Sardinien ist ein Eldorado für Motorradbegeisterte. Ein schier endlos geschlängeltes Straßennetz, gepaart mit einer sagenhaften Verkehrsarmut, sorgt für Tourenvergnügen vom Feinsten. Berge mit Erhebungen bis 1800 Meter und wilde, knapp 2000 Kilometer lange Küsten, traumhafte Sandstrände, weite Ebenen und Sumpflandschaften sorgen für Abwechslung im Tourenprogramm. Eine herzhaft-bodenständige Küche und freundliche Gastgeber machen die richtige Mischung für einen gelungenen Urlaub komplett.
Nachfolgend finden Sie neben den schönsten Motorradtouren auf Sardinien auch Tipps zur besten Reisezeit, Streckenlänge und dazu, wie man sich am besten auf eine Fährfahrt mit dem Motorrad vorbereitet.
Beste Reisezeit für Motorradtouren auf Sardinien
Die beste Reisezeit für die Motorrad-Trauminsel Sardinien ist die mildere Nebensaison im Frühjahr (Mai) und im Herbst (September/ Oktober), wenn man in beliebten Touristengebieten wie der Costa Smeralda und an der Costa del Sud wenig befahrene Straßen vorfindet und die Kurvenstrecken der SS125 Orientale Sarda sowie die Bergpässe des Supramonte in Zentralsardinien herrlich einsam sind.
Motorradfahren kann man auf der Mittelmeerinsel fast ganzjährig, wobei es im Hochsommer für Biker in Schutzkleidung sehr heiß wird. Auch im Winter verschlägt es zahlreiche Enduro-Fans auf die spannenden Schotterpisten, Waldstrecken und ausgewaschenen Feldwege der Insel. Die Wintermonate sind zwar verhältnismäßig mild, aber auch niederschlagsreich - auf den Gipfeln der Berge liegt dann oftmals Schnee.
Anreise mit der Fähre nach Sardinien
Zahlreiche Fähren ermöglichen einen Sardinien-Urlaub mit dem eigenen Motorrad. Allein die Anreise zu den Festland-Häfen Genua und Livorno sind Roadtrips, die hohen Fahrspaß versprechen, wenn man sich ein wenig Zeit lässt und Hauptrouten meidet.
Fährverbindungen nach Sardinien
Italiens zweitgrößte Insel erreichst du fast täglich problemlos von Korsika, Italien, Frankreich und Spanien aus über zahlreiche Fährverbindungen. So kannst du Sardinien u.a. von Italien, Spanien und Frankreich aus problemlos mit der Fähre erreichen. Und auch innerhalb von Sardinien gibt es einige Verbindungen mit der Sardinien Fähre. Von Italien aus nutzen die meisten Urlauber die Sardinien Fähre ab Piombino, Genua, Livorno und Civitavecchia. Solltest du von der Insel Korsika übersetzen wollen, ist auch das kein Problem. Von Bonifacio geht es rüber nach Santa Teresa Gallura. Weitere beliebte Verbindungen gibt es u.a. von Neapel, Palermo (Sizilien), Barcelona, Nizza und Toulon.
Auf Sardinien gibt es 4 Häfen im Norden und Nordosten der Insel (Porto Torres, Santa Teresa di Gallura, Olbia und Golfo Aranci), einen ganz im Süden (Cagliari) und einen im Osten (Arbatax).
Für die über 20 Routen nach Sardinien gibt es verschiedene Reedereien, die Fähren nach Sardinien anbieten: Da wären zum Beispiel Corsica Ferries, Ichnusa Lines, Grandi Navi Veloci, Grimaldi Linies, Moby Lines und auch Tirrenia.
Die Fahrt von Livorno nach Olbia dauert knapp 7,5 Stunden, von Genua nach Porto Torres ca. 10 Stunden und von Genua nach Olbia zwischen 10 und 12 Stunden. Für die Livorno Golfo Aranci Fährstrecke solltest du 7,5 Stunden einplanen.
Am einfachsten kannst du deine Fähre nach Sardinien über die Seite von Direct Ferries* buchen. Auf dieser Plattform findest du die größte Auswahl mit rund 214 Reedereien weltweit. Sie arrangieren rund 1,2 Millionen Überfahrten pro Jahr und gehören damit zu den führenden Seiten, wenn es um Überfahrten mit einer Fähre geht.
