Decathlon Fahrräder für Herren im Test: Ein umfassender Überblick

Decathlon setzt konsequent auf Eigenmarken wie B’Twin, Triban und Riverside, die zum Discount-Kurs feilgeboten werden. Denn selten liegen die Alltagsräder des Anbieters über 500 Euro.

Decathlon-Fahrräder im Test und Nutzercheck

Die Einzelhandelskette ringt der Testpresse in der Summe ein ordentliches Gesamturteil ab. Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Decathlon-Modelle halten Kunden in der Summe für unschlagbar.

Der günstige Preis rächt sich in der Hauptsache beim Gewicht, manch ein Stadtbike kratzt an der 20-Kilo-Marke - stattlich.

Service- und Garantieleistungen

Die Garantieleistungen von Decathlon sehen eine lebenslange Garantie auf Rahmen, Vorbau und Lenker vor, für die übrigen Anbauteile zwei Jahre. Im Wartungsfall können Sie auf den hauseigenen Reparaturservice zurückgreifen.

Mountainbikes von Decathlon im Fokus

Unter der Markenbezeichnung B’Twin vertreibt Decathlon auch eine ganze Reihe von Mountainbikes. Die Modelle aus der Rockrider-Serie sind die prominentesten Vertreter.

Hardtails für den Einstieg erhalten Sie schon unter 500 Euro, Fullys ab 600 Euro. Spürbar sind die niedrigen Preise auch in der Mountainbike-Sparte beim Gewicht - und je nach Preislage bei den Anbauteilen.

Tipp: Zielen Sie auf ein Mountainbike für Schotterwegtouren ab, empfehlen wir Ihnen das Rockrider ST 540 mit großzügigem Übersetzungsbereich, hydraulisch angesteuerten Scheibenbremsen und noch moderaten 13,5 kg Gesamtgewicht für weniger als 500 Euro.

Rockrider E-ACTV 900 E-Bike im Detail

Das Rockrider E-ACTV 900 von Sport-Riese Decathlon mischt für 2700 Euro kräftig den Markt auf: Mittelmotor mit automatisch schaltendem Planetengetriebe, großer Akku und preiswerte, aber gute Anbauteile.

Jahrelang litt der Sport-Discounter Decathlon unter einem Ramsch-Image - gerade bei seinen Rädern. Doch die Franzosen werkeln im Hintergrund tapfer an ihren Produkten, bereits das im letzten Jahr getestete E-MTB aus gleichem Hause war ein echter Geheimtipp für Einsteiger mit kleinem Portemonnaie.

Der Owuru-Motor

Jetzt will Decathlon unter der Mountainbike-Marke Rockrider den Trekking-Sektor angreifen: 2699 Euro kostet der wahlweise als Tiefeinsteiger oder mit klassischem Diamantrahmen erhältliche Tourer mit veritablem Wundermotor. Die Firma hinter dem Motor nennt sich E2 Drives, gestartet sind sie 2023 mit dem eben genannten Mittelmotor.

Die Firma stammt aus Belgien, der Motor selbst wird laut Hersteller-Webseite gar in der Decathlon-Heimat Frankreich gefertigt. Auch die Eckdaten lesen sich nicht minder beeindruckend: 65 bis maximal 120 Nm soll er leisten können, typische 600 Watt in der Spitze bei gesetzeskonformen 250 Watt Dauerleistung sollen drin sein.

Der Owuru hat ein integriertes, stufenlos schaltendes CVT-Getriebe. Stattliche 265 Prozent Gangbandbreite soll das Wundergetriebe aus dem Pkw-Sektor haben und den E-Biker immer im idealen Unterstützungs-Bereich halten können.

Weitere Komponenten und Ausstattung

Die Zellen des Akkus stammen laut Decathlon von Samsung, insgesamt 694 Wattstunden stehen zur Verfügung - das ist für den Preis sehr ordentlich. Ordentlich gilt auch für die weiteren Anbauteile, obschon sie wie üblich High-End-Piloten wenig umhauen dürften.

Eine einfache 100-mm-Forke von SR-Suntour steckt in der Front, die 160-mm-Bremsanlage stammt von Tektro, der Sattel vom Sitzspezialisten Selle Royal, Reifen und Felgen sind laut Logos aus eigener Produktion. Lichtanlage, Spritzschutz, Gepäckträger und ein an Boschs Kiox-300-Display erinnerndes Mäusekino runden die Ausstattung ab.

In Summe ist das ein faires Gesamtpaket, auch wenn wir für schwere Piloten mindestens 180-mm-Scheiben empfehlen würden. Das gilt besonders, wenn man die Zuladung von guten rund 123 Kilo ausschöpfen möchte. Das Rad selbst ist mit 27 Kilo klassentypisch schwer.

Fahrgefühl im Alltag

Nach kurzem Boot-Vorgang fährt das Decathlon-E-Bike einfach los, bleibt im Stadtbetrieb dabei ähnlich leise wie ein moderner Bosch-Antrieb. Autokenner wissen um die technische Raffinesse der "stufenlosen Schaltung": Sie verändert die Übersetzung kontinuierlich durch zwei kegelförmige Scheiben und einen Riemen, sodass der Motor stets im optimalen Drehzahlbereich läuft.

Der Owuru-Motor schaltet wirklich automatisch und so sanft und unmerklich, dass es eine wahre Freude ist, mal einfach nur treten und lenken zu müssen. Stopp an der Ampel? Direkt ohne Fahrer-Input wieder im richtigen Gang. Schnelles "herunterschalten" bei Bergfahrten? Völlig unmerklich - und dank der deftigen Bandbreite auch für steile Rampen gut geeignet.

