Beim Kauf eines neuen Fahrrads wird oft auf viele Details geachtet, doch ein entscheidendes Detail wird bei der Probefahrt oft nicht genau begutachtet: die Fahrradgriffe. Dabei spielen diese eine wichtige Rolle für den Fahrkomfort und letztendlich auch die Gesundheit.
Neulich fuhr ich mit einem Bike aus dem Testfuhrpark in die Stadt. Doch schon nach ein paar Hundert Metern drückten die Griffe derart in meine Handflächen, dass ich den Lenker für den Rest der Fahrt nur noch mit Daumen und Zeigefinger festhielt - nicht ganz ungefährlich im Großstadtgetümmel. Rein optisch wirkte der Griff wie ein 1a-Ergo-Modell. Leichte Erhöhung unter der Handfläche, abgeflachte Unterseite. Doch das Gummi war hart wie eine Holzpritsche und die “ergonomische” Kuppe entpuppte sich als Folterwerkzeug für die Nervenbahnen im Karpaltunnel.
Damit Ihnen schmerzende Hände auf der Tour erspart bleiben, haben wir 20 MTB-Griffe in drei Kategorien - Race, Trail und Ergo - im Test miteinander verglichen. Dazu haben wir nicht nur die Shore-Härte gemessen, also den Härtegrad des Gummis, sondern alle Griffe ausgiebig in der Praxis auf Griffigkeit und Komfort hin untersucht.
Was macht einen guten MTB-Griff aus?
Wer beim Fahrradgriff rein nach der Optik geht, greift schnell daneben. Kaum zu glauben, wie viele Details in so einem kleinen Bauteil stecken: Form, Struktur, Dicke, Klemmung. Wer folgende Punkte beachtet, fährt garantiert besser.
Klassisch rund oder ergonomisch geformt?
Je ergonomischer ein Griff geformt sei, desto wichtiger sei die richtige Positionierung, erklärt der Experte. Sitzt die unterstützende Fläche an der falschen Stelle, bewirkt sie im schlechtesten Fall genau das Gegenteil, und es entstehen neue Druckstellen.
Mit dieser zylindrischen Bauweise komme eigentlich jeder gut zurecht, weiß Schumacher. Und wer keine Probleme mit tauben Fingern oder stechenden Handballen hat, der kann auch ruhig einen klassischen, runden Griff wählen. Aber Vorsicht: Damit aus dem neuen Griff wirklich eine runde Sache wird, muss die Dicke zur Handgröße passen. Nur dann lässt sich der Lenker auch schmerzfrei und mit wenig Kraftaufwand greifen.
Einen an der Waffel?
Die meisten Griffe sind nicht einfach rund und glatt, sondern verfügen über eine Art Struktur. Besonders das Waffel-Design an der Unterseite, wie man es bei Lizard Skins, Odi oder DMR findet, gibt den Fingern guten Halt in der Abfahrt und beim Klettern. Lamellen oder erhabene Strukturen an der Oberseite helfen, Stöße besser zu absorbieren.
Ohne Klemmung
Um Gewicht zu sparen, kommen Race-Griffe meist ohne Klemmung. Das erschwert die Montage. Sprüht man den Griff zuvor mit alkoholischen Lösungen wie Glasreiniger ein, lässt er sich leicht auf den Lenker schieben. Der Alkohol ist schnell verdampft, und der Griff sitzt bombenfest.
Runter geht’s am besten, wenn man mit einer Spritze etwas Wasser zwischen Griff und Lenker verteilt. Dann kräftig drehen und ziehen.
Mit Klemmung
Die meisten aktuellen Griffe werden an der Lenkerinnenseite geklemmt. Das erweitert nicht nur die Griff-Fläche nach außen, sondern verhindert auch Druckstellen am harten Klemmring. Somit ist ein „Übergreifen“ des Griffes möglich.
Beim Festziehen sollte man das angegebene Drehmoment von meist 2 bis 3 Nm nicht überschreiten, vor allem Carbon-Lenker reagieren empfindlich auf zu hohe Klemmkräfte.
