Elite Carbon Laufräder im Test: Lohnt sich die Investition?

Leichte Carbon-Laufräder machen schnelle Rennräder noch schneller. Sie kosten aber auch eine Menge Geld. Lohnt sich die Investition? Wir haben sechs Modelle mit teils deutlich unter 1500 Gramm Set-Gewicht getestet - im Labor und auf der Straße. Auf einige tausend Testkilometer bringen es unsere sechs Carbon-Laufradsätze. Da kommen einige Eindrücke zusammen. Dazu hat ROADBIKE die Modelle auf den Prüfstand gehoben, um aussagekräftige Daten zu ermitteln. Und: es muss nicht immer ganz teuer zugehen. Das beweißt unser Preis-/ Leistungs-Tipp.

Die Testkandidaten im Detail

Hunt Sub 50 Limitless UD Carbon Spoke

Gar nicht mehr hergeben wollte ROADBIKE-Testerin Emilia Welte den neuen Top-Laufradsatz Sub 50 Limitless UD Carbon Spoke von Hunt. "Die Beschleunigung ist mega, die Räder rollen leicht, halten spielerisch hohes Tempo, und auch bei High Speed bergab fühle ich mich jederzeit sicher", so die Vielfahrerin, die in kurzer Zeit über 6000 Kilometer mit dem Laufradsatz abspulte und damit u. a. - wie schon im Vorjahr - aufs Podium beim Dreiländergiro fuhr.

Die Laborwerte geben ihr - größtenteils - Recht: Die Steifigkeiten gehen in Ordnung, Höhen- oder Seitenschläge sind nicht zu verzeichnen, die Lager laufen auch bei Testende noch seidenweich. Das Gewicht von nur 1356 Gramm ist mit Blick auf die Felgendimensionen umso bemerkenswerter: satte 34,5 Millimeter Außenweite am Vorderrad, 30 Millimeter hinten und 23 Millimeter Maulweite an beiden. Dass die Laufräder dennoch so leicht sind, ist auf die Carbon-Speichen zurückzuführen, die auch im Dauertest trotz manchem Radtransport keinen Anlass zur Kritik boten. Nicht in Ordnung ist hingegen, dass das Hinterrad zwei Millimeter außermittig zentriert war.

Geschmackssache sind die hakenlosen Felgen, die die Reifenauswahl auf Tubeless-Modelle begrenzen, sowie der fast schon störend laute Freilauf.

Fulcrum Sharq

Mit satten 25 Millimetern Maulweite richten sich die brandneuen Fulcrum Sharq-Laufräder an Fans üppiger Bereifung: Mindestens 30 mm breite Schlappen sollte man hier montieren, was das Jubiläumsmodell (20 Jahre Fulcrum) für Endurance-, Allroad- oder gar Gravel-Einsätze prädestiniert. Im ROADBIKE-Test wurden sie mit 32-mm-Slicks und 38-mm-Gravel-Reifen gefahren, die sehr breit bauen und entsprechend gut dämpfen. Die Reifenmontage gelang sehr einfach, Tubeless-Pneus halten die Luft auf der ungelochten Minihook-Felge sehr gut.

1462 Gramm Set-Gewicht sind angesichts der Felgendimensionen leicht, die Seitensteifigkeit ist sehr hoch. Die Sharqs beschleunigen willig, einen Raketenstart sollte man jedoch nicht erwarten. Nervosität bei Seitenwind ist den Laufrädern fremd, der Geradeauslauf ist ausgeprägt, die Lenkung vorhersehbar - das Sicherheitsgefühl entsprechend hoch. Angenehm: die sehr leicht laufenden Lager.

Geschmackssache ist die auffällige Optik der Felge. So sehen die unterschiedlichen Profilhöhen spektakulär aus, andererseits passt diese "laute" Optik nicht an jedes Rad. Kleines Manko: Die mattschwarze Felgenoberfläche und -form ist etwas aufwendiger zu putzen.

Black Inc 28/33

Die Testfahrten mit dem 28/33 von Factor-Eigenmarke Black Inc waren früh beendet. Mit dem Bruch einer Carbon-Speiche am Hinterrad nach nur 920 Kilometern. Schade, denn bis dahin konnten die 28/33 durchaus überzeugen: Mit flachen Felgen und Carbon-Speichen ist der Laufradsatz leicht und steif zugleich. Entsprechend spritzig gerät der Antritt, das Handling ist agil, und auch bei hohem Tempo und Seitenwind kommt nie Unruhe auf. Die Laufräder waren zudem mittig und rund zentriert, das Tubeless-Set-up gelang schnell und einfach.

