E-Bike Akku Lebensdauer erhöhen: So geht's!

Der Akku ist ein zentrales Bauteil des E-Bikes, dessen Leistungsfähigkeit von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird, nicht nur von der Kapazität. Im Durchschnitt kann man sagen, dass der Akku eines E-Bikes nach etwa 3-5 Jahren möglicherweise an Leistung verliert, aber viele Akkus funktionieren auch noch viel länger, wenn sie gut gepflegt werden. Einflussgrößen wie Fahrstil, regelmäßige Wartung und schonender Umgang wirken sich direkt auf die Haltbarkeit des Stromspeichers aus.

Die Grundlagen der E-Bike Akku-Lebensdauer

Die Lebensdauer eines E-Bike-Akkus lässt sich gezielt verlängern, wenn bestimmte Verhaltensweisen konsequent beachtet werden. Zudem werden Kriterien für die Wahl des passenden Akkus, Möglichkeiten zur Reichweitenerhöhung im Alltag sowie Hinweise zum schonenden Umgang erläutert.

Faktoren, die die Lebensdauer beeinflussen

  • Fahrstil: Wer das E-Bike maßvoll nutzt, kann die Alterung der Zellen deutlich verlangsamen.
  • Regelmäßige Wartung: Sie wirkt sich direkt auf die Haltbarkeit des Stromspeichers aus.
  • Schonender Umgang: Er wirkt sich direkt auf die Haltbarkeit des Stromspeichers aus.

Tipps zur Verlängerung der Akku-Lebensdauer

1. Optimale Temperatur

Der Lithium-Ionen-Akku eines E-Bikes ist für ein Temperaturfenster zwischen 10 und 25 Grad Celsius ausgelegt, in dem er seine optimale Leistung entfaltet. Temperaturen unterhalb von 10 Grad reduzieren die Effizienz der Energieabgabe, was sich in einer spürbar geringeren Reichweite äußern kann.

2. Vermeidung von Tiefentladung

Ein E-Bike-Akku sollte niemals vollständig entladen werden, da Tiefentladungen die Zellstruktur dauerhaft schädigen und die Leistungsfähigkeit des Lithium-Ionen-Akkus mindern. Fachleute empfehlen daher, den Akku regelmäßig nur bis etwa 90 Prozent zu laden, um den Verschleiß zu minimieren und die Lebensdauer des Stromspeichers zu verlängern.

3. Richtiges Laden

Der Ladezyklus ist entscheidend für die Haltbarkeit eines E-Bike-Akkus, da jede vollständige Aufladung den natürlichen Verschleiß der Zellstruktur vorantreibt. Teilladungen summieren sich dabei zu einem vollständigen Zyklus, sodass auch mehrfaches Nachladen in kleinen Schritten den Akku beansprucht.

4. Lagerung des Akkus

Die richtige Lagerung spielt eine entscheidende Rolle für die Haltbarkeit eines E-Bike-Akkus, insbesondere in längeren Ruhephasen wie den Wintermonaten. Zu wenig Energie erhöht das Risiko der Tiefenentladung, ein vollgeladener Akku hingegen kann die Zellspannung dauerhaft belasten. Der Akku sollte trocken und bei Raumtemperatur gelagert werden, um äußere Belastungen wie Feuchtigkeit oder Temperaturschwankungen zu vermeiden.

Lagerung bei Zimmertemperatur: Der Akku sollte möglichst bei Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad Celsius gelagert werden. Hitze beschleunigt die chemische Alterung, Kälte reduziert die Leistungsfähigkeit.

5. Schutz vor Umwelteinflüssen

Schutz vor Staub und Schmutz: Verschmutzungen können sich in den Kontaktstellen ablagern und die Verbindung zwischen Akku und E-Bike stören. Staub wirkt zudem wie Schleifpapier auf Dichtungen und Oberflächen. Nach Regenfahrten genügt es, die Batterie sorgfältig abzutrocknen, doch größere Wassermengen - etwa durch starken Regen auf einem Autodachträger - können Schaden anrichten.

