Ergebnis des MotoGP Silverstone: Ein Rennen voller Überraschungen

Der Große Preis von Großbritannien in Silverstone hat sich im Laufe der Jahre als eines der offensten und unvorhersehbarsten Ereignisse im Kalender etabliert. Der Beweis? Seit 2013 und Jorge Lorenzos zweitem Sieg in Folge wurde bei jedem MotoGP-Grand-Prix in Silverstone ein neuer Sieger gekrönt.

Von den aktuellen Fahrern im Starterfeld haben sechs bereits in Silverstone gewonnen. Im Jahr 2016 errang Maverick Viñales dort auf einer Suzuki seinen allerersten MotoGP-Sieg. Diese zehn Gewinner haben dazu beigetragen, dass diese Statistik in den vergangenen zehn Jahren, nachdem die Veranstaltung zwischenzeitlich zweimal abgesagt wurde, bestehen blieb. Wetterbedingt erstmals 2018.

Sollte einer der Gresini-Fahrer Fermin Aldeguer und Alex Marquez gewinnen, würde an diesem Sonntag ein elfter anderer Sieger gekrönt werden.

Der Grand Prix von Großbritannien 2025: Ein Rückblick

Der Grand Prix von Großbritannien in Silverstone war ein Thriller! Fabio Quartararo führte schon mit fünf Sekunden Vorsprung, aber er konnte nicht den ersten Yamaha-Sieg seit drei Jahren feiern. Ein technischer Defekt führte zu einem bitteren Ausfall des Franzosen.

Marco Bezzecchi erbte die Führung und eroberte seinen ersten Sieg mit Aprilia. Johann Zarco fuhr mit der LCR-Honda als Zweiter auf das Podium. Marc Marquez (Ducati) gelang mit Platz drei Schadensbegrenzung. Alex Marquez (Gresini-Ducati) wurde Fünfter.

"Ich habe ein neues Abenteuer begonnen", sagt Bezzecchi. "Aprilia hat an mich geglaubt, und wir haben sehr hart gearbeitet. Natürlich hatten wir auch harte Zeiten, aber wir haben nie aufgegeben, und das Team hat einen großartigen Job gemacht - die gesamte Fabrik in Noale!"

Nach morgendlichem Regen war die Strecke zu Mittag trocken, aber das Wetter war für die Distanz von 20 Runden kühl und windig. Beim Start beschleunigte Alex Marquez von der Linie am besten weg. Aber dann stürzte der Sprintsieger in Kurve 1. Marc Marquez übernahm in den ersten Kurven die Führung vor Polesetter Quartararo und Francesco Bagnaia (Ducati). Rookie Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) folgte als Vierter.

In der zweiten Runde lag der nächste Marquez am Boden! Marc Marquez stürzte in der Maggotts-Kurve. Schon Momente davor war es am Ende der ersten Runde in der Vale-Kurve zu einer Kollision zwischen Wildcard-Starter Aleix Espargaro (Honda) und Franco Morbidelli (VR46) gekommen. Beide stürzten. Morbidellis Ducati lag auf der Strecke und verlor Öl. Deshalb wurde das Rennen abgebrochen.

Da noch keine drei Runden absolviert worden waren, durften alle Fahrer beim Neustart antreten - somit auch die gestürzten Fahrer. Der Neustart erfolgte nach der ursprünglichen Startaufstellung. Die Distanz wurde auf 19 Runden verkürzt.

Der Neustart und weitere Zwischenfälle

Beim Neustart war Alex Marquez in Kurve 1 etwas vorsichtiger. Bagnaia übernahm die Führung vor den Marquez-Brüdern. In den ersten Kurven setzte sich Quartararo vor Bagnaia an die Spitze. Alex Marquez fuhr sichtlich zurückhaltender und fiel auf Platz fünf zurück.

In der zweiten Runde gab es eine Yamaha-Doppelführung. Quartararo führte 1,7 Sekunden vor Jack Miller (Pramac-Yamaha). Beide fuhren mit dem weichen Vorderreifen, während die Ducati-Fahrer den härteren Medium-Reifen montiert hatten. Auch Zarco nutzte den frühen Vorteil des weichen Vorderreifens und setzte sich in der dritten Runde mit der Honda auf Platz drei.

In Runde drei verbremsten sich Marc Marquez und Bagnaia in der Copse-Kurve und fielen auf die Plätze neun und zehn zurück. Quartararo zog vorne weg. Nach drei Runden hatte er schon drei Sekunden Vorsprung auf Miller und Zarco. In der vierten Runde war Bagnaia nur noch Zwölfter und er stürzte in der Luffield-Kurve - kein Gefühl für das Vorderrad.

