Europa Radwege Übersicht

Schönste Landschaften und spannende Städte per Fahrrad erleben? Das geht auf den EuroVelo-Routen, die durch ganz Europa führen. Die EuroVelo-Routen sind das Ergebnis des EuroVelo-Projekts, das vom Europäischen Radfahrer-Verband (ECF) ins Leben gerufen wurde. Insgesamt 17 Radfernwege dürfen sich als EuroVelo-Route bezeichnen. Unglaubliche 90.000 Kilometer Gesamtlänge umfassen die Radwege, die durch A wie Albanien bis Z wie Zypern führen.

Die Strecken führen durch ganz Europa, verbinden die Länder miteinander und bieten sowohl Langstreckenfans als auch Einheimischen auf kurzen Teilstrecken Bike-taugliche Routen. Das Projekt soll im Alltag zum Radfahren animieren und den Radtourismus voranbringen. Alle Routen sind vom ECF geprüft. Von den Strecken führen zehn Radfernwege von Norden nach Süden und fünf von Westen nach Osten, zwei Rundwege ergänzen die Auswahl.

1. Die Atlantikküsten-Route

Mit einer Wahnsinnslänge von 8186 Kilometern schlägt die Atlantikküsten-Route zu Buche und ist damit die bisher zweitlängste aller Strecken der EuroVelo-Routen. Sie führt dich vom Nordkap in Norwegen bis in die Kleinstadt Caminha in Portugal und durchquert Großbritannien, Irland, Frankreich und Spanien. Die mit der Nummer 1 gekennzeichnete Route bringt den Radwandernden und die Radwandernde dabei nach Bergen in Norwegen, Belfast in Irland und Pamplona in Spanien.

Als besonders sehenswert wird die Strecke durch Frankreich beschrieben, die dort Vélodyssée heißt. Die 1300 Kilometer lange Strecke ist zu 80 Prozent autofrei und passiert fast die gesamte Westküste Frankreichs. Perfekt ausgeschildert geht es durch bekannte Weinbaugebiete und malerische Naturlandschaften an der Küste, die immer wieder den Blick aufs Meer freigeben. Idyllische Plätze zum Baden müssen hier nicht lange gesucht werden.

Weiter geht es durch Spanien und dort von der bereits erwähnten Stadt Pamplona unter anderem nach Burgos, das auch von Pilgernden des Jakobswegs angesteuert wird und nach Mérida, in die Hauptstadt von Extremadura mit den eindrucksvollen Denkmälern der Römerzeit. In Portugal führt die Route über Faro nach Lissabon und Porto, bis sie schließlich in der nordportugiesischen Grenzstadt Caminha endet.

2. Die Mittelmeer-Route

Das Meer in allen Blau- und Grüntönen erleben und nebenbei bedeutende kulturelle Sehenswürdigkeiten bewundern, das geht auf dem EuroVelo 8, der Mittelmeer-Route. Die Radfernroute präsentiert Radfahrenden auf 7500 Kilometern die Schönheiten des Mittelmeerraumes und führt von Spanien bis in die Türkei, wo die 500 Kilometer lange İzmir-Erweiterung den Abschluss bildet.

In der spanischen Hafenstadt Cádiz in Andalusien, die zu den ältesten Städten Westeuropas zählt, startet die Reise und das städtische Radwegenetz von Cádiz führt direkt vorbei an den imposanten Kirchen und Wachtürmen der Stadt. Kulturellen Hochgenuss bieten auch die Metropolen Valencia und Barcelona, die ebenfalls auf der Strecke liegen. Mit Zielen wie Nizza und Cannes gehört der Streckenabschnitt der EuroVelo 8 durch Frankreich zu den glamourösesten des EuroVelo-Netzes. Und auf türkischer Seite kommst du unter anderem an Sehenswürdigkeiten wie der antiken Stadt Pergamon vorbei.

Auf dieser Route hast du die Qual der Wahl zwischen Besuchen von zahlreichen Unesco-Stätten und der Schönheit der Natur. Da die Mittelmeer-Route so wie alle EuroVelo-Strecken in Teilabschnitte unterteilt ist, kannst du dir überlegen, welches Land du erkunden möchtest, und die Strecke genau nach deinen Bedürfnissen zusammenstellen.

3. Via Romea Francigena

Die Nord-Süd-Strecke Via Romea Francigena, oder einfacher: die EuroVelo 5, führt dich nach Rom und ist angelehnt an den Pilgerweg, auf dem im Mittelalter die Gläubigen aus Frankreich nach Rom wanderten. Startpunkt für den Radfernweg ist allerdings die pulsierende Metropole London. Von dort geht es knappe 4000 Kilometer in den Süden.

