Energieriegel für Radfahrer im Test: So fahren Sie weiter!

Energieriegel sind der perfekte Proviant auf langen Fahrradtouren: Sättigend, schmackhaft, portionierbar und gut zu transportieren. Wer längere Zeit auf dem Fahrrad unterwegs ist, sollte sich gut verpflegen. Als Richtschnur gilt: Nehmen Sie nach einer Stunde Aktivität 40 bis 60 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde zu sich. Mehr als 90 Gramm pro Stunde schafft der Magen übrigens nicht.

Als idealer Proviant erweisen sich Energieriegel. Sie bieten viele Vorteile gegenüber Iso-Getränken, Energiegels oder der Völlerei beim Griechen. „Energieriegel sind kompakt und praktisch, essbar bei fast allen Temperaturen und portionierbar“, lobt Robert Gorgos, Ernährungswissenschaftler und -betreuer beim deutschen Spitzenradsportteam Bora-Hansgrohe, die kleinen Kraftpakete. Außerdem würden Energieriegel nicht an den Fingern kleben und seien bei entsprechenden Zutaten leicht verdaulich.

„Für mich und meine Sportler ist es wichtig, dass in den Riegeln nichts drin ist, was ich nicht kenne. Keine Füllstoffe wie Polydextrose oder Glycerin, keine künstlichen Aromastoffe, keine Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe - einfach nichts aus der Chemiefabrik.“ Langkettige Kohlenhydrate spenden dauerhaft Energie. Nicht schädlich, aber wohl auch nicht unbedingt notwendig seien große Mengen Einfachzucker.

Testsieger: Chimpanzee und Sanct Bernhard

Letztlich ist vieles, ja fast alles im Leben Geschmacksache. Und gerade weil die Geschmäcker unterschiedlich sind, haben sich vier Redaktionsmitglieder durch die hier getesteten Energieriegel gefuttert. Zwei Produkte konnten dabei überzeugen, dass sie von allen vier Testern zwei Sterne bekamen: Der Chimpanzee Energy Bar und der Sanct Bernhard Sport Reis-Riegel.

Die große Ergebnistabelle

Hier die Übersicht aller 16 getesteten Riegel mit ihren jeweiligen Eigenschaften:

ModellInhaltGeschmacksrichtungenSalz (Riegel / 100 g)Geschmack (max. 14 weitere Energieriegel im Geschmackstest
Chimpanzee Energy Bar55 gu. a. Joghurt, Erdbeere100 mg / 190 mg
Clif Bar Nut Butter Bar50 gBanane-Vanille, Aprikose, Orange, rote Früchte380 mg / 760 mg
Dextro Energy Müsli Riegel35 gBanane, Waldbeere, Karamell, Waldbeere137 mg / 390 mg
Enervit Competition Bar30 gJoghurt30 mg / 100 mg
High 5 Energy Bar55 gMultifrucht, Schokolade60 mg / 100 mg
Isostar High Energy Riegel35 gOrange, Pflaume, Kakao Nibs Vanille200 mg / 580 mg
Lifefood Bio Lifebar In Choco40 g< 55 mg / < 100 mg
Mule Bar40 gu. a. Mango-Cashew, Ananas-Kokos, Kokos36 mg / 90 mg
Oat King Bars95 gLakritz, Zitrone-Ingwer, Aprikose-Walnuss370 mg / 390 mg
Energy OatSnack65 g100 mg / 160 mg
Powerbar Ride Energy55 gu. a. Cappuccino, Spekulatius, Banane, Apfelstrudel, Milk & Honey, Kirsch-Mandel340 mg / 630 mg
Raw Bite Bio Rohkostriegel50 g15 mg / 30 mg
Bombus Raw Energy50 g20 mg / 40 mg
Sanct Bernhard Sport Reis-Riegel50 g120 mg / 240 mg
Sponsor High Energy Bar45 g500 mg / 1100 mg
UltraSports Performe ultraBar30 g140 mg / 480 mg

Energieriegel im Einzeltest

Wir sind uns sicher, dass viele Leser auch unter den folgenden Produkten einen Lieblingsriegel entdecken werden. Machen Sie es wie die BIKE BILD-Redaktion, futtern beziehungsweise testen Sie sich durch das Angebot.

