Die Bremse ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil an jedem Fahrrad. Gerade, wenn Sie mit Ihrem Mountainbike oder Rennrad bei hohen Geschwindigkeiten unterwegs sind, müssen Sie sich auf Ihre Bremsen verlassen können. Doch beim Thema Bremsen und Schaltungen wird es dem Laien meist zu kompliziert.
Im Vergleich zu herkömmlichen mechanischen Fahrradbremsen bietet die hydraulische Bremse eine bessere Bremsleistung und ein genaueres Dosieren der Bremskraft. Hydraulische Fahrradbremsen gehören zu den wichtigsten Komponenten eines Fahrrads und sorgen für eine zuverlässige Verzögerung und sicheres Abbremsen des Rades.
Warum eine Bremse am Fahrrad unerlässlich ist
Warum Sie an Ihrem Fahrrad eine Bremse verbauen lassen sollten, müssen wir Ihnen natürlich nicht explizit erklären. Fahrradbremsen entscheiden im Endeffekt darüber, wie sicher und bequem Sie durch die Straßen Ihrer Stadt kommen. Sie entscheiden, wie Sie auf Gefahren im Straßenverkehr reagieren, z. Bsp. plötzlich auftauchende Fußgänger oder bremsende PKWs. Zudem sind Sie der entscheidende Punkt, wie schnell Sie auf diese veränderten Zustände reagieren können.
Achtung: Eine schlechte oder schlecht gewartete Bremse gefährdet dabei nicht nur Sie, sondern im Härtefall auch die Leben anderer Verkehrsteilnehmer.
Verschiedene Bremstypen im Überblick
Beide Bremstypen haben dabei natürlich ihre Vor- und Nachteile. Innerhalb dieser Kategorien gibt es jedoch noch viele verschiedene Bremsarten: Ob V-Brakes, Scheibenbremsen oder Felgenbremsen - Die Auswahl in Fachläden ist heutzutage riesengroß.
Felgenbremsen
Felgenbremsen sind auf heutigen Fahrrädern am häufigsten verbaut. Sie erreichen ihre Wirkung allein dadurch, dass die Bremsbeläge auf die Felgenflanken des Laufrads aufdrücken. Die Bremswirkung entsteht durch die dabei entstehende Reibung. Alle Bremsbeläge bei Felgenbremsen bestehen großteils aus einer Gummimischung. Innerhalb aller Felgenbremsen unterscheiden wir von Profirad nochmals sogenannte Cantilever-Bremsen und Zangenbremsen. Je nach Montageart und Bauform gibt es auf dem Radmarkt daher zahlreiche unterschiedliche Felgenbremsen.
- Cantilever-Bremse: Eine Cantilever-Bremse ist vom Prinzip her eigentlich auch eine Zangenbremse. Im Gegensatz zu letzterer besitzen Cantilever-Bremsen aber zwei separate Bremsarme auf jeweils einer Seite der Felge. Um diese Bremse an Ihrem Fahrrad verbauen zu lassen, benötigen Sie einen „Canti-Sockel“.
- V-Brake: Eine V-Brake wird seit den 1990er-Jahren auf den allermeisten Fahrrädern verbaut. Sie besitzt einen separaten Querzug und hat somit eine höhere Hebelwirkung. Das Besondere: Der Bremszug kommt bei V-Brakes von der Seite herunter, nicht von der Mitte!
- U-Brake: Die U-Brake könnte man als Vorläufer der V-Brakes bezeichnen. Sie ist aber, im Gegenzug zu letzterer, eine Mittelzugbremse und wurde vor allem in den 1980er-Jahren an Mountainbikes verbaut. Die beiden Aufhängepunkte am Sockel sind jeweils überhalb der Felge montiert.
- Mittelzug-Bremse: Die Aufhängepunkte am Sockel sind bei klassischen M-Bremsen unterhalb der Felge montiert. Sonst wird hier noch ganz klassisch, wie bei der U-Brake, der Bremszug in der Mitte des Fahrrads nach unten geführt.
- Roller-Cam-Bremse: Roller-Cam-Bremsen waren einst die Vorläufer der U-Brakes und benutzen - Achtung, es wird kompliziert! - dreiseitige Exzenter mit gebogenen Seiten, an dessen flachen Enden der Bremszug befestigt wird.
Nabenbremsen
Im Gegensatz zu Ihrem „Bruder“, den Felgenbremsen, sind Nabenbremsen an heutigen Fahrrädern (noch) seltener verbaut. Diese Bremsen heißen so, wie sie es tun, weil der Bremsmechanismus nahe an der Nabe des Laufrads stattfindet. Wenn wir von Nabenbremsen sprechen, meinen wir meistens Scheibenbremsen. Diese neuere Entwicklung hat einiges an Bewegung in den Radmarkt gebracht. Aber auch Rücktrittsbremsen an Ihrem Kinderfahrrad fallen theoretisch in die Kategorie der Nabenbremsen.
