Tief im Herzen des Pfälzer Waldes warten auf Motorradtouren durch das Wellbachtal, das Elmsteiner Tal und die Totenkopfstraße Kurvenstrecken vom Feinsten. Wer landschaftlich viel entdecken möchte, wird die Motorradstrecken durch die Pfalz sehr genießen.
Die Route durch den Pfälzer Wald
Von Landau aus folgen wir der Ausschilderung Saarbrücken/Pirmasens und Klingenmünster. Wie nicht anders zu erwarten, begleiten uns auf unserer Pfälzer Wald Motorradtour im Weinbaugebiet nicht enden wollende Reihen von Weinreben durch Wollmesheim und Ilbesheim nach Eschbach. Bereits in der Ebene von Ilbesheim sieht man die größte Burgruine der Südpfalz: die Madenburg. In Eschbach weisen uns die gelben Pfeile nach Klingenmünster, bzw. auf die B 48.
Bevor wir uns endgültig auf in das Winkelwerk des Pfälzer Waldes fallen lassen, unternehmen wir eine kurze, lohnenswerte Stippvisite zur Burg Trifels. Vom Blattwerk der Deutschen Alleenstraße beschattet, bahnen wir uns den Weg auf unserem Motorrad durch den Pfälzer Wald mittels Gewichtsverlagerung bis hoch zum Johanniskreuz. Neben reichlich Bäumen zur Linken und Rechten steht ein ausgedehnter Schilderwald.
Mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h und Überholverbot versucht die Polizei, die Zweiradfahrer auf ihren Motorradtouren durch den Pfälzer Wald zur Mäßigung zu erziehen. Fahrspaß bringt die Fahrt durchs Wellbachtal in die Tiefen des Naturparks Pfälzer Wald aber allemal. Bei schönem Wetter und an Wochenenden haben die Motorradfahrer das Johanniskreuz fest im Griff.
Weiter geht es auf unserer Motorradtour Pfälzer Wald auf einem schmalen Sträßchen ohne Mittelstreifen durch bewaldetes Gebiet von Heltersberg über Schmalenberg nach Schopp. Nach diesem kurzen Schlenker erwartet uns ein weiteres Highlight des Pfälzer Kurvenlabyrinths: Das Elmsteiner Tal, das in Richtung Neustadt führt.
Das Elmsteiner Tal: Ein Highlight für Motorradfahrer
Die Landstraße (L) 499 führt von Frankeneck bis Johanniskreuz durchs Elmsteiner Tal. Das Elmsteiner Tal ist wegen zahlreicher Kurven eines der beliebtesten Ziele für Motorrad-Touristen. Achtung: an Wochenenden im Sommer wird das Elmsteiner Tal für Motorradfahrer gesperrt. Die enge Schlucht hat fast alpinen Charakter. Zur einen Seite begrenzen steile Hänge die Fahrbahn, auf der anderen Seite fließt tief unten in einer Schlucht der Speyerbach.
In Elmstein verlassen wir das Tal und biegen in die Totenkopfstraße in Richtung Maikammer/St. Martin ab. Die enge Straße ohne Mittellinie und Leitplanken vermittelt Naturerlebnis pur. Der ebene Untergrund verleitet dazu, es etwas schneller angehen zu lassen.
Der Wechsel von Rechts- und Linkskurven gipfelt zum Bergrücken hin in serpentinenartigen Spitzkehren und einer Straßenbreite, die gerade mal Platz für einen Kleinlaster lässt. Auf der Passhöhe angekommen, fordert uns eine Kneipe mit Biergarten auf, auf unserer Motorradtour Pfälzer Wald eine Rast einzulegen.
Sehenswürdigkeiten in Elmstein
Elmstein ist eine schöne Gemeinde mit einer großen Zahl an Wanderwegen in fast unberührte Natur. Hier jagte einst der berühmte Jäger aus Kurpfalz, Pfalzgraf Johann Kasimir. Zu besichtigen gibt es die mittelalterliche Burgruine, eine Wappenschmiede und das sehenswerte Waldarbeitermuseum. Der Ort ist außerdem Ausgangspunkt herrlicher Wander- oder Mountainbiketouren in die umliegenden Täler.
- Alte Samenklenge
- Wappenschmiede
- Elmsteiner Tal
Das Kuckucksbähnel, ein schnaufender Dampfzug, hat von Neustadt aus kommend hier seinen Zielbahnhof. Es ist die kürzeste Verbindung in Richtung Lambrecht und führt am malerischen Speyerbach entlang.
Weitere Attraktionen in Elmstein
- Ziplinepark Elmstein: An 18 Ziplines rauscht man über die Baumwipfel und kombiniert dabei den Nervenkitzel mit einem nicht ganz alltäglichen Ausblick über Haardt und Pfälzerwald.
- Waldhotel Heller: Bei schönem Wetter gibt es die Möglichkeit, draußen zu sitzen. Es sind hauseigene Parkplätze vorhanden. Es handelt sich um ein Restaurant mittlerer Preisklasse.
Entlang der Weinstraße
Fast am Ende der Totenkopfstraße biegen wir ab in das historische Weindorf St. Martin mit seinen malerischen Gassen und Fachwerkhäusern, dessen Ortskern vollständig unter Denkmalschutz steht. Von hier aus haben wir bereits einen Blick auf die berühmte Silhouette von Edenkoben: Die protestantische Barockkirche, die 1739 an einen Turm aus dem 15. Jahrhundert angebaut wurde.