Die richtige Dicke
Die Dicke des Griffs sollte analog zur Handgröße gewählt werden. Ist der Griff zu dick, braucht man mehr Kraft, um den Lenker festzuhalten, die Hände ermüden schneller. Ist der Griff zu dünn, stoßen die Finger an die Handballen, und man kann den Lenker nicht mehr sicher umgreifen.
Ein dicker Griff verfügt in der Regel auch über mehr Gummi und kann so Stöße besser dämpfen als ein dünnes Exemplar, das dafür ein direkteres Griffgefühl vermittelt.
Ergo? Logisch!
Alle Ergo-Griffe haben eins gemeinsam: Sie versuchen, über Dellen, Ecken oder Abflachungen, den Händen mehr Halt und eine größere Auflagefläche zu bieten. So verteilt sich der Druck besser am Lenker, was Schmerzen verhindern kann.
Flügel
Ein Griff mit sogenanntem Flügel mindert den Druck noch weiter und verhindert, dass die Handgelenke abknicken und Nerven geklemmt werden.
Materialien und Komfort
Wer mit seinen Fahrradgriffen bisher zufrieden ist, muss diese nicht zwangsläufig austauschen. Oftmals ist der einzige Grund für einen Wechsel der eigene Komfort, zum Beispiel weil ein anderes Material bevorzugt wird oder die vorhanden Griffe nicht gut verarbeitet sind. Neben Unzufriedenheit und Schmerzen ist Verschleiß einer der Hauptgründe für den Wechsel.
Die Schweißaufnahme und Abgabe ist bei natürlichen Materialien besser. Leder verformt sich zudem durch die Nutzung und passt sich so der Hand des Fahrers mit der Zeit an.
Ein falscher Fahrradgriff führt nicht nur zu schmerzenden Händen. Durch falsche Belastung kann sich der gesamte Oberkörper verspannen und in Schonhaltung gehen. Bemerkt man erste Anzeichen, sollte man reagieren.
Für lange Touren empfehlen sich ein Lenkergriffe mit Hörnchen (auch bekannt als Barender oder Bar-Ends). So kann die Handposition gelegentlich verändert und Belastungsspitzen vermieden werden. Für Fahrräder, die einen aufrechteren Sitz begünstigen, sollte man eher auf Komfort achten. Hier werden oftmals natürliche Materialien bevorzugt. Ergonomie macht hier auch Sinn, große Auflageflächen und Polsterungen können zu einer entspannten Radtour beitragen.
Mit gepolsterten Fahrradhandschuhen kann dieser Zeitpunkt noch etwas herausgezögert werden. Die Ergonomie wird jedoch nicht ausschließlich durch den Griff erzeugt.
Bei Mountainbikes, welche im Gelände genutzt werden, wären Fahrradgriffe mit großer Auflagefläche jedoch nicht zielführend. Hier ist ein guter Grip und die Möglichkeit, den Griff bequem und sicher zu umfassen, wichtiger, um auch bei Sprüngen nicht den Kontakt zum Lenker zu verlieren.
Montage und Einstellung
Bevor der neue Fahrradgriff angebracht werden kann, muss der Alte ab. Bei geschraubten Griffen ist das sehr einfach: Schraube lösen, Griff abziehen, fertig. Bei Hülsen kann das Demontieren etwas knifflig werden, da das Material über die Zeit in den eigentlichen Lenker „einbackt“, sich also fest verbindet und ohne weiteres nicht lösen lässt.
Bei ganz hartnäckigen Griffen kann Spüli-Wasser mit einer Spritze direkt zwischen Lenker und Griff gespritzt werden. Löst sich der Griff nicht, hilft im schlimmsten Fall nur noch die Schere oder ein Messer. In diesem Fall sind die Griffe danach nicht mehr einsatzfähig und defekt.
Für die erste längere Fahrt sollte das passende Schraubwerkzeug mitgeführt werden, um den Griff bei nicht korrektem Sitz entsprechend zu korrigieren. Dies ist ganz wichtig, selten schafft man es den korrekten Sitz direkt bei der Montage zu erreichen. Sind die Griffe nicht ausschließlich rund geformt, tendieren wir zu verschraubten Fahrradgriffen. Dies hat den Grund, dass diese oft recht fest montiert werden können, ohne dass sich die Griffe unter Krafteinfluss verdrehen.