- Scheibenbremsen: Die Scheibenbremsen sind, wie schon einmal erwähnt, eine eher jüngere Entwicklung im Bereich der Bremsen, haben sich dafür aber bereits erstaunlich schnell etabliert. Vor allem im Mountainbike-Bereich sind Scheibenbremsen nicht mehr aus den Läden wegzudenken. Hier werden im Prinzip die Bremsbeläge gegen die auf der Nabe liegende Bremsscheibe gedrückt (daher auch Nabenbremse!).
- Festsattelbremse: Der Sattel ist dabei mit den Kolben fest in der Radaufhängung verbunden, daher auch der Name.
- Schwimmsattelbremse: Im Gegensatz zur Festsattelbremse schwimmt diese Bremse quasi in der Radaufhängung. So ist nämlich nur die Belagführung, nicht aber der Bremszylinder mit eben jener verbunden. Sie kommen daher auch nur mit einem einzigen Kolben aus.
- Rücktrittsbremse: Die Rücktrittsbremse wird bei uns in Deutschland ziemlich belächelt, sie gilt als technisch ausgelastet und veraltet. Tatsächlich erfreut sie sich gerade in Skandinavien oder aber auch in Deutschland an Kinderrädern oder Citybikes noch großer Beliebtheit. Es handelt sich hierbei, wie Ihnen allen wohl bewusst ist, um eine Bremse am Hinterrad des Fahrrads, die sich durch eine Rücktrittbewegung des Fußes betätigen lässt.
Mechanische vs. Hydraulische Bremsen
Wie wir bereits am Anfang des Fahrradbremsen Test erwähnt hatten, treffen wir bei Bremsen grundsätzlich die Unterscheidung zwischen „mechanisch“ und „hydraulisch“. Denn hydraulische Scheibenbremsen arbeiten mit zwei Bremskolben, welche die Bremsscheibe von beiden Seiten symmetrisch anbremsen. Mechanische Scheibenbremsen werden dagegen mechanisch mit einem Bowdenzug gebremst.
Hydraulische Fahrradbremsen sind eine moderne und zuverlässige Alternative zu mechanischen Bremsen. Sie bieten eine bessere Dosierbarkeit der Bremskraft, sind wartungsärmer und leichter. Je nach Einsatzzweck und persönlichen Vorlieben kann zwischen Felgen- und Scheibenbremsen gewählt werden.
Die Funktionsweise hydraulischer Fahrradbremsen
Bei einer hydraulischen Fahrradbremse wird die Kraft des Bremshebels über eine Bremsleitung, die mit Bremsflüssigkeit gefüllt ist, auf den Bremskolben übertragen. Dieser drückt die Bremsbeläge an die Bremsscheibe oder Felge und sorgt somit für eine Verzögerung des Rades. Die Bremsflüssigkeit ist in der Regel eine mineralöl- oder dotierbasierte Flüssigkeit, die nicht komprimierbar ist und somit eine hohe Bremskraft ermöglicht.
Die hydraulische Fahrradbremse besteht aus einem Bremshebel am Lenker, einem Bremskörper am Rad und einem geschlossenen Schlauch, der beide miteinander verbindet. Im Inneren des Bremshebels befindet sich ein kleiner Kolben, der bei Betätigung des Bremshebels die Hydraulikflüssigkeit in Bewegung setzt. Diese Flüssigkeit wird durch den Schlauch zum Bremskörper am Rad gepumpt, wo sie auf einen größeren Kolben trifft und diesen in Bewegung setzt.
Vorteile hydraulischer Bremsen
Einer der größten Vorteile der hydraulischen Fahrradbremse ist die bessere Bremsleistung im Vergleich zu herkömmlichen mechanischen Bremsen. Ein weiterer Vorteil ist die genauere Dosierung der Bremskraft. Durch die Verwendung von Bremsflüssigkeit anstelle von Seilen oder Drähten kann die Bremskraft präziser dosiert werden. Ein weiterer Pluspunkt ist die geringe Wartung der hydraulischen Fahrradbremse. Im Gegensatz zu mechanischen Bremsen sind hier keine regelmäßigen Einstellungen oder Justierungen nötig.
Zum einen ist sie in der Regel wartungsärmer, da sie weniger anfällig für Verschmutzungen und Korrosion ist. Auch die Bremskraft lässt sich bei hydraulischen Bremsen besser dosieren, da sie nicht von der Spannung des Bremszugs abhängig ist. Des Weiteren sind hydraulische Fahrradbremsen in der Regel leichter als mechanische Bremsen, da sie keine Bremszüge benötigen.
Der größte Vorteil einer hydraulischen Fahrradbremse liegt in der höheren Bremskraft im Vergleich zu mechanischen Bremsen. Durch die Übertragung der Kraft über die Hydraulikflüssigkeit wird eine effektivere Bremsung ermöglicht. Zudem ist die Bedienung der Bremse leichtgängig und erfordert weniger Kraftaufwand, was vor allem auf längeren Strecken von Vorteil ist.
