Fahrrad sicher auf dem Anhänger verzurren: Eine detaillierte Anleitung

Die Fahrradsaison hat begonnen! Nach dem langen Winter ist es Zeit, das Fahrrad aus der Garage zu holen und die ersten Fahrten zu planen. Für Fahrten, die weiter entfernt liegen, benötigt man oft eine Möglichkeit, das Fahrrad sicher zum Abfahrtsort zu transportieren. Hier kommen Fahrrad-Anhängerkupplungen und Fahrradträger ins Spiel.

Kann ich einen Fahrradanhänger an jedem Fahrrad befestigen?

Der Fahrradmarkt ist riesig, und es gibt viele verschiedene Fahrradtypen wie Rennräder, Mountainbikes, Trekkingräder und Cityräder. Daher ist es nicht immer einfach zu sagen, ob dein Fahrrad für die Benutzung eines Fahrradanhängers geeignet ist. Die gute Nachricht ist, dass du in den meisten Fällen einen Anhänger mit einem Adapter problemlos an deinem Bike befestigen kannst.

Um sicherzugehen, wirfst du am besten einen Blick in die Bedienungsanleitung deines Fahrradmodells. Dort sollte ausgeschlossen werden, falls es nicht möglich ist. Wenn du ganz sichergehen möchtest, wende dich an den Fahrradhersteller.

Wichtige Faktoren, ob ein Anhänger an deinem Fahrrad montiert werden kann, sind:

  • Bauart und Typ des Fahrrads
  • Zulässiges Gesamtgewicht des Fahrrads
  • Bauform des Ausfallenden beziehungsweise der Achse
  • Art der Klemmvorrichtung am Hinterrad

Wo wird ein Fahrradanhänger befestigt?

Die allermeisten Fahrradanhänger werden an der Hinterachse befestigt. Diese Art der Montage hat sich über die Jahre bewährt, da sie im Vergleich zu anderen Befestigungspunkten wie der Sattelstütze viel stabiler sind. Zudem behindert die Montage an der Hinterachse nicht beim Auf- und Absteigen, und der Schwerpunkt der Kontaktstelle zum Fahrrad liegt tief, wodurch das Fahrverhalten wesentlich besser ist.

Die Verbindung zwischen Fahrradanhänger und Fahrrad erfolgt über eine Anhängerkupplung, welche an der Hinterachse montiert wird. An ihr wird die Deichsel befestigt, an welcher der Anhänger montiert ist. Nachdem die Kupplung einmal an der Hinterachse befestigt ist, bleibt sie dort, sodass ein schnelles und einfaches An- und Abkoppeln des Fahrradanhängers gewährleistet werden kann.

Je nach Art des Hinterbaus deines Fahrrads sowie nach verwendetem Verschlusssystem gibt es unterschiedliche Verschlüsse. Du kannst den Anhänger sowohl an Fahrrädern mit Steckachse, Vollachse, als auch Schnellspannern befestigen. Allerdings benötigst du bei manchen Befestigungsarten spezielles Zubehör wie einen Achs- oder Kupplungsadapter.

Wie befestige ich einen Fahrradanhänger am Fahrrad und was benötige ich dazu?

Um einen Fahrradanhänger an deinem Fahrrad zu montieren, musst du einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen. Dort steht genau und meistens mit Abbildungen beschrieben, was zu tun ist. Oft sind die mitgelieferten Achskupplungen für Schnellspanner ausgelegt. Zum Teil funktionieren sie auch bei Vollachsen. Um einen Fahrradanhänger an einer Steckachse zu befestigen, benötigst du in den allermeisten Fällen einen Adapter. Bei Vollachsen ist teilweise ein Kupplungsadapter notwendig.

Montage bei Vollachsen

Um einen Fahrradanhänger an einer Vollachse zu befestigen, musst du nur die verwendete Verschlussschraube am Ausfallende an der richtigen (meistens die linke) Seite lösen, die Achskupplung auf die Achse schieben und wieder mit der Mutter verschließen. Falls das Ausfallende dafür nicht geeignet ist, oder die Achse zu kurz ist, musst du einen Achsadapter verwenden.

Montage bei Schnellspanner

Die Montage eines Fahrradanhängers bei Schnellspanner ist in der Regel am einfachsten. Du musst lediglich den Schnellspanner öffnen und aufdrehen, ihn aus der Achse herausziehen und die Achskupplung darauf einfädeln. Danach verschließt du alles wieder und ziehst den Schnellspanner fest an. Falls dein Schnellspanner nicht lang genug ist, benötigst du einen längeren.

Montage bei Steckachsen

Für die Befestigung eines Fahrradanhängers an einer Steckachse ist in den meisten Fällen ein Adapter beziehungsweise eine andere Steckachse notwendig. Grund dafür ist, dass die Steckachse in deinem Fahrrad genau auf die Breite deines Hinterbaus angepasst ist. Meistens bieten die Hersteller der Anhänger diese selbst an.