Dennoch kam’s zum Speichenbruch. Black Inc verzichtete darauf, das Hinterrad zu untersuchen und ein Statement zur technischen Ursache des Defekts abzugeben. Stattdessen verwies man darauf, dass der Kunde in einem solchen Fall - obwohl Ähnliches noch nie aufgetreten sei - ein neues Laufrad auf Garantie bekäme. Offiziell gewährt Black Inc zwei Jahre Garantie und Crash Replacement, sofern das Produkt spätestens 21 Tage nach Kauf registriert wird.

Scope Cycling Artech 4

Scope überzeugte schon in mehreren ROADBIKE-Tests mit technisch gut gemachten, fair kalkulierten Laufrädern. Mit den Artech-Modellen schlägt die innovative Marke nun ein neues Kapitel auf: technisch, aber auch preislich. Erstmals verbauen die Niederländer hier Carbon-Speichen, ein auffälliges Schuppenprofil sowie 3D-gedruckte Naben. Ergebnis: begeisternd leichte Laufräder mit nur 1124 Gramm Set-Gewicht. Und das bei 45 Millimeter hohen, innen 23 und außen 31 Millimeter breiten Felgen! Aufbau und Rundlauf sind sehr gut.

Auch die Seitensteifigkeit erreicht den grünen Bereich, ab dem Laufräder nach ROADBIKE-Erfahrungen bedenkenlos für alle Fahrergewichtsklassen zu empfehlen sind. Mit 80 Nm/° ist das Hinterrad über jeden Zweifel erhaben, das Vorderrad überspringt die Grenze (bei 70 Nm/°) hingegen nur knapp: 73 Nm/° bringt dieses eingespannt bei 6 Nm zustande, fixiert man es mit 10 Nm etwas fester, sind es 74 Nm/°. Gänzlich zufriedenstellend ist hingegen die hohe Fahrstabilität bei böigem (Seiten-)Wind.

Hinweis: Das leichte Lagerspiel ist gewollt und verschwindet bei der Montage im Rad - an mehreren Testrädern war dafür aber ein extrem festes Anziehen der Steckachsen notwendig (vorher checken, was auf der Steckachse als maximales Drehmoment vermerkt ist).

DT Swiss ARC 1100 Dicut 38

Aero, aber leicht - so kann man die Philosophie der neuen, erneut zusammen mit Swiss Side entwickelten Aero-Laufräder ARC 1100 Dicut 38 von DT Swiss mit 38-Millimeter-Felge beschreiben. Mit 1324 Gramm für den Laufradsatz inklusive Felgenband unterbietet der ARC 38 deutlich die Gewichte der anderen ARC-Modelle, deren Felgen 50, 62 oder 80 Millimeter hoch sind.

Dass die niedrigste Aero-Felge von DT dennoch "segelt", spürt man deutlich: Fahrt- und Seitenwind heften sich an und tragen zum Vortrieb bei. Je nach Windverhältnissen ist das Fahrgefühl mal mehr, mal weniger wackelig - durchaus typisch für DT Swiss-/Swiss Side-Laufräder und auch gut beherrschbar, zumal beim getesteten 38-mm-Modell. Wer maximale Laufruhe sucht, sollte vor dem Kauf aber besser eine Probefahrt machen. Oder den neuen Aero-Reifen von DT/Conti/Swiss Side montieren, der spürbar zu mehr Laufruhe beiträgt. Aufbau und Steifigkeiten sind wie von DT Swiss gewohnt über jeden Zweifel erhaben, etwas überraschend liefen aber die Keramiklager rau und schwer - fast schon ein Reklamationsgrund!

Geschmackssache: die heute vergleichsweise geringe Maulweite von 20 Millimetern.

Newmen Streem Allround Vonoa

Sehr viel Lob von gleich mehreren Testfahrern ernteten die unlängst komplett überarbeiteten Newmen Streem Vonoa-Laufräder. Bei der Tour de France trugen sie Biniam Girmay zu drei Etappensiegen und ins Grüne Trikot. Neben der getesteten Allround-Version sind sie auch mit niedrigeren und höheren Felgen erhältlich. Mit Ausnahme der 80-mm-Zeitfahrversion ist dabei die vordere Felge niedriger als die hintere - aerodynamisch sinnvoll, optisch wohl Geschmackssache.

