Brandgefahr bei E-Bike-Akkus: Risiken und Sicherheitsmaßnahmen

E-Bikes und Pedelecs erfreuen sich wachsender Beliebtheit, was bedeutet, dass immer mehr Haushalte sich mit der Frage auseinandersetzen müssen, wie man E-Bike-Akkus sicher lagert und lädt. Denn neben den zahlreichen Vorteilen von Lithium-Ionen-Akkus gegenüber den früher verbreiteten NiCd- und Bleigel-Akkus bergen diese neuen Akkutypen auch eine Reihe von Gefahren, die eine entsprechend sachgemäße Lagerung notwendig machen.

Immer wieder sorgen von Akkus ausgelöste Brände für Aufsehen in den Nachrichten. Das Risiko, dass so etwas passiert, ist zwar nicht sehr hoch, aber keineswegs ausgeschlossen. Besonders problematisch ist, dass sich brennende Akkus auch nach dem Löschen immer wieder aufs Neue entzünden können.

Nun warnt die Berliner Feuerwehr davor, E-Bikes zu Hause an den Strom anzuschließen, da schon wieder ein E-Bike-Akku einen Wohnungsbrand ausgelöst hat. Nach dem Vorfall in Berlin warnt ein Feuerwehrsprecher nun: "Immer häufiger haben wir Brände, die durch solche Akkus ausgelöst werden."

Risiken und Gefahren von E-Bike-Akkus

Die Spanne der möglichen Konsequenzen, die durch ein falsches Lagern von E-Bike-Akkus entstehen kann, reicht vom Leistungsverlust bis hin zum Brand und zur Explosion. Lithium-Ionen-Akkus verfügen mit ihren vielen einzelnen Zellen über eine extreme Energiedichte. Kommt es zu einem Kurzschluss, kann sich eine gefährliche Kettenreaktion in Gang setzen.

Die Gefahr für einen Kurzschluss im Akku kann aber unter bestimmten Umständen steigen - auch bei Qualitätsprodukten:

  1. Tiefenentladung: Tiefenentladung bedeutet, dass der Akku quasi "leer" ist. Wird trotzdem versucht, den leeren Akku "mit Gewalt" wieder zu laden, kann es zu Kurzschlüssen kommen, die im schlimmsten Fall einen Brand auslösen können.
  2. Beschädigung: Fällt der Akku etwa beim Tragen auf den Boden oder kommt es zu einem Unfall mit dem Rad, können die einzelnen Zellen im Akku beschädigt werden. Die energieerzeugenden Prozesse können dann nicht mehr korrekt ablaufen und die Energie kann unkontrolliert freigesetzt werden. Besonders gefährlich ist dabei der "Thermal Runway": eine Kettenreaktion, bei der eine defekte Akkuzelle die Nachbarzellen erhitzt und es zum unaufhaltsamen Brand der gesamten Batterie kommt.
  3. Falsche Ladegeräte: Am besten nur das Original-Ladezubehör des Herstellers verwenden. Von Billigware sollte Abstand gehalten werden.

Die Ursache kann neben falscher Ladeimpulse auch eine beschädigte Zelle sein. Statt eines geregelten Energieabflusses aus dem Akku als elektrischer Strom entlädt sich die Akkuzelle im Brandfall schlagartig vor allem in Form thermischer Energie, sprich: sie brennt. Die hohen Temperaturen setzen zudem umliegende, brennbare Gegenstände in Brand.

Wie man das Brandrisiko minimiert

Ein E-Bike-Akku sollte immer mit großer Sorgfalt behandelt werden. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, ihn vor Feuchtigkeit und großen Temperaturschwankungen zu schützen und den Ladezustand immer zwischen 20 % und 80 % zu halten. Das erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern verlängert gleichzeitig auch die Lebensdauer.

