Fahrrad aufbocken ohne Montageständer – Alternativen und Tipps

Ein Fahrrad ohne Montageständer aufzubocken kann eine Herausforderung sein, besonders wenn Wartungs- oder Reparaturarbeiten anstehen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Alternativen, um Ihr Fahrrad sicher und stabil zu positionieren.

Alternative Methoden zum Aufbocken

Wandhaken, Deckenhaken und Schienen

Eine Möglichkeit ist das Anbringen von stabilen Wandhaken. Deckenhaken oder Schienen können ebenfalls genutzt werden. Diese gibt es ab ca. 30 Euro. Das E-Bike wird damit am Lenker und Sattel mit gummierten Haken befestigt und mit einem Flaschenzug hochgezogen.

Montageständer als platzsparende Lösung

Wer nicht viel Platz hat oder keine Garage um einen Deckenlift anzubringen, kann sich mit einem Montageständer helfen. Ein Montageständer ist klappbar und braucht wenig Platz. Der aktuelle Nachfolger des ParkTool PCS-1 ist der PCS-10.3, mit Höheneinstellung und Werkzeugablage.

Podest mit Auffahrrampe

Um den Rücken und die Knie zu schonen, eignet sich auch ein Podest mit Auffahrrampe. Als Podest kann eine Mauer oder ein höher liegender Bereich des Grundstücks dienen.

Fahrradständer als Alternative

Hinterbauständer

Hinterbauständer (etwa der Hebie 672) sind dennoch sehr haltbar. Die „Befestigung am Rahmen, hinten“ hat nahezu jedes Rad durch das Vorhandensein von Kettenstrebe und Sattelstrebe. Dafür gibts etliche ordentliche Seitenstützen (das Wort „Ständer“ ist ja hier etwas umstritten und wohl auch begrifflich nicht ganz korrekt).

Zweibeinständer

Ein guter Zweibeinständer wäre der Hebie 608. Er hat einen Faltmechanismus und stellt seine beiden Beine weiter heraus, als starre Zweibeinständer. Ist das Gepäck aber am Rad verteilt und nicht nur hinten, steht es mit Mittelständer auch gut, besser ist aber ein Zweibeinständer oder auch die Nutzung von zwei Ständern am Tretlager und am Hinterbau. Deren Tragkraft wird dann natürlich addiert.

Die Tragkraft der meisten Zweibeinständer liegt bei 50-80kg und damit weit im grünen Bereich für Räder mit Reisegepäck. Der Hebie 608 spreizt nicht sooo weit mit 32cm. Der Ursus Jumbo 80 spreizt original 42cm.

Wichtige Hinweise zur Montage von Seitenstützen

Wichtig bei der Montage von Seitenstützen ist auf jeden Fall immer deren korrekte Länge bzw der richtige seitliche Neigungswinkel, den das aufgestützte Rad einnimmt, weil sich damit die Lastverteilung auf die drei Eckpunkte eines Dreieckes ergibt. Unabhängig davon gibts natürlich Stützen, die konstruktiv bzw. materialseitig sehr stabil sind und andere Stützen, bei denen das weniger zutrifft.

Die Erfindung von an der Kettenstrebe angebratenen Montagepunkten (KSA xx) ist für Räder mit hohen Packgewichten kein wirklicher Fortschritt, da hier unter Umständen ein kritisch hohes Drehmoment punktuell in die Kettenstrebe eingeleitet wird.

Empfehlungen für stabile Ständer

Stabiler als der Pletscher Multi Zoom ist m.E. der Pletscher Multi (ohne Zoom), den es in 2 Längen - für 26"- und 28"-Räder - gibt. Der eigentliche Ständer besteht vollständig aus einem Stück Aluguss. Ich ziehe ihn auch den Hebie-Ständern vor, die nach meiner Erfahrung nach längerer Zeit ausleiern können.

So unterschiedlich kann es wahrgenommen werden: Einen neuen Pfletscher Comp 40 Zoom habe ich abgebaut und eingelagert, weil er zu gut und robust war. Den ständigen Prellschlag wollte ich dem Ausfallende nicht zumuten. Den einzig verbliebene Hinterbauständer an Rädern und seit 2005 in Gebrauch ist der klassische Hebie-671-Fox-m, allerdings etwas zurecht gesägt und gefeilt, damit er sich weit genug nach hinten schieben ließ (Fersenfreiraum), die Klemmflächen optimal zu den Rahmenteilen passen und es nicht mit der Scheibenbremse kollidiert.

