Im Gegensatz zum herkömmlichen Dreirad hat das Vierrad an beiden Achsen jeweils zwei Räder - also vorne und hinten. Durch diese Bauweise haben Sie als Fahrer ein besonders sicheres Fahrgefühl. Außerdem können Sie durch die Breite des Vierrads, die Sie immer im Blick haben, auch Engstellen im Stadtverkehr besser einschätzen, um sicher an Ihrem Hindernis vorbeizufahren. Das Vierrad legt im Vergleich zum Frontdreirad, das nur vorne zwei Räder hat, sogar nochmal eine Portion Sicherheit drauf. Durch die Rückenlehne können Sie sich beim Fahren auch bequem zurücklehnen und können sich voll und ganz auf den Verkehr um Sie herum konzentrieren.
Neben den vier Rädern sorgt auch der Überblick, den Sie jederzeit über Lenkrad, Pedale und Schaltung haben, dafür, dass Sie sich beim Fahren besonders sicher fühlen. Wie die meisten Dreirad-Typen verfügt auch das Vierrad über einen gepolsterten Sitz mit Rückenlehne. Alle Bestandteile des Sitzes lassen sich so anpassen, dass er perfekt auf Ihre Bedürfnisse und Ihre bevorzugte Sitzposition abgestimmt ist. Dazu zählt vor allem die Höhe und der Neigungswinkel der Rückenlehne, welche außerdem über ein ergonomisches Polster verfügt. Der Einstieg des Vierrads liegt besonders nah am Boden, sodass Sie beim Absteigen im Stadtverkehr quasi direkt Ihren Fuß vom Pedal auf den Boden stellen können. Auch der Lenker kann an Ihre Bedürfnisse angepasst werden.
Durch die Bauweise, dank der Sie die Breite des Vierrads immer im Blick haben, können Sie mit dem Vierrad besonders sicher durch den Stadtverkehr navigieren. Und so können Sie auch gleich mehrere Besorgungen in einem erledigen, denn das Vierrad kann mit verschiedensten Körben und Taschen sowohl vorne als auch hinten ausgestattet werden, sodass Sie stets genug Platz haben, um Ihre Einkäufe unterzubringen.
Lastenräder: Transportwunder für Alltag und Familie
Gerade in Städten erleben die sogenannten »Lastis« seit einiger Zeit einen regelrechten Hype. Dabei gibt es neben dem klassischen Lastenrad, mit dem man Gegenstände wie Kisten, Möbel oder einfach den Einkauf im Supermarkt transportiert, auch immer mehr Lastenräder für Familien. Übrigens: Viele Gemeinden, Kommunen und Städte fördern die umweltschonende E-Mobilität und gewähren Lastenrädern mit Elektroantrieb Zuschüsse. Wir haben 36 Lastenräder, die für den Kindertransport geeignet sind, getestet und Probe gefahren, 29 davon sind aktuell noch erhältlich.
Ein Lastenrad, welches auch oft Transportrad genannt wird, könnte man durchaus als kleinen LKW bezeichnen. Aus der Bezeichnung lässt sich schon ableiten, dass mit solch einem Gefährt Lasten transportiert werden können. Es gibt aber auch Modelle, mit denen sich mehrere Personen chauffieren lassen.
Beliebte Modelle im Überblick
- Christiania Bikes Classic Medium: Ein echter Klassiker mit großer Transportbox für Kinder, Einkäufe und mehr.
- Tern GSD S00: Wendig und vielseitig, ideal für den Transport von Kindern auf dem langen Gepäckträger.
- Chike E-Kids: Ein Raumschiff auf drei Rädern mit Schwenkachse und komfortabler Kabine für die kleinen Mitfahrer.
- Btwin Long John F900E von Decathlon: Ein rundes Gesamtpaket mit Regen- und Sonnendach, viel Komfort und Stauraum.
- Load 75 von Riese & Müller: Ein Flitzer auf zwei Rädern mit vollgefedertem Fahrwerk und kraftvollem E-Motor.
