Seit dem Jahr 2002 markiert die MotoGP die Königsklasse des zweirädrigen Motorsports für Straßen-Motorräder, doch die Ursprünge der Motorrad-Weltmeisterschaft gehen viel weiter zurück.
Geburtsstunde der Motorrad-WM
Das erste Motorrad mit Benzinmotor, das in Serie produziert wurde, stammt aus dem Jahr 1894 und hört auf den Namen „Hildebrand & Wolfmüller“.
13 Jahre später, im Jahr 1907, fand mit der legendären Isle of Man TT das erste offizielle Motorrad-Rennen der Welt statt.
Es dauerte allerdings bis zum Jahr 1949, bis der Weltverband FIM (Fédération Internationale de Motocyclisme) erstmals eine Weltmeisterschaft für Straßenmotorräder austragen ließ - die inoffizielle Geburtsstunde der MotoGP.
Damals traten die Fahrer in verschiedenen Hubraumklassen an. Unterteilt wurden die Meisterschaften in 50 ccm bzw. 80 ccm, 125 ccm, 250 ccm, 350 ccm und 500 ccm für Solo-Maschinen, beziehungsweise in 500 ccm für Motorräder samt Beiwagen.
In der Anfangszeit dominierten vor allem englische und italienische Marken mit Viertaktmotoren das Geschehen.
Rekordhalter ist der im Jahr 1942 geborene Italiener Giacomo „Ago“ Agostini, der am 15. September 1963 beim Heimrennen im italienischen Monza erstmals an den Start ging.
1983 wurde zunächst die 350-ccm-Klasse ersatzlos gestrichen, ein Jahr darauf die 50-ccm-Klasse durch die 80er-Klasse ersetzt. Auch der klassische Rennstart, der seinerzeit noch mit dem Anschieben der Rennmaschinen einherging, wurde Ende der 1980er Jahre durch einen stehenden Start ersetzt.
In den 1990er Jahren wurden dann auch noch die 80-ccm-Klasse und die Seitenwagen-Rennen aus dem Programm entfernt, bis zum Jahr 2001 wurde dann ausschließlich in den Hubraum-Klassen 125 ccm, 250 ccm und 500 ccm gefahren.
Zeitgleich etablierte sich ebenfalls unter dem Dach der FIM die sogenannte Superbike-Weltmeisterschaft (SBK), in der Fahrer und Teams mit seriennahen Motorrädern an den Start gingen.
Sie wurde ursprünglich von den vier großen japanischen Herstellern Honda, Yamaha, Kawasaki und Suzuki ins Leben gerufen.
Im Lauf der Saison 2001 wurde der Druck der japanischen Hersteller, allen voran Honda, auf den Dachverband so groß, dass es zu einer weitreichenden Umstrukturierung innerhalb der Motorrad-WM kam.
Die Anfangsjahre der MotoGP: Die „Rossi“-Jahre
Mit dem neuen Branding folgten auch neue Regularien.
So kamen in der Königsklasse des Motorradsports fortan Viertaktmotoren mit maximal 990 cm Leistung zum Einsatz.
Im finalen Jahr der ursprünglichen Motorrad-WM mit 500 ccm Hubraum (2001) krönte sich der „Doctor“ Valentino Rossi zum Weltmeister.
Auch die Anfänge der MotoGP sollten an den Italiener gehen, der zwischen 2002 und 2005 ganze vier Titel als Fahrerweltmeister einheimste, zunächst auf einer Honda-Maschine, dann auf Yamaha.
Rossi führt gemeinsam mit dem Spanier Marc Márquez die Bestenliste der Fahrerweltmeister an - beide Piloten kommen bislang auf sechs Weltmeistertitel in der MotoGP.
Die kleineren Hubraumklassen (125 ccm und 250 ccm) fanden auch weiterhin unter dem Dach der Motorrad-WM statt.
Davon versprach sich die FIM eine erhöhte Sicherheit für die Piloten, da die Geschwindigkeiten geringer ausfallen sollten. In der Praxis war davon allerdings kaum etwas zu merken.
Tatsächlich konnte die Geschwindigkeit in den Kurven sogar erhöht werden, sodass es häufiger zu Stürzen kam.
