Die Welt entdecken - und zwar auf zwei Rädern! Für Kinder beginnt dieses Abenteuer mit dem ersten eigenen Fahrrad. Mit dem Rad verändert sich etwas: Kinder fühlen sich größer, mutiger, unabhängiger. Bevor es losgeht, braucht es allerdings das richtige Bike. Und das will gut gewählt sein. Denn Sicherheit, Handling und Verarbeitung spielen eine große Rolle - vor allem, wenn die kleinen Abenteurer nicht nur langsam durch die Gegend rollen, sondern richtig Gas geben wollen. Rahmen, Bremsen, Tretlager, Reifen: Alles muss sitzen.
Viele Kinder lernen im Alter von drei bis vier Jahren Fahrradfahren, es gibt aber auch Frühstarter, die schon mit zweieinhalb aufs Fahrrad drängen. Die richtige Fahrradgröße hängt, natürlich, vor allem von der Körpergröße ab. Für Kinder unter drei Jahren oder einer Körpergröße von unter 100 Zentimetern kommen in der Regel Fahrräder mit 12-Zoll- oder 14-Zoll-Reifen infrage. Es ergibt allerdings wenig Sinn, in solche Kinderfahrräder viel Geld zu investieren. Denn erstens ist es meist unklar, ob der Nachwuchs in diesem Alter wirklich schon nachhaltiges Interesse am Fahrradfahren haben wird. 12-Zoll- und 14-Zoll-Fahrräder sind daher eher als Spielzeug für die ersten Fahrversuche interessant - es sei denn, ihr Kind ist eher klein. Für die meisten Kinder sollte das erste »richtige« Fahrrad aber ein 16-Zoll-Fahrrad sein.
Wir haben 22 Kinderfahrräder getestet, die eine Radgröße von 16 Zoll (ca. 41 Zentimeter) haben und somit für Kinder ab einem Alter von drei bis vier Jahren geeignet sind. 18 sind davon noch verfügbar.
Radfahren lernen: Ein guter Start
Radfahren lernen beginnt lange vor der Anschaffung ersten Kinderfahrrads. Mamas und Papas sollten ihre Kinder möglichst frühzeitig an Mobilität gewöhnen. Laufräder oder Kinderroller sind ideal für einen guten Start. Sind die Kleinen erst richtig fit auf dem Laufrad, ist der Sprung aufs Kinderfahrrad meist schnell geschafft. Viele Kids schaffen es bereits nach wenigen Tagen, selbstständig auf dem Fahrrad zu fahren. Auf Stützräder kann und sollte man da getrost verzichten. Denn Stützräder verhindern eher, das Gleichgewicht zu halten und sorgen vielmehr für eine trügerische Sicherheit.
So empfiehlt auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ADFC: Lieber etwas länger mit den ersten Fahrversuchen auf einem Zweirad warten. Denn eine der größten Herausforderungen beim Fahrradfahren ist für Kinder das Erlernen des Gleichgewichtshaltens. Außerdem sollte der Nachwuchs an einem geeigneten Ort mit ausreichend Sicherheit üben - natürlich unter Aufsicht der Eltern, die ihren Kindern mit Rat und Tat zur Seite stehen sollten, vor allem als Motivator. Schließlich wissen die meisten Erwachsenen ja selbst, wie es ist, zum ersten Mal auf so einem Fahrrad zu sitzen und zu strampeln. Am besten auf einem Platz, einer Straße oder einem Weg ohne Verkehr.
Bei alldem ist eines essenziell: Lassen Sie Ihrem Kind die nötige Zeit. Wenn Sie merken, dass Ihre Tochter oder Ihr Sohn noch nicht so ganz bei der Sache sind, sich immer wieder von der kleinsten Kleinigkeit ablenken lässt und vielleicht noch viel mehr Spaß mit ihrem Laufrad oder Roller haben, dann haben Sie Geduld und stellen Sie das Fahrrad noch einmal in die Garage oder den Keller. Außerdem heißt Radfahren auch im wahrsten Sinne des Worte und in jeder Hinsicht: loslassen! Denn wenn der oder die Kleine mit seinen drei oder vier Jahren plötzlich allein auf dem Rad sitzt, wird es so sicher wie das Amen in der Kirche auch mal den einen oder anderen Sturz geben.