Plane deine Reise daher lieber innerhalb der Woche. Im Juli kostet eine Hin- und Rückfahrt am Wochenende von Livorno nach Olbia für 2 Personen beispielsweise 190 € und nur 140 € innerhalb der Woche.
Fährunternehmen und Routen
| Route | Fährunternehmen | Dauer (ungefähr) |
|---|---|---|
| Bonifacio - Santa Teresa di Gallura | Moby Lines | 50 Minuten |
| Marseille - Porto Torres | Diverse | Mindestens 17 Stunden |
| Livorno - Olbia | Diverse | 7,5 Stunden |
| Genua - Porto Torres | Diverse | 10 Stunden |
| Genua - Olbia | Diverse | 10-12 Stunden |
| Livorno - Golfo Aranci | Diverse | 7,5 Stunden |
Tipps für eine reibungslose Fährüberfahrt
Hier sind einige Tipps für eine reibungslose und stressfreie Fährüberfahrt vom Festland:
- Rechtzeitig buchen: Wenn du eine Reise nach Sardinien im den Sommermonaten planst, solltest du im Voraus einen Platz auf der Fähre buchen. Nur so kannst du sicherstellen, dass du einen Platz für dich und dein Fahrzeug auf der Fähre nach Sardinien bekommst. Außerdem bieten viele Reedereien bei der Buchungseröffnung einen Frühbucherrabatt für Fahrten nach Sardinien an. Wenn du Glück hast, bekommst du hier Tickets mit bis zu 30% Rabatt.
- Check-in: Die Fährfahrt beansprucht in der Regel mehr Zeit als nur die eigentliche Fahrzeit. Etwa 2-3 Stunden vor Abfahrt ist der physische Check-in bei der Reederei erforderlich, gefolgt von der Grenzkontrolle und einer längeren Wartezeit, bis das Einladen beginnt. Es ist entscheidend, ausreichend Zeit einzuplanen, besonders an südlichen Grenzübergängen, wo es oft hektisch zugeht.
- Kabine buchen: Die zusätzliche Buchung einer Kabine ist besonders bei Nachtüberfahrten zu empfehlen. Dies aus zwei Gründen: Zum einen kann der Lärmpegel in den öffentlichen Bereichen je nach Fähre extrem sein, und eine eigene Kabine ermöglicht eine komfortable Nachtruhe. Zum anderen neigen die Sanitäreinrichtungen in den öffentlichen Bereichen dazu, schnell unangenehm zu werden.
Sichere Motorradbeförderung auf der Fähre
Wenn ein Fährtransfer auf der Motorradtour bevorsteht, sollte man sich entsprechend vorbereiten, um unangenehme Überraschungen und Verzögerungen zu vermeiden. Die Motorräder werden üblicherweise vorne oder hinten im Schiff mit Spanngurten sicher befestigt. Der Zugang zum Fahrzeugdeck ist während der Fahrt nicht gestattet.
Vorbereitungen auf die Fährfahrt
- Einige Fährbetreiber stellen den Motorradreisenden Spanngurte und Schutzmaterial zur Verfügung, andere nicht. Im Zweifel vorher bei der Fährgesellschaft anfragen - besser ist es, mindestens zwei eigene Zurrgurte und Schutzmaterial als Gurtunterlage mitzuführen.
- Vor der Fährfahrt sollte man sich mit den eigenen Spanngurten vertraut machen, diese auf Beschädigungen prüfen und geeignete Abspannpunkte am eigenen Motorrad prüfen.
- Bei selbstständig einklappenden Seitenständern sollte ein extra Gurt zur Sicherung des Seitenständers mitgeführt werden: Mit einem durch das Vorderrad gefädelten Gurt kann man den Seitenständer nach vorne binden.
- Machen Sie sich Gedanken, wie Sie die Vorderradbremse auf der Fähre anziehen und fixieren können.
- Utensilien, die auf der Überfahrt und während einer eventuellen Übernachtung an Bord benötigt werden, sollten gut zugänglich auf dem Motorrad verstaut werden.
Tipps für eine entspannte Auffahrt
- Es ist ratsam, möglichst nicht mit einem bis zur Oberkante gefüllten Tank auf die Fähre zu fahren. Bei Seegang können, wenn auch kleine Mengen, Benzin auslaufen. Außerdem lässt sich ein leichteres Motorrad einfacher sichern.
