E-Bike Akku prüfen: Eine Anleitung

Der E-Bike-Akku ist das Herzstück eines jeden E-Bikes, jedoch ist er nicht unendlich leistungsfähig. Sinkt die Kapazität unter einen bestimmten Wert, sollten Sie darüber nachdenken, ob es Zeit für einen E-Bike-Akku Zellentausch oder gleich einen komplett neuen Akku wird. Damit Sie mit Ihrem Bike jederzeit verlässlich unterwegs sind, kann es hilfreich sein, die E-Bike-Akku Kapazität zu messen.

Tatsächlich wird jedem E-Bike-Akku nur eine bestimmte Maximalmenge an Ladezyklen zugestanden. Doch bereits davor verringert sich die Akku-Leistung allmählich - selbst wenn der E-Bike-Akku pfleglich behandelt, richtig gelagert oder vielleicht sogar gar nicht benutzt wird. Deshalb kann es sich von Zeit zu Zeit lohnen, die E-Bike-Akku Kapazität zu messen. Dadurch erhält man einen guten Eindruck davon, wie leistungsstark der Akku noch ist.

Wenn ein E-Bike-Akku in die Jahre kommt, verliert er an Leistung. Neben typischem Verschleiß ist auch die rein kalendarische Alterung ein Grund für die nachlassende Power der Fahrradbatterie.

Der Kapazitätszustand des E-Bike-Akkus kann Ihnen aber auch dabei helfen, Schwachstellen bei der Lagerung, beim Laden oder der sonstigen Benutzung zu erkennen. Last but not least: Viele Hersteller geben mittlerweile auch auf ihre Akkus eine zweijährige Garantie. Büßt der Akku während dieser Zeit unverhältnismäßig viel an Leistung ein, haben Sie unter Umständen Anspruch auf einen neuen Akku.

Tipp: Sie spielen mit dem Gedanken einen gebrauchten E-Bike-Akku zu kaufen? Auch in diesem Fall kann es sinnvoll sein, vor dem Kauf die Kapazität der Batterie zu messen bzw. prüfen zu lassen. Am besten bei einem externen Anbieter, der ein entsprechendes Zertifikat inklusive der erhobenen Messwerte ausstellt.

Wie man die E-Bike-Akku Kapazität misst

Um bei einem E-Bike-Akku die Kapazität zu messen, stehen Bikern verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Am einfachsten ist es, die Kapazitätsanzeige des Herstellers am Akku selbst oder über das Display auszulesen. Ist diese Funktion nicht verfügbar, kann auch die Ladezeit Aufschluss über den Zustand des Akkus liefern. Wer es noch genauer wissen möchte, wendet sich an einen erfahrenen Fachexperten.

Die E-Bike-Akku Kapazität selbst zu messen, ist etwas kompliziert - vor allem, wenn man sich besonders präzise Messergebnisse wünscht. Das Problem: Um die Kapazität zu messen, müsste man den vollständig aufgeladenen Akku unter kontrollierten Bedingungen leerlaufen lassen. Kontrollierte Bedingungen bedeutet in diesem Fall, dass ein fest definierter Widerstand gegeben sein muss.

Die einfachste Lösung: Den Akku voll aufladen und danach leerfahren - dann sieht man schließlich direkt, wie weit man kommt. Doch so einfach ist es nicht. Denn schon kleine Veränderungen und Einflüsse, wie zum Beispiel Temperatur oder Windstärke, können die Ergebnisse verfälschen.

Integrierte Kapazitätsanzeige

Viele moderne E-Bike-Akkus zeigen nicht nur den aktuellen Ladezustand und die Reichweite an, sondern haben auch eine Anzeige für die Kapazität integriert. Bei manchen Modellen lässt sich sogar prüfen, wie viele Ladezyklen bereits durchlaufen wurden.

Wie genau es möglich ist, an einem E-Bike-Akku die Kapazität messen bzw. Bei vielen Modellen funktioniert die Anzeige jedoch über die LED-Anzeige des Akkus. Also über die LEDs, die normalerweise den Ladezustand des Akkus wiedergeben. Drückt man die Power-Taste kurz, sieht man den Ladezustand. Hält man die Power-Taste für ein paar Sekunden gedrückt, erlöschen die Lichter.

Wichtig: Diese Variante, beim E-Bike-Akku die Kapazität zu messen, funktioniert nicht bei allen Modellen. Ob eine solche Kapazitätsmessung bei Ihrem E-Bike-Akku vorgesehen ist bzw. unterstützt wird, sollten Sie immer separat in der Bedienungsanleitung nachprüfen bzw.

