Fahrrad Airbag Test: Sicherheit und Komfort für Radfahrer

Der Fahrrad-Airbag, auch Helm-Airbag oder Kopf-Airbag genannt, schützt dich vor Stürzen oder Unfällen mit dem Fahrrad im Straßenverkehr. Viele Radfahrer legen Wert darauf, gut auszusehen und dabei nicht an Sicherheit einzubüßen. Für viele bedeutet Radfahren Freiheit, aber der traditionelle Helm stört oft.

Funktionsweise und Technik

Der Airbag wird wie ein Kragen um den Hals gelegt und über den vorderen Reißverschluss geschlossen. Es ist wichtig, dass dieser vollständig geschlossen ist, damit die Funktion des Kragens wie geplant verfügbar ist.

Praktisch: Der Kragen Airbag muss aufgeladen werden. Einmal aufgeladen hält der Hövding ca. 18 Stunden, bis er wieder aufgeladen werden muss.

Sollte es doch soweit sein und der Akku neigt sich dem Ende zu, dann zeigen dies die LEDs und ein Tonsignal an. Dieses ertönt ca. 1 Stunde bevor man den Hövding wieder neu aufladen muss.

Erkennen die Sensoren einen Unfall, reagieren diese sofort. In nur einer Zehntel-Sekunde öffnet sich der Airbag und bewahrt dich somit vor einem Aufprall mit dem Kopf.

Hat sich der Airbag einmal aufgeblasen hält er diesen Zustand mehrere Sekunden an, somit ist man selbst nach dem Sturz immer noch optimal geschützt.

Um die Software mit Bewegungsdaten zu füttern, wurden laut Hersteller tausende Stürze und Unfälle mit Stuntfahrten und Crashtest-Dummies nachgestellt. Sensoren registrieren 200 Mal pro Sekunde die Positionsänderung.

Erkennt das System einen Sturz, wird der Airbag in weniger als 0,1 Sekunden ausgelöst. Die Gasdruck-Kartusche schießt hinten aus der keilförmigen Einheit und baut schlagartig eine neun Zentimeter dicke Polsterung auf, die sich über den Kopf stülpt.

Das geht so schnell, dass man es kaum bewusst wahrnimmt: Ein lautes „Peng“, der Airbag ist da. Der Nacken wird stabilisiert und die empfindliche Wirbelsäule geschützt.

Wie eine riesige Kapuze zieht sich der Airbag weit über den Kopf. Das Material, ein dichtes Nylongewebe, fühlt sich an wie eine etwas dünnere LKW-Plane. Das Gewebe ist verschweißt, vernäht und überlappt sich im vorderen Bereich.

Wenn der Airbag auslöst, bietet er einen weitreichenden Rundumschutz, wenn er nicht auslöst, weil die typische Bewegung fehlt, schützt er nicht.

Vorteile und Nachteile

Achtmal sicherer als ein Helm soll der FAHRRAD-AIRBAG aus Schweden sein. Warum tragen wir ihn dann nicht alle? Es gibt gute Gründe, die dafür sprechen, aber auch einige dagegen. Der Nutzen steht außer Frage.

Für einige Helmmuffel könnte der Fahrrad-Airbag des schwedischen Herstellers Hövding eine Alternative sein. Aber auch er ist nicht frei von Nachteilen.

Der riesige, prall gefüllte Airbag-Helm schützt Kopf und Nacken umfassend. Die Geschwindigkeit und Wucht, mit der er aus dem Kragen schießt, ist beeindruckend.

Die Leistung, die Verarbeitung und das Sicherheitsgefühl haben viele überzeugt, dass der Hövding 3 im Ernstfall besser schützen kann als ein Fahrradhelm.

Vertrauen in eine Marke, ist wohl das entscheidendste Argument, sich für ein Produkt zu entscheiden. Hövding entwickelte ein Produkt, welches von vielen als Revolution in der Fahrradhelm Branche gilt.

Ähnlich als Apple das erste iPhone auf den Markt brachte. Das Unternehmen hat damit ein Produkt geschaffen, das nicht nur zeitgemäß ist, sondern auch besser ist als das was man bisher kannte.