Zur Saison 2012 wurde der Hubraum dann wieder angehoben.
Ab dieser Saison waren die Bikes mit 1.000 ccm Hubraum ausgestattet, gleichzeitig wurde die maximale Zylinderzahl auf vier beschränkt.
Es begann die Dominanz der spanischen Fahrer: Zwischen 2012 und 2020 wanderte der Titel des Fahrerweltmeisters nach Spanien.
Marc Márquez auf Honda krönte sich ganze sechs Mal zum Weltmeister (zuletzt in der Saison 2019), Yamaha-Pilot Jorge Lorenzo sicherte sich zwei weitere Titel, während die Krone in der Saison 2020 an Joan Mir ging.
Seit 2016 gilt innerhalb der technischen Regularien ein Mindestgewicht von 158 kg für ein Bike in der MotoGP-Klasse.
Die Leistung eines Motorrades ist hingegen nicht reguliert und wird aus Wettbewerbsgründen lediglich in Untergrenzen bemessen.
Schätzungen zufolge leistet ein aktuelles Motorrad in der MotoGP zwischen 260 und 300 PS.
Damit sind Geschwindigkeiten von über 360 km/h möglich.
Den aktuellen Rekord stellte der Ducati-Pilot Jorge Martín im Jahr 2022 im italienischen Mugello auf. 363,6 km/h schnell war der Spanier.
Damit liegt die MotoGP in Sachen Top-Speed fast auf Augenhöhe mit der Formel 1.
Österreich und die MotoGP
Das elfte Saisonrennen 2018 führt die MotoGP-Asse nach Österreich.
Zum dritten Mal seit der Rückkehr in die Alpenrepublik gastiert die Motorrad-Weltmeisterschaft auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg.
Österreich hat aber eine viel längere Geschichte im Motorradrennsport.
Der erste Grand Prix fand im Jahr 1971 auf dem Salzburgring statt.
Die Premiere gewann damals Giacomo Agostino mit einer MV Agusta.
22 Mal wurde auf dieser Strecke gefahren.
Zum letzten Mal stand der Salzburgring 1994 im GP-Kalender.
Mick Doohan (Honda) gewann das 500er-Rennen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 194 km/h.
Aufgrund der hohen Geschwindigkeit und der beschränkten Auslaufzonen wurde der Salzburgring als zu gefährlich eingestuft.
Die Motorrad-WM verließ Österreich und kehrte 1996/97 für ein Gastspiel auf dem damals neuen A1-Ring in der Steiermark zurück.
Die Honda-Fahrer Alex Criville und Doohan holten die beiden Siege in der 500er-Klasse.
Und in der 125er-Klasse war damals schon Valentino Rossi unterwegs.
1996 stand der Italiener als Dritter zum allerersten Mal in seiner Karriere auf dem Podium.
1997 verpasste Rossi den Sieg um vier Tausendstelsekunden an Noboru Ueda.
Bis zum Comeback in Spielberg 2016 war Rossi der einzige aktive Fahrer, der auf dieser 4,3 Kilometer langen Strecke schon gefahren war.
Und der Red-Bull-Ring hat den Charakter als schnelle Strecke beibehalten.
2016 gewann der damalige Ducati-Werksfahrer Andrea Dovizioso mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 182,4 km/h.
Das war der höchste Speed seit Mick Doohan 1994 auf dem alten Hockenheimring mit den langen Waldgeraden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 203,8 km/h gewonnen hat.
2016 sorgte Andrea Dovizioso für den ersten Doppelsieg italienischer Fahrer auf italienischen Bikes seit 1992.
Damals gewann Giacomo Agostini vor seinem MV-Agusta-Teamkollegen Alberto Pagani in Imatra (Finnland).
Klassenübergreifend fanden in Österreich bisher 83 Grands Prix statt und die Begeisterung der Fans ist immer riesengroß.
In den vergangenen beiden Jahren strömten am Renntag jeweils 90.000 Zuschauer zum Red-Bull-Ring.
Das erste MotoGP-Rennen im Detail
Am 7. April 2002 begann eine neue Ära in der höchsten Kategorie der Motorrad-Weltmeisterschaften.