Neue Fahrradgriffe können ebenfalls ein schlechteres Fahrgefühl hervorbringen, wenn diese nicht korrekt eingestellt und montiert sind. Es gilt nach der ersten Montage eine Probefahrt und den persönlichen Fahrradgriff Test zu machen.
Es gibt nicht die perfekten Fahrradgriffe. Ähnlich wie beim Fahrradsattel, kommt es bei den Fahrrad Lenkergriffen ganz auf die individuellen Bedürfnisse und vor allem physischen Gegebenheiten der Hand an. Die Hände sind so verschieden wie unsere Sitzknochen.
Ob aufrecht-entspannt sitzender Touren-Mountainbiker oder "sportlich-gestreckter" Racer: Je nach Sitzhaltung und Oberkörperwinkel lasten beim Biken 20 bis 30 Prozent des Körpergewichts auf wenigen Quadratzentimetern der empfindlichen Handflächen - da sind Beschwerden programmiert.
Häufige Probleme und Lösungen
Der häufigste Auslöser für kribbelnde, taube Finger und stechende Schmerzen in den Handgelenken sind klassische, gerade geformte MTB-Griffe, deren geringe Kontaktfläche punktuelle Druckspitzen in den Handflächen erzeugt. Tritt der Druck verstärkt im Bereich des äußeren Handballens auf, wird der hier verlaufende Ulnarnerv komprimiert.
Viele Mountainbiker klagen zudem während oder nach der MTB-Tour über Schmerzen in den Handgelenken: ein möglicher Hinweis auf das sogenannte Karpaltunnel-Syndrom. Der Karpaltunnel ist eine röhrenförmige Struktur aus Knochen und Bändern in Unterarm und Handgelenk mit dem darin verlaufenden Mediannerv.
Eine Handhaltung mit stark abgeknicktem Handgelenk reizt den Mediannerv. Kribbeln und Taubheitsgefühle im Bereich von Daumen bis Mittelfinger sowie starke Schmerzen im Handgelenk sind die Folge.
Aber damit bin ich nicht allein, denn etwa 80 Prozent aller Radfahrer kennen Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Fingern oder Handgelenksschmerzen. Das ist erschreckend, weil oft ein paar Griffe diese Probleme unterbinden und auf Dauer sogar eliminieren können.
Stimmen im Zusammenspiel von Sitzposition, Griff- und Lenkerform, ergonomischen Gegebenheiten und persönlichen Vorlieben ein oder mehrere Parameter nicht, führt das schnell zu Druckspitzen, Überlastungen und Fehlstellungen.
Für Probleme im kleinen und Ringfinger ist der Ulnar-Nerv die Ursache. Er verläuft an der Außenseite der Hand. Bekommt etwa der Handballen zu viel Druck an der falschen Stelle ab, können diese Bereiche gequetscht werden. Eine Lösung ist, den Druck an dieser Stelle über eine große Fläche abzuleiten.
Treten indessen Probleme in Daumen, Zeige- und Mittelfinger auf, liegt der Grund im Karpaltunnel. Er ist ein schmales Nadelöhr im Handgelenk, das sich Sehnen, Blutgefäße und Nerven teilen. Wird dieser Durchgang durch erhöhten Druck oder ein abgeknicktes Handgelenk verengt, kommt es schnell zu Kribbeln oder einschlafenden Händen.
Treten auf Tour Probleme auf, kann das regelmäßige Ausschütteln der Hände für eine kurzfristige Abhilfe sorgen. Sind Lenkerhörnchen vorhanden oder ist ein Multifunktionslenker mit mehreren Greifvarianten verbaut, lässt sich unterwegs einfach und schnell umgreifen.
Griffe mit Flossen
Aktive Unterstützung erfährt die Hand durch Flossengriffe. Ihr charakteristischer Namen kommt durch die nach hinten herausragende Auflagefläche, die wie eine Flosse aussieht und den Druck in der Hand breiter verteilt und effektiver ableitet. Zusätzlich wird das Handgelenk unterstützt und der Karpaltunnel geschont.