Tragekomfort

Der Kragen sollte eng anliegen, mit dem Boa-Drehverschluss lässt sich die Weite stufenlos einstellen. Dann noch den Bezug als Abdeckung drüber, fertig. Aufsetzen und mit dem Reißverschluss vorne am Kragen schließen.

Der Kragen ist nicht wirklich angenehm zu tragen, er kratzt zwar nicht, aber es ist schon ein großes Gerät, das da um den Hals hängt. Während der Fahrt ist das aber schnell vergessen, es stört nicht weiter und der Kopf ist frei.

Im Winter mit Pullover und dicker Jacke sitzt der wetterfeste Kragen noch ein Stück höher, was die Bewegungsfreiheit etwas einschränkt, berichtet ein Freund, der seit Jahren mit dem Hövding durch die Stadt zur Arbeit pendelt, ansonsten aber von dem System überzeugt ist.

Manche Radler und Radlerinnen verzichten auf einen Helm, weil er die Frisur zerstört. Der Hövding lässt Locken und Haartollen in Ruhe. Den Trage­komfort beschreiben unsere Prüf­personen jedoch als gewöhnungs­bedürftig. Der Airbag wiegt zirka 840 Gramm und liegt wie ein schwerer Schal um den Hals und im Nacken. Bei hohen Temperaturen fließt Schweiß. Den Hövding gibt es nur in einer Größe. Personen mit schmalem Hals können ihn enger stellen. Dann wirft er aber schnell unbe­queme Falten.

Anwendungsbereiche

Der Hersteller betont: Das System ist nur während der Fahrt zu aktivieren, denn der Algorithmus in der Steuereinheit auf dem Rücken ist mit den typischen Bewegungsmustern von Fahrradunfällen program- miert. Die Stufen zum Bäcker hochstolpern, könnte sonst mit einem teuren Knalleffekt vor der Theke enden.

Ein Wort zum Einsatzbereich - dieser Airbag ist nur für Cityradfahrer geeignet. Dabei ist nur das Fahren in der Stadt und auf Straßen zu verstehen. Für Off-Road-Strecken oder mit dem BMX-Bike sind die Helme nicht ausgelegt.

Nur die Version 2.0 kann auch mit einem Minifahrrad oder mit einem Faltrad genutzt werden. Die alte Version ist ausschließlich für Stadtfahrräder konzipiert. Auf einem Tandem oder auf Spezialrädern ist der Helm nicht zu verwenden, ebenso wenig beim Sport.

Weitere Aspekte

Crash Replacement

Nehmen wir an du bist bei einem Unfall mit dem Fahrrad gestützt und der Airbag wurde ausgelöst. Was jetzt? Wie geht es weiter?

Deshalb ist es wichtig, dass du Dich direkt nach dem Kauf für das "crash replacement"-Programm (auf deutsch bedeutet das einfach "Austauschservice") registrierst. Alle Infos erhält man dafür direkt beim Kauf.

Ausgelösten Airbag Helm und Crash Replacement Bestätigung an folgende Adresse schicken: Sport Import GmbH, z. Hd. Kontakt mit der Sport Import GmbH aufnehmen.

Zubehör und Individualisierung

Der Fahrrad Airbag ist an sich ja schon ein sehr modernes und stylisches Produkt. Wem das noch nicht reicht, der kann ihn mit weiterem Zubehör bestücken. Es gibt verschiedene Überzüge die den Airbag ein eigenes Outfit geben und somit sich jeder seinen persönlichen Hövding gestalten kann.

Den Überzug gibt es als Zubehör zu kaufen. Der Preis bewegt sich dafür zwischen 15 € und 60 €. Für jeden Geldbeutel ist also etwas dabei.

Allein der Fahrrad Airbag hat ein Gewicht von ca. 635g ohne Überzug. Sollte man sich für einen Überzug als Zubehör und Schutz entscheiden, kommen noch einmal einige Gramm dazu.