Die Nummer 46 startete von der Pole-Position und schmälerte seine Siegchancen schnell, indem sie den Start komplett verpasste.
Rossi wurde aus den Top 5 verdrängt und kletterte nach und nach wieder nach oben, und im vierten Durchgang war er bereits Dritter hinter den japanischen Fahrern Akira Ryo und Shinichi Ito.
Die Strecke trocknet ab, doch die meisten seiner direkten Gegner - Max Biaggi, Carlos Checa und Alex Barros - sind keine Siegerkandidaten mehr.
Der Italiener wurde am Ende des Rennens ein letztes Mal von Ryo beunruhigt, wehrte sich und errang den Sieg.
„Es ist ein ganz besonderer Moment, denn es ist das erste MotoGP-Rennen, kommentiert Rossi während der traditionellen Pressekonferenz nach dem Rennen. Dieser Sieg ist sehr wichtig für mich.
Beim Rennen der Königsklasse führte Wildcard-Starter Akira Ryo mit seiner Suzuki 15 der 21 Runden an.
Ryos Husarenritt ist heute genau 15 Jahre her und noch immer eine phänomenale Errungenschaft.
Schließlich hätte ein 36-Jähriger, der in der Japanischen Superbike-Meisterschaft fuhr, beim 1. Mit eben jenem 1.
Das Starterfeld für den Beginn der neuen Ära der Königsklasse umfasste 21 Bikes, wobei nur 9 davon (3 Honda, 3 Suzuki, 2 Yamaha und eine Aprilia) Viertakter waren.
Das Qualifying fand bei trockenen Bedingungen statt.
Die Pole-Position holte sich Rossi auf seiner Werks-Honda RC211V vor Loris Capirossi auf der Honda NSR500 aus dem Team von Sito Pons.
Die übrigen Bikes in den Top 5 der Startaufstellung waren jedoch genau wie jenes von Polesitter Rossi Viertakt-Maschinen.
Ryo hatte seine Suzuki mit Dunlop-Reifen für den respektablen 7. Startplatz qualifiziert.
Somit startete der Wildcard-Starter am Sonntag vor den Suzuki-Werkspiloten Kenny Roberts Jr. und Sete Gibernau.
Beim Start übernahm Oliver Jacque mit der Zweitakter-Yamaha von Tech 3 die Führung.
Doch schon bald wurde klar, dass der ehemalige 250er-Weltmeister vom 8.
Während Jacque bei den regnerischen Bedingungen auf Rang 3 zurückfiel, stürmte Ryo mit seiner Suzuki vom 7. Startplatz kommend bis auf Rang 2 nach vorn.
Noch vor Ende der 1. Runde übernahm Ryo die Führung und zwar von einem anderen Lokalmatador: Honda-Testfahrer Shinichi Itoh, der bei seinem Heimspiel eine 3.
Somit führte Ryo die 1.
Während sich die beiden Wildcard-Starter ganz vorn ihren großen Erfahrungsschatz auf dem Suzuka Circuit zu Nutze machten, begann Rossi seinerseits, in Richtung Spitze vorzudrängen.
In Runde 2 ging Rossi in der Schikane an Checa vorbei.
Es dauerte bis zur 8. der 21 Runden, bis Rossi den 2. Rang von Itoh übernahm.
Alsdann bremste er sich in der Schikane vorbei.
Die Lücke fuhr Rossi schnell zu, aber für das Überholmanöver ließ er sich Zeit.
"The Doctor" studierte die Linienwahl Ryos. Dabei fand er heraus, wo der Japaner stärker war und nutzte dieses Wissen anschließend, um selbst schneller zu werden.
Ryo hielt sich anschließend beachtlich, indem er Rossi wie ein Schatten folgte.
Beim Überfahren der Ziellinie musste sich der Suzuki-Pilot um gerade mal 1,550 Sekunden geschlagen geben.
Im Team konnte es zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen, aber dieser 2.
"Ich bin sehr zufrieden. Ich bin mir aber sicher, dass mich das Team gerne als Sieger gesehen hätte", sagte Ryo nach dem Rennen, um anzufügen: "In der letzten Runde versuchte ich, Rossi noch einmal zu überholen, hätte dabei aber beinahe das Gleichgewicht verloren. Also entschied ich, den 2. Platz nach Hause zu fahren.