Damit Flossengriffe ihre Aufgaben verlässlich leisten können, sind sie meist gleich aufgebaut: Ein harter Kern gibt dem Griff Struktur, eine dort aufgesetzte Klemmung Schutz vor Verdrehen und den nötigen Halt auf dem Lenker. Weicheres Material auf der Oberfläche sorgt für gute Dämpfung und einen sicheren Griff. Die Kunst im Bereich der Flosse besteht darin, der Hand bestmöglichen Support bei gleichzeitig effektiver Dämpfung zu verleihen.
Damit ein Griff optimal zu Ihnen passt, gibt es einige Punkte zu beachten. So fällt der Blick als erstes auf die Schalthebel. Ist eine Nabenschaltung, etwa von Pinion, Rohloff oder Shimano verbaut, so befindet sich auf der rechten Seite ein Drehgriff. Hier wird ein kürzerer Griff verbaut.
Der zweite Schritt ist die passende Form zu finden. Sportler wählen kompakte Modelle mit kleiner Flosse, weil diese eine aktive Fahrweise unterstützt. Die Hand kann besser um den Griff rotieren, was vor allem im MTB-Bereich Vorteile bringt. Alltags- und Tourenradfahrer profitieren von einer größeren Flosse durch die bessere Druckableitung und Unterstützung. Zudem steht der generelle Komfort im Vordergrund.
Die Größe des Griffes sollte sich an der Handgröße orientieren. Personen mit kleinen Händen greifen zu kleinen, Personen mit großen Händen zu großen Griffen. Je nach persönlicher Vorliebe sollte man aber nicht zwingend daran festhalten, weil individuelle Präferenzen durchaus anders ausfallen können.
Wer nicht weiß, was er will, sollte von einem Online-Kauf absehen. Der erste Anlaufpunkt ist daher der fachkundige Händler vor Ort. Er kann mit seiner Expertise bei der Suche nach dem individuell besten Griff beratend zur Seite stehen. Wer zudem die Möglichkeit bekommt, Testgriffe Probe zu fahren, sollte diesen Service annehmen!
Testkriterien und Ergebnisse
Damit Sie den bestmöglichen Überblick erhalten, werden die Griffe nach Eingang gewogen, vermessen und die Eckdaten wie Form, Material, Klemmung, Oberflächen, Materialien und Verarbeitung überprüft. Anschließend wandern sie ins Fotostudio und dann auf die Testräder. Dort werden sie von kleinen wie großen Händen, Frauen wie Männern sowie ohne und mit Handschuhen im Alltag, einer längeren Tour und im Sporteinsatz gefahren und anschließend bewertet.
Weil die jeweiligen Überpunkte unterschiedliche Relevanz haben, werden Druckverteilung und Greifkomfort je 30, der Dämpfung 20, der Kontrolle 10 und der Verarbeitung sowie dem Gewicht je 5 Prozent zugewiesen.
Bei der Druckverteilung werden alle Griffe mit einer Messfolie im Labor untersucht. Dazu sitzt ein Proband auf einem Ergometer, welches eine durchschnittliche Trekkingrad-Sitzposition samt dazu passendem Lenker bietet. Die gemessenen Daten lassen eine direkte Vergleichbarkeit bezüglich Druck-Spitzen, -Mittelwert, -Verteilung und Auffälligkeiten zu.
In der Praxis spielt der Greifkomfort die größte Rolle. Hierbei achten wir auf die Unterstützung der Hand, die Stützbreite, den Durchmesser, die Oberflächen, die Haptik der eingesetzten Materialien, homogene Übergänge von und zur Flosse sowie die Einbindung der Klemmstellen. Aber auch störende Kanten, kalte Aluminiumoberflächen und hervorstehende Schrauben werden notiert. Da die Unterschiede ohne oder mit Handschuhen durchaus gravierend ausfallen, erfolgt die Bewertung ohne Handschuhe.
Die Dämpfungscharakteristik ist wichtig, weil damit Komfort und Ermüdungserscheinungen einhergehen. Wird viel und gut dämpfendes Material an den richtigen Stellen eingesetzt, werden Vibrationen und Schläge effektiv verringert.
Mit Blick auf die Kontrolle achten wir auf eine gute Struktur und griffige Oberfläche. Aber auch die Erreichbarkeit von Brems- und Schalthebeln, ohne an Kanten, Schrauben oder Griffenden zu streifen, ist wichtig. Weiterhin spielen eine gute Hinterschneidung der Flosse auf der Unterseite, das Verhalten bei Nässe sowie das Feedback vom Rad eine Rolle.