6. Richtige Reinigung

Sanfte Reinigung mit wenig Wasser: Wasser und Elektronik vertragen sich schlecht. Deshalb sollte der Akku ausschließlich mit einem leicht feuchten Tuch gereinigt werden. Befreien Sie den Akku und seine Kontakte regelmäßig von Verunreinigungen. Verwenden Sie hierfür am besten einen leicht feuchten Lappen.

7. Nutzung des Original-Ladegeräts

Nur das originale Ladegerät ist exakt auf die Ladeelektronik des Akkus abgestimmt.

8. Vermeidung von Tiefentladung

Ein E-Bike-Akku sollte nie vollständig leer gefahren werden. Tiefentladungen führen zu irreversiblen Schäden an der Zellchemie und beeinträchtigen die Restkapazität.

Strategien für effizientes Fahren

Auch das Gesamtgewicht sollte bedacht werden. Externe Akkus am Rahmen sind leichter, während integrierte Varianten oft mehr Kapazität bieten, aber schwerer und teurer sind. Gerade beim Anfahren verbraucht der Elektromotor überdurchschnittlich viel Energie, da der Akku aus dem Ruhemodus in den aktiven Betrieb wechselt. Auch während der Fahrt zahlt sich ein strategischer Umgang mit den Unterstützungsstufen aus.

Richtiges Schalten

Beim Anfahren oder an Steigungen in einem niedrigen Gang, muss der Motor weniger Kraft aufbringen. E-Bike-Motoren arbeiten am effizientesten, wenn du in einem Gang fährst, der deine Trittfrequenz im optimalen Bereich hält (meist 60-80 Umdrehungen pro Minute). Schweres Treten in einem zu hohen Gang zwingt den Motor zu mehr Leistung und erhöhter Stromaufnahme. Das kann den Akku schneller entladen. Durch richtiges Schalten wird nicht nur der Akku geschont, sondern auch die Kette, Ritzel und der Motor weniger belastet.

Kalibrierung des Akkus

Gerade richtig in Fahrt gekommen und schon ist der E-Bike-Akku leer? Das kann an einer falschen Ladestandanzeige liegen. Selbst die modernsten Batterie-Management-Systeme brauchen manchmal Nachhilfe. Ein kalibrierter Akku hat zwar weder mehr Reichweite noch lässt er sich regenerieren. Jeder Akku hat eine bestimmte Maximalkapazität, die er pro Ladezyklus aufnehmen kann.

Über komplexe Messvorrichtungen überprüft ein Batterie-Management-System, wieviel Ladung der Akku gerade im Verhältnis zu seiner maximalen Aufnahmefähigkeit hat. Diese Messungen sind zwar ziemlich genau, können allerdings von der Realität abweichen. Beim Akku kalibrieren werden Messsystem, Anzeige und Akku wieder auf einen gemeinsamen Nenner gebracht. Oft wird dieser Vorgang auch Akku refreshen genannt. Ein Refresh suggeriert, dass die Powerzelle danach wieder wie neu ist und somit öfter wieder aufgeladen werden kann.

Die Kalibrierung hat jedoch den großen Vorteil, dass sich der Anwender ab sofort wieder auf die Anzeige zum Akkustand verlassen kann. Insbesondere nach der Überwinterung des E-Bike-Akkus ist es eine gute Idee, ihn vor dem Start in die Fahrsaison zu kalibrieren.

Umgang mit Fehlermeldungen

Ein E-Bike ist mehr als ein einfaches Rad mit ein bisschen Antrieb. Der Bordcomputer zeigt mitunter Fehlercodes an, die E-Bikern Rätsel aufgeben, aber relativ häufig sind. Dieser Fehler verweist darauf, dass das Bike und sein Akku nicht mehr richtig miteinander reden können. Der Klassiker Akku rausnehmen und wieder einsetzen kann hier oft schon helfen. Die Akkukalibrierung ist zwar keine Garantie gegen Fehlermeldungen. Sie sorgt allerdings für eine realistischere Kommunikation zwischen den Komponenten.

