EmsRadweg Warendorf: Informationen und Erlebnisse

Der EmsRadweg ist ein rund 385 km langer Radfernweg, der durch Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen verläuft und von den Emsquellen bei Hövelhof bis zur Emsmündung in Emden führt. Da er zu großen Teilen entlang der Ems verläuft, trägt er den Namen "Ems-Radweg", ab und an auch "EmsRadweg" oder "Emsradweg" geschrieben. Der Fernradweg ist geeignet für Hobby-und Freizeitradler, wie auch sportlich motivierte Fahrradfahrer. Die Tour führt von Hövelhof nach Emden und ist sehr gut ausgeschildert.

Der EmsRadweg zwischen Warendorf und Rheine führt auf gut 100 km mit einer besonderen Ausstattung durch die alte Kulturlandschaft der Emsauen. Sie erleben die Städte Warendorf, Telgte, Greven, Emsdetten und Rheine mit ihren historischen Ortskernen. Der Weg führt mal direkt am Ufer entlang, mal weiter abseits durch die von der Ems geprägte Landschaft. Eine schöne Kombination lässt sich auf dem EmsRadweg und dem WERSE RAD WEG fahren.

Streckenverlauf und Besonderheiten

Vom Senne-Sand zum Nordsee-Strand: Der EmsRadweg geht durch Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Er folgt dem Flussverlauf der Ems, beginnt in Hövelhof in der Region Senne (Nordrhein-Westfalen) und endet malerisch bei der der Emsmündung in Emden. Von der Quelle bis zur Mündung: Die Ems ist mit ihren 371 Kilometern der längste Fluss Deutschlands, der in Deutschland sowohl entspringt als auch in ein Meer mündet, nämlich in die Nordsee. Zwischen Quelle und Mündung ändert der Fluss Ems nicht seinen Namen.

Unterwegs erleben Radler, wie aus dem kleinen Bächlein, das sich anfangs durch die Heidelandschaft der Senne windet, ein schiffbarer Strom wird, auf dem ab Papenburg sogar die Hochsee-Schiffe der Meyer Werft Kurs in Richtung Nordsee nehmen. Und sie erleben, wie der Fluss die Landschaft und das Leben der Menschen prägt. Naturerlebnisse wie im „Steinhorster Becken“, dem größten von Menschenhand geschaffenen Biotop in Nordrhein-Westfalen, wechseln sich ab mit kulturhistorischen Glanzlichtern wie der Festungs- und Universitätsstadt Lingen (Ems). Streckenweise bilden Fluss und Dortmund-Ems-Kanal vereint die Wasserstraße Richtung Nordsee, teilweise fließt die Ems, etwa bei Salzbergen, parallel zum Kanal in kühnen Schwüngen durch ihre natürliche Flusslandschaft.

Spätestens in der alten Schifferstadt Haren (Ems) jedoch spüren Pedalritter am Museumshafen das maritime Flair. Der Übergang zur Hohen See ist fließend. In Papenburg schließlich, Deutschlands südlichstem Seehafen, ist die Waterkant in Ostfriesland fast erreicht. Vorher radelt man durch das beschauliche Leer zur Seehafenstadt Emden.

Die Etappen des EmsRadwegs

Die Ems nimmt als einer von 20 Sennebächen ihren zunächst bescheidenen und beschaulichen Lauf an ihrer Quelle in der Heidelandschaft bei Hövelhof im Paderborner Land in Nordrhein-Westfalen. Wer der Ems von hier aus folgt, den führt sie zu abwechslungsreichen Natur- und Kultur-Erlebnissen. Und quasi wie im Fluge vergehen so die ersten Kilometer bis Rietberg: Mitten hinein in die Fachwerk-Altstadt führt hier die Ems und weiter in die beiden Altstädte von Rheda-Wiedenbrück. Hier gilt sie bereits als Fluss und geleitet die Radler durch die Pferdestadt Warendorf, vorbei an Münster, der jungen Universitätsstadt mit der spannenden Historie, und dann wiederum mitten hinein ins 1.200 Jahre alte Rheine.

Zum schiffbaren Strom, auf dem ab Papenburg die Hochsee-Schiffe der Meyer Werft ihre ersten Seemeilen zurücklegen, wird die Ems dann so richtig erst im Emsland, nachdem sie kurz vor Lingen erstmals ein kurzes Stück ihres Laufs mit dem Dortmund-Ems-Kanal geteilt hat. In Meppen kommen Dortmund-Ems-Kanal und Ems erneut zusammen. Zudem mündet hier das Flüsschen Hase, so dass die Kreisstadt von einer eindrucksvollen Wasserlandschaft mit Häfen, Wehren und Schleusen geprägt ist. Maritimes Flair versprüht die Ems dann erstmals in Haren (Ems). Im Museumshafen mit seinen historischen Wasserfahrzeugen etwa, im Yachthafen mit den modernen Sportbooten, im Eurohafen Emsland oder im sehenswerten Schifffahrtsmuseum.