Rossi war in erster Linie erleichtert. Als der Favorit schlechthin wurde von ihm nichts anderes als der Sieg erwartet. Doch obwohl er von der Pole-Position startete, hatte der damals 23-jährige Rossi Zweifel, ob er im Regen würde mithalten können.
"Das ist natürlich ein besonderer Moment, weil es das 1. Rennen dieser neuen Klasse ist", sagte Rossi nach seinem Sieg. "Dieser Sieg ist für mich noch aus einem anderen Grund wichtiger als normal, denn am Freitag und Samstag bin ich jeweils gestürzt. Auf trockener Strecke kannte ich mein Potenzial genau, auf nasser Strecke aber nicht.
Checa holte sich den letzten Podestplatz, nachdem er in der Schlussphase an Itoh vorbeigegangen war.
Bestplatzierter Fahrer auf einer Zweitakter-Maschine war Norick Abe auf dem abgeschlagenen 5. Platz.
Unterm Strich wurden alle 16 Rennen der MotoGP-Saison 2002 von Viertaktern gewonnen.
Pons-Pilot Alex Barros nämlich erhielt 4 Rennen vor Schluss der Saison ebenfalls eine RC211V.
Mit dieser gewann er prompt den Grand Prix von Pazifik in Motegi, nachdem er bis dahin mit einer NSR500 unterwegs gewesen war.
Die MotoGP-Ära war somit in vollem Gange, aber sie hätte im Regen von Suzuka beinahe mit einer der größten Überraschungen ihrer Geschichte begonnen.
Der Sachsenring und seine Geschichte
Seine wechselvolle Geschichte macht den Sachsenring bis heute attraktiv. Er überlebte alle politischen Epochen und ging aus jeder sogar gestärkt hervor.
Der Sachsenring hat zum diesjährigen Jubiläum viel zu erzählen.
Und so fing alles an: 26. Mai 1927 - ein historischer Termin.
An diesem Tag wurde hier das erste Motorradrennen gestartet, damals hieß es noch Badberg-Vierecksrennen.
Mehr als 140.000 Zuschauer säumten die Strecke.
Bei der zweiten Auflage im Folgejahr gab es einige Verletzte und mehrere tödliche Unfälle.
Daraufhin wurden die Rennen verboten.
Erst 1934 wagten die Organisatoren einen Neubeginn.
Zuerst gab es noch einige Zweifler, als die Zweiräder wieder mit Höchstgeschwindigkeiten rund um Hohenstein-Ernstthal fuhren, aber schon bald war der „Sachsenring“, der seinen Namen 1937 erhielt, nicht mehr wegzudenken.
Im Gegenteil.
Der Kurs wurde immer bekannter und schnell Bestandteil internationaler Rennkalender.
1936 und 1938 wurde der „Große Preis von Europa“ auf der Strecke ausgetragen, der mit der Bedeutung der heutigen Weltmeisterschaft vergleichbar ist.
Die Renndistanz betrug bei den 500ern 40 Runden. Das entsprach circa 350 Kilometern.
Dafür drehten die Fahrer zweieinhalb Stunden am Gas.
Die Helden aus der Vorkriegszeit hießen Ewald Kluge, Georg Meier, James Guthrie und Bernd Rosemeyer.
Sie schrieben auf der 8,7 Kilometer langen Naturrennstrecke Geschichte.
Dann kam der Krieg.
Die Region lag am Boden.
Doch gleich danach kamen die Motorräder schnell wieder ins Rollen.
Schon 1949 strömten die Zuschauer in Scharen an den Ring zurück.
Die ständige Anwesenheit auch internationaler Spitzenfahrer blieb nicht ohne Folgen.
Von 1961 bis 1972 rollten die ganz Großen der Szene mit dem WM-Tross an und gaben sich die Klinke in die Hand: Giacomo Agostini, Mike Hailwood, Angel Nieto, Dieter Braun.
Der Sachsenring hatte es geschafft: Es wurden WM-Rennen in den Soloklassen ausgetragen.
