Fahrrad Akku Lampe Test Vergleich: Sicher durch die dunkle Jahreszeit

Die dunkle Jahreszeit ist wieder da, und damit steigt die Bedeutung guter Fahrradbeleuchtung. Dunkle, kaum sichtbare Radfahrer und Fußgänger erhöhen das Konflikt- und Unfallpotenzial erheblich. Wer ohne Licht unterwegs ist, handelt schlicht unverantwortlich sich selbst und anderen gegenüber.

Grundlagen der LED-Technik

Die LED-Technik basiert auf einem Halbleiter-Bauelement. Wenn Strom in Durchlassrichtung fließt, wird Licht emittiert. Daher stammt der Name LED (light-emitting-diode). Im Test finden sich bis zu 30 LEDs in einem Lampenkopf (Supernova M99 B54 Max).

Bei sieben Modellen strahlt die LED direkt nach vorne. Das Licht wird dann durch eine Linse verteilt (Acid, Cateye, Knog, 2x Light­Skin, Lupine SL Mono, Sigma). Bei den Akkus verbauen alle Hersteller Lithium-Ionen- und Lithium-Polymerakkus.

Mit Lux wird der hellste Punkt des gesamten Lichtfeldes, mit Lumen der gesamte Lichtstrom einer Lampe angegeben. Weil sich die Zulassung am Lux-Wert orientiert, geben die meisten Hersteller auch diesen an.

Durch den gebündelten Lichtstrahl sind heutige LED-Lampen so hell, dass sie bei falscher Einstellung den Gegenverkehr stark blenden.

Testkriterien und -methoden

Für die bestmögliche Vergleichbarkeit aller Lampen betreiben wir einen erheblichen Aufwand. So werden die Lampen im Alltag und beim Sport, auf der Straße wie im leichten Gelände gefahren. Nur so bekommen wir umfangreiche Daten zu Lichtbild, Montierbarkeit, Bedienung, Laden, Qualität und der Haptik.

Damit eine klare Aussage zu den Lichtbildern möglich ist, werden diese in Nah-, Mittel-, Fern- und Seitenbereich unterteilt, verglichen und bewertet. Da ein großer, weicher Lichtteppich besonders angenehm für das Auge ist, haben wir die Homogenität des Lichtbildes benotet.

Am Ende ergeben sich so knapp 60 Einzelwerte, die in ein ausgeklügeltes Bewertungsschema einfließen. Die Gewichtung erfolgt folgendermaßen:

  • Transport und Montage: je 5 Prozent
  • Sicherheit sowie die Summe aus Qualität, Haptik und Feature: je 10 Prozent

Detaillierte Testaspekte

Bei den Transporteigenschaften achten wir auf ein geringes Packmaß. Kleiner ist besser, weil sich die Lampe so einfacher in der Jackentasche oder dem Rucksack verstauen lässt. Abnehmbare Halter sind von Vorteil, weil diese am Rad verbleiben und somit nicht stark auftragen.

Bezüglich der Montageeigenschaften betrachten wir die Montage des Halters am Lenker: Modelle mit Gummiband sind schnell und flexibel montierbar. Allerdings sollte der Vorgang leicht von der Hand gehen, ohne sich dabei die Finger einzuklemmen. Halter mit Rändelschrauben brauchen etwas länger, sitzen später aber sicherer. Für benötigtes Werkzeug gibt es Punktabzug.

Bei der Qualität werden Materialien, Oberflächen, die Verarbeitung selbst, störende Ecken und Kanten und die optische Anmutung bewertet.

Zur Bedienfreundlichkeit zählen große und auch mit dicken Handschuhen bedienbare Tasten, deren Druckpunkt gut spürbar ist.

Für sinnvolle Details gibt es Pluspunkte. Die wichtigsten für uns sind Tagfahrlicht, Fernlicht, Helligkeitssensor für automatische Lichtanpassung, Anzeigen für Akku- und Leuchtmodi sowie eine Reservelicht-Funktion.

Die Verlängerung der Laufzeit durch ansteckbare Powerbanks ist bei Lezyne, LigjtSkin NACA Road, Lupine SL Mono, Sigma und VDO gegeben. Als Powerbank selbst geben sich beide Busch + Müller-Lampen sowie Lunivos Lynx F100. Hier kann im Notfall ein GPS oder Smartphone geladen werden. Ein anschraubbarer Reflektor findet sich indessen nur bei der Büchel Ahead 35.