E-Bike Akku: Tipps zur Pflege und Verlängerung der Lebensdauer

Ein besonderes Augenmerk sollte bei E-Bikes auf dem Akku liegen. Eines vorweg: der Stromspeicher des E-Bikes, zumeist ein Lithium-Ionen-Akku, ist ein Verschleißteil. Selbst die allerbeste Pflege kann nicht verhindern, dass die Batterie irgendwann einmal ausgetauscht werden muss. Allerdings ist es möglich, mit guter Pflege und unter Beachtung einiger Punkte, das Maximum aus dem Akku herauszuholen.

500 bis 700 Aufladungen sind Standard, ein sehr hochwertiger E-Bike-Akku kann bei korrekter Behandlung bis zu 1500 Ladezyklen durchhalten, bevor die Definition eines verschlissenen Akkus erreicht ist. Wie schnell der Verschleiß von statten geht, ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Hier ist nicht allein eine intensive Nutzung entscheidend. Auch bei Nichtbenutzung verliert der Akku einige Prozentpunkte an Kapazität. Allein durch die Lagerung gehen, je nach Hersteller, 0,5 bis 3 Prozent an Leistung pro Jahr verloren.

E-Bike Akkus und Temperaturen

E-Bike Akkus mögen keine extremen Temperaturen. Das Fahrrad selbst interessiert sich relativ wenig für die Temperaturschwankungen zwischen den Jahreszeiten, der Akku aber kann darauf mitunter empfindlich reagieren, was eine mögliche Abnahme der Ladekapazität zur Folge haben kann. Optimalerweise führen Sie die Batterie mit sich, wenn Sie Ihr Bike abgestellt haben, so dass weder die pralle Sonne noch Minusgrade eine Chance haben den Verschleiß zu beschleunigen.

Achten Sie im Sommer allerdings darauf, dass Ihr E-Bike nicht über einen längeren Zeitraum in der Sonne verweilt. Im Winter sollte das Bike gut geschützt stehen und der Akku entnommen werden. Eine trockene und kühle Lagerung bei etwa 10 bis 15 Grad sind hier empfehlenswert. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass der Akku dann weder komplett voll noch komplett leer ist. Ein Ladezustand von etwa 2/3 der Kapazität hat sich als optimal erwiesen.

Wenn Sie Ihr Bike längere Zeit überhaupt nicht nutzen, zum Beispiel in den Wintermonaten, sollten Sie den Ladezustand des Akkus nach einigen Wochen der Lagerung kontrollieren.

Ladeverhalten

Immer noch halten sich hartnäckige Gerüchte, dass das stete vollständige Laden und Entladen für eine Akku-Batterie der korrekte Umgang sei. Dies trifft nicht auf die mittlerweile gängigen und weit verbreiteten Lithium-Ionen-Akkus zu. Eher das Gegenteil ist der Fall. Der Akku sollte nach der Kalibrierung nicht mehr vollständig entleert werden. Die sogenannte Tiefenentladung beeinträchtigt die Lebensdauer des Akkus in negativer Weise. Auch das vollständige Aufladen wird oftmals nicht empfohlen.

Lesen Sie sich vor der Benutzung die Herstellervorgaben genau durch und heben Sie die Gebrauchsanweisung gut auf, damit Sie gegebenenfalls später noch einmal etwas nachlesen können. Verwenden Sie außerdem ausschließlich das Original-Ladegerät.

Was tun bei Problemen?