  • Nur hochwertige Akkus von seriösen Herstellern kaufen
  • Immer das beim Kauf miterworbene Original-Ladegerät nutzen.
  • Am besten den Akku nur unter Aufsicht aufladen.
  • Auch bei längerer Nichtbenutzung regelmäßig den Akkustand überprüfen. Er sollte sich auch hier immer zwischen 20 % und 80 % befinden.
  • Ist der Akku heruntergefallen, oder man mit dem Rad gestürzt, sollte man eine Werkstatt aufsuchen und den Akku überprüfen lassen.
  • Sollte der Akku beim Laden wärmer als handwarm werden, sofort vom Strom trennen und ihn nach draußen bringen.

Alexander Etzold vom BMZ rät: Beim Akku-Kauf immer auf das CE-Siegel achten. Das kennzeichnet EU-Sicherheitsanforderungen. Bei unbeschädigten, professionell hergestellten Akkus gehe das Entzündungsrisiko gegen Null. Entscheidend für die Sicherheit eines E-Bike-Akkus seien die Herkunft und der Umgang mit dem Akku.

Was kann ich als E-Bike-Besitzer tun, um das Brandrisiko zu minimieren?

  • Laden und lagern Sie Akkus bei Zimmertemperatur und setzen Sie sie nicht der prallen Sonne aus.
  • Wird das E-Bike länger nicht benutzt, sollte der Akku trocken, kühl und mit 30 bis 60 Prozent der Ladekapazität gelagert werden. Überprüfen Sie den Ladezustand alle zwei bis drei Monate.
  • Schnell ist der Akku eines E-Bikes zu Boden gefallen. Wenn Sie danach feststellen, dass sich das Gerät beim Laden ungewöhnlich verhält, zum Beispiel zulange dafür benötigt oder sehr warm wird, muss der Akku ausgetauscht werden.

Laden Sie Akkus nur mit dem dazugehörigen Ladesystem. Ansonsten kann es zu irreparablen Schäden kommen. Achten Sie darauf, dass der Akku beim Gebrauch nicht vollständig entladen wird. Falls es tatsächlich passiert und Ihr E-Bike-Akku qualmt oder in Brand geraten ist, bringen Sie ihn, wenn möglich, raus ins Freie. Sollte das nicht machbar sein, versuchen Sie, die Ausbreitung des Feuers mit einer Löschdecke zu verhindern und rufen Sie umgehend die Feuerwehr.

Sichere Lagerung von E-Bike-Akkus

Lagerung in der Wohnung

Sollen Akkus innerhalb einer Wohnung gelagert werden, sollte man hier ganz besondere Vorsicht walten lassen und immer versuchen, alle notwendigen und empfehlenswerten Maßnahmen zu ergreifen, um selbst bei Problemen mit dem Akku das Risiko für gefährliche Folgen zu minimieren. Dafür sind sowohl der Lagerort, aber ebenso der Lagerbehälter entscheidend: E-Bike-Akkus sollte man immer nur in dafür geeigneten Behältern, sogenannten Akku-Boxen oder Akku-Taschen, aufbewahren.

Wie man an den vorhergehenden Ausführungen bereits gut erkennen kann, geht selbst von augenscheinlich intakten E-Bike-Akkus immer eine inhärente Gefahr aus, gegen die man entsprechende Maßnahmen zur Sicherung ergreifen sollte. Ungleich größer ist die Gefahr bei defekten Akkus: Diese sollten niemals und unter keinen Umständen innerhalb einer Wohnung gelagert werden, denn hier sind die Risiken für einen Akkubrand oder einen Thermal Runway signifikant höher und diesem Risiko sollte sich niemand aussetzen.

Winterlagerung

Im Winter werde E-Bike häufig über einen langen Zeitraum nicht mehr genutzt, so dass der Akku über Monate gelagert werden kann. Umso wichtiger ist dann die richtige Lagerung, so dass der Akku während der Wintermonate keinen Schaden nimmt und man im Frühjahr direkt wieder durchstarten kann.