Die Route führt durch Großbritannien, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Schweiz und Italien und passiert dabei zahlreiche Kathedralen, Kirchen und Museen. Zu den Landschaftshighlights zählt etwa die elsässische Weinstraße, die durch etwa 100 Weindörfer führt, und die spektakuläre Aussicht bei der Alpenüberquerung im Streckenabschnitt von Basel nach Bellinzona.

Ausflugsziele und Aktivitäten entlang der Gesamtstrecke bieten die Burgen rund um Canterburry, eine Bootsfahrt auf dem Vierwaldstättersee in Luzern oder auf dem Lago Maggiore in Locarno. Lohnenswert ist es auch, die Galerien von Florenz zu erkunden, Fischrestaurants in der Hafenstadt Brindisi zu besuchen und die fast erschlagende Kulturvielfalt in Rom zu erleben.

4. Der Rheinradweg

Als Route für jede und jeden präsentiert sich die EuroVelo 15, der Rheinradweg, der in sieben Etappen unterteilt ist und durch die Schweiz, Deutschland, Frankreich und die Niederlande führt. Dieser Radfernweg entlang einer der wichtigsten Wasserstraßen Europas ist als familienfreundlich eingestuft und für alle Fitnessstufen geeignet und insgesamt 1500 Kilometer lang.

Die erste Etappe führt zur Rheinquelle in die Berge der Schweiz und an den Bodensee und weiter ins pittoreske Schaffhausen mit seinem Wasserfall. Zahlreiche malerische Städte und Dörfer am Rheinufer reihen sich ein. So gehören auch die Fachwerkstadt Straßburg und Speyer mit seinem imposanten Dom zu den Zielen entlang der Route. Die malerische Kulisse von Weinbergen und Burgen und Schlössern macht die Strecke von Bingen nach Koblenz landschaftlich reizvoll.

In den Niederlanden teilt sich der Rhein in zahlreiche Nebenarme und die EuroVelo 15 vereint entlang der Strecke malerische Landschaften mit Dorfromantik und schließlich Metropolenflair. So geht es von Arnheim durch das Rheindelta, am Windmühlendorf Kinderdijk vorbei bis nach Rotterdam.

5. Rhone-Radweg

Der Rhone-Radweg gehört mit gut 1160 Kilometern Länge zu den kürzesten Strecken der EuroVelo-Routen. Die Strecke besteht aus der Zusammenlegung der 350 Kilometer langen Rhone-Route in der Schweiz und der 815 Kilometer langen Strecke ViaRhôna in Frankreich. Der Radfernweg ist als EuroVelo-17-Route gekennzeichnet.

Startpunkt ist das beschauliche Andermatt in den Schweizer Alpen. Danach geht es an der Rhone entlang bis zum landschaftlich faszinierenden Mündungsdelta in der Camargue in der Provence. Natürlich bietet auch die EuroVelo 17 interessante Orte am Wegesrand.

Hervorzuheben sind die landschaftlichen Perlen der Route. Neben den Schweizer Alpen und dem Genfer See sticht vor allem das Naturschutzgebiet der Camargue hervor, in dem du weiße Wildpferde und rosarote Flamingos entdecken kannst. Zu den Städten entlang des Weges zählen Genf, Lyon und Avignon mit seinem Papstpalast.

6. Vom Atlantik zum Schwarzen Meer

Die West-Ost-Route EuroVelo 6 führt durch zehn Länder vom Atlantik zum Schwarzen Meer und gehört zu den beliebtesten EuroVelo-Strecken. Auf 4450 Kilometern werden zehn Länder durchfahren: Angefangen in Frankreich geht es durch die Schweiz, Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien und Bulgarien.

Eine der beliebtesten Etappen dieser Strecke, die mit den opulenten Loire-Schlössern Eindruck macht, liegt in Frankreich und führt von Nantes nach Nevers. Wer den deutschen Streckenpart der EuroVelo 6 entdecken möchte, startet in Ulm und radelt in Richtung der Grenzstadt Passau. Die Strecke führt immer an der Donau entlang und besticht durch malerische Flusstäler und Mittelalterstädte. Eine davon ist Regensburg, das mit seiner historischen Altstadt in die Vergangenheit entführt.

Über Wien und Budapest geht es weiter nach Belgrad und von dort ins bulgarische Ruse, letzterer Streckenabschnitt ist von beeindruckenden Schluchten geprägt, die auch „Eisernes Tor“ genannt werden. Auf der letzten Etappe müssen sich die Radwandernden zwischen zwei Routen entscheiden und entweder die Route am Donau-Schwarzmeer-Kanal oder entlang der letzten Mäander der Donau wählen. Ziel der EuroVelo 6 ist letztendlich der rumänische Ort Constanta an der Schwarzmeerküste.

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