Hinter der letzten Schleuse vor der Nordsee in Herbrum sind nun Ebbe und Flut deutlich spürbar, zeitweise kehrt sich bei steigender Flut sogar die Fließrichtung der Ems um. Wie die Ems allmählich ins Meer strömt, das erlebt, wer ein Stückchen weiterradelt: In der Höhe von Campen endet an den sandigen Ufern der Nordsee, was an der Quelle im Sand der Senne begann.

Start und Ziel

Das Informationszentrum EmsQuellen/ EmsRadweg in Hövelhof markiert den Startpunkt des beliebten Radweges. Von dort geht´s auf die 375 Kilometer lange Reise gen Nordsee. Die Ausstellung des Informationszentrums will Vorfreude wecken auf die Schönheiten der Landschaften, die Sie mit der Ems durchqueren werden. Und Sie lernen die Sennelandschaft kennen, die bei Hövelhof nach der letzten Eiszeit vor circa 12.000 Jahren entstand. Die Gemeinde Hövelhof mit ihren rund 16.000 Einwohnern bezeichnet sich selbst als „das Tor zur Senne an den Quellen der Ems“.

Die Radreise endet im westlichsten Hafen Deutschlands - in Emden, direkt an der Mündung der Ems in die Nordsee. Auf der Landzunge „Middelmantje“ zwischen Außenhafen und Hochseeschleuse markiert das Ems-Radweg-Logo im Pflaster den exakten Endpunkt. Von dort genießt man am Ende der Reise den Blick auf den Dollard. Die Seehafenstadt Emden kann auf eine Geschichte zurückblicken, die bis zur Antike zurückreicht. Emden ist heute eine Hafen- und Industriestadt, die sich dem Wandel der Zeit zu stellen hat.

Etappenübersicht: Entfernungen im Überblick

Abschnitt Entfernung (ca.)
Infozentrum Emsquellen bis Hövelhof 7 km
Hövelhof bis Rietberg 27 km
Rietberg bis Rheda-Wiedenbrück 20 km
Rheda-Wiedenbrück bis Harsewinkel 23 km
Harsewinkel bis Warendorf 22 km
Warendorf bis Telgte 19 km
Telgte bis Greven 28 km
Greven bis Emsdetten 19 km
Emsdetten bis Rheine 20 km
Rheine bis Salzbergen 12 km
Salzbergen bis Emsbüren 7 km
Emsbüren bis Lingen (Ems) 22 km
Lingen (Ems) bis Geeste 14 km
Geeste bis Meppen 21 km
Meppen bis Haren (Ems) 20 km
Haren (Ems) bis Lathen 13 km
Lathen bis Heede/ Dörpen 17 km
Heede/ Dörpen bis Papenburg 14 km
Papenburg bis Leer 27 km
Leer bis Emden 39 km

Wissenswertes für Radfahrer

Es ist wirklich angenehm, entlang der Ems zu radeln! Der Flussradweg zeichnet sich durch seine flache Routenführung aus. Zwischen der Emsquelle und der Mündung verläuft der Radweg ausnahmslos durch ebene Landschaften. So geht es im entspannten Wiegetritt auf verkehrsarmen Wegen von Ort zu Ort. Der Radweg verläuft auf beinahe durchgängig asphaltierten Straßen oder befestigten Forst- und Feldwegen. Oft radeln Sie direkt entlang der Ems oder nicht weit von ihr entfernt.

Der Radweg ist durchgängig in beide Richtungen mit dem vom Fahrradclub ADFC empfohlenen Radwegeleitsystem ausgeschildert. Er ist Bestandteil der überregionalen Radwegenetze, die in Nordrhein-Westfalen rot-weiß und in Niedersachsen grün-weiß beschildert sind. Sie erkennen den Ems-Radweg an dem Einschubschild mit dem grünen Doppel-E und blauer Welle.

Planung und Organisation

Generell können Sie in jedem Ort am Radweg zwischen Hövelhof und Emden Ihre Tour beginnen.

Anreise mit dem PKW

Sie können Ihren Wagen für die Dauer der Radreise in der Regel kostenfrei am ersten Hotel stehen lassen.