Der optimale Lagerort für den E-Bike-Akku schützt diese vor Feuchtigkeit und bietet eine Temperatur zwischen 0° C und 20°C. Bei der Wintereinlagerung des Akkus sollte diese weder komplett entladen sein, noch sollte er vorher noch einmal aufgeladen werden. Der optimale Ladezustand für den E-Bike-Akku ist im Bereich von 30 bis 60%, was bei vielen Modellen über eine entsprechende Anzeige ablesbar ist.

Daher ist es empfehlenswert, den Akku in einer dafür geeigneten und feuerfesten Akku-Box über die Wintermonate einzulagern. Um mögliche zusätzliche Schäden zu vermeiden, sollte er deshalb keinesfalls in der Nähe brennbarer Materialen gelagert bzw. aufgeladen werden.

Akku-Taschen und Akku-Boxen

Wenn man den Akku seines Pedelecs oder E-Bikes nicht am Fahrrad montiert, sondern separat aufbewahren möchte, steht man schnell vor der Frage, ob eine Tasche oder eine Box die bessere Wahl ist, und welche Lösung den besseren Brandschutz bietet. Sowohl feuerfeste Akku-Taschen und spezielle Lagerboxen haben Vor- und Nachteile.

Taschen für E-Bike-Akkus bieten sehr viel Flexibilität beim Handling und einen guten Basis-Brandschutz und sind preislich gegenüber den Akku-Boxen in der Regel etwas günstiger. Gleichzeitig werden die Taschen aus feuerfestem Gewebe gefertigt, so dass ein potenzieller Akku-Brand von diesem Material automatisch eingedämmt wird und für einen entsprechenden Brandschutz gesorgt ist.

Die unterschiedlichen Lagerboxen für Akkus setzen sich in der Regel aus zwei Komponenten zusammen: Einerseits ein Gehäuse aus Stahl, Alu oder Kunststoff und innerhalb dieses Gehäuses sorgen Löschgranulat-Kissen (bspw. gefüllt mit Pyrobubbles) für den Brandschutz. Innerhalb dieser Kissen werden die E-Bike-Akkus gelagert. Diese Art des Brandschutzes bei der Akku-Lagerung ist sehr effizient und ermöglicht sogar, mehrere Akkus innerhalb einer Box zu lagern.

Merkmal Akku-Taschen Akku-Boxen
Flexibilität Hoch Gering
Brandschutz Basis Zuverlässig (mit Löschmitteln)
Preis Günstiger Teurer
Stoßschutz Gering Hoch (durch Granulat-Kissen)
Kapazität Oft nur für einen Akku Mehrere Akkus möglich

Verhalten im Brandfall

Falls es tatsächlich passiert und Ihr E-Bike-Akku qualmt oder in Brand geraten ist, bringen Sie ihn, wenn möglich, raus ins Freie. Sollte das nicht machbar sein, versuchen Sie, die Ausbreitung des Feuers mit einer Löschdecke zu verhindern und rufen Sie umgehend die Feuerwehr.

Die Feuerwehr rät dringend, einen brennenden Akku nicht selbst zu löschen, sondern sich vom Akku zu entfernen. Zu groß ist das Risiko, durch eine Verpuffung oder giftige Dämpfe und Rauchentwicklung geschädigt zu werden.

Versicherungsschutz

Kommt es durch einen innerhalb der Wohnung gelagerten E-Bike-Akku zum Brand, stellt sich schnell die Frage nach dem Versicherungsschutz bzw. welche Versicherung für die entstandenen Schäden aufkommt. Dabei ist darauf zu achten, dass keine grobe Fahrlässigkeit bei der Lagerung bzw. beim Laden vorliegt.

Viele Versicherungen schließen allerdings Schäden, die durch das Laden und/oder Lagern von E-Bike-Akkus in der Wohnung entstehen, schon in ihren Vertragsbedingungen aus. Wenn kein Versicherungsschutz besteht oder der Schaden grob fahrlässig herbeigeführt wurde, hafte der Mieter persönlich.

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