Unterschiede zwischen zwei- und dreirädrigen Lastenrädern
Wer zum ersten Mal auf einem Lastenfahrrad sitzt, wird sich wundern, wie anders sich das im Vergleich zu einem »normalen« Fahrrad fährt. Vor allem an die dreirädrigen Exemplare muss man sich erstmal gewöhnen. Denn normalerweise balanciert man unwillkürlich auf einem Fahrrad hin und her. Das geht beim dreirädrigen Rad nicht, denn es steht mit seinen drei Rädern stabil auf der Straße - und so fährt man unweigerlich erstmal Schlangenlinien. Die nächste Herausforderung ist das Kurvenfahren. Das geht mit Dreirädern längst nicht so schnell wie mit Zweirädern, denn man kann sich ja nicht in die Kurve legen. Modelle mit zwei Rädern fahren sich dagegen fast wie ein normaler Drahtesel - sie sind nur deutlich größer, aber im Vergleich zu Dreirädern immer noch leicht und wendig. Mit ihnen kann man kleine Ausflüge machen und sogar sportlich biken - sie verfügen teils sogar über bis zu 22 Gänge.
Das Zweirad ist weit schmaler als sein dreirädriger Kollege, was das Parken ebenfalls einfacher macht. Das Dreirad wiederum gondelt durch seine größere Reibung schwerfälliger durch den Verkehr. Es ist größer und nimmt mehr Parkplatz auf dem Gehweg ein. Allerdings verfügt es meist auch über mehr Stauraum und steht sicher beim Einstieg, vor allem mit der Feststellbremse. So haben Eltern die Hände für Kinder oder Einkauf frei.
Was manche allerdings überraschen dürfte: Dreiräder sind nicht sicherer als Zweiräder. Denn ein Dreirad kann während der Fahrt schneller umkippen als ein Zweirad, vor allem wenn man zu schnell in die Kurve geht. Die zweite überraschende Feststellung: Dreiräder fahren sich für die Kinder in der Kiste deutlich weniger komfortabel. Denn drei Räder bedeuten schlichtweg 50 Prozent mehr holpern. Fährt man über einen abgesenkten Randstein, ruckelt ein Zweirad zweimal, ein Dreirad in aller Regel dagegen dreimal, denn meistens fährt man nicht genau senkrecht über den Randstein. Auch für den Fahrer haben Dreiräder einen Nachteil: Ist die Straße oder der Gehweg abschüssig, sitzt man schief auf dem Rad, was Rückenschmerzen verursachen kann. Einspurige Räder sind daher für längere Strecken besser geeignet.
E-Antrieb: Ja oder Nein?
Ob man lieber strampelt oder sich mit einem elektrisch angetriebenen Rad fast von allein kutschieren lässt, ist jedem selbst überlassen. Für den E-Antrieb spricht aber einiges: Selbst mit 80 Kilo in der Kiste kommt man relativ mühelos den Berg hoch und trudelt nicht komplett verschwitzt morgens bei der Arbeit ein. Allerdings sind E-Bikes in der Anschaffung deutlich teurer und benötigen wesentlich mehr Pflege. Vor allem der Akku ist ein Verschleißteil, das beim Austausch teuer kommt. Deshalb müssen Käufer von E-Bikes mit deutlich höheren Wartungskosten rechnen als beim Lastenrad ohne E-Antrieb.
Für welche Art von Motor sich der Kunde entscheidet, kommt auf seine Bedürfnisse und Wünsche an. Hinterrad-, Mittelmotor- und Frontmotoren stehen zur Auswahl. Sie alle haben ihre Vor- und Nachteile. So dreht das Vorderrad schnell durch, wenn der Motor vorne angebracht ist. Der Nachteil des Hinterradmotors ist vor allem, dass das Hinterrad dann nur schwer ausgebaut werden kann.
Van Raam: Spezialfahrräder für besondere Bedürfnisse
Van Raam ist ein Hersteller von Therapiefahrrädern und stellt einzigartige Modelle an Spezialfahrrädern für Menschen mit besonderen Bedürfnissen her. Das Unternehmen hat sich unter anderem auf Dreiräder spezialisiert und bietet darüber hinaus Tiefeinsteiger Räder, Rollstuhlfahrräder, Laufhilfen, Tandems, Doppelsitzer, Komforträder und Transportfahrräder an.
Beispielsweise der Doppelsitzer Fun2Go von Van Raam ist ein spezielles Tandem (Parallel-Tandem) und zählt zu den Mehrpersonenfahrrädern. Darauf kann man nebeneinander sitzen und gemeinsam in die Pedale treten.