15 bzw. 18 Carbon-Speichen drücken das Set-Gewicht auf attraktive 1305 Gramm - erfreulicherweise nicht zu Lasten der Steifigkeit. Im Gegenteil. Erfreuliche Folgen: sehr spritziger Antritt, tolle Kraftübertragung, hohe Lenkpräzision - und jede Menge Fahrspaß! Dank 24 Millimetern Maulweite bauen die Reifen breit und dämpfen gut.

Ungewöhnlich ist das Streem Aero-Ventil-Kit, bei dem das Schlauch- bzw. Tubeless-Ventil vollständig in der Felge versteckt liegt. Aufgepumpt wird mittels Adapter, ein Stopfen verschließt die Felge - für eine aufgeräumte Optik und noch bessere Aerodynamik. Wer das nicht möchte, kann das große Felgenloch aber auch per Hülse verkleinern und ein klassisches Ventil verbauen, das wie üblich befüllt wird.

Elite Wheels Drive 50D

Der junge Hersteller hat sich auf Carbonlaufräder spezialisiert und ist bereits in sehr günstigen Preisklassen mit solidem Material vertreten. Auch ein mit rund 1.300 Gramm sehr leichter Radsatz muss bei Elite Wheels nicht teuer bezahlt werden: Unter 1.200 Euro fallen für den Drive 50D an.

Dabei steht bei Elitewheels weniger Preis-Leistung im Vordergrund, sondern hohe Qualität, was etwa mit einem umfangreichen Testprotokoll sichergestellt wird. So muss jede Felge einen Maximaldruck vertragen, der um 50 % über dem Druck des verwendeten Reifens liegt; dazu kommt eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Speichenausrisse. Nach den Labortests stehen mehrere Tausend Stunden Fahrzeit mit Testern an - Mitarbeiter der Firma sowie Fahrer der diversen unterstützten Teams.

Am Ende stehen Laufräder, die hohen Standards entsprechen und - wie im Falle des Elitewheels Drive 50D - eine Menge Technik bieten: Die 50 mm tiefe Felge ist mit 21 mm Innenweite und Tubeless-Kompatibilität auf dem neuesten Stand, wobei eine maximale Außenbreite von 28 mm für gute Aerodynamik steht. Für leichten Lauf sorgen Keramiklager, wie sie sonst meist aufpreispflichtig sind, und auch die verwendeten Speichen sind in dieser Preisklasse selten: Aufgebaut werden die Drive 50D nämlich mit 21/24 (v./h.) Carbonspeichen, die im 2:1-Muster eingelegt werden.

Wer beim Gewicht weiter ans Limit gehen will, kann 40 mm tiefe Felgen wählen und landet dann laut Hersteller bei 1.260 Gramm; mit der 65er Felge wird es wiederum ein bisschen aerodynamischer.

Hohe Carbonfelgen sind so was wie die Segel des Rennrads. Sie können sogar Seitenwind in Vortrieb umwandeln und sind erste Wahl, wenn es um maximales Tempo in flachem bis welligem Gelände geht. Wer im Wettkampf weitere wertvolle Sekunden herausholen will, kommt an Aero-Laufrädern mit hohen Felgen nicht vorbei. Außerdem verändern sie mächtig die Optik des Renners - selbst ein unauffälliger Rahmen wird, derart bereift, zum Hingucker.

Auffällig ist, dass die Felgen im Vergleich zu ihren Vorgängermodellen nochmals breiter geworden sind. Außen messen die Felgenringe nun bis zu 33 Millimeter, die Felgeninnenweiten sind bis auf knapp 24 Millimeter gewachsen (Zipp). Passende Reifen sollten mindestens 25 Millimeter breit sein, aber auch 28 oder 30 Millimeter breite Pneus finden super Anschluss auf diesen Felgen. Denn die Felge sollte aus aerodynamischen Gründen idealerweise etwas breiter sein als der montierte Reifen.

Breitere Felgen erhöhen wiederum den Spielraum, die Reifen mit weniger Druck zu fahren und so die Fahrdynamik zu verbessern: Stützt sich der Reifen breiter ab, überträgt er auch mit weniger Luftdruck die Lenkbefehle noch einwandfrei auf die Straße, federt aber zugleich besser. Aber auch mehr Tempo. Auf holperigen Straßen rollen die Reifen schneller, die besser federn. Selbst eine normale Landstraße, die nicht mehr ganz glatt ist, zieht mit jedem Rumpeln Körner aus den Beinen.