Bei der Verarbeitung betrachten wir die Wahl, Platzierung von Material, überstehende Kanten und Fertigungsrückstände, die Oberflächenbeschaffenheit, Übergänge verschiedener Bereiche sowie die optische Note.
Da oft ohne Handschuhe gefahren wird, sollte auf Weichmacher, krebserregende Stoffe und Allergene verzichtet werden.
Ein Feature besonders wichtig: Die Schraubklemmung steht für eine dauerhaft sichere Montage selbst bei Nässe und unterschiedlichsten Temperaturen. Sie stellt auch sicher, dass sich die Flossenform nicht verdreht und somit immer den optimalen Support bietet.
Pluspunkte gibt es für auf dem Griff angebrachte Drehmomente. Eine Angabe zur Griffseite oder eine Ausrichtungshilfe bieten nur Ergon, Pro, Syncros und WTB. Beide Angaben sind nur bei Acid, Bontrager und SQlab zu finden.
Weitere gute Details sind die Nachrüstbarkeit oder Integrationsmöglichkeit von Hörnchen, Klingeln, Spiegeln oder Werkzeug, wie es bei Acid, Contec oder SQlab der Fall ist.
Empfehlungen
Der Test zeigt eindrucksvoll, dass im Detail große Unterschiede bestehen, die in der Praxis über „top“ oder „Flop“ entscheiden.
Gute Allrounder ohne echte Schwächen und damit eine Empfehlung wert sind Cube, Bontrager und Contec. Das bestmögliche Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei Procraft zu finden. Wer indessen auf der Suche nach echten Problemlösern ist, sollte Ergotec, SQlab und Velospring probieren.
Weitere getestete Modelle
Neben den oben genannten Modellen wurden auch folgende Griffe getestet:
- Ergon GS1 Evo
- SQlab 702
- Ergon GT1
- Ritchey WCS Ergo
- Revolute Grip-C
Ergon GS1 Evo
Die Ergon GS1 Evo haben uns im Test am meisten überzeugt und sind somit unser Testsieger geworden - wenn auch nur knapp. Die Fahrradgriffe bieten herausragenden Komfort sowie Grip und das für nahezu jede Raddisziplin.
Während der Testrunden haben uns die GS1 Evo in keiner Weise enttäuscht. Ist die richtige Neigung eingestellt, machen die Fahrradgriffe genau das, was sie sollen, nämlich die Kraft gleichmäßig auf die Auflageflächen verteilen. So hatten wir auch nach mehreren Stunden im Sattel keinerlei Beschwerden im Arm oder in den Händen.
SQlab 702
Die SQlab 702 sind eine der komfortabelsten Fahrradgriffe im Test und für Trekking- oder Citytouren, Radreisen oder E-Bike-Touren geeignet, weniger jedoch für sportliche Fahrer.
So hatten wir auch auf langen Touren keinerlei Probleme mit Schmerzen oder tauben Händen. Hier merkt man, dass SQlab alles unternommen hat, um die Nerven in Arm und Hand zu entlasten. Mit Handschuhen ist der Grip auf den Griffen sehr gut. Bei schwitzigen Händen sind die Fahrradgriffe jedoch leicht rutschig und man hat das Gefühl, dass die Hand über die Seiten hinweg rutscht.
Ergon GT1
Die Ergon GT1 sind seit 2024 neu auf dem Markt. Sie wirken im ersten Moment etwas untypisch und fühlen sich auch so an. Nach kurzer Eingewöhnung sind sie dann aber erstaunlich komfortabel und vor allem für lange Touren oder für Radreisen geeignet.
Tatsächlich war es so, dass bei unseren ausgedehnten Testrunden keinerlei Anzeichen von Druckstellen oder Ermüdungserscheinungen im Handgelenk auftraten. Der Nachteil des Designs ist allerdings, dass maximal noch die Zeigefinger die Griffe umschließen und diese in anspruchsvollen Passagen im Vergleich zu klassisch-ergonomischen Griffen nicht die notwendige Kontrolle bieten.