- Beim Beladen großer Seefähren werden Motorradfahrer meist gleich zu Anfang des Ladevorgangs oder erst an dessen Ende in die Fähre eingewiesen. Oft herrscht bei der Beladung enormer Zeitdruck für das Personal, weshalb es manchmal hektisch zugehen kann. Hier gilt: Nicht hetzen lassen!
- Die Böden der Fährendecks sind häufig dick mit glatter Farbe lackiert und können zusammen mit Wasser und Öl sehr rutschig sein. Daher empfehlen wir, die Rampen nur auf den geriffelten, griffigeren Spuren zu befahren.
- Beim Auffahren auf die Fähre sollten Sie ausreichenden Abstand halten, besonders zu großen Fahrzeugen (Lkw, Wohnwagengespannen, Wohnmobile), hinter denen das Motorrad leicht verschwinden kann.
- An Bord sollte das Personal einen geeigneten Motorradstellplatz zuweisen - im Zweifel nachfragen.
Tipps zur Sicherung vom Motorrad
- Nicht blind darauf verlassen, dass die Besatzung das Motorrad sichert. Sicherheitshalber nachfragen, ob man selbst Hand anlegen kann, soll oder muss. Wer sich nicht zutraut, das Motorrad selbst zu verzurren und zu sichern, wendet sich an das Bordpersonal, das in der Regel gerne hilft und Fragen beantwortet.
- Das Abstellen auf dem Seitenständer ist generell besser als auf dem Hauptständer. Dadurch hat das Fahrzeug drei feste Auflagepunkte und kann nicht ins Wackeln kommen.
- Ersten Gang einlegen. Selbstständig einklappende Seitenständer mit einem z.B. durch das Vorderrad gefädelten Gurt nach vorne sichern.
- Die Vorderradbremse kann zusätzlich mit einem Kabelbinder oder Ähnlichem angezogen werden.
- Steht das Motorrad auf dem Hauptständer, einen Keil unter den Freiraum des Vorderreifens klemmen. Damit kann ein Kippen verhindert werden.
- Motorrad zwischen den festgelegten Punkten und entsprechenden Bodenösen mit den Gurten verzurren. Brauchbare Abspannpunkte sind je nach Motorrad: Gabelbrücken, Lenker, Motorschutzbügel, Fußrastenausleger, Rahmenrohre oder Gepäckträger. Gurte sollten immer gegen Öffnen gesichert sein, aber niemals überspannen.
- Als Mindestsicherung sollte ein Gurt quer über die Sitzbank das Motorrad in den Seitenständer drücken. Hier kann es von Vorteil sein, Schutzmaterial als Gurtunterlage dabei zu haben.
- Wackeltest machen: Einmal ordentlich rütteln deckt schnell Sicherungslücken auf.
- Sollten trotzdem fremdverschuldete Schäden entstanden sein, müssen diese vor dem Verlassen der Fähre beim Personal beanstandet werden. Es ist ratsam, diese zu dokumentieren.
Sicherheitstipps für das Motorradfahren auf Sardinien
Aufgrund der hohen Kurvendichte und abwechslungsreichen Streckenverläufe fordert die Mittelmeerinsel Sardinien hohe Konzentrationsfähigkeit von Motorradfahrern.
- Tierische Hinterlassenschaften: Besondere Achtsamkeit ist gefragt, wenn tierische Hinterlassenschaften auf der Fahrbahn zu sehen sind. Dann heißt es: Tempo rausnehmen. Auf der Insel sind viele freilaufende Tiere unterwegs. So stehen hinter der nächsten Kurve gern mal Kühe, Esel, Schafe, Ziegen oder Schweine auf und neben der Fahrbahn.
- Körperliche Belastung: Die hohe körperliche Belastung beim Motorradfahren wird oft unterschätzt, insbesondere auf Sardinien, wo Geraden Mangelware sind. Damit die Tour nicht zu Tortur wird, sind ausreichend Trink- und Verschnaufpausen ratsam.
- Motorrad-Check: Bremsen, Reifen, Antriebskette und Gepäcksysteme sind auf einer langen Motorradreise ebenfalls besonderen Belastungen ausgesetzt. Vor der Abreise ist daher ein gründlicher Check des Motorrads empfehlenswert.