Alle Felgen sind tubeless-ready, mit Dichtmittel also auch ohne Schlauch fahrbar. Da Tubeless-Reifen sich mit niedrigerem Druck fahren lassen und dabei immer noch sehr durchschlagsicher sind, sind sie angesichts der immer breiter werdenden Felgen die logische Wahl.

Aerodynamik im Windkanal

Getestet haben wir die Aerodynamik im GST-Windkanal, wie immer mit unserem tretenden Dummy als Fahrer. Das Ergebnis: Trotz breiterer Felgen messen wir für die neuen Räder einen Tick weniger Luftwiderstand. Ganz vorne landet DT Swiss mit dem Modell ARC 1100 Dicut 62, aber die Spitze ist so dicht beisammen, dass Shimano und Bontrager im Rahmen der Messgenauigkeit gleichauf liegen. Vision und Zipp folgen mit einem guten Watt Abstand und Campagnolo, das „langsamste“ Rad im Test, liegt zwei Watt hinter DT Swiss.

Offensichtlich ist die Aerodynamik der Laufräder weitgehend ausgereizt. Markanter sind die Fortschritte und Unterschiede im Handling: Die neuen Felgenprofile vereinen Tempo besser mit guter Seitenwindstabilität, Böen zerren weniger am Vorderrad. Am besten gelingt die Abstimmung Bontrager. DT Swiss, Shimano und Zipp haben ihre Profile im Hinblick auf die Windstabilität auch verbessert und liegen im Mittelfeld. Etwas abgeschlagen folgen Vision und Campagnolo.

Bleibt die Frage, ob 55 oder 60 Millimeter hohe Felgen relevante Vorteile im Vergleich zu niedrigeren Felgen bringen. Daher haben wir das Dura-Ace-Laufrad auch in 50 Millimeter Felgenhöhe mitgetestet und die Vision-Felge auch in 45 Millimeter. Beide rangieren in der Aero-Wertung, in die alle Messungen über verschiedene Anströmwinkel einfließen, zwei, beziehungsweise fünf Watt hinter den höheren Modellen. Ein Blick auf den Luftwiderstandsverlauf zeigt aber, dass sie bei kleinen Anströmwinkeln (viel Tempo, wenig Seitenwind) fast gleichauf liegen; der geringere Gesamt-Luftwiderstand der hohen Räder entsteht hauptsächlich durch Segeleffekte bei großen Anströmwinkeln, also starkem Seitenwind. Die hohen Felgen bringen erst bei kräftigem Wind ein relevantes Plus.

Problem: Seitenwind

Die flacheren Modelle segeln schlechter, sind dafür aber spurstabiler bei Seitenwind; 15 Millimeter weniger Bauhöhe bewirken bei Vision eine Halbierung des Lenkmoments. Für Rennen heißt das: Bei hohem Tempo und entsprechend eher kleineren Anströmwinkeln ist das Laufrad mit 45-Millimeter-Felge nur minimal (0,8 Watt) langsamer als das mit 60 Millimetern. Treten Böen auf, greifen sie weniger in die Lenkung.

Für Straßenrennen mit dicht gepacktem Peloton ist die 45er-Felge daher die bessere und universellere Lösung. Auch im Straßenverkehr sind die 45er-Felgen stressärmer, weil sie weniger ausschlagen, wenn zum Beispiel LKW beim Überholen heftige Lufwirbel verursachen. Zeitfahrer, insbesondere Triathleten, profitieren eher von den 60er-„Segeln“, denn sie erleben je nach Streckenverlauf auch größere Anströmwinkel und können den Segeleffekt entsprechend besser nutzen.

In Aufbau und Mechanik sind die Unterschiede zwischen den Rädern im Testfeld gering. 24 Speichen sind gesetzt, die Steifigkeitswerte sind alle im grünen Bereich, die Designs zurückhaltend. Beim Gewicht setzt sich Zipp jedoch sehr deutlich vom Rest des Feldes ab: 1.380 Gramm sind eine Ansage bei 55 Millimetern Felgenhöhe. Möglich wird dies vor allem durch eine offensichtlich leichtere Felge, das belegen unsere Trägheitsmessungen. Zipp lässt sich die Felgen-Diät aber sehr teuer bezahlen. 3.600 Euro stechen nach oben raus - dafür bekäme man glatt vier Sätze der Leeze-CC50-Laufräder, die den Testsieg in TOUR 4/2021 eingefahren haben (ein Watt langsamer als Zipp, seitenwindstabiler, 300 Gramm schwerer).

