Fahrrad ab 2 Jahre: Test und Vergleich

Sind Sie auf der Suche nach dem idealen ersten Fahrrad für Ihre Kleinen? Dieser Artikel bietet einen umfassenden Test und Vergleich von Kinderfahrrädern, speziell für Kinder ab 2 Jahren. Wir haben beliebte Marken wie Puky, Woom und Early Rider unter die Lupe genommen und berücksichtigen auch die Ergebnisse von Stiftung Warentest und ADAC.

Kinderfahrrad-Test von familie.de: Puky, woom und Early Rider im Vergleich

Generell gilt: Was für ein Kind perfekt ist, muss für ein anderes nicht zwangsläufig passen. Größe, Statur, Kraft, Fahrerfahrung und Ambitionen der Kinder sind sehr unterschiedlich. Während einige Kinder nur kleine Runden im Hof drehen möchten, zieht es andere auf anspruchsvolle Strecken. Es kristallisiert sich bei vielen Kindern schon früh heraus.

Unser wichtigster Tipp lautet daher: Beobachten Sie Ihr Kind und seine Bedürfnisse, informieren Sie sich gut über die verschiedenen Möglichkeiten und wählen Sie dann zwei bis drei Räder aus, die Ihre Kinder in der Praxis testen können. Wenn Sie eine persönliche Beratung wünschen, wenden Sie sich am besten an unabhängige Experten, die mehrere Marken anbieten. So liegt der Fokus auf Ihrem Kind und nicht auf dem Verkauf einer bestimmten Marke.

Kinderfahrräder im Test: Unsere Favoriten im Überblick

Die folgenden Fahrräder sind alle beliebt, haben aber jeweils ihre eigenen Vorzüge. Hier eine Übersicht der wichtigsten Informationen:

Testsieger WOOM Original 2 Early Rider Belter Puky Steel 12
Preis ab 399,00 € ab 449,00 € ab 219,99 €
Pro & Contra
  • Extra leichter Aluminiumrahmen
  • Tiefer Einstieg
  • Niedrige, aufrechte Sitzposition
  • Kein Rücktritt, sondern zwei Felgenbremsen
  • Kettenschutz
  • Schutz-Griffe
  • Fehler-verzeihender Lenkeinschlags-Begrenzer
  • Leicht zu montieren
  • Extra leichter Aluminiumrahmen
  • Cooles, sportliches Design
  • Reifen mit extra gutem Grip
  • Leichtgängig
  • Viele Reflektoren
  • Pflegeleichter Riemenantrieb
  • Kein Rücktritt, sondern zwei V-Bremsen
  • Leicht zu montieren
  • Kindgerechte Ergonomie
  • Tiefer Einstieg, aufrechte Sitzposition
  • Schutzgriffe und ein komplett verschlossener Kettenkasten
  • Extras wie Klingel, Schutzbleche, Gepäckträger sowie Front- & Rückstrahler
  • Kindgerechte Vorderbremse
  • Stabil und langlebig
  • Leicht zu montieren
Gewicht 5 kg / 14 Zoll Rad 5,2 kg / 14 Zoll Rad 8,2 kg / 12 Zoll Rad
Altersempfehlung 3 bis 4,5 Jahre 2,5 bis 5 Jahre ab 3 Jahren
Größe des Kindes 95 bis 110 cm 93 bis 110 cm 95 bis 120 cm
Innenbeinlänge ab 38 cm ab 37 cm ab 42 cm
Kosten und Wiederverkauf Nicht günstig, aber guter Wiederverkaufswert

Kinderfahrräder im Test: Unsere Favoriten im Detail

Puky - der nicht ganz so leichte, aber gut ausgestattete Anfänger-Klassiker

Der Begriff Puky ist fast schon ein Synonym für Kinderfahrrad, was an der Robustheit und dem günstigen Preis liegt: Das Pucky Steel 12 Zoll kostet um die 220 € und ist damit das günstigste Bike in unserem Test. Viele Kinder haben damit schon sehr gut das Radeln gelernt.

Das Puky Steel ist mit 8,2 kg deutlich schwerer als die Leichtgewichte von woom oder Early Rider, was es zarten Kindern anfangs nicht ganz so einfach macht. Dafür bringt das Puky Rad aber schon einige Extras wie eine Klingel, einen Gepäckträger, Schutzbleche sowie Front- und Rückstrahler mit. Der Rahmen ist aus Stahl, die Felgen sind aus Aluminium.

Durch den tiefen Rahmeneinstieg beim Puky Steel können die kleinen Radfahrer leicht auf- und absteigen. Außerdem sitzt das Kind hier aufrecht, damit es sich weniger auf's Fahren und mehr auf seine Umgebung konzentrieren kann. Der Kettenkasten ist vollständig geschlossen, was vor Verletzungen, Hoseneinzwicken und Schmutz schützt. Die Pedalen sind rutschfest und mit extra Reflektoren ausgestattet.