Aktiv3 Energie Reis-Riegel

Relativ süß; gute Konsistenz: nicht zu matschig, nicht zu trocken. Gute MNS-Zusammensetzung; leicht erhöhter Anteil an gesättigten Fettsäuren (36 % des Fettanteils). Geringer Proteinanteil (5 %), relativ hoher KH-Anteil von 79 %. Laktosefrei. Ideal für relativ hohe Wettkampf-Intensität.

Chimpanzee Energy Bar

Etwas scharf; sehr krümelig und deshalb auf dem Rad schwer verzehrbar. MNS-Zusammensetzung weniger gut für intensive Belastung; hoher Fettanteil, relativ hoher Ballaststoffgehalt, geringster KH-Anteil des Testfelds (52 %). Ideal für lange Einheiten mit geringerer Belastung oder nach dem Sport (hoher Proteinanteil).

Clif Bar Energy Bar

Starke Pfefferminz-Note; etwas krümelig. Durch MNS-Zusammensetzung während des Wettkampfs und noch besser für danach zu empfehlen (Ballaststoffe). Ideales Kalzium-Magnesium-Verhältnis von 2:1, gute Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen, KH-Anteil von 68 %.

High5 4:1 Bar

Ausgewogen süßlich-frisch; sehr gute Konsistenz. MNS-Zusammensetzung nicht ideal für Wettkampfbelastung geeignet (KH-Anteil von 59 % zu gering, Fettanteil von 33 % des Energieanteils zu hoch). Ideal für lange Einheiten mit relativ geringer Belastung (Grundlagenausdauer-Bereiche).

High5 mit dem 4:1 Bar schmeckte den Testern durchweg am Besten. Die frisch-süßliche Note zusammen mit einer augewogenen, nicht zu trockenen Konsistenz führt zum Sieg in der Kategorie Bester Geschmack/Konsistenz.

Isostar High Energy

Schmeckt etwas künstlich trotz Schoko-Überzug; krümelig. Guter KH-Anteil von rund 75 %, hoher Fettgehalt von etwa 22 %, bedingt durch dünnen Schokoladenüberzug; geringer Proteingehalt (5 %), breites Fettsäurespektrum für schnelle Energie. Ideal für Ausfahrten mit mittlerer bis hoher Intensität.

Auch wenn der Schoko-Überzug zu leichten Abzügen in Sachen Fettgehalt führt, ist kein Energieriegel so erschwinglich wie Isostars High Energy. Klare Empfehlung in der Kategorie Preis-Leistung.

Maxim Energy Bar

Leckere Kombi aus süß und salzig; etwas weich, nicht klebrig. Hoher Fettanteil (ca. 23 %), solider KH-Anteil von 69 %. MNS-Zusammensetzung nicht optimal, aber wenig Zucker und gesättigte Fettsäuren. Hoher Natriumanteil, gut bei Schweißverlust. Ideal bei längerer Belastung mit mittlerer Intensität im Sommer.

Mulebar Energy Bar

Fruchtiger Geschmack; sehr klebrig und weich. Leicht erhöhter Fettanteil (20 %) und hoher Anteil an gesättigten Fettsäuren; ansonsten gute MNS-Verteilung, relativ hoher KH-Anteil (73 %). Vegan. Aufgrund natürlicher Zutaten können kleine Schalenteile enthalten sein. Ideal bei mittlerer Intensität.

Nutrixxion Energy Bar

Eher nussig als fruchtig, aber an...

Salze sind unverzichtbar

Ein gewisser Salzanteil sollte Energieriegeln beigemischt sein, weil Natrium in teils großen Mengen über den Schweiß verloren geht. Werte von bis zu 2000 Milligramm pro Liter Schweiß habe Gorgos bei seinen Fahrern gemessen. Wichtig: Der Natriumverlust ist höchst unterschiedlich und genetisch bedingt.

Gorgos weiter: „Etwa zwei Drittel der Energie dürften bestenfalls aus (langkettigen) Kohlenhydraten stammen. Je intensiver die Belastung, desto mehr Kohlenhydrate sind nützlich. Fette dienen zwar dem Sättigungs- und Mundgefühl, können aber den Magen-Darm-Trakt schnell überfordern.“ Auf künstlich zugefügte Mikronährstoffe wie Vitamine würde Gorgos verzichten, „weil natürliche Inhaltsstoffe wie etwa Hafer von Natur aus ein gutes Spektrum mitbringen“.

