Schokolade ist bekanntlich kein Vorzeigeprodukt für ökologischen Konsum, da die süße Köstlichkeit oft eine bittere Seite hat. Diese betrifft die prekären Arbeitsbedingungen beim Anbau und der Ernte des Kakaos, den langen Transport der Kakaobohnen und schließlich die Herstellung der Schokolade selbst. Doch es gibt Alternativen, die zeigen, dass umweltbewusstes Naschen möglich ist.
Die Initiative der Schokofahrer
Schokofahrerinnen und Schokofahrer aus ganz Deutschland wissen, wie es geht. Zweimal im Jahr, um Ostern und Anfang Oktober, machen sie sich auf den Weg nach Amsterdam, um ökologisch produzierte und fair gehandelte Schokolade per Lastenfahrrad in ihre Region zu holen. Ihr Ziel ist eine kleine Schokoladenmanufaktur im Kakaohafen der niederländischen Hauptstadt, die „Chocolatemakers“.
Die Initiative Schokofahrer wurde 2016 von einer Gruppe Fahrradenthusiasten im westfälischen Münster initiiert, um auf einen fairen und umweltfreundlichen Konsum von Schokolade aufmerksam zu machen. Im Frühjahr 2017 gingen die ersten vier Münsteraner auf Tour, zwei Jahre später waren es bereits über 200 Fahrradbegeisterte aus mehr als 40 deutschen Städten, die Schokolade aus den Niederlanden klimafreundlich in ihre Region brachten, jeweils dezentral und privat organisiert.
In Ostfriesland gehören Schokofahrerinnen und Schokofahrer aus Aurich, Emden, Jever und dem Kreis Wittmund dazu. Helmut Beckmann, ein Fahrradenthusiast aus Ostfriesland, legt auch die 37 Kilometer bis zu seinem Arbeitsplatz in Emden häufig mit dem Fahrrad zurück. Die landschaftlich reizvollen Touren nach Amsterdam werden von seinem Team privat ausgearbeitet. In drei bis vier Tagesetappen erreichen die Ostfriesen die knapp 300 Kilometer entfernte niederländische Hauptstadt. Übernachtet wird auf eigene Kosten auf einem Campingplatz oder in einem Chalet. Das private Gepäck findet in zwei Satteltaschen Platz, während der Auflieger vorne der Schokolade vorbehalten bleibt.
Helmut Beckmann transportiert etwa 22 Kilogramm der süßen Fracht von Amsterdam nach Ostfriesland - mit Muskelkraft. Seine Abnehmer sind Bio- und Weltläden in Aurich und Norden, die sich der Nachhaltigkeit verpflichtet haben. Auch die ostfriesischen Inseln können CO₂-neutral mit Bioschokolade beliefert werden. Helmut Beckmann: „Zu den Inseln wird klimaneutral gepaddelt.“
Das Problem der Schokoladenproduktion
Etwa 9,6 Kilogramm Schokolade essen wir Deutschen durchschnittlich im Jahr, berichtet der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie in Bonn. Im europäischen Vergleich gehören wir - neben den Schweizerinnen und Schweizern - zu den größten Liebhabern der süßen Leckerei. Doch die Produktion von Schokolade ist ein großes Problem für die Umwelt.
Da die zehn bis 15 Meter hohen Kakaobäume oft in Monokulturen in der prallen Sonne wachsen und eine intensive Bewässerung benötigen, ist der Wasser-Fußabdruck der Kakaobohnen enorm. Ihre Ernte, vorwiegend in arbeits- und zeitintensiver Handarbeit, ist für die Kleinbauern und ihre Familien ein Knochenjob. Nicht zuletzt legen die Kakaobohnen weite Strecken zurück, um in den Industrienationen zu Schokolade verarbeitet zu werden. Der CO₂-Abdruck ist gewaltig!
Ungefähr zehn Prozent der weltweiten Kakaoernte wird in Deutschland verarbeitet. Ein wichtiger Umschlaghafen für Kakao in Europa ist Amsterdam. Mehr als ein Viertel der weltweiten Produktion wird hier angelandet. So wundert es nicht, dass gerade hier ein besonders innovatives Projekt für die Herstellung von nachhaltiger und fairer Schokolade entstanden ist: die „Chocolatemakers“.
