Euro 5 Motorrad Modelle: Ein Überblick

Das neue Technikzeitalter begann am 1. Januar mit der Einführung der Euro-5-Norm, die die Hersteller zwang, ihre Modelle zu überarbeiten. Die Euro-5-Norm zielt darauf ab, die Menge der ausgestoßenen Schadstoffe im Vergleich zu Euro 4 um ein Drittel zu senken. Hersteller nutzen solche Umstellungen gerne, um schwer verkäufliche Modelle aus dem Programm zu nehmen.

Modell-Updates und Anpassungen für Euro 5

Viele Hersteller haben ihre Modelle angepasst, um die Euro-5-Norm zu erfüllen. Hier sind einige Beispiele:

  • BMW G 310 R: BMWs kleinster Roadster erhielt einige optische Verfeinerungen und technische Nachbesserungen für das neue Euro-5-Jahr. Dazu gehören ein elektronischer Gasgriff, verstellbare Hebel am Lenker, eine Anti-Hopping-Kupplung, Scheinwerfer und Blinker in LED-Technik, Tagfahrlicht sowie eine Reihe neuer Farben.
  • Ducati Supersport 950: Ducatis Alltagssportler Supersport erhielt zum Modelljahr 2021 den Namenszusatz 950 sowie eine Optik, die sich stärker an den Panigale-Modellen orientiert - inklusive neu gestalteter Verkleidungsteile mit geänderten Lufteinlässen, LED-Voll-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht, neuer Sitzpolsterung, Quickshifter und Wheelie Control. Der 110 PS (81 kW) starke Zwei-Zylinder-V-Motor mit 93 Newtonmetern Drehmoment blieb bis auf die eingearbeitete Euro-5-Ertüchtigung unangetastet.
  • Kawasaki Ninja ZX-10R/ZX-10RR: Das Superbike der Japaner erhielt fürs neue Jahr etliche Updates aus dem höchst erfolgreich betriebenen Motorsport - die Marke fuhr unlängst ihren sechsten Superbike-WM-Titel in Folge ein -, darunter auch eine neue Verkleidung mit integrierten Winglets, die für stärkeren Abtrieb am Vorderrad sorgen soll. Zudem gibt’s einen leichteren LED-Scheinwerfer sowie ein TFT-Farbdisplay mit Smartphone-Connectivity. Die Fahrer-Assistenzsysteme wurden erweitert, die Fahrwerksgeometrie erhielt Anpassungen. Am Getriebe wurden überdies die Gänge 2 bis 6 länger übersetzt, das Kettenrad wurde von 39 auf 41 Zähne vergrößert. Dadurch verbessert sich laut Hersteller die Beschleunigung am Kurvenausgang. Beim eher rennsportorientierten Ableger Ninja ZX-10RR wertete Kawasaki eigenen Angaben zufolge den Motor auf. Neben Titan-Pleueln seien nun auch leichte Kolben von Pankl verbaut, was zusammen mit geänderten Steuerzeiten und einer Gewichtsersparnis von 500 Gramm am Kurbeltrieb gegenüber der Basisversion für noch mehr Drehfreude sorge.
  • Kawasaki Z H2 SE: Sein kompressorbeatmetes Naked Bike Z H2 SE stattet Kawasaki für 2021 mit einem elektronischen Federungssystem aus. Damit fahre sich das Motorrad, so heißt es im Marketing-Sprech der Japaner, „wie an imaginären Bändern aufgehängt“.

Modelle, die die Euro-5-Hürde nicht genommen haben

Einige ikonische Motorradmodelle haben die Umstellung auf die neue Abgasnorm Euro 5 nicht überstanden.