Ritchey WCS Ergo
Insgesamt ist der Ritchey WCS Ergo ein Griff für sportliche Touren und weniger für lange Radreisen. Wer aber einen leichten Neopren- oder Schaumstoff-Griff mit Klemmung sucht, wird mit diesem Griff vielleicht fündig.
Revolute Grip-C
Auf längeren Touren werden die Fahrradgriffe schon mal etwas unangenehm, Schmerzen oder taube Finger verspürten wir jedoch nicht. Die harten Auflageflächen dämpfen kaum und die eckige Form der Griffe drückte bei uns genau auf die Punkte zwischen den beiden Handballen. Hier würden wir empfehlen, die Grip-C nur mit gepolsterten Handschuhen zu verwenden.
Weitere Informationen und Ratgeber
Auf der Suche nach neuen Fahrradgriffen werden Ihnen die Begriffe Ergonomie, Grip und Handling begegnen. Auch das Material sowie die Form der Fahrradgriffe spielen eine wichtige Rolle.
Je nachdem, welche Fahrrad-Disziplin man betreibt oder bevorzugt, macht der eine oder andere Griff mal mehr, mal weniger Sinn. Tourenradler, egal ob mit E-Bike oder klassischem Tourenrad, die eher gemütlich, aber dafür viele Stunden im Sattel sitzen, legen hauptsächlich Wert auf maximalen Komfort. Deshalb greifen sie in aller Regel zu ergonomisch geformten Griffen mit ausgeprägter Auflagefläche.
Sportliche Radler wie Mountainbiker oder Bikepacker bevorzugen meist einen runden oder leicht ergonomischen Griff, um bei bestmöglichem Komfort auch die maximale Kontrolle über das Bike zu haben.
Gerade bei ergonomischen Griffen ist das sinnvoll, da durch die Handauflageflächen ein Drehmoment erzeugt wird und nur aufgeschobene Griffe unter Umständen verdrehen können. Zudem bedeutet dies ein Plus an Sicherheit, wenn die Fahrradgriffe gegen ein Verdrehen gesichert sind.
Ergonomische Fahrradgriffe erfordern zudem etwas Geduld beim Einstellen der richtigen Neigung. Bevor die neuen Fahrradgriffe montiert werden, muss der Lenker sauber und fettfrei sein.
Beliebte Fahrradgriffe im Vergleich
Hier ist eine Übersicht über einige beliebte ergonomische Fahrradgriffe und ihre Eigenschaften:
| Fahrradgriff | Material | Besonderheiten | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| REETEE | TPR-Gummi und Aluminiumlegierung | Hoher Komfort, Stoßdämpfung | Alle gängigen Fahrradtypen |
| Gindoly | Aluminiumlegierung und TPR-Material | Integrierte Stoßdämpfung, Witterungsbeständig | Damen- und Herrenfahrräder |
| Ergon GP4-L | Fieberglas und Gummi | Ergonomisch geformt, verstellbar | Mountainbikes, Tourenräder |
| ZOOYAUE | TPR-Gummigriff und Edelstahl | Rutschfest, einfache Montage | Fahrräder mit 22,2 mm Lenkerdurchmesser |
| Velo Ergogel D3 Bar | Ergogel | Besonders gute Dämpfung, Schraubbefestigung | - |
| Fenrad | - | Ergonomisches Design, rutschfest | Fahrräder mit 22 mm Lenkerdurchmesser |
| ELOSIS A01-003 | Gummi | Widerstandsfähig, Schraubbefestigung | Fahrräder mit 22 mm Lenkerdurchmesser |
| FAM STICKTILES YGS-62-54 | TPR-Gummi und Aluminiumklemmen | Gute Dämpfung, doppelseitiges Lock-On-Design | Mountainbikes, Rennräder, E-Bikes, BMX-Räder |
| Prunus BGRIPS1215CE | - | Ergonomisch | MTB-Mountainbikes |
Fazit
Fahrradgriffe sind die mitunter wichtigsten Komponenten am Fahrrad, da sie das Fahrgefühl maßgeblich beeinflussen. Außerdem sorgen die richtigen Fahrradgriffe dafür, dass keine Schmerzen an den Händen oder den Handgelenken entstehen. Die Wahl der richtigen Griffe hängt stark von Ihren individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab.
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