Nachteile hydraulischer Bremsen
Im Vergleich zu mechanischen Bremsen ist die Wartung einer hydraulischen Fahrradbremse etwas aufwendiger. Die Hydraulikflüssigkeit muss regelmäßig aufgefüllt und gewechselt werden, um die volle Bremsleistung zu erhalten. Zudem müssen die Bremsbeläge in regelmäßigen Abständen auf Verschleiß kontrolliert und gegebenenfalls ausgetauscht werden.
Worauf Sie beim Kauf einer hydraulischen Bremse achten sollten
Beim Kauf einer hydraulischen Fahrradbremse solltest du auf einige wichtige Faktoren achten. Zunächst solltest du darauf achten, dass die Bremse mit deinem Fahrrad kompatibel ist. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Qualität der Bremse. Achte darauf, dass die Bremse aus hochwertigen Materialien gefertigt ist und eine gute Verarbeitung aufweist. Des Weiteren solltest du auf die Bremsleistung der Bremse achten. Sie sollte stark genug sein, um dein Fahrrad in jeder Situation sicher zu verzögern.
Die Wahl der richtigen Bremse für Ihr Fahrrad
Welche Bremse Sie auf welchem Bike verbauen wollen, ist immer noch Ihre Entscheidung.
- City- und Trekkingbereich: Gerade hier bietet sich der Gebrauch von V-Brakes an. Sie sind laut unserem Fahrradbremsen Test sehr solide und robust und falls doch mal etwas passieren sollte, können Sie diese Bremsen ganz einfach reparieren.
- Mountainbike-Bereich: Wie schon einmal erwähnt, bietet sich für sportliche Mountainbiker eine Scheibenbremse an. Diese bietet Ihnen optimale Bremsleistung im Gefälle und einen niedrigeren Verschleiß an der Felge (dafür einen höheren an der Bremsscheibe!).
Grundsätzlich sollten Sie aber im Hinterkopf behalten, dass die Felgenbremsen immer mehr von Scheibenbremsen verdrängt werden, da letztere einfach mehr Vorteile für den Biker von heute bieten.
Regelmäßige Überprüfung der Bremsen
Sie sollten Ihre Scheibenbremsen mindestens ein Mal im Jahr kontrollieren (lassen). Treffen Sie auch hier die Unterscheidung zwischen mechanischer und hydraulischer Bremse.
Bremsen einbremsen
Gerade Scheibenbremsen müssen Sie unbedingt einbremsen, bevor Sie damit auf den Straßen Ihrer Stadt unterwegs sind. Beachten Sie dabei bitte folgendes:
- Beim Einbremsen verwenden Sie immer nur eine Bremse und lassen die andere im Ruhezustand!
- Lassen Sie sich von einem leichten Quietschgeräusch nicht aus der Ruhe bringen oder Ihren letzten Nerv rauben. Laut unseres Fahrradbremsen Test liegt die Ursache meist in etwas Schmutz, der auf die Bremsbeläge gelangt ist. Am besten entfernen Sie diesen mit etwas Sandpapier vorsichtig. Achten Sie außerdem darauf, dass kein Kettenöl auf die Beläge gelangt.
Vorschriften laut StVZO
Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) muss jedes Fahrrad auf deutschen Straßen zwei voneinander unabhängige Bremsen besitzen - völlig unabhängig von Bauart, Beschaffenheit oder Wirksamkeit.
Fahrradbremse Vergleich 2025
Hier ist eine Übersicht der Fahrradbremsen im Vergleich (Stand 08/2025):
| Modell | Menge | Geeignet für | Material | Vorteile |
|---|---|---|---|---|
| Shimano Deore Fahrradbremse | 2 Stk. | Stadträder | Aluminium | Hervorragende Bremsleistung, geringes Gewicht |
| Boao Fahrradbremsen-Set | 2 Stk. | Stadträder | Aluminium | Hervorragende Bremsleistung, inkl. Bremshebel |
| CNC Fahrradbremse | 2 Stk. | Mountainbikes | Aluminiumlegierung | Federspannung einstellbar, großer Bremsbelag |
| Libershine Fahrrad Bremsen Set | 2 Stk. | Stadträder | Aluminium | Hochwertige Aluminiumlegierung, komplettes Set |
| Chooee Fahrrad V Bremse | 1 Stk. | Mountainbikes | Aluminium | Gute Bremsleistung, breite Anwendbarkeit |
| Promax Fahrradbremse | 2 Stk. | Stadträder | Aluminiumgalvanisierter Stahl | Hervorragende Bremsleistung |
| P4B Fahrradbremse | 2 Stk. | Mountainbikes | Aluminium | Inkl. Bremshebel, langlebig |
| Shimano BR-T4000 | 1 Stk. | Stadträder, Kinderräder | Aluminium | Federspannung einstellbar |
Fazit
Achten Sie immer auf einen ordnungsgemäßen Zustand Ihrer Bremsen! Also raus aus der Couch, ran an das Bike und Fahrradbremsen überprüfen.
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