Begleitet von Gütern und Straußwirtschaften holpern wir auf unserer Motorradtour Pfälzer Wald auf einem Sträßchen nach Ludwigshöhe und durchfahren das Edenkobener Tal bis zum Schänzelturm am Kesselberg. Hinter der Passhöhe biegen wir noch einmal an der T-Kreuzung links ab in Richtung Weyher. Ein Stück vor Weyher bringt uns eine schmale Straße den Berg hoch nach Ramberg und Dernbach.
Ab der Passhöhe rütteln uns die in den Belag gefrästen Querrillen mächtig durch. Wer am ersten Septemberwochenende in Trippstadt sein sollte, darf auf keinen Fall das beliebte Kohlenbrennerfest auf einer seiner Motorradtouren durch den Pfälzer Wald verpassen. Dann qualmt ein Kohlemeiler wie vor Hunderten von Jahren und erinnert daran, dass bis ins 19. Jahrhundert die Köhlerei ein bedeutender Wirtschaftszweig im Pfälzer Wald war.
Einige Zeit schon bin ich auf der Deutschen Weinstraße unterwegs, doch da verspricht in Wachenheim die Straße durchs Pferchtal besondere Kurvenfreuden. Auch wenn die Totenkopfstraße einen wenig einladenden Namen trägt, ihre Kurven sind dafür um so köstlicher. Der Asphalt ist schmal, aber absolut vom Feinsten.
Gesäumt von lichtem Buchenwald, der goldene Blätter trägt, geht es stetig bergan, vorbei am Kalmit, dem mit 673 m höchsten Berg des Pfälzerwaldes. Zwischen ihm und dem benachbarten, 617m hohen Schafkopf gibt es fast so etwas wie eine Passhöhe, die zu einer kurzen Rast einlädt. Dort treffe ich gleich wieder auf eines der Schilder »Deutsche Weinstraße«.
Ich folge ihr jedoch nicht sogleich, denn allzu verführerisch ist die Straße durchs Tiefenbachtal. Sie schwingt sich an dessen Ende auf rund 600 m Meereshöhe und umrundet den 663 m hohen Kesselberg, um sich dann, begleitet vom Modenbach, wieder den weinbestandenen Hügeln zuzuwenden.
Ab Burrweiler rollen die Gummis nun endgültig wieder auf der Weinstraße. Das Deutsche Ofenmuseum bleibt von mir unbeachtet. Statt historische Öfen zu betrachten, heize ich lieber den eigenen, zweirädrigen weiter ein.
In den schmalen Gassen der Weindörfer zieht mir der Duft vergorener Trauben in die Nase. So vermag ich zügig und herzhaft in die Eisen zu gehen, als ein großes blaues Ungetüm aus einem Weinberg ein Stück weit in meine Fahrbahn einfährt. Es ist ein sogenannter Vollernter; zwischen den hohen Stelzenrädern ließe sich mit dem Motorrad locker der Länge nach durchfahren.
Im Weindorf Eschbach gerate ich unter die Esel. Bunt angemalt stehen sie überall im Ort verteilt. 32 »Kunst-Esel« sollen es inzwischen sein, die auf Plätzen, in Hoftoren, in Gärten und sonst noch wo stehen. Der Grund dafür: Die Eschbacher werden schon seit Jahrhunderten von ihren Nachbarn »Esel« genannt.
Weitere Tourenvorschläge
Die Pfalz bietet traumhafte Routen und kulinarische Spezialitäten entlang der Deutschen Weinstraße. Motorradspaß vom Feinsten finden wir neben der „Toskana Deutschlands“ auch im Dahner Felsenland, entlang der französischen Grenze und in den Französischen Nordvogesen.
- Tag 2: Frankreich mit Bitche, Fort Simserhof und Baerenthal
- Tag 3: Pfälzer Wald, Elmsteiner Tal und Dürkheimer Riesenfass
- Tag 4: Teufelstisch, Frankreich, Deutsches Weintor und Burg Landeck
Eine beliebte Strecke von der Pfalz bis nach Frankreich startet im Wein- und Luftkurort St. Martin. Der historische Ort bietet 45.000 Übernachtungsgästen Unterschlupf und etwa 30 Gastronomiebetriebe sorgen für das leibliche Wohl.
Auch wenn die Kurven und Kehren die Schräglagen noch so herausfordern, sollte man ab und zu auf seinem Motorrad durch die Pfalz die Nase vom Lenker nehmen. Zum Beispiel im Dahner Felsenland. Hier ragen aus grünen Hügeln bizarre rote und gelbe Felsen heraus.
Museen entlang der Strecke
Nicht das größte, aber wohl das stimmungsvollste Museum, das uns bei einer Tour durch die Pfalz mit dem Motorrad unter die Räder kommt, ist das von Heinz Luthringhauser. Der ehemalige Motorradrennfahrer gründete sein Museum 1980 in der einstigen Kirche seines Heimatortes Otterbach. Mit viel Arbeit und Geschmack verstand er es, die rund 80 ausgestellten Maschinen in einem stimmungsvollen, naturgetreuen Ambiente zu präsentieren.
Mit rund 3.000 Ausstellungsstücken übertrifft das Technikmuseum Speyer die Luthringhauser Sammlung deutlich. Darunter befinden sich natürlich auch diverse Motorräder, darunter so seltene wie zum Beispiel eine Mars A 20 mit Peka-Seitenwagen.
Wir sehen, auf einer Motorradtour durch die Pfalz geht es nicht nur um das Kurvenkratzen. Auch nicht nur um gutes Essen und Trinken. Die Pfalz lädt dazu ein, in ihre Geschichte einzutauchen.
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