Nach fünf Runden lagen vier Fahrer mit dem weichen Vorderreifen auf den ersten vier Plätzen: Quartararo, Miller, Bezzecchi und Zarco. Alex Marquez war Fünfter und Marc Marquez Achter. Quartararo führte mit vier Sekunden Vorsprung. In Runde sieben schnappte sich Bezzecchi Platz zwei. Sein Rückstand betrug zu diesem Zeitpunkt fünf Sekunden.

Bei Rennhalbzeit befanden sich die Marquez-Brüder auf den Plätzen sechs und sieben und arbeiteten sich mit dem Medium-Vorderreifen Schritt für Schritt nach vorne. Die Aufholjagd gelang Marc Marquez zunächst besser als Alex, denn in der elften Runde war er bereits Vierter. Allerdings betrug sein Rückstand auf den Führenden Quartararo zu diesem Zeitpunkt schon neun Sekunden.

Technisches Problem stoppt Quartararo

In der zwölften Runde hob Quartararo plötzlich den Arm und wurde langsamer! Die Yamaha rollte aus! Das hintere Ride-Height-System hatte sich auf den ersten Blick nicht deaktiviert. Quartararo blieb stehen und konnte sein Pech nicht fassen. Yamaha-Direktor Paolo Pavesio bestätigt: "Es ist ein Problem mit dem hinteren Device. In den vergangenen beiden Jahren hatten wir noch nie so ein Problem. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Fabio ist unglaublich gefahren."

Somit führte Bezzecchi zweieinhalb Sekunden vor Zarco und fünf vor Marc Marquez. Damit war die Entscheidung an der Spitze gefallen. Bezzecchi eroberte den ersten Aprilia-Sieg 2025.

"Ich hoffe", sagt Aprilia-Motorsportchef Massimo Rivola, "das ist auch eine Message an Jorge [Martin]."

Nach seinem Triumph vor zwei Wochen in Le Mans feierte Zarco als Zweiter auf dem Podest. In der letzten Runde wurde es für Marc Marquez noch einmal eng. Er wurde von Morbidelli überholt, doch der Ducati-Werksfahrer kämpfte dagegen. Es wurde bis zur Ziellinie ein Fotofinish um Platz drei. Marc Marquez setzte sich letztlich knapp gegen Morbidelli und seinen Bruder Alex durch.

KTM-Fahrer Pedro Acosta wurde an seinem 21. Geburtstag Sechster. Miller wurde am Ende bis Platz sieben durchgereicht. Die Top 10 komplettierten Luca Marini (Honda), Aldeguer und Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati). Die Plätze 11 bis 15 gingen an Joan Mir (Honda), Maverick Vinales (Tech3-KTM), Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia), Alex Rins (Yamaha) und Brad Binder (KTM).

Update 18:30 Uhr: Marini, Bastianini, Savadori und Chantra erhielten eine Zeitstrafe von 16 Sekunden. Sie haben gegen die Mindestdruckregel im Vorderreifen verstoßen.

Mit diesem Ergebnis hat Marc Marquez 24 WM-Punkte Vorsprung auf Alex Marquez. "Heute hatten wir Glück", sagt Marc Marquez, "denn ich habe im ersten Rennen einen Fehler gemacht - aber wir haben den Tag noch gerettet." Der Rückstand von Bagnaia wuchs auf 72 Zähler an.

Der nächste Grand Prix findet in zwei Wochen am 8. Juni im MotorLand Aragon in Spanien statt.

Ergebnisse des Sprintrennens

Am gestrigen Samstag fand bereits der Sprint statt. Hier gab es eine kleine Überraschung, denn Marc Márquez schaffte es nur auf Rang zwei. Zuvor hatte er alle Sprintrennen als Sieger beendet. Was für eine Serie! Dennoch bleibt der Name Márquez ganz oben. Alex Márquez war das Maß aller Dinge. Und auch in der WM ist er ein ernstzunehmender Kontrahent für seinen Bruder. Das Treppchen vervollständigte Fabio Di Gianntonio. Dahinter wird Marco Bezzecchi Vierter und nimmt sein bestes Apriliaergebnis mit. Nicht so rund lief es für den Pole Setter, der Federn lassen musste. Noch hinter Zarco und Bagnaia reichte es nur für Platz sieben.

Die Top 10 des Sprintrennens:

  1. Á. Márquez (BK8 Gresini Racing MotoGP)
  2. M. Márquez (Ducati Team)
  3. F. Di Giannantonio (Pertamina Enduro VR46 Racing Team)
  4. M. Bezzecchi (Aprilia Racing)
  5. J. Zarco (CASTROL Honda LCR)
  6. F. Bagnaia (Ducati Team)
  7. F. Quartararo (Monster Energy Yamaha MotoGP Team)
  8. P. Acosta (Red Bull KTM Factory Racing)
  9. J. Miller (Prima Pramac Yamaha MotoGP)
  10. L. Marini (Honda HRC)

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