Enduro Tourer Motorrad Vergleich: Die besten Reiseenduros für Offroad-Abenteuer

Reiseenduro fahren im Offroad-Bereich erfreut sich großer Beliebtheit, und das aus gutem Grund. Diese Motorräder vereinen die besten Eigenschaften von Straßen- und Geländemaschinen, was sie besonders vielseitig macht. Reiseenduros zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, sowohl auf langen Touren als auch auf unbefestigten Wegen zu brillieren. Sie bieten Komfort für lange Strecken und gleichzeitig die Robustheit, um im Gelände zu bestehen.

Die Auswahl der besten Reiseenduros

Die Auswahl der besten Reiseenduros erfolgt durch eine erfahrene Jury, bestehend aus renommierten Testern, die jedes Jahr die neuesten Modelle unter die Lupe nehmen. Die Jury setzt sich aus Experten wie Nils, Vauli, Horvath, Gregor, Poky, Mex, Martin Bauer, Wolf, Arlo, Amelie, Schaaf und Frankee zusammen. Sie erstellen jeweils eine persönliche Rangliste, in der sie ihre Favoriten bewerten. Einige Kategorien können von Testern ausgelassen werden, wenn sie sich in bestimmten Segmenten nicht als Experten sehen. Dies führt dazu, dass das Gesamtranking auf einer geringeren Anzahl von Einzelbewertungen basiert, ohne jedoch an Aussagekraft zu verlieren. Motorräder, die nur kurzzeitig zur Verfügung standen, werden von den Testern, die sie gefahren sind, bewertet, während sie in den Bewertungen der anderen mit dem 15.

Knappe Entscheidungen bei den Top-Platzierungen

Die Auswertung der Ranglisten zeigt, dass es besonders bei den Top-Platzierungen eng zuging. Die besten vier Bikes landeten extrem nahe beisammen. Die Juroren hatten teils stark unterschiedliche Präferenzen: Während bei Wolf und Nils die exklusive KTM 890 Adventure R Rally ganz vorne landete, hatte Vauli die Yamaha Tenere 700 auf Rang 1. Der spätere Sieger aus dem Hause BMW war nur bei einem Tester Erstplatzierter und konnte sich aufgrund der starken Durchschnittsplatzierung durchsetzen.

Top Reiseenduros im Detail

BMW F 900 GS

Die BMW F 900 GS setzte sich mit einem knappen Vorsprung an die Spitze und wurde zur besten Reiseenduro für Offroad-Abenteuer gekürt. Sie überzeugt durch ihre hervorragende Mischung aus Leistung, Komfort und Geländetauglichkeit. Besonders hervorgehoben wurden die hohe Verarbeitungsqualität, das umfassende Elektronikpaket und die Vielseitigkeit, die sie sowohl für lange Touren als auch für anspruchsvolle Offroad-Strecken prädestinieren. Die einzige nennenswerte Kritik war ihr höheres Gewicht, das jedoch durch die ausgezeichnete Fahrwerksabstimmung und die kräftige Motorisierung weitgehend kompensiert wird.

KTM 890 Adventure R

Die KTM 890 Adventure R ist eine kraftvolle Maschine, die speziell für anspruchsvolle Offroad-Abenteuer entwickelt wurde. Mit ihrem robusten Rahmen, dem leistungsstarken 889-ccm-Zweizylindermotor und der hochentwickelten Elektronik, inklusive adaptiver Fahrmodi und Traktionskontrolle, bietet sie ein herausragendes Fahrerlebnis auf unbefestigten Wegen. Besonders gelobt wurde das präzise Handling, das es dem Fahrer ermöglicht, selbst in schwierigem Gelände die Kontrolle zu behalten. Die Adventure R überzeugt außerdem durch ihre hochwertige Federung, die von WP speziell für Offroad-Einsätze abgestimmt wurde. Einziges Manko könnte für manche kleinere Fahrer die höhere Sitzhöhe sein, außerdem sind sinnvolle Extras aufpreispflichtig.