„Ago“ schrieb sich in dieser WM-Ära 1968 mit der schnellsten Rennrunde in die Geschichtsbücher ein. Er brauchte 2:55,4 Minuten. Das entspricht einem Schnitt von 176,798 km/h.
Für Dieter Braun waren die Rennen auch immer etwas ganz besonderes. Der zweifache Weltmeister und 14fache Grand Prix-Sieger weiß noch genau, wie es damals war: „1971 bin ich auf dem Ring mein schönstes Rennen gefahren.“
Der Schwabe gewann vor einer überwältigenden Kulisse von 300.000 Zuschauern in der 250er-Klasse und ließ Champions wie Rod Gould und Phil Read weit hinter sich.
„Es war gigantisch.
1973 war damit Schluss.
Die DDR-Regierung gestattete nur noch Rennen mit der Beteiligung aus den östlichen Staaten. Westliche Fahrer wurden nicht mehr zugelassen.
Erst 1990 gab es wieder Rennen für alle.
Doch es wurde das vorerst letzte Jahr vor einer Pause.
Die Stadtdurchfahrt ließ Wettkämpfe in dieser Form nicht mehr zu.
Der Ring führte direkt durch die Ortschaft Hohenstein- Ernstthal.
Aber ein Sachsenring ohne Sachsenring-Rennen?
Der kühne Plan vom Bau eines Motodroms scheiterte zunächst.
Die Errichtung eines Verkehrssicherheitszentrums am Sachsenring eröffnete 1995 aber dann ganz neue Möglichkeiten.
Daraus wird nach einem Umbau von 1996 nämlich bis heute nach Bedarf eine Rennstrecke für Autos und Motorräder gemacht.
Der „neue“ Sachsenring besteht zu Teilen aber auch aus dem alten Kurs, wurde aber nach höchsten Sicherheitsstandards ausgebaut und tangiert den öffentlichen Verkehr nicht mehr.
Die heutige Anlage hat eine permanente und zeitgemäße Boxenanlage, einen neuen Start- und Zielturm und eine der modernsten Race Control-Anlagen.
Unter diesen Voraussetzungen kehrte 1998 auch der Grand-Prix-Zirkus an die historische Stätte zurück.
Für die begleitenden Pressevertreter aus aller Welt wurde ein neues Pressezentrum errichtet.
Erst im letzten Jahr wurde auf dem Sachsenring die komplette Asphalt erneuert.
Die MotoGP-Rennen auf dem Sachsenring haben mittlerweile legendären Ruf erlangt.
Die ersten Weltmeister
Die erste Motorrad-Weltmeisterschaft fand im Jahr 1946 statt und somit gilt die MotoGP als der älteste Motorsport der Welt.
Eigentlich wollte die FICM (heute FIM) den Motorsportwettbewerb noch im Jahr 1938 starten, jedoch wurde die Meisterschaft aufgrund des Zweiten Weltkriegs abgesagt und schließlich 1949 ausgetragen.
Freddie Frith gewann den ersten 350er-Titel, während Nello Pagani und Bruno Ruffo die ersten 125er- bzw. 250er-Meisterschaften gewannen. In der 500er-Klasse wurde Les Graham der erste Weltmeister.
Die MotoGP-Saison 2024 steht ganz im Zeichen von 75 Jahren Motorrad-Weltmeisterschaft.
Seit 1961 bis einschließlich 1972 sowie seit 1998 ist der Sachsenring Bestandteil des alljährlichen Kalenders, in diesem Jahr zum nun schon 38. Mal.
Insgesamt wird dieses Jahr der 85. Motorrad Grand Prix auf deutschem Boden ausgetragen.
Eine Motorrad-Straßen-Weltmeisterschaft wurde vom Motorrad-Weltverband FIM (Fédération Internationale de Motocyclisme) für 1949 erstmals ausgeschrieben und das erste Rennen zu dieser fand am 13.
Nachdem die Europameisterschaft in den 1930er-Jahren das höchste internationale Prädikat war, wurde diese vom Motorrad-Weltverband FIM nach dem Zweiten Weltkrieg 1947 wiederbelebt und auch 1948 ausgeschrieben.
