Der Albtäler-Radweg ist ein Fernradweg, der in 3-5 Tagen durch acht Täler der Schwäbischen Alb führt. Auf insgesamt 186 km dreht man eine große Runde ab Laichingen oder Amstetten und kann dabei u.a. das Lonetal, das Eselsburger Tal, das Eybtal und das Obere Filstal entdecken. Entlang der Route warten interessante Stopps und Sehenswürdigkeiten wie Lonetopf und Lonesee, malerische Felsformationen, die Höhlen des UNESCO-Welterbes Eiszeitkunst und mehr.
Unser kleines Rad-Abenteuer beginnt am Bahnhof in Amstetten. Der erste Tag führt uns durchs Lonetal auf die Ostalb und macht unterwegs einen kleinen Abstecher ins Donautal bei Langenau. Wir haben schönstes Wetter erwischt und die heutige Etappe verspricht nur wenig Steigung und viel Natur. Gleich nach den ersten Kilometern erwarten uns mit dem Lonetopf und dem Lonesee zwei Highlights, die zu einer kleinen Rast einladen: An dem geheimnisvoll blau-grün schimmernden Quelltopf der Lone kommt das Wasser aus den Tiefen des Karstgesteins der Alb wieder hervor.
Entlang der Lone und durch das Donauried
In Urspring entspringt die Lone. Das Wasser der Lone wird uns den ganzen Tag immer wieder begleiten. Mein nächstes Highlight ist die Felsformation Fohlenhaus. Deren Verlauf folgen wir immer leicht abwärts bis zum Fohlenhaus, einer bizarren Felsformation mit Höhle und Rastplatz. Der Abschnitt davor durchs Lonetal ist richtig schön! Dort angekommen erkunden wir die zwei kleinen, schattigen Naturhöhlen im Fels (Schatten ist generell sehr willkommen an diesem Tag, es ist nämlich richtig heiß) und nutzen den kleinen Rastplatz für eine Trink- und Snackpause.
Danach sausen wir weiter bis zur kleinen Stadt Langenau und durch die weite, ebene Naturlandschaft des Donaurieds. Kurz nach Langenau verlassen wir in Rammingen das Donauried und gelangen über Lindenau wieder ins Lonetal, direkt zur Bärenhöhle. Langenau verspricht müden Radler*innen eine Einkehr - leider nicht außerhalb der Küchenzeiten. Doch das Radlerherz freut sich auch riesig über kalte Getränke und ein leckeres Eis im Eiscafé. Frisch gestärkt nehmen wir die letzten Kilometer in Angriff.
Was nun folgt, ist mein persönliches Highlight dieser Etappe: das Lonetal mit seinen UNESCO-Welterbe-Höhlen! Macht unbedingt einen kleinen Abstecher zur Hohlenstein-Höhle und zur Vogelherdhöhle. 50.000 Jahre Geschichte in der Hohlensteinhöhle, Fundort des berühmten “Löwenmenschen”. Bereits vor 40.000 Jahren lebten in den Höhlen Menschen. Aus Mammut-Elfenbein schnitzten sie kleine Figuren, die zu den ältesten bekannten Kunstwerken der Menschheit und zum UNESCO-Welterbe Eiszeitkunst zählen. Ich finde es immer wieder beeindruckend! Zwei der Figuren im Original könnt ihr im Archäopark Vogelherd bestaunen - trotz Ermüdungserscheinungen ein lohnenswerter Stopp am Ende der Etappe.
Ein paar Anstiege sind zu überwinden. Vorbei am Archäopark Vogelherd verläuft die Strecke bis zur HöhlenErlebnisWelt Giengen-Hürben auf einer wenig befahrenen Straße. Von hier sind es dann auch nur noch wenige Minuten nach Stetten zum Übernachtungsziel Lonetalhotel Zum Mohren. Die leckeren Kässpätzle habe ich mir nach einem langen Tag im Sattel sowas von verdient!
Die zweite Etappe des Albtäler Radwegs ist die längste - und für mich auch die schönste! die Ruine Kaltenburg im Lonetal: coole Ruine mit tollem Ausblick! Es lohnt sich, hier hochzustrampeln.die Charlottenhöhle, eine 587 m lange Tropfsteinhöhle mit Erlebnismuseum,das malerische Eselsburger Tal mit seinen Felsformationen (“Steinerne Jungfrauen”). Wir kamen kaum voran, weil wir ständig anhalten und zig Fotos schießen mussten… Plant daher für das erste Drittel der Etappe ruhig mehr Zeit ein und fahrt später zügiger durch. Es lohnt sich!