In der Gesamtwertung setzt sich Bontrager in diesem Test mit sehr gut abgestimmter Aerodynamik knapp durch und holt sich den Testsieg in der 60-Millimeter-Klasse.

Alle Aero-Rennrad-Laufräder im TOUR-Test:

  • Bontrager Aeolus RSL 62: Sehr gute Aerodynamik. Die breite Felge mit großem Innenmaß schafft einen guten Kompromiss aus Tempo und Handling - beste Abstimmung im Testfeld. Für die Felgenhöhe vergleichsweise leicht.
  • Campagnolo WTO Ultra 60: Schnell, aber nicht so stabil im Seitenwind wie die breiteren Wettbewerber - das drückt die Note. Viele sehenswerte und gute Details: Carbon-Nabenkörper, einstellbare Keramik-Hybridlager, geschlossener Felgenboden.
  • DT Swiss ARC 1100 Dicut DB 62: Sehr schnell, mit bauchigem Profil und moderater Innenweite. Innen liegende Nippel für verminderten Rotations-Luftwiderstand. Mittlere Seitenwindstabilität, relativ schwere Felgen, Keramik-Hybrid-Lager.
  • Shimano Dura-Ace C60: Sehr schnell und mit mittlerer Seitenwindstabilität. Typisch für Shimano sind die einstellbaren Konuslagerungen. Gute Steifigkeit, schnörkellos. Günstigster Laufradsatz im Test.
  • Vision Metron 60: Bauchig breite Felge, aber normales Innenmaß von 21 Millimetern. Schnell, aber nicht so spurstabil im Wind wie die Klassenbesten. Steifigkeitswerte und Gewicht sind mittelmäßig, das drückt die Note etwas.
  • ZIPP 454 NSW: Sehr leichtes Set mit großer Innenbreite und hakenloser Felge, limitiert auf 5 Bar Druck - sinnvoll ab 28-Millimeter-Reifen. Sehr gute Aerodynamik, mittlere Seitenwindstabilität. Teuer.

Carbon-Speichen: Ein neuer Trend?

Derzeit kommen immer mehr Laufradsätze mit Carbon-Speichen auf den Markt.

Die Vorteile überwiegen deutlich. Sie sind leichter, stabiler und steifer. Steifer heißt, sie dehnen sich weniger als Stahlspeichen. Dadurch kann man Laufräder mit weniger Speichen bauen, was wiederum einen positiven Effekt auf die Aerodynamik und das Gewicht hat. Ich persönlich finde auch, dass Laufräder mit Carbon-Speichen einfach besser aussehen. Einziger Nachteil: Sie sind teurer als Stahlspeichen.

Worauf müssen Endverbraucher achten?

Natürlich sollte man vorsichtig mit seinem Material umgehen, es gibt aber keine besonderen Wartungs- oder Pflegevorschriften. Carbon-Speichen sind deutlich unempfindlicher, als man denkt.

Kann man Carbon-Speichen tauschen?

Das kommt auf die Bauart des Carbon-Laufrads an. Bei unseren Vonoa-Modellen muss keine neue Nabe und keine neue Felge gekauft werden, einzelne Carbon-Speichen lassen sich wie normale Stahlspeichen ersetzen. Bei Laufrädern, bei denen die Carbon-Speichen an Nabe und/oder Felge einlaminiert sind, klappt das allerdings nicht. Diese Laufräder sind bei einem Speichenbruch hinüber.

Viele Laufräder mit Carbon-Speichen sind sehr teuer, eure Vonoa-Modelle hingegen vergleichsweise günstig. Wie bekommt ihr das hin?

Wir sind aufgrund unserer inzwischen relativ großen Stückzahlen gut aufgestellt, was die Herstellungskosten betrifft. Außerdem nehmen wir Abstand davon, Mondpreise im Aftermarkt anzusetzen, um Kompletträder, welche mit unseren Vonoa-Laufrädern ausgestattet sind, als besonders attraktives Angebot aussehen zu lassen.

KYZR Laufräder im Test

KYZR ist eine junge deutsche Laufradmarke aus Berlin. Die Berliner Firma verfolgt ddas Ziel Carbon-Aerolaufräder mit tadelloser Funktion und besten Fahreigenschaften zu einem fairen Preis sollen Triathleten und Rennradfahrer bei KZYR bekommen.