Kontrolle des Ladevorgangs

Eine weitere Möglichkeit, um einen groben Eindruck von der Kapazität des E-Bike-Akkus zu erhalten, bietet die genaue Kontrolle des Ladevorgangs. Die Vorgehensweise ist einfach: Angenommen Ihr Ladegerät lädt den E-Bike-Akku mit einer Geschwindigkeit von 2 Ampere. Nach einer Ladezeit von 6 Stunden sollte der E-Bike-Akku also über die Power von 12 Ah verfügen. Je nachdem, wie die maximale Leistung des E-Bike-Akkus ist, können Sie also überprüfen, ob der Akku ausreichend schnell oder zu langsam lädt.

Du kannst den Akku deines E-Bikes grundsätzlich selbst testen, allerdings ist die Zuverlässigkeit solcher Tests ohne spezielle Ausrüstung meist begrenzt. Mit der Zeit verschleißt ein Akku und verliert an Kapazität. Theoretisch lässt sich diese Kapazität durch das Entnehmen eines konstanten Stroms messen - in der Praxis ist das jedoch ohne passende Messtechnik kaum möglich.

Als Alternative kannst du die Ladezeit deines Akkus beobachten. Angenommen, dein Ladegerät lädt mit 2A und der Akku benötigt 6 Stunden für eine vollständige Ladung - dann beträgt die aktuelle Kapazität etwa 12Ah. Wenn dein Akku ursprünglich 14Ah hatte, zeigt das bereits einen gewissen Kapazitätsverlust.

Professionelle Kapazitätsprüfung

Um genauere Informationen über den Zustand der Kapazität eines E-Bike-Akkus zu erhalten, muss man die Leistungsfähigkeit der Batterie nicht unbedingt selbst überprüfen. Bei vielen Fachhändlern gehört der E-Bike-Akku Kapazitätscheck zum Standardprogramm bei Wartung und Inspektion. Alternativ gibt es mittlerweile viele Anbieter, die mithilfe von modernen Geräten die E-Bike-Akku Kapazität messen. Hierbei führen sie eine kontrollierte Entladung der Batterie durch, um festzustellen, wie es um die Leistung steht.

Bei diesen Anbietern erhalten Sie einen ausführlichen Messbericht, der genauen Aufschluss über die aktuelle Leistungsfähigkeit des Geräts gibt.

Viele Werkstätten, die Checks und Inspektionen für E-Bikes anbieten, können die E-Bike-Akku Kapazität messen.

Wenn du Klarheit über den Zustand deines Akkus möchtest, ist der Gang zum Profi die beste Lösung. Professionelle Messtechnik ermöglicht eine präzise, objektive Beurteilung - und falls dein Akku noch unter Garantie fällt und nicht mehr die gewünschte Leistung bringt, kann direkt für Ersatz gesorgt werden.

So stellst du sicher, dass dein E-Bike wieder volle Leistung bringt und der Akku möglichst lange hält.

Was tun bei reduzierter Reichweite?

Nicht immer ist also ein beschädigter Akku die Ursache für eine verminderte Reichweite. Aber: Akkus verlieren im Laufe der Nutzungs- oder Lagerzeit aufgrund von Alterungsprozessen ihre Leistungsfähigkeit. Ab dem Zeitpunkt der Batteriefertigung kann der Energieinhalt des E-Bike-Akkus jeden Monat um bis zu 0,5 Prozent abnehmen. Das geschieht selbst dann, wenn kein Lade- oder Entladevorgang in dieser Zeit stattfindet.

Eine reduzierte Reichweite kann auch an einer schlecht gewarteten Fahrradmechanik liegen. Dann heißt es: Kette putzen, Kette ölen, Luftdruck kontrollieren. Wer die Möglichkeit hat, kann bei einem Akkutausch schnell herausfinden, ob es am Akku oder am Fahrrad liegt, dass die erwartete Fahrleistung nicht mehr erreicht wird. Dazu einfach die Akkus zweier baugleicher E-Bikes - z.B. bei zwei gleichen E-Bikes in einem Haushalt - tauschen.

Zusätzliche Tipps zur Akku-Pflege

  • Die richtige Pflege und Lagerung der Akkus verlängern die Lebensdauer und ersparen unnötige Ausgaben. Deshalb: Die Herstellerhinweise genau beachten. Im Übrigen muss der Akku auch nicht vor jeder Fahrradtour voll geladen sein.
  • Tiefenentladung auf jeden Fall vermeiden. Sie ist laut ADAC Untersuchung die häufigste Ursache dafür, dass ein Akku getauscht werden muss.
  • Insgesamt sollte der Akku äußerst pfleglich behandelt werden. Wer also beispielsweise sein E-Bike konsequent im Schatten abstellt oder zumindest den Akku abdeckt, tut bereits viel für ein längeres Batterieleben.