Abgesehen von den Six Days International Enduro, die 1913 im englischen Carlisle erstmals als (inoffizielle) Mannschaftsweltmeisterschaft ausgetragen wurde, war Speedway die erste Motorsportdisziplin, in der ein Motorrad-Einzel-Weltmeister eines Jahres gekürt wurde.
1936 sicherte sich der Australier Lionel von Praag in London diesen Eintrag für die Ewigkeit in den Geschichtsbüchern.
Im Motocross schrieb die FIM 1957 die erste Weltmeisterschaft aus, allerdings zunächst nur für die 500-ccm-Klasse.
Erster Titelträger wurde der Schwede Billy Nilsson auf einer britischen AJS.
Als erstes WM-Event für den Motorrad-Straßenrennsport befand man die traditionsreiche und seit 1907 ausgetragene Tourist Trophy auf der zu Großbritannien gehörenden Isle of Man in der Irischen See als den geeignetsten Austragungsort.
Nach den ersten Trainingsfahrten verschiedener Klassen war es am Montag, dem 13. Juni 1949, den Rennfahrern der Klasse bis 350 ccm vorbehalten, den ersten WM-Lauf der Geschichte zu bestreiten.
Die 500-ccm-Klasse und die 250er zogen erst am 17. Juni 1949 nach.
Auf der Isle of Man wurden die Klassen damals in Lightweight-TT, Junior-TT und Senior-TT unterteilt, was im Continental Circus auf dem europäischen Festland den Klassen bis 250, 350 und 500 ccm entsprach.
Wie erwähnt, trugen in der reichlichen Rennwoche die 350er- respektive Junior-TT-Piloten ihr Rennen als Erste aus.
Für dieses Auftaktrennen galt der Brite Leslie "Les" Graham auf seiner Zweizylinder-AJS, die wegen der Rippen-förmigen Zylinder auch "Porcupine" (zu Deutsch Stachelschwein) genannt wurde, als der große Favorit.
Nachdem die 100 Probanden bei schönem Rennwetter paarweise auf den Mountain Circuit geschickt wurden, war es tatsächlich Les Graham, der dem Rennen seinen Stempel aufdrückte und die erste Runde als Schnellster mit 19 Sekunden Vorsprung abschloss.
Doch schon in der zweiten von sieben Runden auf dem 37,73 Meilen gleich 60,720 Kilometer langen Kurs musste er sein Motorrad mit Kupplungsdefekt abstellen.
Dadurch lag Bill Doran auf der zweiten AJS an der Spitze des Klassements, doch in der letzten Runde und nur ca. 20 Kilometer vor dem Ziel traf auch ihn die Defekthexe in Form eines kaputten Getriebelagers.
Das eröffnete Freddie Frith mit seiner Velocette die Chance auf den Sieg.
Er hatte im finalen Umlauf auf Bill Doran ohnehin mächtig aufgeholt und dabei in 26:35 Minuten und einem Schnitt von 135,55 km/h die schnellste Runde gedreht.
Seine Siegerzeit betrug letztendlich für die Renndistanz von 425,044 Kilometern 3:10:26,0 (133,817 km/h).
Die weiteren ersten WM-Rennen gewannen Harold Daniell (500 ccm, Norton) und der Ire Manliff Barrington (250 ccm, Velocette).
Legendäre Fahrer der MotoGP
In der Geschichte des MotoGPs gab es viele Rennfahrer, aber nur wenige konnten diese Welt im Sturm erobern.
Das sind die 3 größten Fahrer in der Geschichte des MotoGP: sie nicht zu kennen - ist wie ein Sportfan, der xtip gutscheincode nicht kennt - das heißt, es ist unmöglich!
- Valentino Rossi: Rossi ist ein professioneller italienischer Motorradrennfahrer, der mehrmals die MotoGP-Meisterschaft gewonnen hat. Und er ist der einzige Fahrer in der Geschichte des Motorradrennsports, der die Meisterschaft in vier verschiedenen Klassen gewonnen hat - MotoGP, 500, 250cc und 125cc. Hinter dem Namen Valentino Rossi stehen 9 Grand Prix Meisterschaften, was ihn zugleich zum erfolgreichsten Rennfahrer weltweit macht. Seine Karriere begann Rossi mit Honda und einem Sieg im Jahr 2001 in der 500er-Meisterschaft sowie den Meisterschaften 2002 und 2003. Die Meisterschaften 2004 und 2005 gewann er auch, aber diesmal mit Yamaha. Nach mehreren Kämpfen mit Casey Stoner ersetzte Rossi ihn bei Ducati im Jahr 2011.