Wenn Ihnen irgendetwas an Ihrer Fahrradbatterie seltsam vorkommt, sie nicht mehr richtig auflädt oder ungewöhnlich schnell entlädt, sollten Sie in keinem Fall selbst Hand anlegen oder gar versuchen den Akku zu öffnen. Der Stromspeicher ist ein sehr diffiziles System, welches viel Energie beinhaltet. Die unsachgemäße Behandlung kann nicht nur zu Kurzschlüssen führen, in der Konsequenz erlischt auch jedweder Garantieanspruch.

Die Wahl des richtigen Akkus

E-Bike-Akkus gibt es in vielen verschiedenen Preisklassen. In erster Linie muss die Batterie aber zu Ihrem System passen. Wir empfehlen dringend, dies überaus sorgfältig zu prüfen um Schäden an Motor und Bike zu vermeiden, bevor Sie sich ein neues Gerät zulegen. Im Zweifel sollten Sie auch hier wieder einen Fachmann zu Rate ziehen. Neben der Preisfrage bestehen sicherlich auch noch Unterschiede in Leistung, Reichweite und Lebensdauer. Auch hier lohnen sich gründliche Überlegungen. Bedenken Sie auch, dass Sie eventuell einmal ein Ersatzteil benötigen. In diesem Fall kann es mitunter kompliziert werden, wenn Sie ein preisgünstiges No Name-Produkt gewählt haben. Unter Umständen lassen sich für diese Geräte bereits nach relativ kurzer Zeit keine Austauschartikel mehr beschaffen.

Kalibrierung für maximale Leistung

Damit der Akku sein volles Potenzial ausschöpfen kann, sollte er ganz zu Beginn der Nutzung kalibriert werden. Lesen Sie aber zunächst die Herstellerangaben, denn bei manchen Akkus ist dies bereits ab Werk erledigt. Falls nicht, müssen Sie nichts weiter tun, als am Anfang drei bis fünf Mal den Akku komplett aufladen und dann komplett „leerfahren“. Die Batterie wird sozusagen „eingefahren“.

Das Batterie-Management-System (BMS)

Hochwertige E-Bike-Akkus verfügen über ein sogenanntes BMS zur Überwachung und Steuerung der Systeme in Inneren des Akkus. Das BMS ist das „Gehirn“ des Akkus und verhindert zum Beispiel eine Überhitzung, indem es den Akku in diesem Fall ausschaltet. So wird ein irreparabler Hitzeschaden verhindert und Ihr Portemonnaie geschont. Während des Ladevorgangs sorgt das BMS dafür, dass alle Zellen gleichmäßig aufgeladen werden. Zudem schützt das BMS vor einer möglichen Überspannung, zum Beispiel wenn der Akku im Ladegerät vergessen wurde. Der Ladevorgang wird dann vom BMS unterbrochen und der Akku kann keinen Schaden nehmen. Bei hochwertigen E-Bike-Akkus gibt das BMS sogar eventuelle Probleme und Fehlermeldungen an den Motor weiter.

Die Lebensdauer des E-Bike-Akkus

Die Lebensdauer deines E-Bike-Akkus hängt nicht nur von der Qualität des Akkus selbst ab, sondern auch davon, wie du mit ihm umgehst. Durch bewusstes Laden, kluges Fahrverhalten und eine sachgerechte Lagerung kannst du die Lebensdauer deutlich verlängern. Kleine Maßnahmen - wie das Vermeiden extremer Temperaturen, das Einhalten eines optimalen Ladebereichs und regelmäßige Pflege - können den Unterschied machen zwischen jahrelangem, sorgenfreiem Fahrspaß und einem vorzeitigen Austausch. Ein gut gepflegter Akku hält im Durchschnitt etwa fünf Jahre - das spart nicht nur Geld, sondern auch Ärger.