Jeder Akku hat eine bestimmte Maximalkapazität, die er pro Ladezyklus aufnehmen kann. Über komplexe Messvorrichtungen überprüft ein Batterie-Management-System, wieviel Ladung der Akku gerade im Verhältnis zu seiner maximalen Aufnahmefähigkeit hat. Diese Messungen sind zwar ziemlich genau, können allerdings von der Realität abweichen. Beim Akku kalibrieren werden Messsystem, Anzeige und Akku wieder auf einen gemeinsamen Nenner gebracht.

Gibt ein Batteriemanagementsystem oder eine Ladestandanzeige an, dass der Akku leer ist, ist dieser nicht vollständig leer. Vielmehr hält das Gerät immer eine Restladung „in Reserve“.

Fehlercodes und Akku-Probleme

Ein E-Bike ist mehr als ein einfaches Rad mit ein bisschen Antrieb. Der Bordcomputer zeigt mitunter Fehlercodes an, die E-Bikern Rätsel aufgeben, aber relativ häufig sind. Dieser Fehler verweist darauf, dass das Bike und sein Akku nicht mehr richtig miteinander reden können. Der Klassiker Akku rausnehmen und wieder einsetzen kann hier oft schon helfen.

Die Akkukalibrierung ist zwar keine Garantie gegen Fehlermeldungen. Sie sorgt allerdings für eine realistischere Kommunikation zwischen den Komponenten.

Fällt der Ladestand bei der Akku-Nutzung ungewöhnlich schnell ab, ist vermutlich der Akku defekt oder erschöpft. Springt die Ladestandanzeige beim Be- oder Entladen hin und her, gilt es zunächst, die Fahrradelektronik bzw.

Grundsätzlich muss jeder Akku gut gepflegt und sollte keinen außergewöhnlichen Bedingungen ausgesetzt werden. Dazu empfehlen wir auch die Ratgeber Darum entladen sich Akkus bei Kälte schnellersowie Extreme Temperaturen im Sommer.

Vorsicht bei Reparaturen und Ersatzakkus

Wichtig: Online finden sich zahlreiche Anleitungen zum Messen der Kapazität eines E-Bike-Akkus. Einige sind sehr abenteuerlich und erklären, dass für die Messung das Gehäuse des E-Bike-Akkus geöffnet werden soll. Hiervon können wir nur abraten! Zum einen verlieren Sie beim Öffnen des E-Bike-Akkus Ihren Garantieanspruch, zum anderen sind die Zellen im Inneren der Batterie sehr empfindlich.

Diverse Werkstätten versprechen eine Wiederbelebung des Akkus durch einen Zellentausch. Der ADAC hat sich dazu mit Herstellern, Fachverbänden und Werkstätten ausgetauscht, und die Empfehlung ist eindeutig: Finger weg von der Reparatur des Akkus.

Auf keinen Fall sollte man versuchen, den Akku selbst zu reparieren. Die Brandgefahr durch Fehler ist zu hoch. Außerdem verliert man jegliche Gewährleistungsansprüche.

Die Kosten einer Akku-Reparatur variieren je nach Alter und Typ zwischen 150 Euro und 600 Euro. Laien können nicht nachvollziehen, ob eine Reparatur sachgemäß durchgeführt wurde oder ob der Akku nach der Reparatur ein Sicherheitsrisiko darstellt.

Nach dem Sturz eines Akkus aus größerer Höhe und auf harten Untergrund ist es für Laien meist schwierig zu beurteilen, ob das Bauteil Schaden genommen hat. Hinweise auf ernst zu nehmende Schäden können sein: Risse im Kunststoffgehäuse oder Starke Verformungen am Gehäuse.

Prinzipiell ist es möglich, einen nachgebauten - also nicht originalen - Akku aus dem Internet zu verwenden. Doch auch hier gilt Vorsicht. Der Laie kann schwer erkennen, ob es sich dabei um gut verarbeitete, sichere und gleichwertige Produkte handelt.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der sollte sich für einen Original-Akku entscheiden. Nur der Akkuhersteller hat die Möglichkeit, das Batterie-Management-System (BMS) sauber auf die verwendeten Batteriezellen abzustimmen.

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