Das Credo des Experten: „Die Natur schlägt die Chemiefabrik immer - und schmeckt am Ende auch besser.“

Diesen Treibstoff benötigen unsere Muskeln

Wenn der Akku erst mal leer gefahren ist, dann geht es nur noch schwerlich, bisweilen kaum noch voran. Nein, die Rede ist nicht von Ihrem E-Bike, sondern vom menschlichen Körper. Mit dessen Energiemanagement verhält es sich ähnlich: Während einer ausdauersportlichen Aktivität wie dem Radfahren wird - sehr vereinfacht ausgedrückt - Energie benötigt, die in Leistung und damit letztlich in Vortrieb umgewandelt wird.

Der überwiegende Teil dieser Energie wird vor allem aus zwei Energieträgern gewonnen: Kohlenhydrate (in Form von Glykogen) und Fette. Während sogar ein schlanker Mensch mit seinen Fettreserven zehn Tage am Stück Fahrrad fahren könnte, sind die Glykogenspeicher in den Muskel- und Leberzellen begrenzt und reichen sogar bei top austrainierten Sportlern nur für 90 bis 120 Minuten.

Kohlenhydrate - ohne sie geht nichts

Ohne Kohlenhydrate geht nichts, nicht mal die Fettreserven lassen sich dann beliebig stark und lang anzapfen. Merksatz: Fette verbrennen nur im Feuer der Kohlenhydrate.

„Man geht davon aus, dass der Körper in eine Art Schutzfunktion übergeht und gewisse Körperfunktionen einschränkt, wenn nur die Hälfte der Glykogenspeicher geleert sind“, mahnt Robert Gorgos, Ernährungswissenschaftler und -betreuer beim deutschen Spitzenradsportteam Bora-Hansgrohe. Mit fatalen Folgen: Die Konzentration lässt nach, Koordination und Reaktionsfähigkeiten leiden, und die Leistungsfähigkeit schwindet.

„Läuft der Speicher weiter leer, wird der Körper dazu übergehen, Proteine zu verstoffwechseln, um so den Glukosestoffwechsel aufrechtzuerhalten. Dadurch wird man anfälliger für Verletzungen und Infekte und fördert den Abbau von Muskelmasse, weil dem Körper wichtige Strukturproteine zur Energiegewinnung entzogen werden.“ Diesen Vorgang nennt man Katabolismus.

Mehr Leistung benötigt mehr Kohlenhydrate

Die Zusammenhänge sind für einen Hobbyradler und einen World-Tour-Profi laut Gorgos grundsätzlich vergleichbar. „Je höher die Belastungsintensität, desto mehr Kohlenhydrate verbraucht der Körper.“ Dabei werde gern die Tatsache unterschlagen, dass „Glukose- und Fettverbrauch stets parallel ablaufen“.

Was sich mit zunehmender Belastungsintensität indes ändert, ist der relativ steigende Anteil von Kohlenhydraten an der Energiegewinnung. Beim Radfahren kommt erschwerend hinzu, dass primär die Beinmuskulatur in Anspruch genommen wird. „Selbst großen und schweren Fahrern werden daher maximal 400 Gramm Glykogen zur Verfügung stehen.“ Das reiche für ein bis eineinhalb Stunden Sport an der Belastungsgrenze.

Vom Profisport lernen

Im Profisport hat längst ein Umdenken eingesetzt. Früher hieß es, man solle „auf Fetten fahren“. Mit diesen Worten wurde das sogenannte Nüchterntraining propagiert, bei dem auf die externe Gabe von Kohlenhydraten während der Belastung verzichtet wurde. Je tiefer die Erschöpfung, nahm man irrigerweise an, desto größer der Trainingseffekt.

Längst weiß man es besser, sagt Gorgos: „Teil der Regeneration ist die Versorgung in der Einheit.“ Nicht nur diese Erkenntnis können Hobbyradler und Tourenfahrer aus dem Profisport mitnehmen. Viele Radler denken, dass sie durch den Nahrungsverzicht während einer Aktivität Gewicht verlieren.