Der Bremsgriff für die Vorderradbremse ist beim Puky leicht zu greifen und individuell einstellbar. Die Sicherheitslenkergriffe verhindern, dass das Kind seitlich mit den Händen abrutscht und sich verletzt. Ein klarer Unterschied zu woom und Early Rider ist die Rücktrittbremse, die Expert*innen heute eher als Nachteil verbuchen. Die Bremskraft ist geringer und schwerer dosierbar, und es gibt das Problem mit der unflexiblen Pedalstellung. Das Kind muss sich später nochmal umgewöhnen, wenn es auf ein Modell ohne Rücktritt umsteigt.

Das Kinderrad von Puky ist leicht zu montieren. Nach der Lieferung bzw. dem Kauf gilt es nur noch den Lenker gerade zu stellen und die Pedalen zu befestigen.

Das Puky Steel im Kinderfahrrad Test: Für wen ist es geeignet?

Leichtgewichte dürften es mit dem 8-Kilo-Rad eher schwer haben. Wenn Ihr Kind aber bei der Testfahrt im Fachgeschäft gut damit zurechtkommt, ist es durchaus empfehlenswert. Man muss nur Fan von Rücktrittbremsen sein.

Woom - das leichte Trend-Rad für Einsteiger und Fortgeschrittene

Das Anfänger-Kinderfahrrad von woom ist aktuell sehr beliebt, weil es bunt, leicht und optimal für den Einstieg ist. Es wiegt wenig (z.B. 5,4 kg) und ist speziell auf die kindlichen Proportionen abgestimmt.

Der größte Pluspunkt ist, dass schon 3-Jährige mit einem Fahrrad von woom easy Radeln lernen können. Das liegt am leichten, kindgerecht geformten Aluminium-Rahmen inklusive Sattel, der einen fast aufrechten Sitz ermöglicht. Kinder mit (aber auch ohne) Laufrad-Erfahrung halten hier fast intuitiv das Gleichgewicht und können sich so aufs Treten der Pedale konzentrieren. Klappt das Fahren, liegt der Fokus vorrangig auf der Umgebung, was das Fahrradfahren noch sicherer macht.

Ein Kauf-Argument ist für viele Eltern der Lenkeinschlagsbegrenzer. Hier spannt sich zwischen Gabel und Rahmen ein Gummiring, der die Lenkung stabilisiert und dafür sorgt, dass nichts überdrehen kann. Das gibt Sicherheit beim Geradeausfahren und schützt unsicher lenkende Anfänger genauso wie übermütige Kids vor Stürzen.

Auch die zwei gut unterscheidbaren Hebel der Felgenbremsen sind ideal für Kids. Expert*innen sagen: Im Ernstfall können die Kleinen so rascher reagieren. Bei Felgenbremsen ist die Bremskraft größer und Kinder können sie leicht bedienen. Durch den Freilauf gelingt außerdem sowohl das Anfahren als auch das Bremsen bei jeder Pedalstellung.

Woom 2 im Kinderfahrrad Test: Für wen ist es geeignet?

Das woom 2 bietet sich eigentlich für alle Fahranfänger an. Besonders gut sind kleine Leichtgewichte damit beraten - und eher vorsichtige Kinder, die vom Lenkeinschlagsbegrenzer profitieren. Es lässt sich übrigens prima wieder verkaufen - mitunter fast zum Anschaffungspreis.

Early Rider - für Kinder, die von Anfang an "richtig biken" wollen

Das Rad von Early Rider sieht schon in der 14-Zoll-Variante richtig cool und sportlich aus. Es wiegt mit 5,5 kg vergleichsweise wenig und ist auffallend leichtgängig, wodurch schon kleine Fahranfänger schnell Erfolgserlebnisse haben. Außerdem sieht es dank Mountainbike-Look und breiten Reifen sehr cool aus. Allerdings muss dem Kind die Farbe gefallen - es gibt das Rad mit Aluminium-Rahmen nur in Silber. Das macht zusammen mit der sportlichen Form aber auch den Wiedererkennungswert der Early Rider Bikes aus.

Der englische Hersteller empfiehlt das Rad für Kids zwischen 2,5 und 5 Jahren (bzw. ab einer Innenbeinlänge von 37 cm). Es ist hochwertig, toll verarbeitet und hält im Praxistest einiges aus. Stichwort Sichtbarkeit: Das Early Rider Belter kommt inklusive Reflektoren an den Pedalen und für die Speichen und punktet mit Front- und Rückreflektoren sowie einer Klingel.

Wie beim woom gibt es beim Early Rider keine Rücktrittbremse, sondern zwei Felgenbremsen - und damit je einen kindgerecht konstruierten, leicht zu betätigenden Bremshebel für vorne und hinten. Die größte Besonderheit beim Early Rider: Statt einer Kette hat das Rad einen pflegeleichten Riemenantrieb. Dieser schützt kleine Radler vor Verletzungen, muss nicht geölt werden - und ist mit ein Grund für den gehobenen Preis.

Early Rider Belter im Kinderfahrrad Test: Für wen ist es geeignet?