- Marc Márquez: Neben Valentino Rossi gilt Marc Márquez als einer der erfolgreichsten Rennfahrer im MotoGP. Auf seinem Konto hat er bereits sieben Weltmeisterschaften, fünf davon in der Königsklasse. Wegen seines wilden Reitstiles bekam er den Spitznamen „Ameise von Cervera“. Seine exzessive Kurventechnik, sich über das Motorrad zu lehnen (sieht aus, als würde er herausfallen) brachte ihm die Anerkennung, einer der größten Innovatoren der Motorradwelt zu sein. Schon in seiner ersten Saison schaffte er es, in der Königsklasse einen Titel zu gewinnen. Im Jahr 2014 gewann er 10 Rennen in Folge.
- Giacomo Agostini: Der italienische Straßenrennfahrer Giacomo Agostini ist mehrfacher Weltmeister und eine Legende im MotoGP. Agostini mit dem Spitznamen Ago hält den Rekord von 15 Weltmeistertiteln und 122 Grand Prix Siegen. Die erste Weltmeisterschaft gewann er in der 175 ccm Klasse 1963 an Bord einer Morini. In der 350er-Klasse gewann er erneut die Meisterschaft 1964. Danach gewann er den 500er-Titel sieben Mal in Folge als Fahrer für MW August.
Aktuelles
Der amtierende MotoGP-Weltmeister Francesco Bagnaia aus Italien hat das erste Sprintrennen in der Geschichte der Motorrad-Weltmeisterschaft beim MotoGP-Auftakt in Portimao/Portugal gewonnen.
Das Sprintrennen ging am Samstagnachmittag über 12 Runden und war sehr spannend, die ersten fünf Piloten lagen im Ziel innerhalb von nur 1,854 Sekunden.
Mit Ducati, Honda, KTM und Aprilia kamen vier verschiedene Motorradhersteller unter die ersten Fünf.
Weltmeister Bagnaia überquerte mit nur 0,307 Sekunden vor seinem Ducati-Markenkollegen Jorge Martin aus Spanien die Ziellinie.
Dritter wurde Honda-Pilot Marc Marquez (Spanien), der von der Pole Position ins Rennen ging.
Das Sprintrennen wird bei allen WM-Läufen am Samstagnachmittag ausgetragen, der Große Preis von Deutschland findet vom 16.-18. Juni 2023 auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal in der Nähe von Chemnitz statt.
Die Saison 2024 startet am 10.03.2024 mit dem Grand Prix of Qatar in Lusail.
Neu dabei ist das Rennen auf dem Sokol International Racetrack in Kasachstan, das am 16. Juni 2024 steigen wird. Kasachstan ist damit das 30. Land in der Geschichte der MotoGP, das einen Grand Prix austragen wird.
Mit satten 21 Rennen fällt der MotoGP-Kalender so umfangreich aus, wie nie zuvor.
Das zweimalige Weltmeister Pedro Acosta wechselt 2024 in die Königsklasse und startet an der Seite von Augusto Fernandez für GasGas.
Gresini setzt für 2024 auf das Duo Márquez: Die Brüder Marc und Alex Márquez starten auf Ducati.
Verwandte Beiträge:
- Das erste MotoGP Rennen auf dem Sachsenring: Die Geschichte, die Motorradfans bewegt!
- Erstes deutsches Motorrad: Geschichte & Meilensteine der deutschen Motorradindustrie
- Erstes Mal Rennstrecke Motorrad: Tipps & Vorbereitung für Anfänger
- Shimano Ultegra 9-fach Kassette 11-32: Ultimative Kaufberatung & Experteninfos!
- Fahrradhelm mit Mütze für Damen – So kombinierst du Sicherheit und modischen Style perfekt!
Kommentar schreiben