Durch das Eselsburger Tal
Weiter Richtung Hermaringen gelangen wir ins Brenztal. Danach kürzen wir die eigentliche Streckenführung ein bisschen ab und lassen die Schleife um Giengen und Herbrechtingen aus. Stattdessen cruisen wir von Hürben direkt hinüber ins Eselsburger Tal. Für mich als Ostalb-Kind heißt bedeutet das Tal ja vor allem eins: Heimatgefühle! Aber auch so ist das malerische Flusstal mit seinen markanten Felsen tatsächlich ein landschaftlicher Höhepunkt des gesamten Albtäler Radwegs. Macht unbedingt einen Abstecher zu den “Steinernen Jungfrauen” und lest euch auf der Infotafel die Geschichte zu der legendären Felsformation durch.
Von Giengen aus erreichen wir das Eselsburger Tal in Herbrechtingen und verlassen es an der Bindsteinmühle über einen kurzen steilen Anstieg. Ein Geheimtipp ist die alternative Route über Burgberg zur Brenzrenaturierung kurz vor Hermaringen. Empfehlen kann ich auch einen Stopp beim Biotal Hofladen & Café in Eselsburg, einem faszinierenden Gebäude in Strohbauweise. Gleich nebenan serviert die Talschenke in einem idyllisch an der Brenz gelegenen Biergarten schwäbische Gerichte und kühle Getränke.
Auch bei der anschließenden Fahrt durch das liebliche Flusstal schlägt das Radlerherz höher. (Wer noch nie hier war, stoppt am besten gleich noch beim Aussichtspunkt der Ruine Falkenstein). Nach den vielen Stopps des Vormittags müssen wir jetzt erst mal Strecke machen. Mit einem steilen Anstieg im Wald verabschieden wir uns keuchend vom Eselsburger Tal. Über die Hochfläche der Alb und kleine Dörfer geht es nun weiter bis zum Rand der Alb bei Böhmenkirch.
Auf die Albhochfläche und ins Eybtal
Von Wiesensteig steht uns die schwierigste Steigung bevor. Zwischendurch stoppen wir beim Heldenfinger Kliff: Die Felsen hier waren tatsächlich einmal die Küstenklippen des Jurameers, das die Alb vor 15 Millionen Jahren bedeckte. Noch heute entdeckt man die Löcher von Bohrmuscheln und Bohrschwämmen. Kaum zu glauben, dass hier einmal die Meeresbrandung an die Felsen donnerte!
Sie belohnt jedoch mit einem sagenhaften Höhenpanorama. Einige Kilometer später haben wir den Albtrauf erreicht. In Westerheim ist dann der höchste Punkt der Tour erreicht. Jetzt wird es richtig spaßig, denn es wartet eine rasante Abfahrt durch viel schattigen Wald ins idyllische Eybtal! Auch auf die hart verdiente Rast beim Gasthof Roggenmühle habe ich mich schon den ganzen Tag gefreut.
Schwäbische Spezialitäten, Kuchen, Forellen aus eigener Zucht und ein Biergarten - die Mühle taucht wie eine verlockende Fata Morgana aus dem grünen Tunnel des Fahrradwegs vor uns auf. Frisch gestärkt nehmen wir die letzten Kilometer bis Bad Überkingen in Angriff. Durch das industriell geprägte Geislingen sausen wir ohne größere Stopps durch das Filstal und diverse Ortschaften hindurch. Angekommen zwischen Kurpark und hübschen Fachwerkhäusern im Ortskern von Bad Überkingen bin ich fix und fertig, aber mein Kopf ist randvoll mit schönen Eindrücken.
Die dritte Etappe: Filsursprung und Laichingen
Die dritte und letzte Etappe des Albtäler Radwegs startet in der Altstadt von Bad Überkingen und führt hinter Wiesensteig wieder hinauf auf die Schwäbische Alb bis Laichingen. Während es also zunächst flach durchs Filstal geht, wird es am Nachmittag nochmal kurz sportlich: Wir müssen schließlich wieder rauf auf die Alb! Doch als erstes strampeln wir vorbei an den Felsen der Hausener Wand bis Wiesensteig.
Auf diesem Abschnitt fährt man durch diverse Ortschaften und der Radweg biegt häufiger ab, was mir persönlich nicht ganz so gut gefallen hat. (Dafür kommt man beim Café Spezerei in Ditzenbach vorbei!). Was ihr auf jeden Fall machen solltet, ist ein kurzer Abstecher von der Route zur hübschen, spätbarocken Wallfahrtskirche Ave Maria in Deggingen. Von hier hatten wir einen tollen Blick ins Tal! Auch die kunstvollen Verzierungen im Inneren haben uns staunen lassen. Als nächstes erreichen wir Wiesensteig und gleiten durch den hübschen Ortskern mit dem Schloss und alten Fachwerkhäusern hindurch.