Das Mountainbike eignet sich für alle Kinder, die sich schon richtig ausprobieren und auch mal mutig über hügelige Fahrradstrecken fahren oder im Wald mountainbiken. Aber man kann es hinterher zu einem guten Preis gebraucht verkaufen. So holt man einen Teil der Kosten wieder rein.

Kinderfahrrad-Test von Stiftung Warentest: Die Sieger im Überblick

Insgesamt hat Stiftung Warentest zwölf Kinderfahrräder getestet und ist dabei zu einem erschreckenden Ergebnis gekommen: Einige Modelle haben dicke Probleme.

Kinderfahrrad-Test von Stiftung Warentest: So wurde geprüft

Die Kinderfahrräder wurden in insgesamt fünf Disziplinen bewertet, die unterschiedlich gewichtet wurden:

  • Fahren (45 %)
  • Eignung für das Kind (20 %)
  • Handhabung (15 %)
  • Sicherheit & Haltbarkeit (15 %)
  • Schadstoffe (5 %)

Kinderfahrrad-Test beim ADAC

Der ADAC hat 2024 insgesamt 14 Kinderfahrräder mit 16-Zoll-Reifen auf Handhabung, Fahreigenschaften, Eignung für das Kind, Sicherheit und Schadstoffe geprüft. Viele der getesteten Fahrräder haben einen stolzen Preis. Doch Qualität zahlt sich in dem Fall aus: Die Eigenschaften eines guten Fahrrads erleichtern es den Kindern extrem, das Radfahren zu lernen.

Mit dem Testsieger Woom und dem zweitplatzierten Puky erzielen zwei namhafte Hersteller das beste Ergebnis. Die leichtgängigen Bremsen funktionieren fast zu gut, denn sie mussten mit etwas Vorsicht eingebremst werden. Hilfreich in der Bedienung der Bremsen ist in jedem Fall, dass der hintere Bremshebel farblich markiert ist. So können Kinder beim Fahrradfahren den vorderen und hinteren Bremshebel nicht verwechseln.

Die Anforderung der geltenden Norm DIN 8089 schreibt eine Pedal-Neigung von mindestens 23 Grad vor, die beim Kurvenfahren mit diesem Modell aber nicht möglich war. Das hatte das ADAC Urteil "mangelhaft" zur Folge.

Das Kinderfahrrad Sixteen vom Hersteller Pyro musste deswegen auf das ADAC Urteil "mangelhaft" abgewertet werden. Fünf Hersteller hatten nicht die vorgegebene Anzahl an Reflektoren für ein verkehrssicheres Fahrrad angebracht, bei acht Modellen gab es keinen vollständigen Schutz der Kette.

Technische Schwächen zeigte besonders das Fahrrad Royal Baby Freestyle mit den schlechtesten Bremsen im ADAC Test, die sich negativ sowohl auf das Bremsverhalten als auch die Einstellung der Bremsen auswirkten. Das führte letztendlich zum vorletzten Platz im Test mit dem ADAC Urteil der Note "ausreichend".

Überraschend ist, dass nur die zwei preisgünstigsten Modelle im Test (Royal Baby Freestyle und B'Twin 500 Robot) frei von Schadstoffen sind. Bei allen anderen Kinderfahrrädern wurden Schadstoffe in den Griffen und auch im Sattel gefunden. Das Kinderrad MX 16 2023 von Orbea, das immerhin rund 360 Euro kostet, hatte mit dem Weichmacher DPHP Schadstoffe in den Griffen und musste dadurch auch abgewertet werden.

Je leichter ein Kinderfahrrad ist, desto leichter ist das Üben für das Kind und desto besser auch das Fahrverhalten. Auch das zulässige Gesamtgewicht (Eigengewicht Fahrrad und Gewicht des Kindes) für ein Kinderfahrrad ist wichtig und muss altersgerecht sein. Ein 16-Zoll-Kinderfahrrad sollte deshalb mindestes 30 Kilo Gesamtgewicht oder mehr zulassen.

Kinderfahrräder: Worauf muss ich beim Kauf noch achten?

Vor dem Kauf eines Kinderfahrrads ist es immer von Vorteil, die Kleinen beim Fachhändler Probe sitzen zu lassen und das Rad zuvor richtig einzustellen. Dabei sollten Sattelhöhe, Lenkerposition und die Erreichbarkeit der Bremshebel so eingestellt sein, dass diese vom Kind einfach bedient werden können. Deshalb ist das Tragen eines gut sitzenden Fahrradhelms immer unerlässlich. Sollten Bedenken wegen möglicher Schadstoffe in den Lenkergriffen bestehen, können diese immer im Fachhandel getauscht werden.

Kinderfahrräder für Anfänger gelten als Spielzeuge, sind also relativ nackt, nicht verkehrssicher und dürfen deshalb nur abseits des Straßenverkehrs in Parks oder Innenhöfen genutzt werden. Wer einen Ständer, Schutzbleche, eine Klingel oder ein Licht will, muss diese "Extras" häufig zusätzlich kaufen. Ein Kind im Fahranfänger-Alter sollte aber so oder so nur in Begleitung eines Erwachsenen radeln.

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