Die richtige Sicherung des Fahrrads auf dem Anhänger

Rechtlich gesehen muss man vor dem Beladen das Transportgut sichern. Das heißt, dass alle Teile des Fahrrades, die sich bei Erschütterungen oder Fahrtwind lösen können, gesichert werden müssen. Hierzu werden zum Beispiel Satteltaschen, Luftpumpe oder ähnliches gezählt.

Vorbereitung zur Montage

Bevor man zur Montage schreitet, muss man einige Vorbereitungen treffen. Am besten man holt die Bedienungsanleitung des Autos, ebenso wie die vom Fahrradträger, der auf der Anhängerkupplung befestigt werden soll. Um eine einwandfreie Funktion des Kupplungsträgers sicherzustellen, muss der Kugelkopf der Kupplung bei der Befestigung fettfrei sein.

Will man mehrere Fahrräder auf dem Träger befestigen, so gehört das schwerste Rad zuerst auf den Fahrradträger. Zum Schutz von Auto und Fahrrädern ist es sinnvoll, die Lenker zu verdrehen.

Befestigungsvarianten

Bei der Befestigung gibt es zwei Varianten:

Variante 1: Schraubverschluss

Bei der einen gibt es einen Schraubverschluss, der auf die Anhängerkupplung geschraubt wird. Diese Montageart benötigt zwei Personen, wobei die eine den Träger hält und die andere diesen festschraubt.

Variante 2: Schnappverschluss

Die zweite Art der Befestigung ist die weitaus einfachere, nämlich mit einem Schnappverschluss. Hierbei wird der Hebel umgelegt und an der Kupplung ausgerichtet. Auch hier werden zwei Personen benötigt, damit nichts am Auto oder an den Fahrrädern beschädigt wird.

Anhängelasten beachten

Aufpassen muss man auch bei den Anhängelasten für die Anhängerkupplung. Betrachtet man die verschiedensten Automodelle, so kann man von einer Stützlast von 80 kg ausgehen. Man ist gut beraten, dass man die Fahrräder, die man transportieren will, genau abwiegt, um danach keine böse Überraschung erleben zu müssen.

Beladen des Fahrradträgers: Unterschiede und Besonderheiten

Generell wird bei Fahrradträgern nach Heckträgern und Dachträgern unterschieden. Heckträger werden an der Anhängerkupplung oder der Heckklappe befestigt. Dachträger müssen an der Dachreling angebracht werden. Dementsprechend verschieden ist die Beladung.

Heckträger beladen

Der große Vorteil von Fahrrad-Heckträgern ist die gute Erreichbarkeit. Vor allem bei hohen Autos lassen sich Fahrräder am Heck wesentlich einfacher be- und entladen. Das ist besonders für E-Bike Nutzer ein Vorteil, da E-Bikes deutlich schwerer sind als Fahrräder ohne Motor. Ein Nachteil ist dann natürlich, dass die Fahrräder nach hinten hinausragen und die Heckklappe beziehungsweise Hecktüren verdecken. Das macht sich vor allem beim Rangieren sowie Ein- und Ausladen des Autos bemerkbar.

Dachträger beladen

Bei Dachträgern ist daher der große Vorteil, dass die Fahrräder beim Rangieren und Be- und Entladen des Autos gar nicht stören. Dafür ist es etwas schwerer, die Fahrräder auf dem Fahrradträger zu befestigen. Je nach Höhe deines Autos musst du eine Leiter benutzen. Schwere Fahrräder wie E-Bikes auf ein Dach zu laden kann ebenfalls sehr schwer sein. Ein weiterer kleiner Nachteil ist die entstehende Höhe. Dein Auto wird so weniger aerodynamisch und benötigt mehr Kraftstoff. Außerdem können Brückendurchfahrten zum Problem werden.

Was muss ich beim Beladen des Fahrradträgers beachten?

Bevor du deinen Fahrradträger das erste Mal belädst, solltest du unbedingt einmal in die Bedienungsanleitung schauen. Dort wird genau erklärt, wie du vorgehen musst. Manche Hersteller haben auch detaillierte Videos zum Beladen ihrer Träger auf ihrer eigenen Internetseite und verschiedenen Videoplattformen.

Im Allgemeinen gilt zu beachten, dass alle vorhandenen Halterungen -meistens eine pro Laufrad und eine für den Rahmen- geschlossen und fest sein müssen. Weiterhin solltest du alle losen Teile wie Trinkflaschen und Fahrradcomputer vor der Abfahrt demontieren, damit diese nicht während der Autofahrt abfallen.

Herstellervorgaben beachten

Die verschiedenen Hersteller von Fahrradträgern haben zum Teil unterschiedliche Lösungsansätze bei ihren Produkten. Alle spezifischen Herstellervorgaben stehen in der Betriebsanleitung. Meist gibt es außerdem Videos der einzelnen Produzenten mit genauen Anleitungen, die du auf den Internetseiten oder Video-Plattformen finden kannst.