Stehend oder hängend montiert werden können Busch + Müller Ixon IQ-XM, Cateye, Knog und Trelock. Mit Adapter ist dies bei Busch + Müller Ixon Rock oder beiden Supernovas möglich.

Eine App mit individuell einstellbaren Lichtmodi bieten Lupines SL MiniMax und die zwei Supernovas.

Sicherheitsaspekte

Sicherheit ist wichtig! Deshalb bewerten wir, ob die Lampen gut von der Seite zu sehen sind. Am besten ist dies bei Büchel BLC 820, Sigma und XLC umgesetzt. Abzüge gibt’s für Lampen, die Licht nach oben strahlen und somit den Fahrer blenden können. Dies tritt vor allem bergauf und im Wiegetritt ein, wenn der Oberkörper über den Lenker und damit auch die Lampe wandert. Negativ fallen besonders Büchel Ahead 35, Lunivo Lynx F100, Trelock und VDO auf.

Damit wir sicher unterwegs sind, sollte die Ausleuchtung möglichst großflächig ausfallen. Ein weiter Lichtstrahl lässt uns dabei Gefahren eher wahrnehmen, was die Reaktionsfähigkeit erhöht.

Das Mittelfeld ist unser Hauptblickpunkt, sollte im Vergleich mit den umliegenden Bereichen nicht zu hell und möglichst gleichmäßig ausgeleuchtet werden. Der Bereich vor dem Laufrad sowie die Seitenränder sind wichtig für Ausweichmanöver und ein generelles Wohlgefühl. In Summe sollten die Bereiche homogen ineinander übergehen.

Wichtig: In der Praxis nimmt das Auge das Lichtbild etwas anders wahr als die Elektronik der Kamera!

Nachhaltigkeit und Akkulebensdauer

Eines der aktuellsten Themen unserer Zeit haben wir auch im Bezug auf diesen Test betrachtet: die Nachhaltigkeit. So fällt auf, dass es bei den Verpackungen die letzten Jahre deutliche Fortschritte gibt, weil fast ausschließlich Kartonagen und deutlich weniger Plastikverpackungen zum Einsatz kommen. Einzig viele USB-Ladekabel werden noch oft in separate Folien verpackt.

Ein wichtiger Punkt ist die Lebensdauer von Akkus: Laut einer neuen EU-Verordnung müssen diese an Geräten ab 2027 vom Endnutzer ersetzt werden können. Im Test ist dies bei integrierten Modellen nur bei Lupine SL Monno (27 Euro) perfekt möglich. Bei Cat­eye kann das hintere Bauteil getauscht werden (70 Euro) und beim LightSkin-Lenker (10 Euro) muss der Händler ran. Bei den externen Akkus der teuren Power-Lampen mit Fernlicht ist dies aktuell immer möglich.

Einen echten Mehrwert bietet Supernova: Hier gibt es für die Sommermonate einen Schlaf- und die generelle Nutzung einen LongLife-Modus. Letzterer setzt die Spitzenbelastung durch eine komplette Voll- oder Entladung herab, was nach aktuellem wissenschaftlichem Stand nachweislich zu einer deutlich längeren Lebensdauer führt. Nutzt man diese Funktion, gewährt Supernova sogar fünf Jahre Garantie auf den Akku.

Auch der Nutzer selbst kann das Akkuleben deutlich verlängern, indem er die Zellen nicht leer fährt, den Akku vor dem Laden auf Zimmertemperatur kommen lässt und nicht komplett volllädt. Wird die Lampe länger nicht benutzt, sollte sie kühl, trocken und mit ca. gelagert werden.

Testergebnisse und Empfehlungen

Die aktuelle Lampengeneration mit Akku ist besser denn je. Helles Licht und flächige Ausleuchtung machen das Radfahren bei Dunkelheit sicher und angenehm. Dabei gibt es im Detail große Unterschiede.

  • Im Preisbereich bis 50 Euro zeigt Büchel, dass günstig auch gut kann.
  • XLC sorgt mit guter Gesamtleistung für den Testsieg in dieser Klasse.
  • Bis 100 Euro heimst Trelock eine Empfehlung dank tollem Preis-Leistungs-Verhältnis ein.
  • Der Testsieg geht an Busch + Müller, weil sich der Ixon Rock keine Schwäche erlaubt und mit technischen Finessen punktet.
  • Bis 150 Euro holt sich Lezyne dank tollem Lichtbild den Sieg.
  • Bei den High-End-Lampen bis 300 Euro punktet Busch + Müller mit echtem Fernlicht und ist somit auch für das MTB eine Alternative.
  • In der Luxusklasse zeigen Lupine und Supernova, was technisch möglich ist. Dabei bietet Lupine das beste und homogenste Abblendlicht.