Rollstuhlfahrräder sind ganz einfach, wie der Name schon sagt, dazu da, dass man Rollstuhlfahrer direkt auf dem Fahrrad / E-Bike transportieren kann. Bei einem Modell kann hier der vordere Teil als eigenständiger Rollstuhl losgekoppelt werden, bei einem anderen kann der eigene Rollstuhl inklusive seines Fahrers auf einer Plattform transportiert werden. Hierbei gibt es viele Accessoires und Anpassungen, um auf jede Person einzugehen und es seinen Bedürfnissen bestmöglich anzupassen.
Die City Laufhilfe gibt Menschen, die mit dem Laufen oder längerem Stehen Probleme haben, die Chance selbstständig und mobil zu bleiben. Dies ist eine gute Alternative zu einem noch intensiver unterstützenden Rollator. Van Raam bietet auch die Möglichkeit, bei manchen Modellen den Rahmen in der Größe und der möglichen Gewichtsbelastbarkeit anzupassen. Darüber hinaus ist auch ein besonderes Tiefeinsteiger Fahrrad erhältlich, bei dem man die Beine gut auf den Boden bringt und trotzdem eine gute Fahrposition hat. Das ist besonders interessant, wenn man mit Schwindel oder Gleichgewichtsproblemen zu tun hat. Reicht das auch nicht, kommt eines der Dreiräder zum Einsatz.
Die Dreirad-Modelle von Van Raam
Das traditionelle vanRaam Dreirad: Unser traditionelles Dreirad ist ein Fahrrad mit zwei Rädern hinten und einem Rad vorne, dabei ist der Sattel über dem Tretlager angebracht. Daher sitzt man auf diesem Dreirad relativ hoch und tritt mit den Beinen fast gerade nach unten. Weil sich der Rahmen eines Dreirads nicht in die Kurve neigt, müssen sich manche Menschen erst an dieses besondere Fahrgefühl gewöhnen. Fast alle vanRaam Dreiräder sind mit einem Differenzial ausgestattet. In Kombination mit einem einzelnen Vorderrad macht das diese Art von Dreirad sehr wendig. Unser Modell ist in verschiedenen Größen erhältlich.
Komfort-Dreirad mit bequemer Sitzfläche, Tiefeinstieg und niedrigerer Sitzposition: Komfort-Dreiräder sind ideal für alle, die ein komfortables und stabiles Dreirad suchen. Das Easy Rider-Dreirad verfügt über einen tiefen Einstieg, eine größere Sitzfläche mit Rückenunterstützung und eine nach vorn gerichtete Tretbewegung. Auf diesem Dreirad-Typ sitzen Sie weniger hoch, wodurch Ihr Schwerpunkt tiefer liegt. Dadurch fühlt sich das Dreirad sofort vertraut und sicher an, so dass man ohne lange Eingewöhnung schnell und einfach loslegen kann. Der Komfort-Sitz bietet Unterstützung für den Rücken und eine geräumige Sitzfläche. Diese vollkommen andere Fahrposition entlastet den Rücken, den Nacken und die Schultern. Weil sie fast zwischen den Hinterrädern sitzen, können Fahrerinnen und Fahrer die Breite des Dreirads sehr gut einschätzen. Dieser Dreirad-Typ ist für Erwachsene und Kinder und in einer kompakten Zwischenvariante erhältlich. Außerdem gibt es sportliche Variante mit Unterlenker.
Kompaktes elektrisches Scooter-Dreirad: Das kompakte elektrische Scooter-Dreirad wurde für Menschen mit Gleichgewichtsstörungen oder schwankenden Kraftreserven entwickelt. Bei der Fahrt haben Sie die Wahl: Sie können es entweder ausschließlich mit eigener Kraft, mit elektrischer Tretunterstützung oder 100 Prozent elektrisch fahren. Entscheiden Sie sich für letzteres, können Sie die Füße einfach auf einer herunterklappbaren Fläche aufstellen, das Dreirad wird so zum Scooter. Verschiedene Geschwindigkeitsstufen sind ebenso wählbar wie verschiedene Fahrmodi, die während der Fahrt gewechselt werden können. Das Elektro-Dreirad ist besonders kompakt und wendig. Es kommt ab Werk mit einem Korb am Vorderlenker, dadurch eignet es sich gut, um Einkäufe zu erledigen. Die einstellbare doppelte Federung sorgt für ein stabiles und komfortables Fahrverhalten. Um das Easy Go-Dreirad fahren zu dürfen, ist keine besondere Fahrerlaubnis nötig. Allerdings muss eine Versicherung dafür abgeschlossen werden.