  • Harley-Davidson Sportster: Die kultige Harley-Davidson Sportster gab es 63 Jahre lang. Der Einstieg in die Welt kultiger, luftgekühlter V2 aus Amerika hieß 63 Jahre lang Harley-Davidson Sportster. Die technische Basis bildete zuletzt der 1986 eingeführte Sportster-Evolution-Zweizylinder. Nun ist die Modellfamilie von den europäischen Märkten verschwunden.
  • BMW K 1600 B: Auf den seidigen Sechszylinder der BMW K-Baureihe wartet ebenfalls der Ruhestand, zumindest vorerst. BMW Motorrad hat entschieden, dass es die exquisit ausgestatteten Mega-Tourer nicht mehr geben wird.
  • Honda CB1100 RS und CB1100 EX: Honda hat die beiden kultigen Naked Bikes CB 1100 RS und CB 1100 EX nicht neu homologieren lassen. Die V4-Motoren der VFR-Modelle flogen ebenfalls aus dem Programm.
  • Kawasaki Ninja H2 und ZZR 1400: Kawasaki sortiert sein Portfolio ebenfalls neu. Kawasaki lässt die kleinen 400er, die Kawasaki ZX 6R und die Z 1000 auslaufen.
  • Yamaha FJR1300AE Ultimate Edition: Die Euro-5-Hürde hat die FJR 1300 nicht gepackt. Mit ihr stellen die Japaner die beiden 950er-Zweizylinder SCR und XV sowie die XTZ 1200 Tenere ein.
  • Aprilia Dorsoduro 900 und Shiver 900: Aprilia hatte es mit der Dorsoduro 900 und der Shiver 900 im anvisierten, hart umkämpften Preissegment von Anfang an schwer.

Euro 5+ und zukünftige Entwicklungen

Ab 2025 wird die Euro-5+-Norm für Motorräder Pflicht. Diese Weiterentwicklung baut auf den 2020 eingeführten Euro-5-Vorgaben auf und bringt strengere Regeln für die Abgasüberwachung sowie die Haltbarkeit von Systemen wie Katalysatoren. Die Zielsetzung: Langfristig weniger Emissionen und eine nachhaltigere Nutzung der Technik.

Euro 5+ geht einen Schritt weiter: Statt nur die Emissionen zu begrenzen, wird die Technik hinterfragt. Halten Abgasreinigungssysteme wirklich die gesamte Lebensdauer eines Motorrads?

Die fortschrittlicheren Abgassysteme und das neue OBD II könnten dafür sorgen, dass Wartungen präziser, aber auch aufwendiger werden. Gerade bei Defekten an Katalysatoren oder Sensoren könnten die Reparaturkosten steigen.

Bereits jetzt gibt es Diskussionen über die Einführung von Euro 6, die möglicherweise 2028 kommt. Diese könnte weitere Verschärfungen bei Emissionen und Fahrgeräuschen mit sich bringen. Zusätzlich stehen Themen wie die Elektrifizierung von Motorrädern und Sicherheitsvorgaben.

Rabattaktionen auf Euro 5 Modelle

Es gab auch verschiedene Aktionen für viele Modelle mit Preisvorteilen.

Einige Beispiele für Tageszulassungen und Neufahrzeuge Euro 5 zum TOP-Preis (Streichpreise entsprechen der UVP inkl. Fracht):

Modell Streichpreis TOP-Preis Rabatt
C 400 GT 10.214€ 8.999€ 1.215€
F 900 R 13.019€ 10.890€ 2.129€
G 310 R 5.969€ 4.999€ 670€
Ninja 1000 SX Tourer 16.895€ 14.695€ 2.200€
Versys 1000 12.845€ 11.490€ 1.355€
Bobber „Ottograph“ 18.995€ 16.995€ 2.000€
Rocket 3 R 25.220€ 21.990€ 2.230€
Speedmaster Chrome 16.295€ 14.995€ 1.300€
Speed Twin 900 10.670€ 9.670€ 1.000€
Bobber 16.070€ 14.995€ 1.075€
Scrambler 900 12.220€ 10.990€ 1.230€
Speed Twin 14.670€ 13.495€ 1.175€
Scrambler 1200X 14.720€ 13.495€ 1.225€
Tiger Sport 660 9.820€ 7.995€ 825€
Speed Triple 1200 RS 18.820€ 16.495€ über 2.000€
Scrambler 400 X (Tageszulassung) 6.870€ 6.370€ 500€
Speed 400 (Tageszulassung) 6.170€ 5.670€ 500€

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