Richtiges Laden

  • Übermäßiges Laden vermeiden: Ein E-Bike-Akku, der dauerhaft überladen wird, verliert deutlich schneller an Lebensdauer. Entferne daher das Ladegerät, sobald der Akku vollständig geladen ist, und lasse ihn niemals länger als 24 Stunden angeschlossen, nachdem der Ladevorgang abgeschlossen ist.
  • Ladebereich verstehen und richtig nutzen: Der sogenannte Ladebereich - also der Bereich zwischen dem Start- und Endpunkt des Ladevorgangs - spielt eine wichtige Rolle für die Lebensdauer des Akkus. Viele Menschen laden ihren Akku von 0 % bis 100 %, doch eine Studie der University of Maryland zeigt, dass ein Bereich zwischen 20 % und 80 % deutlich vorteilhafter ist. Noch besser für die Lebensdauer ist ein Bereich zwischen 20 % und 60 %, auch wenn das im Alltag oft weniger praktikabel ist.
  • Achte darauf, dass der Akku trocken ist: Feuchtigkeit kann dem Akku schaden, insbesondere an den Kontaktstellen. Trockne den Akku daher gründlich ab, bevor du ihn auflädst, und achte besonders darauf, die Anschlüsse gut zu trocknen.

Während der Fahrt

  • Reifendruck kontrollieren: Achte auf den richtigen Reifendruck - idealerweise zwischen 3 und 4 bar oder gemäß den Herstellerangaben. Zu weiche Reifen erhöhen den Rollwiderstand, wodurch der Akku stärker beansprucht wird und sich schneller entlädt.
  • Ohne Tretunterstützung starten: Beginne deine Fahrt aus dem Stand ohne sofortige Nutzung der Tretunterstützung. Das Anfahren mit aktivierter Unterstützung verbraucht vergleichsweise viel Energie.
  • Gänge richtig einsetzen: Achte auf den richtigen Zeitpunkt zum Schalten und wähle passende Gänge zur Geschwindigkeit. In einem zu hohen Gang bei niedriger Geschwindigkeit zu treten, belastet den Akku unnötig. Verwende bei geringem Tempo einen leichteren Gang und schalte sanft höher, wenn du schneller wirst.
  • Akkuladen während Pausen: Wenn du während einer längeren Tour eine Pause machst und der Akkustand niedrig ist, nutze die Gelegenheit zum Nachladen. So verhinderst du, dass der Akku komplett leer wird - was sich negativ auf seine Lebensdauer auswirken kann.
  • Akku vor Feuchtigkeit schützen: Nach einer Fahrt im Regen ist es wichtig, die Kontaktstellen von Akku und Fahrrad gründlich zu trocknen, bevor du den Akku wieder einsetzt. Feuchtigkeit an diesen Stellen kann Schäden verursachen oder zu Störungen führen.

Lagerung

  • Extreme Temperaturen vermeiden: Temperatur spielt eine große Rolle für die Gesundheit deines Akkus. Sowohl starke Kälte als auch Hitze können die Leistung beeinträchtigen und die Lebensdauer verkürzen. Lass deinen Akku daher im Sommer nicht in der prallen Sonne liegen - er mag einen Strandurlaub genauso wenig wie ein Schneemann auf dem Grill. Auch im Winter solltest du darauf achten, dass der Akku nicht der Kälte ausgesetzt ist.
  • Lagere deinen Akku nicht vollständig entladen: Ein komplett leerer Akku kann sich tiefentladen, was dazu führen kann, dass er sich überhaupt nicht mehr aufladen lässt. Dadurch kann dauerhafter Schaden entstehen und ein Austausch erforderlich werden. Deshalb ist es wichtig, den Akku mit mindestens 50 % Ladung zu lagern.
  • Entferne den Akku, wenn das Fahrrad draußen steht: Wenn dein Fahrrad über längere Zeit im Freien steht, solltest du den Akku herausnehmen und im Haus aufbewahren. So schützt du ihn vor Regen, Temperaturschwankungen und anderen Umwelteinflüssen, die seine Leistung beeinträchtigen können.

Warum lässt die Akku-Leistung beim E-MTB nach?