Stabilität und Sicherheit durch Dreiräder
Die hohe Stabilität eines Dreirads gibt ein besonderes Sicherheitsgefühl. Es ist nicht nur einfacher, auf ein Dreirad aufzusteigen, die ergonomische Sitzposition vereinfacht auch das Fahren und Lenken. vanRaam hat auch ein Tandem-Dreirad im Programm, das sich ebenso durch eine hohe Stabilität und beste Sicherheit auszeichnet. Außerdem ist das Auf- und Absteigen hier barrierefrei.
Optionen und Individualisierung
Alle Dreiräder von vanRaam sind als E-Bikes mit elektrischer Tretunterstützung lieferbar. Dank der vielfältigen Optionen können Sie Ihr Rad auf Ihre Bedürfnisse zuschneiden, damit es so einzigartig wird wie Sie! Die meisten unserer Modelle verfügen über einen großen Gepäckträger. vanRaam bietet seine Dreiräder in verschiedenen Größen an.
Weitere Fahrradtypen
Hier noch einige andere Fahrradtypen, die sich von herkömmlichen Fahrrädern unterscheiden:
- Einrad: Wie der Name schon verrät, verfügt ein Einrad über nur ein Laufrad und gehört zu den Sonderformen eines Fahrrads. Dabei liegt der Schwerpunkt des Gesamtsystems, bestehend aus dem Einrad und dem Fahrer, oberhalb des Drehpunktes. Damit man unter dem Einfluss der Schwerkraft nicht hinfällt, muss der Einradfahrer durch stetiges und aktives Balancieren das Gleichgewicht halten. Hier wird dem Piloten einiges abverlangt. Dies ist ein Oberbegriff für Sportgeräte oder Fahrräder, die etwa im Zirkus oder Varieté verwendet werden.
- Kickbike: Ein Kickbike ist ein klassischer Sportroller und zählt im eigentlichen Sinne zu den Tretrollern. Dieses Zweirad weist keine Pedalen auf, sodass man sich hier durch das Abstoßen mit einem Bein fortbewegen muss.
- Liegerad: Ganz einfach erklärt: Hier sitzt man nicht auf dem Zweirad, sondern befindet sich in liegender Position. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Fahrrad verfügt es anstatt eines Sattels über einen Netz- oder Schalensitz. Tretlager und Pedalen befinden sich ganz vorn am Zweirad.
- Tandem: Hierbei handelt es sich um ein Fahrrad, welches Platz für mindestens zwei Personen bietet. Dabei sitzt man hintereinander auf dem Tandem. Der Pilot muss Treten und Lenken.
Lastenrad-Typen im Detail
Lastenfahrräder gehören zur Kategorie der Spezialräder. Sie sind flexibel einsetzbar und je nach Bedarf mit passenden Aufbauten ausgestattet - für den Transport unterschiedlicher Fracht und/oder für die Mitnahme von Kindern, Hunden oder Erwachsenen. Die Mehrzahl der modernen Lastenräder sind Pedelecs - also E-Lastenräder, deren Elektromotoren nur beim Treten in die Pedale unterstützen. Der Markt bietet mittlerweile eine enorme Bandbreite an Modellen. Da innerhalb von Lastenrad-Typen die jeweiligen Modelle unterschiedliche Eigenschaften haben (z.B. in Bezug auf Aufbau, Komponenten, Sitzposition, Länge, Laufradgrößen,…), zeigen wir exemplarisch mehrere Modelle. Am Ende der Seite befindet sich eine Link-Liste zu einigen Herstellern.
Hier differenzieren wir die Lastenrad-Typen anhand der Anzahl der Laufräder und wo sich die Ladefläche befindet. Es gibt Lastenräder mit zwei Rädern (einspurige Lastenräder) und Lastenräder mit drei bis vier Rädern (mehrspurige Lastenräder). Einspurige Lastenräder fahren sich i.d.R. agiler als mehrspurige Lastenräder und eignen sich für schnelle Transporte auch auf längeren Strecken. Beim Halten muss die Last allerdings ausbalanciert werden. Mehrspurige Lastenräder können wiederum i.d.R.
Einspurige Lastenräder
- Short John (Bäckerrad): Hier befindet sich eine am Rahmen fest montierte Ladefläche über dem Vorderrad.
- Filibus: Vorderrad und Gabel sind nach vorne verlagert, die Steuerung erfolgt indirekt über ein Lenkgestänge unterhalb der Ladefläche.