Yamaha Tenere 700 Extreme

Die Yamaha Tenere 700 Extreme, die sich den dritten Platz mit der KTM 890 Adventure R teilt, hat sich einen Namen gemacht als eines der besten Mittelklasse-Adventure-Bikes auf dem Markt. Angetrieben von einem 689-ccm-Zweizylindermotor, bietet sie eine perfekte Balance zwischen Leistung und Agilität, die sie zu einem Favoriten unter Offroad-Enthusiasten macht. Ihr leichtes und schlankes Design sorgt für eine hervorragende Wendigkeit, während das speziell abgestimmte Fahrwerk mit langen Federwegen sowohl Komfort als auch Stabilität im Gelände bietet. Die Tenere 700 Extreme wurde besonders für ihre Zuverlässigkeit und die unkomplizierte Handhabung gelobt, was sie ideal für Fahrer macht, die eine robuste, aber leicht zu meisternde Maschine suchen.

Aprilia Tuareg 660

Die Aprilia Tuareg 660 überzeugt mit einem hervorragenden Verhältnis zwischen Leistung und Gewicht. Ihre Agilität und das ausgeklügelte Fahrwerk machen sie zu einer ausgezeichneten Wahl für Fahrer, die sowohl auf der Straße als auch im Gelände unterwegs sind. Die Tester lobten insbesondere die Handlichkeit und das ansprechende Design, während kleinere Kritikpunkte das hohe Preisniveau und den Windschutz betrafen.

Die Evolution der Reiseenduros

Die Reiseenduro ist ein komfortabler Ableger der in den 70er-Jahren eingeführten Enduro. Frühe Enduros wie die Yamaha XT 500 eigneten sich für den Einsatz auf Straßen und im Gelände, für längere Touren waren die einfachen Bikes jedoch weniger gut gerüstet. Als erste dezidiert reisetaugliche Enduro gilt die 1980 eingeführte BMW R 80 G/S, die sich unter anderem mit einem leistungsstarken Mehrzylindermotor und Kardanantrieb von anderen Enduros abheben konnte. In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Angebot großer und schwerer Enduros mit einem starken Fokus auf Tourentauglichkeit deutlich. Zudem wurden Reiseenduros größer, schwerer, stärker und vor allem beliebter. Die GS-Modelle von BMW führen seit vielen Jahren die Verkaufsstatistiken in Deutschland an.

Eigenschaften von Reiseenduros

Zu den Eigenschaften von Reiseenduros gehören eine bequeme und aufrechte Sitzposition, gut gefederte Fahrwerke, Gepäcksysteme, großer Tank und eine vor Fahrtwind schützende Frontverkleidung. Bei den Antrieben dominieren drehmomentstarke Zweizylinder, in einigen Fällen werden auch Drei- oder Vierzylindermotoren eingesetzt. Während einige Reiseenduros einen geländegängigen Charakter betonen, setzen andere stärker auf Straßentauglichkeit. Typische Vertreter sind neben der BMW GS die Honda Africa Twin oder die Triumph Tiger.

Die besten Enduros im Test von MOTORRAD

Echte Enduros haben ein Vorderrad in 21 Zoll. Mehr haben die 5 besten Modelle in dieser Klasse im Test von MOTORRAD nicht gemeinsam. Hochinteressant. Zwischen 778 und 1.084 Kubik, von 84 PS bis 108 PS, ab 11.600 Euro bis 18.499 Euro. Diese Eckpunkte umrahmen die Top 5 der besten Enduros in der Bestenliste von MOTORRAD. Und natürlich das Vorderrad mit einem Durchmesser von 21 Zoll. Da sollte für jeden was dabei sein. Insbesondere für preisbewusste Enduristen, denn eines der Modelle ist nicht nur eines der Besten im Segment, sondern darf sich mit einer Top-Note beim Preis-Leistung-Verhältnis zieren. Sprich: Dieses Modell bietet viel Motorrad für vergleichsweise wenig Geld.

Enduros mit einem Vorderrad in 21 Zoll haben Vorteile im Gelände, denn durch den höheren Abrollumfang rollt ein solches Vorderrad einfacher über Hindernisse. Dafür leiden Enduros mit derart großem Vorderrad auf der Straße und bei etwas höheren Geschwindigkeiten an den höheren rotierenden Massen, sprich: Sie büßen an Handling ein.