Aber keine Angst! Laufen Sie in der Lernphase nicht ständig neben Ihrem Kind her, um ihm bei einem möglichen Sturz abzufangen. Kleinere Stürze gehören dazu und sind schnell wieder vergessen. Laut ADFC ist die Fallhöhe und Geschwindigkeit beim Erlernen des Radfahrens niedrig und damit das Verletzungsrisiko vergleichsweise gering. Das Kind muss das Fallen nämlich genauso lernen wie das Radfahren selbst. Zumal die Kinder so mehr auf sich und ihre Fähigkeiten konzentriert sind, sich dadurch aufmerksamer verhalten und recht schnell merken, dass ein Sturz meist gar nicht so schlimm und schmerzhaft ist.
Worauf es bei modernen Kinderfahrrädern ankommt
Die Zeiten von klotzigen, schweren und sperrigen Stahlkonstruktionen gehören auch bei Kinderfahrrädern immer mehr der Vergangenheit an. Bikes, auf denen die Kinder bereits ins Schwitzen geraten, bevor sie überhaupt eine Kurbelumdrehung hingelegt haben, findet man glücklicherweise immer seltener. Moderne Kinderfahrräder haben oft eine schwungvolle und sportliche Rahmengeometrie und werden aus hochwertigem Aluminium hergestellt. Sie verfügen bestenfalls vorn wie hinten über V-Bremsen, und durch den freien Rücktritt lassen sie sich sportlicher und leichter fahren.
Zur Grundausstattung sollten eine Klingel und ein Ständer gehören. Schutzbleche sind für diese Räder dagegen nicht so wichtig, wie man meinen könnte. Auch auf eine Fahrradbeleuchtung kann man bei Erstlings-Fahrrädern meist verzichten, denn mit Kindern in diesem Altern wird man in der Regel nicht bei Dunkelheit im Straßenverkehr unterwegs sein. Reflektoren tun es dann auch. Und was nicht dran ist, kann auch nicht kaputtgehen.
Empfehlenswerte Modelle im Überblick
Ein Kinderfahrrad für 5-Jährige sollte stabil, leicht und ergonomisch sein. Ein 18-Zoll-Fahrrad ist in diesem Alter üblich, doch die Körpergröße sollte unbedingt geprüft werden.
Puky 18 Zoll
- Preis-Leistungs-Tipp
- Geeignet für Kinder ab Schrittlänge 48 bis 57 cm bzw. einer Körpergröße ab 111 bis 130 cm (ab etwa 5 Jahre)
- Gewicht: 8,7 kg
- Tiefer Einstieg
- Geschlossener Kettenkasten
Cube Acid 200
- Offroad Bike
- 20-Zoll-Kinderfahrrad im Mountainbike-Stil
- Geeignet für Kinder mit einer Körpergröße von etwa 111 bis 124 cm
- 1×7-Gang-Schaltung von Shimano
- Gewicht: 9,2 kg
woom 4
- Sehr leicht
- Leichter 20-Zoll Aluminiumrahmen
- SRAM X4 8-Gang Schaltung
- Gewicht: 7,7 kg
- Ergonomisch auf Kinder ausgerichtet
BIKESTAR Kinderfahrrad 18 Zoll „Urban Jungle“
- Geeignet für Kinder ab 5 Jahren und einer Körpergröße von mindestens 115 cm
- Leicht und robust dank Aluminiumteilen und einem Stahlrahmen
- Verstellbare Lenker und Sattel
- Rücktritt- und Vorderradbremsen
- Gewicht: 11 Kilogramm
AVASTA Freestyle BMX Fahrrad
- Speziell für Kinder ab 5 Jahren und Anfänger konzipiert
- Robuster Hi-Ten-Stahlrahmen
- Aluminium U-Brake
- 18″ x 2,125″ Reifen
- Gewicht: 13,07 Kilogramm
Hiland Kinderfahrrad
- Erhältlich in den Größen 16″, 18″ und 20″
- 18 Zoll-Rad für Kinder ab 5 Jahren
- Zwei Bremssysteme (Hand- und Scheibenbremsen)
- Gepäckträger und Licht
- Gewicht: 12,5 Kilogramm
woom NOW 4
- 20 Zoll Hinterreifen und einem 16 Zoll Vorderreifen
- Passt für Kinder ab einer Körpergröße von 118 bis maximal 131 cm
- Front-Gepäckträger (bis zu 10 kg)