- Long John: Die Ladefläche befindet sich zwischen Lenker bzw. Steuerrohr und Vorderrad - i.d.R. auf einem verstärkten und verlängerten Unterrohr auf Tretlagerhöhe.
- Diamantlader: Lastenräder mit einem verlängerten Diamantrahmen und einer Ladefläche zwischen Ober- und Unterrohr.
- Longtails: Lastenräder mit einem stabilen, verlängertem Gepäckträger.
- Midtails: Sie haben einen verhältnismäßig etwas kürzeren Radstand und Gepäckträger und sind dadurch etwas wendiger und leichter.
- Lowtail: Eine seltene Bauform mit einer tiefliegenden Ladefläche zwischen Tretlager und Hinterrad.
Mehrspurige Lastenräder
- Dreiräder mit Ladefläche vorne: Haben i.d.R. ein Hinterteil wie bei einem „normalen“ Fahrrad.
- Delta-Dreiräder / Delta Trikes: Die Lenkung erfolgt wie bei einem „normalen“ Fahrrad.
- Vierräder: Haben wie Delta-Dreiräder i.d.R. hohe Nutzlastwerte. Viele Modelle sind Liege- bzw. Sesselräder.
Lenkungsarten bei Dreirädern
- Drehschemel- / Schwenkachs-Lenkung: Hier schwankt die komplette starre Vorderradachse mitsamt der Kiste darüber über ein Drehgestell.
- Achsschenkel- / Ackermann-Lenkung: Hier werden die Vorderräder indirekt über ein Lenktrapez angesteuert.
- Hinterrad-Lenkung: Hier erfolgt die Ansteuerung des Hinterrades über ein Lenkgestänge.
Modellgruppen und Nutzung
Mit Modellgruppen beschreiben wir hier Lastenrad-Typen, die über verbindende Eigenschaften verfügen, jedoch auf unterschiedlichen Bauformen basieren können. Dabei erfolgt die Einteilung sowohl bezogen auf Dimensionierung (Kompaktlastenrad, Schwerlastenrad) als auch auf die nutzungsbedingte Funktion und Ausstattung (Rikscha, Zustellrad, Familienrad…). Lastenräder können darüber hinaus grob in private und gewerbliche Nutzung unterteilt werden - allerdings sind die Übergänge fließend. Schließlich werden einige Modellgruppen (z.B. Pritsche, Kofferfahrzeug,…) sowohl in privaten als auch in gewerblichen Kontexten genutzt. Das Vorhandensein von Sitzen für die Kindermitnahme schließt wiederum eine gewerbliche Nutzung des Modells nicht aus.
Kompaktlastenrad
Eine genaue Definition des Kompaktlastenrades (engl. compact cargo bikes) gibt es nicht. Modelle, die als solche bezeichnet werden, sind jedoch üblicherweise unter zwei Meter lang und haben oftmals 20“ oder gar noch kleinere Laufräder. Einige Modelle zeichnen sich durch praktische Features aus, wie z.B. ein zusammenfaltbarer Korb. Die meisten Kompaktlastenräder basieren auf einspurigen Bauformen - aber es gibt auch besonders kurze und kompakte Dreiräder. Ob mit oder ohne E-Antrieb - diese Modellgruppe ist vor allem für Menschen attraktiv, die mit begrenztem Platz in der Stadt leben oder ein Lastenrad suchen, dass ggf.
Schwerlastenräder
Schwerlastenräder (engl. heavy duty cargo bikes) sind mehrspurige Lastenräder mit einer besonders stabilen Rahmenkonstruktion. Sie können einiges an Zuladung transportieren und sind mit Komponenten ausgestattet, die auf hohe Belastbarkeit ausgelegt sind. Die Ladefläche bietet oftmals Platz für eine Europallette (80×120 cm). Während es früher noch sehr mühsam war, ein solches Fahrzeug in Bewegung zu bringen, sind heutzutage Schwerlastenräder i.d.R. mit Elektromotoren ausgestattet und somit relativ einfach zu fahren.
Weitere Modellgruppen
- Pritschen: Fahrzeuge mit einer offenen Ladefläche.
- Kofferfahrzeuge: Die Wahl, wenn Fracht abschließbar sein muss oder wenn sie beim Transport vor äußeren Gefahren wie Regen, Sonne und Hitze geschützt werden muss.
- Postfahrrad: Hat einen tiefen Einstieg und unter dem großen Gepäckträger vorne einen stabilen Ständer mit Rollen.
