens 15 Kilometer weshalb der TinyTOM nur für kurze Fahrten infrage kommt.

Lohang E-Roller

Wer mit seinem E-Scooter größere Strecken zurücklegen möchte oder einfach den Akku nicht so oft aufladen will, sollte zum Lohanf E-Scooter mit Sitz greifen. Dank 38Ah Lithiumakku schafft der Scooter eine enorme Reichweite von bis zu 100 Kilometern und sogar Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h.

Kaufberatung für E-Scooter mit Sitz - die wichtigsten Kriterien beim Kauf

Elektro Scooter mit Sitz sieht man noch nicht so häufig auf den Straßen. Das könnte mit der Einstufung als Kleinkraftrad und den damit verbundenen zusätzlichen Anforderungen an die Fahrer wie zum Beispiel einer Mofa Prüfbescheinigung zusammenhängen. Worauf Nutzer beim Kauf eines E-Scooters mit Sitz am besten achten sollten, verraten wir in der Kaufberatung.

  • Reichweite: Obwohl Elektro Scooter mit Sitz vor allem für größere Reichweiten sinnvoll sind, können auch die Modelle mit kleineren Reichweiten nützlich sein. Vor allem für ältere Menschen mit Bewegungseinschränkungen können die E-Scooter mit Sitz eine Erleichterung beim Einkaufen oder auf der Strecke zum Park oder zu den Enkeln sein.
  • Motor: Solange die Elektro Scooter nicht schneller als 20 km/h fahren und die Motoren nicht stärker als 500 Watt sind, benötigt man für das Fahren nur eine Mofa-Prüfbescheinigung oder einen Führerschein und muss mindestens 15 Jahre alt sein. Durch die Ausstattung mit einem Radnabenmotor fällt die Verwendung von Verschleißteilen, wie zum Beispiel Ketten weg.
  • Akku: E-Scooter mit Sitz sind nicht nur schwerer, sondern meist auch sperriger und schwieriger zu tragen als klassische Modelle. Daher erhöht es den Komfort, wenn der Akku herausnehmbar ist und getrennt vom Elektro Scooter an der Steckdose aufgeladen werden kann.
  • Gewicht: Standard E-Scooter, an denen optional ein Sitz montiert werden kann, sind die Leichtesten unter den E-Scootern mit Sitz. Elektro Scooter Modelle, die allerdings extra für das Fahren mit Sitz hergestellt wurden, sind meist wesentlich schwerer. Zwischen 20 und 49 Kilo wiegen die E-Scooter in diesem Test Vergleich. Wer die Elektro Scooter ab und an doch mal tragen muss, sollte daher genau auf das Modell und Gewicht achten, bzw. bei E-Scootern mit höherem Gewicht einen kaufen, dessen Akku sich zum Aufladen herausnehmen lässt.
  • Reifen: Je breiter und größer die Reifen, desto sicherer fährt man mit dem Elektro Scooter auf der Straße. Für E-Scooter, die maximal 20 km/h fahren gibt es noch keine Helmpflicht und auch Rückspiegel und Blinker sind optional. Allerdings ist das Fahren im Sitzen aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit auch gefährlicher.
  • Klappbar: Das Mitnehmen von E-Scootern ist in Fernzügen und auch in manchen Nahverkehrsverbänden kostenlos erlaubt. Manche Verkehrsverbände erlauben das Mitnehmen jedoch nur, wenn der E-Scooter zusammengeklappt ist. Interessierte, die oft zusätzlich in Bus und Bahn unterwegs sind, sollten daher auch bei Elektro Scootern mit Sitz darauf achten, dass man sie zusammenklappen kann.
  • Sicherheit: Für E-Scooter mit einer maximalen Geschwindigkeit von 20 km/h sind per Gesetz Front- und Rücklicht sowie Reflektoren als Sicherheitsmaßnahmen vorgeschrieben. Elektrische Mofas oder Kleinkrafträder, also E-Roller, die 25- 45 km/h schnell fahren, müssen auch Rückspiegel sowie Blinker vorweisen können.

Sitz oder nicht Sitz - das ist die Frage

In § 1 Abs. 1 Nr. 1 eKFV heißt es, ein Elektrokleinstfahrzeug sei ein „Fahrzeug ohne Sitz“. Punkt. Keine Fußnote, kein vielleicht. Sobald du einen Sattel montierst, rutschst du nach EU‑Recht rüber in die Klasse L1e, also Mofa‑Gebiet. Frankreich und Spanien kennen das Sitzverbot nicht und verzeichnen trotzdem keine Scooter‑Apokalypse. Dort zählt die Höhe der Sitzfläche. Liegt sie unter 540 mm, gilt der Roller weiterhin als „EDPM” (Engins de Déplacement Personnel). Die Alpen‑Republik testet mit der Klasse „Kleinst­fahrzeug eigenantrieb“. Sitz erlaubt, Radweg erlaubt, Helm empfohlen, nicht verpflichtend.

Damit wären E‑Scooter mit Sattel sofort dort, wo sie hingehören: auf Radwegen. Kosten: Null Euro. TÜV und DEKRA haben ähnliche Prüfstände täglich in Betrieb. Kommunen könnten per § 10 Abs. 3 eKFV Ausnahmegenehmigungen erteilen und Sitz‑Scooter‑Sharing testen. Begleitend erheben Universitäten Unfalldaten. Damit wäre der Binnenmarkt offen, Innovation würde nicht in Zoll‑Nischen ersticken, und der Bürger hätte echte Wahlfreiheit.

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