- Inkludiert sind Klingel, Schutzbleche und Lichtanlage
Bergsteiger Kansas 20 Zoll Kinderfahrrad
- Geeignet für Kinder im Alter ab 5 Jahren mit einer Körpergröße von 110 bis 130 cm
- Hardtail Mountainbike
- 6-Gang-Schaltung von Shimano Tourney
- V-Brakes vorne und hinten
JOYSTAR Mädchenfahrrad
- Erhältlich in Größen von 12 bis 20 Zoll
- 20 Zoll-Modell für Kinder ab 5-6 Jahren
- Stilvolles Retro-Design
- Hand- und Rücktrittbremsen
- Gewicht: 8,39 Kilogramm
Licorne Bike Stella Premium City Bike
- Vielseitiges Fahrrad für Mädchen & Jungen (ab 20 Zoll)
- Leichter Rahmen aus legiertem Stahl
- Komfortable Sitzposition
- Klingel und Fahrradständer
- Gewicht: 13,3 Kilogramm
Glerc Mädchen Fahrrad
- Erhältlich in mehreren Größen von 12 bis 20 Zoll
- 20 Zoll-Modell für Kinder ab 5-6 Jahren
- Kurze Bremshebel
- Abnehmbare Stützräder
- Geschlossener Kettenschutz
- Gewicht: 14,64 Kilogramm
Checkliste für den Kauf eines 18 Zoll Kinderfahrrads
Für Kinder ab einer Körpergröße von ca. 110 cm ist ein 18 Zoll Kinderfahrrad oftmals eine passende Wahl. Kinder erreichen diese Größe durchschnittlich im Alter von etwa 5 Jahren. Allerdings ist auch die Rahmenform entscheidend - manche 18 Zoll-Modelle passen auch für größere Kinder.
- Fahrradgröße: Ein 18 Zoll-Fahrrad ist im Durchschnitt für Kinder mit einer Schrittlänge ab ca. 48 cm bzw. einer Körpergröße ab 110 cm geeignet. Das entspricht Kinder im Alter ab ca. 5 Jahren.
- Rahmen: Ein tiefer Rahmen hilft dabei, rasch Auf- und Absteigen zu können - das ist nicht nur für Anfänger wichtig, sondern gibt auch Kindern mit fortgeschrittenen Fähigkeiten ein sicheres Gefühl.
- Gewicht: Mit einem leichten Kinderfahrrad ist es einfacher die Balance zu halten, auch das Treten fällt dann wesentlich leichter. Ein Kinderfahrrad sollte etwa 1/3 des Körpergewichts wiegen.
- Höheneinstellung: Der Sattel und auch der Lenker eines Kinderfahrrads sollten sich in der Höhe einstellen lassen, damit das Fahrrad ergonomisch auf die aktuelle Körpergröße eines Kindes angepasst werden kann.
- Gangschaltung: ist bei einem 18 Zoll-Fahrrad erstmals eine Option, es reichen aber 3 oder 5 Gänge.
- Handbremsen: sollten für Kinderhände gut erreichbar sein.
- Ausstattung für den Straßenverkehr: Zwei Bremsen, eine laute Klingel und die richtige Beleuchtung (vorne und hinten) gehören zur Pflichtausstattung, um sicher und gesetzeskonform unterwegs zu sein. Außerdem noch Reflektoren: vorne weiß, hinten rot, insgesamt vier gelbe Speichenreflektoren, je zwei gelbe an den Pedalen.
Kinderfahrrad-Größentabelle
Die Laufradgröße in Zoll ist die entscheidende Größe, die Rahmengröße ist bei Kinderfahrrädern noch nicht die wichtigste Größe. Durch die Körpergröße und Schrittlänge lässt sich die richtige Laufradgröße in Zoll ermitteln. Die Schrittlänge wird an der Innenseite des Beines von der Fußsohle bis zum Schrittansatz gemessen.
| Körpergröße | Kindesalter | Schrittlänge | Fahrradgröße (in Zoll) |
|---|---|---|---|
| ab 95 cm | ab ca. 3-4 Jahre | ca. 40 cm | 12 Zoll |
| ab 100 cm | ab ca. 4 Jahre | ca. 44 cm | 14 Zoll |
| ab 105 cm | ab ca. 4,5 Jahre | ca. 46 cm | 16 Zoll |
| ab 110 cm | ab ca. 5 Jahre | ca. 48 cm | 18 Zoll |
| ab 120 cm | ab ca. 6-7 Jahre | ca. 55 cm | 20 Zoll |
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