Die Top 5 Enduros im Test bei MOTORRAD

  1. Platz 1: KTM 890 Adventure

    In MOTORRAD 10/2024 konnte sie beachtliche 714 Punkte einfahren. Ihre Top-Kategorien sind die Wertung des Motors und des Sicherheitspakets, in beiden steht sie sehr weit oben im gesamten Segment. Mit damals 16.116 Euro Preis hat sie eine gerade noch gute 2,4 in der Preis-Leistung-Wertung bekommen.

  2. Platz 2: Honda CRF 1100 L Africa Twin Adventure Sports ES

    Mit 709 Punkten steht die Honda auf Platz 2. Beachtlich, denn sie hat den größten Motor und damit das höchste Gewicht der Top 5. Und mit 18.499 Euro als damaligen Preis nicht nur den höchsten, sondern mit einer 2,9 das schwächste Preis-Leistung-Verhältnis.

  3. Platz 3: Triumph Tiger 900 Rally Pro

    Mit 198 Punkten im Kapitel Alltag ist sie eines der besten Modelle überhaupt im Test von MOTORRAD. 706 Punkte sammelte sie im Test bei MOTORRAD, dazu die besagte Note von 1,3.

  4. Platz 4: Suzuki V-Strom 800DE

    Doch nicht ihr Twin bringt die Suzuki hoch, sondern ihr Fahrwerk. 184 Punkte in diesem Kapitel sind nicht nur bei den Top 5 die höchste Zahl, sondern im gesamten Segment der Enduros mit einem Vorderrad in 21 Zoll.

  5. Platz 5: BMW F 850 GS (2022)

    Sie fuhr 2022 noch 704 Punkte ein und damit 4 mehr als ihre 900er-Nachfolgerin mit dem größeren Twin und 105 PS. Und genau dieser neue Motor ist in der Wertung deutlich stärker.

Die besten Reiseenduros: Eine Frage der Perspektive

Das Beste liegt wie immer im Auge des Betrachters, wie das Schönste natürlich auch. Der Star in dieser Motorradgattung ist nach wie vor und eigentlich schon immer die GS von BMW. Gemeint ist damit der große Boxer (ab 1.100, 1.150 … bis 1.300 Kubik), der seit Jahrzehnten die Alpenstraßen und Zulassungszahlen dominiert. Unerreicht in der Fülle guter Eigenschaften, die zwar nicht immer zu den Topleistungen der Klasse zählen, doch in der Summe eben unerreicht sind.

Natürlich soll hier nicht nur von der BMW-GS die Rede sein. Es geht eher darum, sich selbst ernsthaft zu hinterfragen und mit diesen Resultaten dann die richtige Abenteuerrakete zu finden. Was ist mir wichtig? Dies ist die Frage aller Fragen. Daher erst mal eine kurze Checkliste, deren Resultate man vor dem Kauf einer Wollmilchsau beherzigen sollte.

Checkliste vor dem Kauf

  1. Asphalt
    • Bin ich auf Asphalt ein Heizer und eher sportlich (schnell bis sehr schnell) unterwegs?
    • Bin ich auf Asphalt eher ein Normalo und eher touristisch (zügig bis gemütlich) unterwegs?
  2. Gelände
    • Im Schaltjahr einen kleinen Schotterweg?
    • Schotterpässe in den Alpen?
    • Auf ACT oder gar TET?
    • In der Wüste?
  3. Reisen
    • Wie oft fahre ich in den Urlaub damit (mehr als vier Tage) oder zu zweit?
  4. Optik/Stammtisch
    • Lege ich Wert auf ein eher gefälliges/klassisches Aussehen?
    • Möchte ich eine preiswerte Adventure-Maschine?
    • Was sagt der Schwarm?

Verschiedene Typen von Reiseenduros

Je nach Schwerpunkt und Einsatzgebiet lassen sich Reiseenduros in verschiedene Kategorien einteilen:

Die Asphalt-Fräsen

Hier liegt der Fokus ganz klar auf Leistung und Fahrwerk, während die Offroad-Eigenschaften ganz oder zum größten Teil vernachlässigt werden.