Materialauswahl bei Fahrradständern

Ganz wichtig ist bei der Auswahl das Hauptgewinde M10 im Ständer ist das Alu(kann ausreissen) oder Stahl? Stahl ist klar zu bevorzugen und das findest du nur an hochwertigen Markenprodukten wie z.B. Hebie oder Pletscher ca.25€.

Weitere Tipps und Tricks

  • Ursus Radständer: Suche bei Ebay einmal nach "Ursus Radständer". Das sind u. a. ganz solide Zweibeinständer für die Befestigung an einer Pletscherplatte, vorzugsweise am Stahlrahmen. Sind auch für Pedelecs geeignet.
  • Zwei Ständer Lösung: An meinem Reiseesel habe ich neben dem Hinterbauständer (no-name-Produkt) auch einen Ständer am Lowrider montiert. Das Rad fällt auch bei voller Beladung nicht.
  • Parkbremse: Zur Not meinetwegen eine Fahrradzukunft 6: Parkbremse, hat den gleichen Effekt, wiegt nix und ist simpler zu bedienen.

Der Urus Jumbo 80 ist der stabilste Zweibein-Mittelständer, den ich je erlebt habe! Oft genug habe ich auf Radreisen mit einem Rad- und Gepäckgewicht bis zu 60 kg in Pausen zusätzlich beim aufgebockt abgestellten Rad noch gemütlich auf dem Sattel gesessen.

DIY-Lösungen

Selbstgebauter Fahrrad-Reparatur-Ständer

Ich habe ein Stativ gebaut, um die Fahhradreparatur zu erleichtern. Seit einiger Zeit wird Radfahren in meiner Familie etwas intensiver betrieben, so dass immer mal wieder Wartungs- und Reparaturarbeiten anstehen. Gerade bei einem Rennrad oder Mountainbike hat es mich genervt, dass das Rad dabei leicht umfällt, weil es ja keinen Ständer hat und ich es nirgends richtig befestigen konnte.

Daher habe ich ein wenig in der Restekiste gekramt und einige übrige Kanthölzer gefunden, die sich für einen Fahrrad-Reparatur-Ständer eignen. Ich habe zunächst ein Stück Douglasie-Kantholz abgelängt und einem ca. 40 x 40 mm tiefen Falz herausgesägt. Die dadurch enstehende Leiste habe ich auf etwas weniger als die halbe Länge gekürzt und mit einer Gehrung versehen.

Das Ein- und Ausklappen funktionierte gut, allerdings merkte ich später, dass die Holzleisten, die ich mit einem durchgehenden Gewindestab M6 und zwei Sterngriff-Muttern befestigen wollte, bei weitem nicht stabil genug waren. Daher suchte ich nach einer alternativen Lösung und kam darauf, dass Stahl als ausklappbarer Standfuß mit einem Widerlager ebenfalls aus Stahl beser halten könnte.

Den aufrechten Pfosten fertigte ich aus einem Stück 60 x 60 mm Fichte-Kantholz, von denen ich noch eine Menge vorrätig habe. Ich bohrte am oberen Ende ein leicht schräg nach oben zeigendes Loch für den späteren Ausleger und außerdem von senkrecht oben ein Loch für eine Rampa-Muffe. Die Rampa-Muffe habe ich mit Hilfe einer Inbus-Schraube eingedreht.

Der Ausleger muss einerseits stabil genug sein, um ein Fahhrad zu tragen, andererseits braucht er irgendeine Art von Klammer, um das Rad angemessen zu fixieren. Für die Stabilität schien mit Stahlrohr sinnvoll, für den Klammer-Mechanismus hatte ich eine Holzkonstruktion im Sinn. Ich bohrte in Längsrichtung ein Loch in ein 60 x 60 mm Kantholz und steckte das Stahlrohr hinein. Mit durchgehenden Maschinenschrauben verband ich die beiden Teile miteinander. In das Kantholz sägte ich eine V-förmige Kerbe, die später eine Hälfte der Klammer bilden sollte.

Durch alle Teile bohrte ich nun ein Loch für einen M10 Gewindestab, der die Klammer schließen später sollte. Nun konnte ich alle Teile zusammenfügen. Pfosten und Fuß verband ich mit zwei Tellerkopfschrauben 8 x 200. Alle Holzteile erhielten am Ende noch zwei Lagen Leinöl als Oberflächenschutz, u.a.

Der Ständer funktioniert nun recht gut. Er ist sicherlich nicht so stabil wie die Modelle, die man in Fahrradwerkstätten sieht. Diese bestehehen in der Regel ganz aus Stahlrohr mit Guss-Klemmen und einer massiven Metallplatte als Fuß.

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