Was passiert, wenn ich die Vorgaben missachte?

Du solltest in keinem Fall die Herstellerangaben missachten, denn sobald der Fahrradträger entgegen den Vorgaben des Herstellers eingesetzt wird, erlischt die Betriebserlaubnis. Damit machst du dich strafbar und der Versicherungsschutz erlischt.

Zubehör entfernen

Bevor du das Fahrrad auf den Fahrradträger lädst, aber spätestens vor der Abfahrt, solltest du alle losen Zubehörteile vom Fahrrad entfernen. Dazu zählen zum Beispiel Fahrradkorb und Fahrradtaschen zum Einklicken, Fahrradcomputer und Steckschutzbleche. Also alles, was nicht fest verschraubt ist. Flaschenhalter und die fest installierte Lichtanlage beispielsweise musst du nicht demontieren. Allerdings solltest du auf einen festen Sitz der Schrauben vor Abfahrt achten.

Maximalgewicht beachten

Jeder Fahrradträger hat ein genau definiertes Maximalgewicht. Dieses steht in den Herstellerangaben beziehungsweise in der Betriebserlaubnis. Du solltest also vor dem Kauf eines Fahrradträgers genau wissen, mit wie viel Gewicht du ihn beladen möchtest. Das angegebene Maximalgewicht darf auf keinen Fall überschritten werden.

Schritt-für-Schritt Anleitung zum Beladen des Fahrradträgers

Das Beladen der Fahrradträger funktioniert bei allen Systemen mehr oder weniger gleich:

  1. Öffne zuerst alle Halterungen
  2. Hebe das Fahrrad auf die Führungsschiene
  3. Das Fahrrad mit einer Hand festhalten, mit der anderen den Rahmenhalter befestigen
  4. Rahmenhalter schließen
  5. Felgenhalter auf die Breite des Fahrrads einstellen
  6. Eventuell Schutz für Rahmen und Felgen anbringen
  7. Riemen an den Felgen befestigen und festziehen
  8. Rahmenhalter festziehen
  9. Gegebenenfalls Lenker verdrehen, falls dieser zu nahe an der Heckscheibe ist
  10. Vor der Abfahrt alles auf festen Sitz überprüfen

Fahrradträger mit E-Bikes beladen

Wenn du dein E-Bike auf einen Fahrradträger laden möchtest, dann spielt vor allem das zulässige Gesamtgewicht eine Rolle. Das gilt sowohl für den Fahrradträger, die Anhängerkupplung und Dachreling sowie dein Auto. Weiterhin ist das Gewicht des E-Bikes beim Beladen ebenfalls zu beachten. Du musst dein E-Bike nicht nur hochheben, sondern auch genau auf eine Schiene oder Halterung abstellen können. Daher kann es sinnvoll sein, E-Bikes zu zweit auf den Fahrradträger zu laden.

Gewicht bei E-Bikes beachten

Du solltest genau wissen, wie viel dein E-Bike wiegt und danach deinen Fahrradträger aussuchen. Denn jeder Träger hat eine Maximallast, die nicht überschritten werden darf. Prüfe vor dem Kauf, wie schwer dein E-Bike ist und wähle danach den passenden Fahrradträger aus.

Akku entfernen

Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du den Akku deines E-Bikes entfernen, bevor du das E-Bike auf dem Fahrradträger befestigst. So wird auch das Aufladen des Fahrrads wesentlich leichter, da das Gesamtgewicht um einige Kilogramm sinkt. So lassen sich auch E-Bikes auf einem Fahrradträger transportieren, deren Gesamtgewicht eigentlich über der maximalen Zuladung des Trägers liegt.

Transport bei Regen

Fahrräder und E-Bikes sind dafür gemacht, bei jedem Wetter bewegt zu werden. Regen ist da keine Ausnahme. Du kannst dein E-Bike also ohne Probleme auch bei Regen auf dem Fahrradträger montiert lassen. Ein Abdecken durch eine Plane ist ebenfalls nicht notwendig. Gleiches gilt auch für den Fahrradträger selbst. Auch dieser ist für Regenfahrten geeignet.

Zusätzliche Tipps und Sicherheitshinweise

  • Anhängerkupplung prüfen: Die Kugelstange der AHK muss selbst bei festem Rütteln ohne Spiel in der Halterung sitzen und für den Betrieb entsprechend der Bedienungsanleitung abgeschlossen sein.
  • Verändertes Fahrverhalten: Ein beladener Fahrradträger am Heck verändert das Fahrverhalten des Fahrzeugs. Die Fahrstabilität leidet, und das Fahrzeug wird anfälliger für Seitenwind. Auch der Bremsweg verlängert sich.
  • Kennzeichnung im Ausland: Wer mit Fahrrädern am Heck ins Ausland reist, sollte sich vorab informieren, ob am Heckträger eine spezielle Kennzeichnung erforderlich ist.

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