Sicherheitsbedenken und Insolvenz von Hövding

Fahrrad-Airbags sind umstritten. Einerseits gelten sie als innovativ und bieten mehr Schutz für Fahrradfahrer und E-Biker. Erst kürzlich ist Hövding, ein schwedischer Pionier der Airbag-Technik für Fahrradfahrer in die Insolvenz geschlittert.

Der Grund dafür waren Sicherheitsmängel und schließlich ein Image-Verlust für das Unternehmen. Man darf gespannt sein, wie es rund um das Thema Fahrrad-Airbag weitergeht.

Im Dezember 2023 meldete Hövding Konkurs an. Auslöser war ein Erlass für ein Verkaufsverbot der schwedischen Verbraucherschutzbehörde wegen Sicherheitsmängeln. Zwar klagte Hövding dagegen und bekam Recht, doch der erlittene Schaden war zu hoch.

Alternativen

Die deutsche Firma Mase hat nun ein Schutzsystem entwickelt, das aktuell wohl die bestmögliche Sicherheit für Fahrradfahrer bietet. Ob bei rasanten Touren oder dem täglichen Pendeln in der Stadt - bei nur 1.100 g Gewicht spürst du den Rucksack mit dem integrierten Minerva-Airbag-System kaum.

Die Airbags sind rund um Kopf, Nacken und Oberkörper platziert und verfügen über einen Steißbeinschutz. Alle 3,6 Millisekunden berechnet der Airding die Lage neu und überprüft auf potenzielle Stürze.

Testergebnisse und Erfahrungen

Auf der Suche nach einem ausführlichen Test aus Deutschland, muss man aktuell leider noch warten. Es hat sich noch keine der großen am Markt dazu durchgerungen, den Airbag zu testen. Jedoch haben viele Online Magazine oder einfach interessierte den Hövding getestet und sich dabei gefilmt oder filmen lassen. Die besten Videos davon sind hier zusammengetragen. Alle Tests zeigen wie gut der Fahrrad Airbag aus Schweden wirklich funktioniert.

Eine Untersuchung der Universität Straßburg bescheinigt dem Hövding einen sehr guten Schutz vor Kopfverletzungen.

Das kann ADAC Experte Peuckert bestätigen: "Wenn ich nach vorn oder zur Seite falle, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er auslöst und schützt, sehr hoch." Gut sei auch, dass der Hövding sich sehr schnell entfaltet. "Allerdings schützt er nicht in allen Unfallszenarien so gut wie ein Helm", schränkt Peuckert ein, "zum Beispiel beim Crash mit einer Lkw-Tür oder einem Lkw-Spiegel." Hier seien herkömmliche Fahrradhelme eindeutig besser als ein Airbag, der sich ja erst entfalten muss.

Die Testergebnisse sind überraschend: der Airbag Helm ist deutlich sicherer als ein einfacher Fahrradhelm. Bei einem Aufprall mit 25 km/h kann es schon passieren, dass du zu 90% Verletzungen trotz Helm davonträgst. Mit dem Airbag Modell liegt die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung bei 25 km/h bei 3%. Die Zahlen sprechen also für sich.

Preis und Verfügbarkeit

Du hast dich also entschieden einen Airbag für das Fahrradfahren zu kaufen. Der Preis für diesen Traum an Sicherheit ist rund 280 € inkl. Auch wenn der Preis dich überraschen mag, ist er für dieses Produkt gerechtfertigt. Für den optimalen Halt des Hövding Airbags an deinem Hals, gibt es ihn in verschiedenen Größen.

Der Hövding 3 kostet im Abverkauf bei Ebay 250 Euro. Neue Modelle werden nicht produziert. Er kann nach dem Auslösen nicht wiederverwendet werden.

Zusammenfassung der Vor- und Nachteile

Vorteile Nachteile
Bietet umfassenden Schutz für Kopf und Nacken Hoher Preis
Komfortabler als traditionelle Helme (keine Beeinträchtigung der Frisur) Eingeschränkter Tragekomfort um den Hals
Schnelle Auslösung bei Unfällen Nicht in allen Unfallszenarien wirksam
Modisches Design und Individualisierungsmöglichkeiten Benötigt Akkuladung
Insolvenz des Herstellers Hövding

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