Die Chocolatemakers: Nachhaltigkeit in der Praxis
Die Schokoladenhersteller Enver Loke und Rodney Nikkels beweisen seit 2011, dass die Transportkette vom Anbau der Kakaobohnen bis zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern umwelt- und klimafreundlich sein kann. Sie kaufen die unter ökologischen Bedingungen angebauten Kakaobohnen ohne Zwischenhändler direkt von kleineren Bauernkooperativen zu fairen Preisen. Dann übernimmt ein Segelschiff, in diesem Fall die Brigantine „Tres Hombres“, die wertvolle Fracht und bringt sie ausschließlich mit Windkraft nach Europa.
Der Zweimaster hatte bereits 2009 als erstes motorloses Segelfrachtschiff den emissionsfreien Frachtdienst zwischen der Karibik und Europa aufgenommen. Unter dem Einsatz von 100 Prozent Solarenergie werden die Kakaobohnen weiterverarbeitet, werden schonend geröstet, anschließend gemahlen, gewalzt oder perfekt conchiert, bis eine edle Schokolade mit zartem Schmelz entsteht.
Schokofahrt Xanten: Ein lokales Beispiel
Die beiden Xantener Markus Rohleder und Gerd Kootstra sind mit dem Fahrrad nach Amsterdam gefahren, um Schokolade direkt beim Hersteller abzuholen. Sie übergaben mehrere Kilogramm der Schokolade an den stellvertretenden Rewe-Marktleiter Firas Khamo. Der Rewe-Markt und der Unverpackt-Laden in Xanten haben gerade eine besondere Schokolade im Angebot: Obwohl die Kakaobohnen in Südamerika angepflanzt und geerntet und die Tafeln in den Niederlanden produziert worden sind, ist die Schokolade nach Angaben des Herstellers emissionsfrei vom Feld bis zum Regal im Laden transportiert worden - insgesamt mehr als 9000 Kilometer.
Die letzte, rund 170 Kilometer lange Etappe haben Markus Rohleder und Gerd Kootstra übernommen. Sie fuhren am Freitag los, erreichten nach rund 120 Kilometern Zeewolde, übernachteten dort, fuhren am Samstag die restlichen 50 Kilometer weiter bis Amsterdam, holten die bestellte Schokolade direkt beim Hersteller ab, übernachteten abends wieder in Zeewolde und radelten am Sonntag zurück nach Wardt. Am Dienstag gaben sie die Lieferung ab.
Rund zehn Kilogramm haben Markus Rohleder und Gerd Kootstra in ihren Fahrradtaschen transportieren können. Umgerechnet sind es einige Dutzend Tafeln, die allein der Rewe anbieten kann, zum Beispiel dunkle Schokolade mit einem Kakao-Anteil von 55, 65 oder 70 Prozent. Es handelt sich um Bio-Fairtrade-Schokolade, wie der Hersteller auf seiner Webseite schreibt. Die Kakaobohnen stammen demnach von Coo Agro Nevada, einer Frauenkooperative aus dem Naturschutzgebiet Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien.
Die Kakaobohnen würden abfallfrei und plastikfrei angebaut und geerntet, erklärt der Hersteller, und bei der Produktion werde Solarenergie eingesetzt. Von Südamerika nach Europa würden die Kakaobohnen mit dem Segelschiff einer Handelsreederei transportiert. Sie bieten auch noch Schokolade mit Kakaobohnen aus anderen Ländern und weitere Geschmacksrichtungen an.
Die Schokolade war vorher von den beiden Xantener Kaufläden bestellt worden. Markus Rohleder hat sich aber auch selbst Schokolade mitgebracht und sie schon probiert. „Ich fahre sehr gern Fahrrad“, erklärte er im Gespräch mit der Redaktion. „Und ich finde die Idee, etwas emissionsfrei zu transportieren, einfach genial, weil unsere Erde schon in Mitleidenschaft gezogen worden ist.“ Der Klimaschutz stehe bei der Fahrt daher im Vordergrund. „Dafür lohnt es sich, zu trampeln.“
Markus Rohleder und Gerd Kootstra trafen am vergangenen Wochenende zum Beispiel Gruppen aus Berlin, Düsseldorf und Hamburg an der Schokoladenfabrik in Amsterdam. Die Schokolade war vorher von den beiden Xantener Kaufläden bestellt worden.