„Das komplette Leerfahren lohnt sich nie“, weiß jedoch Gorgos, „weil einen dann drei bis vier Stunden nach der Fahrradtour der Heißhunger heimsucht“. Der Körper werde dann versuchen, so viele Kalorien wie möglich zu bunkern.

Der Intensity Bar des deutschen Herstellers MNSTRY wurde vor allem auf Wunsch der Fahrer des WorldTour-Teams Bora-Hansgrohe entwickelt. Verschiedene Kohlenhydrat-Quellen und vor allem das 2:1-Verhältnis von Glukose zu Fruktose in Verbindung mit zyklischem Dextrin ermöglichen eine besonders hohe Energiezufuhr. Darüber hinaus ist der Inensity Bar fast komplett fettfrei.

Keines der 14 entsprechend der Lebensmittel-Informationsverordnung LMIV zu deklarierenden Lebensmittelallergene ist enthalten. Im Praxis-Test wurde der Energie-Riegel sowohl bei intensiven Trainingseinheiten als auch bei verschiedenen Radmarathons getestet. Die Verträglichkeit bewerteten dabei alle Tester als sehr gut.

Durch seine recht weiche Konsistenz lässt sich der Riegel auch bei recht hohen Intensitäten noch gut kauen und auch ohne zusätzliche Füssigkeit problemlos schlucken. Die enthaltenen Kohlenhydrate lieferten - gefühlt - schnell Energie. Zudem wirkte der Intensity Bar auch über längere Zeit sättigend. Auch geschmacklich überzeugte der Riegel im Test. Der Riegel ist nicht nur weich und „saftig“, sondern schmeckt auch nach echter Aprikose.

Fazit: Der Intensity Bar von MNSTRY überzeugt mit seiner Konsistenz, seinem Geschmack und der guten Verträglichkeit. Die hochwertigen Zutaten und die Hestellung ohne künstliche Zusatz- und Konservierungsstoffe sind top.

Die getesteten Energieriegel in der Übersicht

Kohlenhydrate sind der wichtigste Baustein der Energieriegel. Sie helfen, körpereigenes Muskelglykogen zu sparen und so intensive Belastungen länger auszuhalten. “Je höher die Belastungsintensität, beispielsweise bei Sprints oder Anstiegen, desto wichtiger ist die Zufuhr von Kohlen­hydraten”, erklärt Sportbiologe Prof. Henning Wackerhage von der TU München. Außerdem stabilisieren sinnvoll zusammengesetzte Energieriegel den Blutzuckerspiegel. Die Folge: Man kann sich besser konzentrieren und empfindet die Belastung als weniger schmerzhaft.

Für den Einsatz im Wettkampf eignen sich insbesondere Energieriegel mit einem hohen Anteil schnell verfügbarer Kohlenhydrate. Bei Wettkampfriegeln sollte der Energieanteil aus Kohlenhydraten (nicht zu verwechseln mit dem leichter errechenbaren Gewichtsanteil) idealerweise über 70 Prozent liegen - ein Wert, den vom Testfeld nur Chimpanzee und High5 verfehlen.

Fett im Wettkampf kontraproduktiv

Ideal ist zudem ein Fettgehalt unter 20 Prozent der Gesamtenergie: Fett muss mühsam verdaut werden und ist im Wettkampf daher kontraproduktiv. Auch eigentlich “gesunde” Fette (ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren) sind daher in einem echten Wettkampfriegel fehl am Platz. Deutlich besser verträglich sind leicht verdauliche Fette, etwa aus Bio-Kokosöl. In unserem Test bilden auch beim Fettgehalt die Energieriegel von Chimpanzee und High5 mit 32 bzw. 33 Prozent die einzigen beiden Ausreißer. Vorbildlich hingegen in diesem Punkt die niedrigen Werte von Squeezy und Power Bar; der “Bella Italia” hat durch das Plus an Natrium knapp die Nase vorne und gewinnt deshalb die Kategorie “beste ­Zusammensetzung”.

Auch die Qualität der Kohlenhydrate im Energieriegel ist wichtig für den benötigten Energieschub unter Belastung, denn nur eine ausgewogene Nährstoffkombination nimmt der Körper schnell auf. Ideal ist eine Mischung aus schnell und mittel- bis langfristig verfügbaren Kohlenhydraten, beispielsweise Hafer (langfristig) in Kombination mit Trockenfrüchten, Zucker bzw. Sirup oder Honig (schnell).