Mit der Zeit finden in den Batteriezellen chemische Zersetzungsprozesse statt. Das eigentliche Problem liegt im Aufbau des Lithium-Ionen-Akkus. Vereinfacht erklärt: In einem Akku wandern Lithium-Ionen zwischen Anode und Kathode, also Plus- und Minus-Pol, hin und her. Mit der Zeit oxidieren die Elektroden und verlieren ihre Fähigkeit, die Lithium-Ionen, die für den Stromfluss notwendig sind, zu speichern.

Wie sich die Lebensdauer beeinflussen lässt

Je nach Pflege des Akkus und Nutzungsverhalten fällt der Kapazitätsschwund unterschiedlich stark aus. Akkus wollen kühl und trocken gelagert werden. Bei Temperaturen über 30 Grad läuft das Verfallsdatum des Energieträgers im Zeitraffer ab. Ebenso wenig mögen es die Batterien frostig: Wenn’s im Keller im Winter Minusgrade hat, dann sollte man für den Akku ein wohl temperiertes und sicheres Plätzchen in der Wohnung finden.

Aber nicht nur bei der Lagerung, auch im Einsatz können E-MTB-Besitzerinnen und -Besitzer dafür sorgen, dass die Lebensdauer des E-Bike Akkus nicht zu schnell verstreicht: Zwar passt das Batterie-Management darauf auf, dass der sicherheitskritische Bereich nicht erreicht wird. Aber “Radfahrer sollten ihren Akku trotzdem möglichst nicht komplett entladen. Und wenn man nicht die maximale Reichhöhe benötigt, ist es auch sinnvoll, den Akku nicht komplett aufzuladen”, empfiehlt Dr. Jochen Mähliß.

Wer darauf achtet, dass der Akku nicht unter 10 Prozent Restkapazität ent- und nicht über 90 Prozent aufgeladen wird, kann die Lebensdauer erheblich steigern, Mähliß spricht sogar von “verdoppeln”.

Vorsicht ist auch geboten, wenn die Batterie durch Sturz oder Unfall beschädigt wurde. Akkus mit sichtbaren Schäden sollte man umgehend in einen spezialisierten Shop bringen, der die Funktionsfähigkeit überprüfen kann.

Sinkt die Kapazität des Akkus, wirkt sich das unmittelbar auf die Reichhöhe aus. Wenn Sie mit Ihrem Rad im Neuzustand beispielsweise 1500 Höhenmeter schaffen, sind bei 60 Prozent nur noch 900 Höhenmeter drin.

Recycling von E-Bike Akkus

Lithium-Ionen-Akkus wirft man selbstredend nicht auf den Müll. Der Händler ist verpflichtet, den alten Akku kostenlos zurückzunehmen und der Recycling-Kette zuzuführen. Das Recycling selbst übernimmt in Deutschland meist die Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien (GRS). Im Rahmen einer Branchenlösung finanzieren über 100 Hersteller und Importeure dieses System. Mehr als 2500 Fahrradhändler sammeln die Alt-Akkus, die dann von der GRS abgeholt werden.

Kann ich No-Name Akkus für mein E-MTB verwenden?

Ein klares “Nein!” kommt dazu von den Bike- und Motorenherstellern. Der Grund: Jeder Lithium-Ionen-Akku benötigt ein intelligentes elektronisches Batterie-Management-System, das die Batterie daran hindert, ihren sicheren Arbeitsbereich zu verlassen. Es schützt vor Überlastung durch Überhitzung und Tiefentladung. Außerdem ermittelt es die Batteriekapazität, den aktuellen Ladezustand, die Restbetriebszeit, und es speichert Daten zum Lebenszyklus. Der Einsatz von billigen und nicht passenden Akkus kann daher am Ende besonders teuer werden.

Viel sinnvoller - und günstiger - ist es also, die Halbwertzeit des Akkus durch fachgerechte Handhabung zu verlängern.