Schokoladenfahrrad als Geschenkidee
Du suchst ein originelles Geschenk für einen Fahrradliebhaber? Das Schokoladen-Fahrradset vereint sportliche Leidenschaft mit einem außergewöhnlichen Geschmackserlebnis. Im Set findest du fünf detailverliebte Figuren: ein Fahrrad, eine Trinkflasche, eine Klingel, eine Luftpumpe und einen Helm. Jedes Element wurde unter der Aufsicht der besten europäischen Chocolatiers gefertigt - aus drei Sorten belgischer Schokolade höchster Qualität: zarter Vollmilch-, intensiver Zartbitter- und überraschend feiner weißer Schokolade. Ob zum Vatertag, Geburtstag, Jubiläum oder einfach so - dieses Set ist ein Volltreffer für alle Fans von zwei Rädern.
Die Schokoladenfiguren vereinen drei erlesene Sorten belgischer Schokolade: zartschmelzende Vollmilchschokolade, feine weiße Schokolade und intensive Zartbitterschokolade. Jeder Biss offenbart eine neue Nuance - von mild über cremig bis kräftig schokoladig. Die Schokoladenfiguren sind in elegante Schachteln in warmen, kakaofarbenen Tönen verpackt. Durch das transparente Fenster wird der Inhalt sichtbar - ein Vergnügen schon beim Auspacken.
Zutaten: Zucker, Vollmilchpulver, Kakaobutter, Kakaomasse, Emulgator: Sojalecithin; natürliches Aroma: Vanille. Kakaoanteil mindestens:Vollmilchschokolade 32 %.
Die Pralinen von CHOCOLISSIMO verdanken ihren einmaligen Geschmack nicht nur erstklassigen Zutaten und raffinierten Rezepturen, sondern auch der Tatsache, dass wir bei ihrer Herstellung keine Konservierungsstoffe verwenden - in dieser Hinsicht kennen wir keine Kompromisse. Die handgefertigten Pralinen werden erst nach Ihrer Bestellung hergestellt.
Für eine ideale Aufbewahrung empfehlen wir, die Pralinen und Schokolade bei einer Temperatur zwischen +15 und +20 Grad zu lagern. Schützen Sie die Schokolade zudem vor Feuchtigkeit und direkter Sonneneinstrahlung, um ein optimales Genusserlebnis zu gewährleisten.
Engagement für fairen Handel und Umweltschutz
Christine Hauk-Tilly, Inhaberin der Bioinsel Stewwert, betont: „Wir freuen uns, auch dieses Mal wieder bei diesem Projekt dabei zu sein. Denn es ist Bio-Qualitäts-Schokolade, ohne Pestizide und fair im Einklang mit der Natur produziert und alle Sorten schmecken natürlich vorzüglich. Das passt super in mein Sortiment.“
Ulrike Spartmann von der Bücherecke ergänzt: „Dass Freiwillige die fertigen Schokoladen per Lastenrad von Amsterdam hierherbringen, um im Transport CO2-neutral zu bleiben, begeistert mich jedes Mal.“
Birgitta Riediger, Vorsitzende der Steuerungsgruppe Fairtrade-Town Drensteinfurt, erläutert: „Bei der Herstellung wird nicht nur auf Naturschutz und Biodiversität geachtet; durch die direkte Zusammenarbeit mit den Bauern können faire Arbeitsbedingungen auf der gesamten Lieferkette garantiert werden.“
Nährwerte pro 100g (Vollmilchschokolade):
| Nährwert | Menge |
|---|---|
| Brennwert | 2358 kJ/ 564 kcal |
| Fett | 36g |
| davon gesättigte Fettsäuren | 22g |
| Kohlenhydrate | 52g |
| davon Zucker | 51g |
| Eiweiß | 7g |
| Salz | 0,20g |
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