- Fahrradrikschas: Vielen bekannt sind die seit den 1950er Jahren in Asien verbreiteten Fahrradrikschas.
- Rollstuhltransporträder: Eignen sich für die Mitnahme von Menschen in einem eigenen Rollstuhl.
- Familienrad: Einer der häufigsten Use-Cases für Lastenräder ist sicherlich die Kindermitnahme.
Historische Entwicklung der Lastenräder
Lastenrad-Typen lassen sich auch chronologisch sortieren. Bereits um die Jahrhundertwende wurde das Potenzial von Fahrrädern zum Warentransport erkannt. Bäckerräder und Dreiräder gehörten schnell zum Straßenbild. Erste Diamantlader wurden ab 1910 in den Niederlanden von Firmen wie Bergrijer oder Veeno hergestellt. Sie dienten als Milchtransporter - sogenannte „Melkfiets“. Ab 1930 vertrieb die dänische Firma Smith & Co (SCO) den Long John, dessen Name sich bis heute für alle bauähnlichen Modelle durchsetzte. Gazelle produzierte Transportdriewieler mit zusammenklappbaren Holz-Körben sowie Modelle mit Vorderradantrieb.
Mit der Liebe zum Automobil und der Etablierung von autogerechten Städten verschwanden ab den 1950er Jahren zunehmend die Lastenräder. Doch die Publikation Die Grenzen des Wachstums sowie die Ölkrisen 1973 und 1979 gaben Anlass, den eingeschlagenen Weg zu hinterfragen. Das Lastenrad als Transportmittel wurde wiederentdeckt - vor allem in der Öko-Bewegung. Anfang der 1980er Jahre veröffentlichte Christian Kuhtz in seinen Einfälle statt Abfälle- Heften DIY-Selbstbauanleitungen für Lastenräder - darunter ein Schubkarren-Tieflader. In der Kopenhagener Freistadt Christiania wurden derweil wiederum die ersten Christiania Bikes gebaut. 1992 erfand Michael Kemper mit seinem innovativen Filibus das im Prinzip verlängerte Short John. Das Long John wurde hingegen bis in die 1990er Jahre nahezu unverändert weiter gebaut. Erst Ende der 1990er Jahre verpasste Maarten van Andel dem Typus ein Update. Das Unternehmen Bakfiets (niederländisch für Lastenrad) war geboren. 1998 gründete sich Nihola. Anfang der 2000er entwarf der berühmte Fahrraddesigner Mike Burrows das 8Freight. Yuba und Surly präsentierten kurze Zeit später erste Longtail-Modelle. Die Fahrradkurierszene brachte weiteren Schwung in die Entwicklung von Lastenrädern. Mit dem Bullitt bewiesen Larry vs. Harry 2008, dass ein Long John leicht und sportlich sein kann.
Der größte Gamechanger wurde jedoch die zunehmende Elektrifizierung von Fahrrädern. Mit E-Unterstützung ausgestattet, bekamen Lastenräder das Potenzial aus der Nische heraus zu kommen und zum Massenprodukt zu werden. 2010 war der erste Prototyp des Urban Arrow Family fertig. 2013 folgte Riese & Müller mit dem Load - einem vollgefederten Long John in Gitterbauweise. Bicicapace und Omnium brachten elektrifizierte Versionen ihrer Modelle heraus. Kleine Hersteller wie Bernds oder Muli überzeugten mit ihren Ideen des Kompaktlastenrades - angepasst an die Bedürfnisse im modernen Stadtalltag. Es entstanden Lastenräder mit Neigetechnik und eine neue Generation von großen Radlogistik-Fahrzeugen.
Hinweis: Diese Liste verfolgt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Verwandte Beiträge:
- Dreirad für Erwachsene: Test & Kaufberatung der besten Modelle
- Entdecke das 4-Rad-Fahrrad für 2 Personen – Vielfalt, Vorteile & top Modelle!
- Triumph Mountainbike Test & Kaufberatung: Modelle, Preise & Erfahrungen
- Decathlon Mountainbike 26 Zoll: Test & Kaufberatung
- Top Motorrad Hoodie Damen mit Protektoren: Ultimativer Test für maximale Sicherheit und Style
- Ab Welchem Alter Ist Ein Laufrad Perfekt Für Dein Kind? Die Ultimative Alters-Checkliste!
Kommentar schreiben