Die Geschichte des ersten Harley-Davidson Motorrads

Jeder hat sie bestimmt schon mal gehört, die Geschichte vom Hinterhofholzschuppen, in dem die ersten drei Harley-Davidson Motorräder entstanden. Das war 1903 im US-amerikanischen Milwaukee.

Die Anfänge in Milwaukee

1901 arbeiten in Milwaukee, Wisconsin (USA), der technische Zeichner William Harley und der technische Modellbauer Arthur Davidson in ihrer Freizeit an der Konstruktion und Fertigung eines Verbrennungsmotors. Im Jahr 1903 wurden die Pläne umgesetzt.

Zusammen mit Davidsons Brüdern Arthur und Walter gründeten die beiden Konstrukteure 1907 die "Harley-Davidson Motor Company" in Milwaukee, im US-Bundesstaat Wisconsin, wo der Stammsitz der Firma blieb.

Die ersten drei fahrtüchtigen Motorräder Einzylinder mit Riemenantrieb werden hergestellt. Die „Produktion“ läuft nach Feierabend und am Wochenende in einem Schuppen in der 37. Straße von Milwaukee, Wisconsin.

Die junge Firma zieht 1906 in ein größeres, zweigeschossiges Holzgebäude an der heutigen Juneau Avenue. Gleichzeitig wird die Harley-Davidson konstruktiv systematisch verbessert. Nach und nach geben die Bastler ihre alten Berufe auf und William „Bill“ Harley hat ein Studium der Ingenieurswissenschaften begonnen. Der Werkzeugmacher William A. Davidson schließt sich den drei Pionieren an.

Am 17. September 1907 wird die „Harley-Davidson Motor Company lnc.“ gegründet.

Frühe Modelle und Innovationen

Die erste Harley-Davidson war nichts anderes als an einem Fahrrad-Rahmen montierter Einzylinder Motor mit 25 bis 37 cubic inch, der das Hinterrad über einen Riemen direkt antrieb. Die ersten Versionen verfügten weder über eine Kupplung noch über ein Getriebe.

Die Harley-Davidson wird ab jetzt nicht mehr nur schwarz, sondern auch grau lackiert, was ihr zusammen mit dem geräuscharmen Motorlauf den werbewirksamen Spitznamen Silent Gray Fellow (leiser grauer Kamerad) einbringt.

Aus den Einzylindermodellen der frühen Jahre wurden schon 1909 stärkere, kompakt bauende 45°-V-Twins.

Der erste V-Twin konstruiert von William Harley kommt 1909 auf den Markt: 27 Einheiten des Modells 5D mit rund 810 cm3 und dem bis heute typischen 45°-V2-Motor verlassen die erneut vergrößerte Fabrik.

Nachdem der V2 im Jahr 1910 umfassend optimiert wurde, betritt jetzt die verbesserte Version mit mechanisch gesteuerten Einlassventilen die Bühne. Die Jahresproduktion steigt auf insgesamt 5625 Motorräder.

In den riesigen USA mussten selbst auf besseren Feldwegen problemlos gewaltige Entfernungen zurückgelegt werden und Harley-Davidson erwarb sich einen erstklassigen Ruf in Bezug auf die Zuverlässigkeit seiner Maschinen.

Die historische Fabrik ist inzwischen das Headquarter des US-Unternehmens.

Wichtige Modellentwicklungen

  • 1929: Die „45“ ergänzt die Produktpalette, die mit einem seitengesteuerten 750 Kubikzentimeter Motor ausgestattet ist. Wegen des bauartbedingt flachen Zylinderkopfes werden die Modelle von den Motorradfahrern schon bald „Flathead“ (Flachkopf) genannt.
  • 1936: Ein neuer seitengesteuerter V-Twin mit 30 PS und 80 cui Hubraum erscheint, den man wegen seiner Zylinderköpfe, die an die Knöchel einer Faust erinnern, Knucklehead nennt. Er leistet 37 PS und beschleunigt das Motorrad auf bemerkenswerte 145 km/h.
  • 1948: Ein neues OHV-Triebwerk debütiert, das den Spitznamen Panhead (Pfannenkopf) erhält.
  • 1957: Die erste Sportster, Typkürzel XL, erscheint mit modernem Fahrwerk, Telegabel und Federbeinen sowie einem 883 cm3 großen OHV-Motor, der 55 PS leistet.
  • 1966: Ein neuer Motor erscheint, der von den Fans Shovelhead (Schaufelkopf) genannt wird.
  • 1984: Harley-Davidson präsentiert den neuen Evolution Motor und die erste Softail.
  • 1999: Der Twin Cam 88 mit 1450 cm3 und zwei Nockenwellen wird eingeführt.

Wachstum und Erfolge

So wuchs Harley-Davidson binnen 17 Jahren zum größten Motorradhersteller der Welt heran und konnte sich seiner monumentalen Fabrik rühmen, die unweit des Holzschuppens an der heutigen Juneau Avenue in Milwaukee entstanden war.

Seit Mitte der 1910er-Jahre fuhr zudem das Werksrennteam, genannt Wrecking Crew, mit Bikes wie dem 180 km/h schnellen Eight-Valve Racer die Konkurrenz in Grund und Boden was die Leistungsfähigkeit der Motorräder aus Milwaukee unterstrich.

In der Juneau Avenue ist eine riesige neue Fabrik entstanden.

Noch heute ist Harley-Davidson also in Milwaukee daheim, wo einst alles begann, und noch heute ist die Firma wenngleich man vom 50er-Zweitakter bis zum großvolumigen Boxer alles Mögliche ausprobiert hat dem viertaktenden V2 treu ergeben.

Moderne Harley-Davidson Motoren

Auch wenn er äußerlich manchen seiner Ahnen gleicht, wurde er Jahrzehnt für Jahrzehnt den Erfordernissen der Zeit angepasst und ist hochmodern.

Mit dem Milwaukee-Eight und dem Revolution Max fertigt Amerikas traditionsreichster Motorradhersteller derzeit zwei unterschiedliche Motorenkonzepte: einen luftgekühlten 45°-V2 mit flüssigkeitsgekühltem Auslassbereich und einen flüssigkeitsgekühlten 60°-V2.

Von 975 bis 1923 Kubikzentimeter reichen die Kubaturen, bis zu 112 kW (152 PS) leisten die Triebwerke.

Längst haben moderne Features wie elektronische Assistenzsysteme, Bluetooth-Handyanbindung und Infotainment in Maschinen aus Milwaukee Einzug gehalten.

Das Lebensgefühl Harley-Davidson

Doch was geblieben ist und sich nie ändern wird, ist der besondere Nimbus einer Harley-Davidson: Ihr Look, ihr Sound und das Feeling, das sie vermittelt, sind einzigartig.

Sie steht für ein Lebensgefühl, das mit Werten wie Freiheit, Individualität und Nonkonformismus einhergeht. Ihre Fans und Fahrer bilden eine große, weltumspannende Gemeinschaft, die das Feiern nicht verlernt hat.

Gefeiert wird 2023 etwa auf der europäischen 120th Anniversary Party, die vom 22. bis zum 25. Juni in Budapest steigen wird.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0