“Viele Hersteller greifen auf bewährte Kombinationen aus Haushaltszucker, Maltodextrin, Frucht- und Traubenzucker und Stärke, zum Beispiel aus Haferflocken, zurück”, erklärt Ernährungsexperte Uwe Schröder. Bewährt deshalb, weil Kohlenhydrate aus unterschiedlichen Quellen und über verschiedene Stoffwechselwege schneller in die Muskeln gelangen. Am besten umgesetzt wird diese Vorgabe vom Nutrixxion-Energieriegel, der ein ausgewogenes Kohlenhydrat-Spektrum aufweist.

Die richtige Renn-Ernährung

Als Faustregel während der Belastung gilt: Bei weniger als einer Stunde Fahrzeit ist Kohlenhydratzufuhr nicht nötig, bei Rennen von bis zu drei Stunden ist eine Mischung schnell und mittelfristig verfügbarer Kohlenhydrate empfehlenswert, und bei noch längeren Belastungen braucht der Körper hauptsächlich langfristig verfügbare Kohlenhydrate als Energiequelle.

Für die Menge gilt: je länger die Fahrt, desto mehr Kohlenhydrate pro Stunde. “Bei Wettkämpfen von über drei Stunden sollten in etwa 90 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde zugeführt werden”, rät Wackerhage. Das bedeutet je nach Hersteller bis zu zwei Energieriegel pro Stunde, wobei man den Bedarf natürlich auch mit Gels und Getränken decken kann.

Ernährungswissenschaftler Schröder empfiehlt: in regelmäßigen Abständen kleine Bissen zu sich nehmen und vor allem rechtzeitig anfangen, zu essen, um einen Hungerast zu vermeiden.

Wer im Wettkampf viel Schweiß verliert, sollte auf einen Energieriegel mit einer relevanten Menge an Natrium achten, wie zum Beispiel den “Bella Italia” von Power Bar oder “Beet Root & Carrot” von Chimpanzee. Das Natrium hilft dem Körper, Kohlenhydrate besser aufzunehmen. Positiver Nebeneffekt: Man kann normales Leitungswasser dazu trinken und muss Natrium nicht über Gels oder Getränke zu sich nehmen.

Energieriegel: Hochwertige Fette bei Mehrtagesrennen

Riegel mit viel Kalzium und Magnesium wie die getesteten Energieriegel von Clif Bar und Xenofit sind insbesondere bei einem mehrtägigen Rennen wie etwa der TOUR Transalp sinnvoll. Sie wirken dann als Mikronährstofflieferant, der den Körper mit Mineralstoffen versorgt. Dazu gehört auch Kalium, oft in Riegeln mit vielen Trockenfrüchten enthalten.

Bei Mehrtagesrennen im Flachen darf der Riegel auch hochwertige Fette enthalten, weil der akute Kohlenhydratbedarf hier aufgrund der längeren, aber leicht geringeren Intensität niedriger ausfällt. Geht es in die Berge, sollte man auf Riegel mit viel Fett eher verzichten, um die Verdauung nicht zusätzlich zu belasten. In beiden Fällen macht auch Eiweiß im Energieriegel Sinn, da so die Regeneration angekurbelt wird.

Zusatzstoffe sollten grundsätzlich so wenig wie möglich in Riegeln enthalten sein, da sie vor allem bei höheren Belastungen den Magen-Darm-Trakt strapazieren und zu Unverträglichkeitsreaktionen führen können. “Viele Riegel bringen mehrere Aromen, Emulgatoren, Säuerungs- und Feuchthaltemittel sowie Farbstoffe mit”, sagt Schröder.

Hochfunktionelle Riegel, die so schnell wie möglich so viele Kohlenhydrate wie möglich bereitstellen sollen, enthalten in der Regel Zusatzstoffe. Dennoch sind solche Energieriegel damit nicht per se ungesund - selbst wenn man sie an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen isst. Bio-Energieriegel wie Mulebars “Mango & Cashew” oder Chimpanzees “Beet Root & Carrot” kommen ohne Zusatzstoffe aus.