Beispiele:

  • Ducati Multistrada V4 Pikes Peak
  • KTM 1390 Super Adventure
  • Triumph Tiger 1200 GT PRO

Die Asphalt-Touristen

Genüsslich durch die Gegend fahren, mit etwas Komfort, einer etwas weniger spitzen Leistungscharakteristik und ohne große Ambitionen, was Geländefahrten anbelangt.

Beispiele:

  • BMW R 1300 GS
  • Honda XL750 Transalp
  • Harley-Davidson Pan America 1250

Die Fast-nie-Schotterer

Klar, so gut wie alle Reiseenduros vertragen leichte Geländefahrten. Je besser der Fahrer, desto deftiger darf es werden. Normale Kradisten stoßen aber schnell an Grenzen.

Beispiele:

  • BMW R 1300 GS
  • Suzuki V-Strom 1050DE
  • Moto Guzzi Stelvio PFF

Die Schotterpässeknacker

Hier kommen die Reiseenduros im besten Sinne. Gerne etwas leichter und weniger ausladend. Sie vertragen eine ordentliche Portion Gelände und sind für Neulinge zum Schnuppern passend.

Beispiele:

  • Suzuki V-Strom 800DE
  • BMW F 900 GS
  • Triumph Tiger 900 Rally Pro

Die Trail-Freaks (ACT und TET)

Hier geht es zur Sache. Richtiges Gelände erfordert leichte und robuste Maschinen. Hier braucht man nicht unbedingt digitale oder technische Finessen, sondern was Handfestes.

Beispiele:

  • Honda CRF300 Rally
  • Yamaha Ténéré 700
  • KTM 890 Adventure R

Die Wüstenfahrer

Im Sand Afrikas zählen ganz andere Dinge als in Europa. Großer Tank, einfache Technik, Wartungsfreundlichkeit. Da taugen so gut wie alle modernen Reiseenduros eher nur so suboptimal.

Beispiele:

  • Yamaha Ténéré 700 Rally

MOTORRAD-Test 2024: Die besten Enduros im Überblick

Im Jahr 2024 testete MOTORRAD zahlreiche Enduros und vergab maximal 1.000 Punkte. Die 1.000-Punkte-Wertung erfasst Preis, Alltagstauglichkeit, Ausstattung, Sicherheit und Komfort-Kriterien. Daraus folgt objektive Vergleichbarkeit und Transparenz. Die Wertung dient als Grundlage, um - den eigenen Prioritäten folgend - das Wunschmotorrad ausfindig zu machen.

Hier eine Übersicht der besten Enduros im Testjahr 2024:

Platz Modell Punkte
1 BMW R 1300 GS (Innovations-Paket) 780
2 BMW R 1300 GS (Komfortausstattung) 770
3 Ducati Multistrada V4 S 762
4 KTM 1290 Super Adventure S 742
5 Triumph Tiger 1200 GT Pro 731
6 Triumph Tiger 900 GT Pro 715
7 KTM 890 Adventure 714
8 BMW F 900 GS 710
9 Triumph Tiger 900 Rally Pro 708
10 Suzuki V-Strom 800DE 702

100-PS-Enduros im Vergleich

BMW F 850 GS, Honda Africa Twin, Husqvarna Norden 901, KTM 890 Adventure S und Triumph Tiger 900 Rally Pro kommen mit Leistungen um 100 PS und Testmotorradpreisen ab 14.000 Euro. Das sind zwei ziemlich ausgewachsene Werte, die wir im Vergleichstest näher beleuchten.

Bei genauer Betrachtung beschränkt sich die alle verbindende Gemeinsamkeit auf das letztlich identitätsstiftende 21-Zoll-Vorderrad. Schon hinten scheiden sich die Geister: Honda, Husqvarna und KTM setzen auf 18, BMW und Triumph auf 17 Zoll (43,18 cm), immerhin mit identischer Dimension von 150er-Breite. Motorseitig nimmt zum einen die Triumph mit dem typischen Dreizylinder eine Sonderrolle ein, und zum anderen liegt der Honda-Twin mit 1.084 cm³ deutlich über BMW (853) Husqvarna, KTM (889) und Triumph (888).

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