Anreise mit der Bahn

Folgende Orte am Radweg verfügen über einen Bahnhof: Paderborn, Hövelhof, Rheda-Wiedenbrück, Gütersloh, Warendorf, Telgte, Münster, Greven, Emsdetten, Rheine, Salzbergen, Emsbüren, Lingen (Ems), Geeste, Meppen, Haren (Ems), Lathen, Aschendorf, Papenburg, Leer und Emden. Die Regionalzüge der WestfalenBahn verkehren auf der „Emsland-Linie“ im Stundentakt zwischen Emden und Münster. In den Mehrzweckabteilen ist die Mitnahme von Fahrrädern problemlos möglich.

Um vom Bahnhof Emden zurück zum Bahnhof in Hövelhof zu gelangen, müssen Fahrgäste zweimal umsteigen. Unser Tipp: Fahren Sie von Emden nach Rheine, von Rheine nach Bielefeld und schließlich mit der NordWestBahn nach Hövelhof.

Beste Reisezeit

Die Jahreszeiten sind im Emsland bzw. im Nordwesten Deutschlands nicht stärker ausgeprägt als im Landesinneren. Die klassischen Radurlauber schwingen sich im Frühjahr aufs Rad, strampeln sich durch den Sommer und machen ihren Lieblingsradesel im Herbst „winterfest“. Die beste Reisezeit sind die Sommermonate sowie der September. Beliebt sind zudem das Himmelfahrts- und das Pfingstwochenende.

Wetter und Windrichtung

Da der Radweg zwischen Emsquelle und Emsmündung ausnahmslos durch ebene Landschaften verläuft, kommt der Wind - als leichte Brise oder je nach Jahreszeit auch mal etwas stärker - in der Regel immer von vorn. Mit etwas Glück treibt Sie der Wind in die richtige Richtung. Zwischen Papenburg und Emden radelt man überwiegend am Emsdeich entlang. Für den Abschnitt ohne jeglichen Wind- und Witterungsschutz greifen viele nur zu gern auf den „eingebauten Rückenwind“ ihres Pedelecs oder E-Bikes zurück.

Gepäckempfehlungen

Grundsätzlich gilt wohl zuallererst das Motto „Weniger ist mehr“. Der Platz in den wasserdichten Packtaschen ist begrenzt und zu schwer soll Gepäck, mit dem man umherradelt, nicht sein. Bei der Bekleidung ist es schwierig, nicht zu viel einzupacken. Erfahrungsgemäß wechseln Radfahrer unterwegs die Kleidung seltener als daheim bzw. nutzen in fahrradfreundlichen Unterkünften die Möglichkeit, zu waschen. Man muss nicht gleich einen Outdoor-Laden leerkaufen sondern trägt das, was man zu Hause im Kleiderschrank hat.

Zur Fahrrad-Ausstattung gehört unbedingt ein Fahrrad-Schloss und von Vorteil sind Trinkflaschen für die Pausen. Kleinere Pannen unterwegs werden mit einem Pannenset selbst behoben. Am Ems-Radweg gibt es in jedem Ort Fahrradhändler mit Reparaturwerkstätten, bei denen Zubehör und Ersatzteile gekauft werden können bzw. Schäden am Fahrrad behoben werden. Papiere wie Personalausweis, Bahncard, Jugendherbergsausweis und Reiseversicherungsunterlagen sollten wie Geld und Kreditkarten gut verwahrt werden. Ladegerät und Ersatzbatterien für Fotoapparat oder Handy bitte nicht vergessen.

Weitere Radrouten in der Region

  • 100 Schlösser-Route: Auf einer Länge von rund 960 km führt die 100-Schlösser-Route in 4 Rundkursen durch das Münsterland.
  • Europa-Radweg R1: Der Europaradweg R1 führt auf seinem Weg quer durch Deutschland durch fast alle Landschaftsarten und -formen.
  • Radroute Historische Stadtkerne: Neun besonders reizvolle Stadtkerne im Münsterland und Südwestfalen verbinden sich in dieser attraktiven 390 km langen Radtour miteinander: Warendorf, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Lippstadt, Soest, Werne, Werl, Steinfurt und Tecklenburg.

Warendorf: Stadt des Pferdes

Die Blütezeit der 1200-jährigen Geschichte Warendorfs als Handwerker-, Handels- und Hansestadt lassen sich bis heute deutlich im Straßenbild ablesen. Die naturräumliche Lage an der Ems trug wesentlich zu dieser Entwicklung bei. Die leichten Sandböden der Emsregion gaben den Ausschlag für die Ansiedlung des Königlich Preußischen Landgestüts 1826, das sich bis heute im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen befindet. Reitsportliche Einrichtungen und Veranstaltungen von internationalem Rang prägen den Ruf Warendorfs als "Stadt des Pferdes".

Veranstaltungshinweise in Warendorf

  • Warendorfer Hengstparade (20.09.2025 & 21.09.2025): Mitarbeiter des Landgestüts stellen in historischen Paradeuniformen über 100 Zuchthengste vor.

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