Viele Motorradfahrer kennen das Problem: Nach einer längeren Standzeit, besonders im Winter, springt die Maschine nicht mehr an. Oft ist eine sulfatierte Batterie die Ursache. In diesem Artikel erfahren Sie, was Sulfatierung bedeutet, wie Sie sie erkennen und was Sie dagegen tun können.
Was ist Sulfatierung?
Jede Batterie sulfatiert, auch wenn sie nicht tiefentladen wird. Eine Tiefentladung verschlimmert es nur. Die Sulfatierung beginnt in dem Moment, wo die Batterie im Herstellungsprozess gepolt wird. Bei der Sulfatierung bilden sich Bleisulfatkristalle auf den Bleiplatten der Batterie. Diese Kristalle verringern die aktive Oberfläche der Platten und reduzieren somit die Kapazität und Leistungsfähigkeit der Batterie.
Ursachen der Sulfatierung
Die Hauptursachen für Sulfatierung sind:
- Tiefe Entladung: Wenn eine Batterie längere Zeit in entladenem Zustand verbleibt, bilden sich große Bleisulfatkristalle.
- Seltene Nutzung: Batterien, die selten genutzt werden, sulfatieren schneller, da die chemischen Prozesse nicht regelmäßig aktiviert werden.
- Hohe Temperaturen: Hohe Temperaturen beschleunigen die Sulfatierung.
- Falsches Ladeverhalten: Unzureichendes oder falsches Laden kann ebenfalls zur Sulfatierung führen.
Wie erkennt man eine sulfatierte Batterie?
Es gibt mehrere Anzeichen, die auf eine sulfatierte Batterie hindeuten:
- Die Batterie entlädt sich schnell.
- Das Motorrad springt schlecht an, besonders bei Kälte.
- Die Batteriespannung ist niedrig, auch nach dem Laden.
- Das Ladegerät zeigt keine Fortschritte beim Laden an.
- Der Akku ist an den Seiten "aufgeblasen".
Du solltest den Akku mit einem Multimeter messen. Hat der Akku eine Spannung unter 10V wird er vermutlich hin sein. Auch an den Seiten "aufgeblasen" darf er nicht sein. Dann den Akku schnellstens fachgerecht entsorgen.
Entsulfatierung: Die Rettung für Ihre Batterie?
Wenn eine Batterie über mehrere Monate ungeladen gestanden hat, kann eine Entsulfatierung versucht werden. Die Entsulfatierung ist ein Prozess, bei dem die Bleisulfatkristalle abgebaut werden, um die Batterie wieder leistungsfähiger zu machen. Dies geschieht durch spezielle Ladegeräte, die mit höheren Spannungen und speziellen Impulsen arbeiten.
Spezielle Ladegeräte für die Entsulfatierung
Es gibt spezielle Ladegeräte, die eine Entsulfatierungsfunktion haben. Diese Geräte arbeiten mit höheren Spannungen, um die Sulfatkristalle aufzubrechen. Bei der Entsulfatierung werden auf einen 12V Akku statt 13,7V (Erhaltungsladung) ca 30 V gegeben. Nachdem der Strom vom Innenwiderstand des Akkus abhängt, die Leistung der üblichen Ladegerätchen aber sehr stark begrenzt ist, wird sich nicht viel tun. Schafft das Gerätchen normal 2A bei der Nennspannung 12V (also mit max 14,4 V Ladespannung) hat's vielleicht 30 W. Und damit ist alle Entsulfatierung Quatsch.
Einige Ladegeräte bieten auch eine "Laden erzwingen"-Funktion, die bei tiefentladenen Batterien hilfreich sein kann. Laden erzwingen: Diese Funktion können Sie auswählen wenn trotz korrekt angeschlossener Batterie die Anzeige „Kein Akku angeschlossen“ erscheint. Die Batterie ist vermutlich tiefentladen und wird dann nicht erkannt.
Der Entsulfatierungsprozess
So funktioniert die Entsulfatierung mit einem geeigneten Ladegerät:
- Schließen Sie die Batterie an das Ladegerät an.
- Wählen Sie den Entsulfatierungsmodus (falls vorhanden).
- Starten Sie den Ladevorgang.
- Beobachten Sie den Fortschritt. Der Prozess kann mehrere Stunden oder sogar Tage dauern.
Wenn nach drei Ladezyklen die Batterie nicht mindestens 11V erreicht, wird die Batterie als defekt über die rot blinkende Leuchtanzeige "Defekt" angezeigt.
Vorbeugung ist besser als Nachsorge
Um Sulfatierung vorzubeugen, sollten Sie folgende Tipps beachten:
- Regelmäßiges Laden: Laden Sie die Batterie regelmäßig auf, besonders nach längeren Standzeiten. Am besten mit einem Ladegerät, dass Erhaltungsladung kann.
- Erhaltungsladung: Verwenden Sie ein Ladegerät mit Erhaltungsladefunktion, um die Batterie in optimalem Zustand zu halten.
- Korrekte Lagerung: Lagern Sie die Batterie an einem kühlen, trockenen Ort.
- Vermeiden Sie Tiefentladung: Lassen Sie die Batterie nicht vollständig entladen.
Batterietypen und ihre Besonderheiten
Es gibt verschiedene Arten von Motorradbatterien, die unterschiedliche Eigenschaften und Anforderungen haben:
- Blei-Säure-Batterien: Dies sind die traditionellen Batterien, die regelmäßig gewartet werden müssen.
- Gel-Batterien: Diese Batterien sind wartungsfrei und auslaufsicher.
- AGM-Batterien (Absorbent Glass Mat): Diese Batterien sind ebenfalls wartungsfrei und bieten eine hohe Leistung.
- Lithium-Ionen-Akkus: Diese Akkus sind leichter und leistungsstärker, aber auch teurer.
kauft euch für die Echolote die Lithium Ionen Akkus, nicht den Blei Gel Mist. Die Lithium Ionen Akkus haben das Problem nur in sehr geringen Maße.
Empfehlungen für Ladegeräte
Es gibt viele gute Ladegeräte auf dem Markt, die sich für die Entsulfatierung und Erhaltung von Motorradbatterien eignen. Hier sind einige Empfehlungen:
- CTEK Ladegeräte: Diese Geräte sind bekannt für ihre hohe Qualität und Zuverlässigkeit. Die von Lidl sollen den Cteks ähnlich sein. Aber ich mein das günstigste Ctek kostet 40 Euro, hat 5 Jahre Garantie und eine grandiose Verarbeitungsqualität.
- Saito Ladegeräte: Diese Ladegeräte bieten verschiedene Funktionen, einschließlich Entsulfatierung.
- Intelli Charger: Dieses Ladegerät kann verschiedene Batterietypen laden und verfügt über eine "Laden erzwingen"-Funktion.
Zusätzliche Tipps zur Batteriepflege
- Reinigen Sie die Batteriepole regelmäßig, um Korrosion zu vermeiden.
- Überprüfen Sie die Batteriespannung regelmäßig.
- Lassen Sie die Batterie von einem Fachmann überprüfen, wenn Sie Probleme feststellen.
Fazit
Die Entsulfatierung kann eine Möglichkeit sein, die Lebensdauer Ihrer Motorradbatterie zu verlängern. Durch regelmäßige Pflege und die Verwendung eines geeigneten Ladegeräts können Sie jedoch Sulfatierung vorbeugen und sicherstellen, dass Ihr Motorrad jederzeit zuverlässig anspringt.
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