Bitte einmal durch die Galerie klicken! Eine Lampe mit 150 Lux kann in der Praxis komplett enttäuschen, während ein anderes Modell mit 50 Lux überzeugt. Der Grund ist, dass der Lux-Wert nur an einem einzigen Punkt gemessen wird. Die vor einem liegende, gesamte Lichtfläche wird ausgespart. Ein Laserpointer schneidet hier ideal ab, nur sieht man damit nichts. Der reine Lux-Wert taugt also für den Vergleich von Scheinwerfern nicht. Bei einem Vergleich sollten also immer beide Werte betrachtet werden.

Vergleichstabelle Fahrradbeleuchtung

Marke Modell Preis (ca.) Lux Akkulaufzeit (High Mode) Besonderheiten
Büchel BLC 820 50 € k.A. 10 Stunden Gleichmäßiges Lichtbild, automatische Lichtsteuerung
Sigma Aura 60 30 € 60 4,5 Stunden Einfache Bedienung, stabiler Halter
Sigma Aura 80 USB k.A. 80 5,5 Stunden LED-Anzeige für Akku und Modus
Trelock LS 480 Lighthammer k.A. k.A. 8 Stunden Asymmetrische Ausleuchtung
AXA Dwn 100 k.A. k.A. 7 Stunden Breites Lichtbild
Lezyne Hecto Drive STVZO 40 k.A. 40 2,5 Stunden Kompakt, einfache Montage
Busch & Müller Ixon Rock k.A. k.A. k.A. Powerbank-Funktion

Helm- vs. Lenkerlampe

Dass die reine Lichtausbeute von StVZO-Beleuchtung auch auf dem Trail kein Problem mehr darstellt, machen Lupine und Supernova eindrucksvoll klar. Mit 2400, beziehungsweise 3000 Lumen leuchten die Strahler im maximalen Modus heller als so manches Pkw-Licht. Zudem verfügen beide Lampen über ein „echtes“ Fernlicht, das den Lichtpegel nach oben erweitert und auch tief hängende Äste sichtbar macht.

Für den Straßenverkehr muss die Lampe am Lenker angebracht sein. Weil der Blick des Fahrers der Lenkbewegung aber immer ein Stück voraus ist, steuert man in engen Kurven quasi ständig ins Dunkel - das ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich. Selbst die breiten Leuchtkegel von Lupine und Supernova können das Problem nicht gänzlich lösen. Auf breiten Forstwegen ist das kein Problem. Hier reicht sogar die Leuchtkraft einer Sigma Aura 100, um sicher in die Zivilisation zurückzufinden. Wer aber wirklich im Dunkeln über die Trails räubern will, kommt um Helmlampen, die wir in einem anderen Artikel getestet haben, nach wie vor nicht herum. Als Zusatzleuchte zur StVZO-Lampe am Lenker reichen dann aber kompakte Modelle wie die Cube Acid oder Lupines Piko völlig aus.

Achtung beim Einbiegen in den Straßenverkehr: Spätestens dann muss die Helmbeleuchtung ausgeschaltet werden.

StVZO-Konformität

Auch wenn die StVZO seit Jahren immer mehr in EU-Regeln überführt wird, wer aktuell auf deutschen Straßen unterwegs ist, braucht eine StVZO-konforme Beleuchtung. Maßgeblich sind für Fahrradfahrer §64, §65 und §67. Dank einiger Anpassungen sind die Vorschriften inzwischen praxistauglicher geworden. So darf die Beleuchtung auch abnehmbar sein und per Akku betrieben werden. Eine StVZO- Beleuchtung muss einen blendfreien Lichtkegel − ähnlich wie das Abblendlicht am Auto - aufweisen und mindestens 10 Lux generieren. Zusätzlich kann die Fahrradbeleuchtung auch über ein Fernlicht verfügen. Blinkende Front- oder Rücklichter sind nicht zugelassen. Ein bestimmter Winkel ist bei der Montage nicht mehr vorgeschrieben. Allerdings darf das Licht entgegenkommende Fahrer nicht irritieren. Ob eine Lampe der StVZO entspricht, erkennt man an der K-Nummer des Kraftfahrt-Bundesamts.

Übrigens: Wer ohne entsprechende Beleuchtung angehalten wird, muss mit 20 Euro Bußgeld rechnen. Im Falle eines Unfalls kann man auf Schadensersatz und/oder Schmerzensgeld verklagt werden.

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