Ballaststoffe hingegen sind grundsätzlich positiv zu bewerten. Bei intensiver Belastung können zwar auch sie zu Unverträglichkeitsreaktionen führen, aber bei geringer Intensität und beim Pausenverzehr ist ein nennenswerter Ballaststoffgehalt durchaus wünschenswert.

Die Unterschiede der Riegel im Detail

Um der Monotonie des Süßen zu entkommen, bieten einige Hersteller vermehrt ausgefallene Geschmacksrichtungen wie Chimpanzees Rote-Bete-Karotte-Riegel, Power Bars “Bella Italia” mit Tomate oder Clif Bars “Cool Mint Choco”. Viele Profis begrüßen die Abwechslung auf dem Speiseplan und essen gerne mal einen salzigen Energieriegel. Bei unseren Testern, Lizenz- und Hobbyfahrern, kamen aber gerade die drei genannten Energieriegel wegen ihres intensiven Geschmacks nicht so gut an - was auch am Verfahren der Blindverkostung gelegen haben mag. Gezielt ausgewählt, bringen die Riegel jedenfalls willkommene Abwechslung und liefern nicht weniger Energie als etablierte Produkte - bei geringerem Fettanteil und deutlich höherem Natriumgehalt.

So weist Power Bars Tomatenriegel “Bella Italia” exakt die doppelte Menge Natrium auf wie andere Geschmacksrichtungen der Produktlinie “New Energize”. Hinzu kommen nur 1,6 Gramm Fett - die beliebte Erdnussvariante des Riegels hat viermal mehr! Die Riegel helfen so, den Salzverlust auszugleichen, der etwa mit schweißtreibenden Bergfahrten im Hochsommer einhergeht. Das macht den Power Bar zu unserem Zusammensetzungs-Sieger.

Um die Verluste im Elektrolythaushalt auszugleichen, ist allerdings mehr nötig als ein Energieriegel. Elektrolythaltige Getränke und Gels sind eine sinnvolle Ergänzung.

Energieriegel-Verpackungen Kriterium für Wettkampf

Wie unser Praxistest zeigte, sollte man vor allem bei trockenen und krümeligen Riegeln, etwa dem veganen Chimpanzee, eine gut gefüllte Trinkflasche dabeihaben. Anders als bei vergangenen Tests ließen sich aber alle Verpackungen der Energieriegel problemlos während der Fahrt öffnen - ein wichtiges Kriterium für Wettkampfriegel, die auch unter intensiven Belastungen und mit zittrigen Händen schnell den Weg von der Trikottasche in die Blutbahn finden müssen.

Den Titel des Geschmackssiegers der Energieriegel kann der “4:1 Bar” von High5 mit klassischem Preiselbeer-Geschmack für sich reklamieren. Knapp dahinter: Der “Oats, Almonds and Salty Nuts” von Maxim, der sein werbewirksames Versprechen, nicht in der Trikottasche zu schmelzen, auch bei schweißtreibenden Fahrten einhält. Beide Produkte sind nicht zu fest und nicht zu weich, können daher auch unter Belastung gut konsumiert werden.

Gleiches gilt für den Isostar-Riegel, der mit einem Verkaufspreis von 79 Cent zudem mit Abstand der Günstigste Energieriegel im Test ist. Besonderheit bei Isostars “High Energy”: der dünne Überzug mit weißer Schokolade, die zulasten des Fettgehalts geht, aber gut schmeckt. Heißt: Tipp in Sachen Preis-Leistung.

Vier laktosefreie Energieriegel bietet das Testfeld. Neben den beiden veganen Energiehappen von Mulebar und Chimpanzee sind dies noch Squeezys “Energy Super Bar” und der “Energie Reis-Riegel” von Aktiv3. Der Squeezy-Riegel weist zudem einen erhöhten Koffeingehalt auf - ideal, um aufkommende Ermüdung zu unterdrücken und ein paar weitere Kilometer Volldampf herauszukitzeln. Mit diesem Koffein-Boost kann der “Energy Bar” von Nutrixxion zwar nicht aufwarten, dafür aber mit einem guten Geschmack.

Und noch ein Hinweis: Wie bei vielen anderen Energieriegeln auch, kann selbst die Geschmacksrichtung “Fruit” Spuren von Nüssen enthalten, weshalb Allergiker die Angabe der Inhaltsstoffe der Energieriegel immer sorgfältig lesen sollten.

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