9 Antworten rund um die E-Bike Akku Lebensdauer

  1. Darf ich mit dem Dampfstrahler reinigen? Nein, eindringende Feuchtigkeit kann zum Tod von Elektronik, Motor oder Akku führen. Deshalb lieber mit Schwamm und Bürste säubern. Akku und Konsole vorher abnehmen, separat vorsichtig reinigen und Kontakte am E-Bike fürs Putzen abdecken.
  2. Darf ich meinen Akku teilweise laden? Ja, Teilladungen sind beim Lithium-Ionen-Akku problemlos möglich und gelten als schonender für den Akku als häufige vollständige Leerungen.
  3. Darf ich mit meinem E-Bike im Winter fahren? Bei Temperaturen unter 10 °C verlieren Akkus an Leistungsfähigkeit. Deshalb sollte man sie warm lagern, im Fahrbetrieb mit einem Isolator versehen und bei längeren Stopps mit ins Warme nehmen.
  4. Wohin mit dem Akku beim Autotransport? Sofern möglich, sollte man den Akku vom Rad entfernen, wenn es auf Dach- oder Heckträger transportiert wird. Die Kontakte am Bike schützt man durch Neoprenüberzüge vor der Witterung. Im Wageninneren sollte der Akku nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.
  5. Ist Laden bei jeder Temperatur möglich? Nein, Akkus fühlen sich zwischen 10 °C bis 40 °C am wohlsten. Das gilt fürs Laden wie für den Fahrbetrieb. Ladungen unter 10 °C Außentemperatur sind Stress für die Zellen und verkürzen die Lebenserwartung des Akkus dramatisch.
  6. Darf ich ein fremdes Ladegerät nutzen? Prinzipiell muss die Kombination von Ladegerät und Akku vom Hersteller freigegeben sein.
  7. Darf ich den Akku aufschrauben? Akku-Gehäuse niemals öffnen, gebrochene Gehäuse - etwa nach einem Sturz - umgehend vom Hersteller ersetzen lassen.
  8. Sollte ich einen gebrauchten E-Bike Akku kaufen? Da sich Vorschädigungen nicht per Sichtprüfung zweifelsfrei ausschließen lassen, ist von einem Gebrauchtkauf grundsätzlich abzuraten.
  9. Darf ich alte Akkus in den Hausmüll werfen? NEIN - Sie sind voller wertvoller Rohstoffe. E-Bike Akkus werden vom Hersteller kostenlos zurückgenommen und fachgerecht recycelt.

Interview mit Dr. Jochen Mähliß

Wer seinen Akku schonen möchte, sollte ihn möglichst nicht unter 10 Prozent entladen und nicht über 90 Prozent aufladen. Dadurch kann man die Lebensdauer eines Akkus verdoppeln. Das gilt übrigens für alle Lithium-Ionen-Batterien. Auch Schnellladegeräte sind problematisch. Je höher der Ladestrom, desto mehr erwärmt sich der Akku, und umso schädlicher ist das für die Zellen.

Ein Akku lebt länger, wenn man ihn nicht zu oft unter Volllast betreibt. Eine gemütliche Fahrweise bei mittlerer Unterstützungsleistung schont den Akku dagegen auf lange Sicht.

Ein Akku mag es gerne kühl und trocken. Temperaturen über 30 Grad sind zu vermeiden. Die Batterie sollte also nicht bei Sonne im Auto liegen oder hinter der Fensterscheibe in der Garage. Auch wenn das Rad unter einem Wellblechdach parkt oder es in einer Holzhütte steht, kann es dem Akku schon zu warm werden. Dann sollte man ihn lieber ins Haus mitnehmen.

Eine Lagerung bei Minusgraden verträgt das Akku-Pack auch nicht gut. Das schadet zwar nicht den Zellen - aber dem Kunststoffgehäuse. Es wird mit der Zeit spröde.

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