Mit dem Elite SLR 60 liefert KYZR einen Vollcarbon-Laufradsatz, dessen Aero-Fähigkeiten und moderate Seitenwindanfälligkeit in dieser Preisklasse außergewöhnlich sind. Der nur 1550 Gramm leichte Laufradsatz überzeugt gerade in der Ebene und auf langen Geraden.

Wir haben in einem mehrwöchigen Praxistest die KYZR Elite SLR 60 in der Clincher-Version (Set-Preis ab 1.038 EUR) einer echten Härteprüfung unterzogen.

KYZR Elite SLR 60 Clincher/Tubeless Ready:
  • Empf. VK Preis in Euro: Satz: 1.038 € /VR: 469 € /HR: 569 €
  • Gewicht Vorderrad: 751 g
  • Gewicht Hinterrad: 855 g
  • Speichen: Sapim CX-Ray Messerspeichen - vorne 20(radial), hinten 24 (2:1)
  • Naben: Chosen Straight Pull
  • Freilauf: wahlweise Shimano (Sram) und Campagnolo
  • Felgenbreite Bremsflanke: 24,7 mm
  • Felgenbreite maximal: 27,6 mm
  • Felgenhöhe: 60 mm (VR), 60 mm (HR)

Laufradtest: Gewicht vs. Aerodynamik

Tiefe Carbonlaufräder am neuen Rennrad - und dank perfekter Felgen- und Reifenkombination auch noch schneller? Kaum ein anderes Update verspricht so viel wie ein Satz begehrter Laufräder. Laufräder bestimmen das Fahrgefühl und Feeling des Bikes wie kein anderes Bauteil am Rad.

In diesem Bereich fallen Laufräder, die sowohl auf schnellen, flachen Strecken als auch in den Bergen die richtige Wahl sind. Also keine 80-mm-Carbon-Bomber oder extreme Kletter-Spezialisten. Weil alle getesteten Wheels für moderne Reifen, ob tubeless oder nicht, geeignet sein sollen, achten wir auf modern gewählte Felgenbreiten und Maulweiten.

Fahrgefühl und Handling

Um die Unterschiede im Handling und Fahrgefühl bestimmen zu können, haben wir unter einer Vielzahl an Bedingungen getestet, waren in Südschweden auf der Suche nach den windigsten Crosswind-Passagen, haben in der Provence den Mont Ventoux erklommen und um unser Office herum den heimischen Schwarzwald unsicher gemacht.Eine Kombination aus Compliance und Steifigkeit, die aber auch stark von individuellen Präferenzen abhängt. Denn je steifer ein Rad desto präziser, aber eben auch unverzeihender fährt sich das Bike. Je tiefer die Felgen werden, desto höher ist die Anfälligkeit bei Seitenwind?

Aerodynamik im Windkanal

Alle Laufräder im Test funktionieren hinsichtlich der Aerodynamik. Doch auch unter den Laufrädern gibt es klare Unterschiede. Räder mit geringer Felgentiefe wie Mavic und Lightweight schneiden tendenziell am schlechtesten ab. Laufräder mit gemischten Tiefen liegen knapp darüber. Roval und Reserve setzen an Front und Heck auf verschieden profilierte Felgen mit unterschiedlicher Tiefe. Beachtet man den Verzicht auf tiefe Messerspeichen, wird das Ergebnis umso beachtlicher.

Erkenntnisse aus dem Test

Ein paar Punkte und Features haben uns dabei nachträglich überrascht oder die Augen geöffnet. Dazu gesellen sich auch einige Dinge, die wir an unseren nächsten Laufrädern nicht missen wollen.

  • Carbonspeichen machen ein steifes Laufrad, was wiederum ein reaktives und agiles Rad bedeutet, meist geht das aber auf Kosten der Compliance.
  • Ein ungebohrtes Felgenbett, wie es Syncros, Lightweight und Mavic bieten, macht selbst den größten Tubeless-Skeptikern richtig Spaß.
  • Ventil rein und schon ist die Felge ready, kein Tape und keine schleichenden Platten.
  • Die viel diskutierte Reifenbreite ist auch hier Thema und obwohl schmale Reifen im Windkanal schneller waren, sagen wir: breiter ist besser, und schneller!
  • Die hakenlosen Räder funktionieren problemlos und teils besser als die behakte Konkurrenz.

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