Hier gibt es nochmal eine letzte Möglichkeit zur Einkehr, bevor es hinein in die Natur geht. Ich empfehle das Restaurant des Albhotel Malakoff mit seiner Aussichtsterrasse (wenn es nicht gerade Ruhetag hat, wie wir leider erst feststellen, nachdem wir den steilen Weg hinaufgestrampelt sind…). Hinter Wiesensteig fängt der idyllische Teil der heutigen Etappe an: Es geht wunderschön durch die Natur! Am Filsursprung, dem kühlen und schattigen Quelltopf der Fils, solltet ihr auf jeden Fall stoppen und ein Picknick einlegen.
Wer mag, kann sich im kalten Quellwasser erfrischen, denn schließlich folgt als nächstes der Anstieg auf die Alb! Dieser fällt glücklicherweise weniger steil und anstrengend aus als gedacht. Nach dem Filsursprung geht es immer sanft ansteigend durch richtig schöne, idyllische Naturlandschaften und schattigen Wald hinauf auf die Albhochfläche und weiter bis Laichingen.
Dort haben wir unser Ziel erreicht! Beim Bikecenter Alb, wo wir unsere E-Bikes geliehen haben, endet unserer dreitägige Tour. Mir hat die Tour richtig Spaß gemacht! Ich hatte vorab etwas Respekt vor der Strecke und war mir nicht sicher, wie ich alles schaffen würde, doch dank E-Bike war die Tour in drei Tagen für uns gut machbar.
Empfehlungen und Tipps
Da es unterwegs einige Gelegenheiten für Stopps gibt (bei mir kommen immer zig Fotostopps dazu ;)), waren wir tatsächlich den ganzen Tag unterwegs. Plant die Zeit auf jeden Fall ein. Der Weg ist quasi das Ziel, d.h. ich empfehle euch, jeden Tag ein paar Highlights mitzunehmen, auch Platz für spontane Stopps zu lassen und nicht einfach durchzurasen.
Da man bei der Tour ja verschiedene Täler durchquert, führt der Radweg häufig auch durch Ortschaften und besiedeltes Gebiet. Das hat natürlich den Vorteil von Infrastruktur (Einkehr, Übernachten, Sehenswürdigkeiten), man muss aber auch mal durchs Wohngebiet, Straßen überqueren oder am Industriegebiet lang, was nicht soooo spannend ist. Insbesondere der Abschnitt im Filstal um Geislingen hat mir daher am wenigsten gefallen. Am schönsten fand ich persönlich die Passagen, die wirklich durch die Natur gingen. Das Lonetal und Eselsburger Tal gehören für mich definitiv zu den landschaftlichen Highlights des Albtäler Radwegs. Auch das Tal um den Filsursprung ist richtig schön!
Wer also nur einsame Natur sucht, für den/die ist der Albtäler vermutlich nicht die richtige Wahl.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Länge | ca. 186 km |
| Beschilderung | Der Albtäler Radweg ist gut ausgeschildert. Allerdings findet sich nicht an jeder Abzweigung ein Schild und manchmal sind sie etwas versteckt. |
| Anreise | Mit der Bahn nach Amstetten (empfohlener Startpunkt). |
| Fahrradverleih | Wir haben uns beim Bikecenter Alb in Laichingen Testräder (E-Bikes) geliehen, die richtig gut waren. Eine Übersicht von Mietstationen entlang der Strecke findet ihr hier. |
| Ladestationen | Die Akku-Reichweite unserer Räder reichte für die Tagesetappen locker aus, so dass wir nur über Nacht im Hotel geladen haben. Doch auch unterwegs gibt es Ladestationen (hier die Übersicht). |
| Übernachten | Wir haben im Gasthaus Mohren in Stetten ob Lonetal übernachtet (Tag 1) und im Hotel Hohe Schule in Bad Überkingen (Tag 2). Beide Unterkünfte inkl. Restaurants kann ich uneingeschränkt empfehlen! Eine Übersicht über alle Übernachtungsmöglichkeiten entlang der Strecke findet ihr hier. |
| Einkehr | Die Infrastruktur auf der Alb ist diesbzgl. oft etwas dünn gesät. Checkt vorher die Einkehrmöglichkeiten und vor allem die Öffnungszeiten (wir hatten ein paar Mal das Pech, dank Ruhetagen und Betriebsurlaub vor verschlossenen Türen zu stehen). Abends solltet ihr immer reservieren. |
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