- Reifenprofil: Sardische Straßenbeläge sind für ihren perfekten Grip bekannt - und damit auch für hohen Verschleiß. Wer auf eigener Achse an- und abreist sollte den verschleißfreudigen Asphalt mit einberechnen und, wie überall, auf ausreichend Profiltiefe achten.
- Tourenlänge: Wer das erste Mal auf der Insel ist, sollte die Tourenlängen mit Bedacht planen und sich zu Beginn nicht überschätzen: Durchschnittsgeschwindigkeiten fallen aufgrund der Vielzahl an Kurven verhältnismäßig niedrig aus, wodurch Touren ab 200 Kilometer anstrengend werden können.
Gesetzliche Bestimmungen
Selbstverständlich gilt in Italien Helmpflicht, Handy ohne Freisprechanlage ist tabù und die Promillegrenze liegt bei 0,5. Auf Landstraßen gilt ein Tempolimit von 90 km/h und 50 km/h innerorts.
Drei ausgewählte Motorradtouren auf Sardinien
Die nachfolgenden drei ausgewählten Routenvorschläge mit GPS-Daten zählen zu den schönsten Motorradtouren auf Sardinien und sorgen für reichlich Genuss-Gänsehaut.
Motorradtour im Nordosten Sardiniens
Kurvensüchtige Motorradfahrer werden von dieser Route in den Nordosten Sardiniens begeistert sein. Ausgangsort ist die Küstenstadt Santa Maria Navarrese, nördlich der Stadt Arbatax gelegen. Von dort aus beginnt der Kurvenspaß auf der bei Motorradfahrern beliebten Strada Statale 125 Orientale Sarda, gemeinhin als SS125 bekannt, gen Norden.
Die Motorradtour auf einen Blick
- Streckenlänge: ca. 303 Kilometer
- Fahrtzeit: ca. 5,5 bis 6 Stunden
- Mit dem Motorrad: Kurvenreiche, menschenleere Bergstrecken mit bestem Grip sorgen für puren Fahrspaß durch eine abwechslungs- und gebirgsreiche Landschaft. Auf der Route werden insgesamt knapp 9000 Höhenmeter bewältigt und atemberaubende Aussichtspunkte passiert.
- Highlights der Tour: Wer den kurvenreichen Nordosten der Insel auf dem Motorrad entdecken möchte, kommt mit dieser Panorama-Tour voll auf seine Kosten. Die gesamte Route ist ein einziges fahrerisches Highlight. Der Aussichtspunkt Punto Panoramico di Talana ist ein Biker-Pflichtstopp auf Sardinien und der landschaftlich wahrscheinlich schönste Spot der Tour.
Kurvenparadies Gennargentu
Unterwegs in Zentral- und Ost-Sardinien: Diese Motorradroute rund um das höchste Gebirge Sardiniens, den Gebirgskamm Monti del Gennargentu, führt durch die Gemeinden Fonni, Desulo, Aritzo, Seui, Ussassai sowie Gairo und damit in das fahrtechnisch sowie landschaftlich reizvollste Tourenrevier auf der Mittelmeerinsel.
Die Motorradtour auf einen Blick
- Streckenlänge: ca. 230 Kilometer
- Fahrtzeit: ca. 4 Stunden
- Mit dem Motorrad: An Höhenmetern (gesamt ca. 6900) und Kurven mangelt es dieser Rundtour um das höchste Gebirge Sardiniens nicht. Panoramen und abwechslungsreiche, gut ausgebaute Kurvenstraßen mit griffigem Asphalt sorgen für Fahrspaß sondergleichen.
- Highlights der Tour: Die Strecke zwischen Fonni und Desulo sowie von Seulo nach Gairo (teils auf der SS198) sorgt für Begeisterung unter dem Helm.
Panoramaroute in der Provinz Ogliastra
Ohne die Ogliastra wäre ein Sardinien-Motorradurlaub unvollständig. Die nachfolgende Motorradtour führt von Tortoli aus in die unberührte und erstaunliche Naturlandschaft des Nationalparks Parco nazionale del Golfo di Orosei e del Gennargentu und hält einige Motorrad-Highlights bereit.
Die Motorradtour auf einen Blick
- Streckenlänge: ca. 156 Kilometer
- Fahrtzeit: ca. 2,...
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