E-Bikes und Pedelecs erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Nicht nur bei Senioren, auch Berufspendler, Freizeitradler und selbst Leistungssportler entdecken die akkubetriebenen Fahrräder immer stärker für sich. Die hohe Beliebtheit der Elektrobikes liegt auch an den Lithium-Ionen-Akkus, die zum Antrieb dieser Fahrräder dienen. Für eine angemessene Reichweite und leistungsstarke Unterstützung sind die E-Bikes und Pedelecs mit immer größeren Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet, die häufig Kapazitäten von 500 Wh und mehr haben.
Neben den zahlreichen Vorteilen kann ein Lithium-Ionen-Akku auch zur echten Gefahr werden, insbesondere wenn der Akku zu brennen beginnt oder, noch wesentlich schlimmer, wenn es zur Explosion eines Akkus kommt. Aber wie hoch ist das Risiko, dass ein E-Bike-Akku explodiert? Was sind die Ursachen für solche Brände? Wie oft kommen sie vor und wie können Sie verhindert werden? Die Antworten finden Sie in diesem Beitrag.
Ursachen für E-Bike-Akku-Brände
Ein defekter Akku, die falsche Lagerung, ungeeignete Ladegeräte - das sind die häufigsten Ursachen, warum ein Akku eines E-Bikes in Brand gerät. Die häufigste Ursache ist allerdings ein mechanischer Defekt, der gerade bei E-Bike-Akkus viele Ursachen haben kann und bspw. einen Kurzschluss zur Folge hat. Zu ernsthaften Probleme mit einem Akku kommt es normalerweise, wenn die Separatorschicht innerhalb des Akkus beschädigt wird. Die Ursachen können vielfältig sein: Physische Krafteinwirkung durch Stöße, Stürze etc., können diese Schicht beschädigen (was gerade bei E-Bike-Akkus zu Explosionen führen kann), aber auch Verarbeitungsfehler, minderwertige Materialqualität usw.
Bei mechanischen Beschädigungen, Defekten, Hitze und anderen Einwirkungen können die im Akku befindlichen Elektrolyte unter Umständen unkontrolliert Energie freisetzen. Ein thermischer Prozess kommt in Gang, der durch den Sauerstoff in der Batterie-Kathode vorangetrieben wird. Im schlimmsten Fall führt dieser dazu, dass der E-Bike-Akku explodiert und seine Umgebung in Brand setzt. Es muss keinen direkten zeitlichen Zusammenhang zwischen der Beschädigung der Separatorschicht und der Explosion geben, d.h. häufig wird die Separatorschicht beschädigt, aber die Explosion erfolgt erst (wesentlich) später.
Präventive Maßnahmen
Die gute Nachricht vorweg: Die Brandgefahr bei einem E-Bike-Akku ist bei richtiger Lagerung und Verwendung sehr gering. Dennoch ist es nie ausgeschlossen, dass ein Akku eines E-Bikes oder eines Pedelecs in Brand geraten kann, entweder infolge eines Defekts im Batteriemanagementsystems oder wenn ungeeignete Ladegeräte verwendet werden. Entsprechend wichtig ist die richtige Lagerung von E-Bike-Akkus.
Generell gilt hier aber: Intakte Lithium-Batterien, die mit den richtigen Geräten und sachgemäß geladen werden, bergen keine erhöhte Gefahr. Hier sind einige vorbeugende Maßnahmen, die Sie ergreifen können:
- Originalteile verwenden: Verwenden Sie das vom Hersteller zugelassene Ladezubehör oder Originalersatzteile, um die Sicherheit und die Funktionstüchtigkeit der Geräte zu gewährleisten.
- Defekte Akkus ersetzen: Entsprechend sollte man offensichtlich defekte E-Bike-Akkus nicht mehr verwenden, sondern durch einen neuen Akku ersetzen.
- Mechanische Beschädigungen vermeiden: Vermeiden Sie es, einen E-Bike Akku fallenzulassen.
- Extreme Temperaturen vermeiden: E-Bike-Akkus mögen auch unabhängig vom Ladevorgang keine extremen Temperaturen. Im Sommer sollte der Akku nicht zu hohen Temperaturen ausgesetzt werden. So sollte das E-Bike nicht längere Zeit in der prallen Sonne abgestellt werden. Der Akku sollte möglichst bei Raumtemperaturen geladen werden, niemals jedoch im frostkalten Zustand.
- Sichere Ladeumgebung: Zum E-Bike-Akku Brandschutz gehört in jedem Fall ein Aufladen mit ausreichender Luftzirkulation in einer nicht zu warmen Umgebung. Laden Sie den Akku niemals unbeaufsichtigt.
- Regelmäßige Kontrolle: Bei Versuchen evtl. Beschädigungen an den Batterien können bei regelmäßiger und sorgfältiger Kontrolle auch schon frühzeitig erkannt werden.
- Fachgerechte Entsorgung: Der defekte Akku muss unbedingt fachgerecht entsorgt werden, sonst besteht auch hier weiter eine erhöhte Brandgefahr.
Sichere Lagerung von E-Bike-Akkus
Aufgrund der potenziellen Gefahr wird es, unabhängig vom Zustand des E-Bike-Akkus, generell empfohlen, diese bei Nichtgebrauch sicher zu lagern. Die korrekte und sichere Lagerung von E-Bike-Akkus oder allgemeiner Lithium-Ionen-Akkus verhindert bereits zahlreiche Ursachen und Gefahrenquellen, warum ein Brand überhaupt entstehen kann. Hier sind einige Tipps zur sicheren Lagerung:
- Geeignete Behälter verwenden: Passende Boxen für E-Bike-Akkus sind je nach Akku-Größe bspw. der Zarges K470 Akkus-Safe, der B&W Akku-Koffer oder die unterschiedlichen Boxen der Genius Lio-Guard-Serie.
- Feuerfeste Taschen und Boxen: Geeignete Akku-Boxen oder Akkutaschen bieten einen effektiven Schutz vor Witterungseinflüssen und häufig auch vor mechanischen Schäden, indem die Boxen bspw. mit Pyrobubbles oder anderen Granulaten gefüllt sind. Die darin gelagerten E-Bike-Akkus sind Stößen geschützt und damit einer großen Gefahrenquelle, die zum Akku-Defekt und evtl. Die Akkutaschen sind in der Regel aus feuerfestem oder feuerhemmendem Material gefertigt.
- Ladeboxen mit integrierten Löschsystemen: Einen besonders hohen Sicherheitsgrad bieten Ladeboxen mit integrierten Löschsystemen. Darin können die Akkus nicht nur geladen werden, sondern zudem erkennt das System einen Temperaturanstieg oder Rauchgas.
- Defekte Akkus niemals in der Wohnung lagern: Wesentlich größer ist die Gefahr bei defekten Akkus: Diese sollten niemals und unter keinen Umständen innerhalb einer Wohnung gelagert werden, auch die Lagerung in der Garage etc. birgt eine stark erhöhte Gefahr.
Verhalten im Brandfall
Ist es tatsächlich doch passiert und Ihr E-Bike-Akku in Brand geraten, dann bringen Sie ihn - wenn möglich - raus ins Freie. Wenn das nicht machbar ist, versuchen Sie, mit einer Decke oder einem Kissen die Luftzufuhr zu unterbinden und rufen Sie die Feuerwehr. Der Gesamtverband der Versicherer rät dringend, einen brennenden Akku nicht selbst zu löschen, sondern dies den Profis der Feuerwehr zu überlassen.
Schützen Sie sich selbst: Sorgen Sie zuerst für Ihre eigene Sicherheit und die der umstehenden Personen. Hier sind einige Schritte, die Sie unternehmen können:
- Stromzufuhr unterbrechen: Wenn möglich und sicher, trennen Sie das E-Bike von der Stromquelle.
- Feuerlöscher oder Löschdecke verwenden: Nutzen Sie einen speziellen Feuerlöscher für Lithium-Ionen-Akku-Brände, der auf den Brandklassen D oder F basiert (in einigen Ländern auch als Klasse D oder K bezeichnet).
- Akku kühlen: Sobald die Flammen unter Kontrolle sind, versuchen Sie, den Akku mit reichlich Wasser oder Sand zu kühlen.
- Feuerwehr rufen: Wenn Sie den Brand nicht selbst löschen können oder sich unsicher sind, wie Sie vorgehen sollen, rufen Sie sofort die Feuerwehr.
- Akku nicht unbeaufsichtigt lassen: Auch wenn das Feuer gelöscht ist, kann der Akku noch hohe Temperaturen aufweisen und eine Gefahr darstellen.
Geeignete Feuerlöscher für Lithium-Akkus
Gerät ein E-Bike-Akku in Brand, sind die klassischen ABC- oder Kohlendioxid-Löscher in der Regel nicht die erste Wahl. Ebenso sind normale Wasserlöscher nur wenig geeignet, kann es doch in einem stromführenden System zu weiteren Kurzschlüssen kommen. Spezielle Feuerlöscher für Lithium-Akkus sind die bessere Wahl:
- Gel-Feuerlöscher: Gel-Feuerlöscher arbeiten mit einem gelartigen Löschmittel, was gegen Brände von E-Bike-Akkus sehr effizient eingesetzt werden kann.
- Lithium-Löscher: Leistungsstärker als die Gel-Feuerlöscher sind die sogenannten Lithium-Löscher, die als Löschmittel Lithium-X verwenden.
- Silicium-Löschmittel: Bei dem Silicium-Löschmittel handelt es sich um eine wässrige Dispersion, bei der natürliche Silicium-Kristalle in einer wässrigen Lösung in der Schwebe gehalten werden.
- Pyrobubbles: Neben den oben genannten Ausführungen gibt es Feuerlöscher, die Pyrobubbles als Löschmittel einsetzen.
Versicherungsschutz bei E-Bike-Akku-Bränden
In der Hausratversicherung ist Ihr E-Bike mitversichert und auch das Inventar, das im Brandfall beschädigt wird. Sie greift aber nur, wenn der Schadensfall an Ihrem Wohnsitz eintritt - also nicht vor Ihrem Wohnhaus und auch nicht an jedem anderen Ort! Um das finanzielle Risiko zu minimieren, empfiehlt sich der Abschluss einer Fahrradversicherung. Es gibt Angebote, bei denen in der E-Bike-Versicherung der Akku wohnortunabhängig versichert ist.
Für Schäden am Gebäude (Bausubstanz und Mauerwerk, Wände, Böden, Fenster) verfügen Hausbesitzer über eine Wohngebäudeversicherung. Ein Gebäudebrand, der die Bausubstanz in Mitleidenschaft gezogen hat, ist ein Fall für die Gebäudeversicherung.
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