Kritikpunkte

Wo man den Sparzwang merkt, ist besonders im Talschuss: Hier ist das Rockrider eher flatterig und braucht Führung. Die Gabel ist einmal mehr für das anvisierte Terrain in Ordnung, für Wald- und Wiesen-Touren gibt es aber bessere E-Bikes, zudem ist leider nur die Vorspannung auf das Fahrergewicht einstellbar. Unschön war bei unserem Testrad die Batterie-Abdeckung, sie schloss nicht bündig mit dem Rahmen ab.

Test-Fazit: Rockrider E-ACTV 900

Insgesamt gehen die Fahrleistungen für innerstädtischen Einsatz und leichte Touren voll in Ordnung - ein Rennrad will (und kann ...) das Decathlon nicht sein. Loben müssen wir das Getriebe, das quasi unmerklich schaltet und über eine ausreichend breite Gangspreizung verfügt. Der Motor ist kräftig, der Akku für Stadt und Tour prima gewählt. Die Ausstattung ist für den Preis durchdacht, wenn auch an einzelnen Stellen wie der Bremse einfach gehalten.

In der Summe seiner Teile ist das Decathlon-Rad schlussendlich aber einmal mehr ein echter Preisbrecher und in unseren Augen nicht nur für Einsteiger eine gute Option.

Punkt Bewertung
Motor Toller Motor
Getriebe Prima funktionierendes Automatikgetriebe
Akku Reichweitenstarker Akku
Preis Im Gesamtpaket äußerst preisattraktiv
Negativ Verarbeitungsschwächen, kein Riemenantrieb

Rockrider E-Expl 520S im Test

Der Sport- und Outdoor-Discounter Decathlon ist bekannt für ordentliche Produkte zum unschlagbar günstigen Preis. Das Rockrider E-Expl 520S ist Teil einer nagelneuen Serie fortschrittlicher E-MTBs, die optisch so gar nicht nach Ramsch und Baumarkt aussehen. Wir testen, ob man bei dem Angebot für unter 3000 Euro echte Geländetauglichkeit und Trail-Spaß erwarten kann.

Die Fakten zum Rockrider E-Expl 520S

  • Motor: Brose Drive T Alu, 70 Nm max. Drehmoment
  • Akku: 500 Wh (entnehmbar), optional 360-Wh-Zusatzbatterie erhältlich
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Federweg: 140 / 140 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Rahmengrößen: S, M, L, XL
  • Preis: 2999 Euro
  • Gewicht: 25,6 kg (Testbike in Größe L, EMTB-Messung, ohne Pedale)
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 120 kg (Herstellerangabe)
  • Lebenslange Garantie auf Rahmen und Lenker

Der E-Bike-Antrieb: Brose Drive T Alu

Für Schub sorgt im Rockrider-Fully ein Brose Drive T Alu. Der Schub ist weniger kräftig als bei einem Bosch Performance CX oder einem Shimano EP8 bzw. EP801. Die gängigen Light-Antriebe überflügelt der Brose Drive T Alu mit seinen 70 Newtonmetern allerdings klar.

Die Geometrie

Das Chassis des E-Expl ist moderat gezeichnet. Ein eher steiler Lenkwinkel, ein moderat langer Reach - daraus resultiert ein gemäßigter Radstand von 1255 Millimetern, der einen ausgewogenen Kompromiss aus Agilität und Laufruhe verspricht. Hier steht Laufruhe und sicheres Handling vor übermäßigem Spieltrieb.

Super modern ist das sehr kurze Sitzrohr, nicht ganz auf der Höhe der Zeit wirkt lediglich der flache Sitzwinkel von 74,5 Grad.

EMTB-Messwerte im Überblick (Rahmengröße L) Wert
Sitzrohrlänge 416 mm
Radstand 1255 mm
Reach 468 mm
Stack 632 mm
Lenkwinkel 66 Grad
Sitzwinkel 74,5 Grad
Kettenstrebenlänge 460 mm

Die Ausstattung des Rockrider E-Expl 520S

Rockshox oder Fox? Schwalbe oder Maxxis? Shimano oder Sram? All diese Marken sucht man vergebens. Aber genau das scheint ein Teil des Geheimnisses des konkurrenzlosen Preises zu sein.

Das Gute dabei: Produkte, die die Funktion des E-MTBs einschränken, finden sich kaum. Im Gegenteil: Einige Parts entpuppen sich in unserem Test als handfeste Überraschungen, die der namhaften Konkurrenz in Sachen Preis-Leistung voraus sind. Einzig die schwachen Tektro-Bremsen sind ein klares Manko für den Einsatz im Gelände.

Super dagegen: Im Gegensatz zu vielen anderen günstigen E-MTBs ist das E-Expl 520S schon ab Werk mit einer Teleskopsattelstütze ausgestattet. Das erhöht Komfort und Fahrsicherheit in Gelände und Alltag.

Komponenten im Überblick:

  • Gabel / Dämpfer: X-Fusion McQueen R Air / Pro-R
  • Schaltung: Microshift Advent X, 10fach, 11 - 48 Zähne
  • Bremsen: Tektro HD-M 276, 203/203 mm
  • Laufräder: Rockrider 30
  • Reifen: Rockrider Grip 500 TR, 29 x 2,4 Zoll
  • Besonderheiten: Teleskopstütze mit 150 mm Hub

Praxistest: So fährt sich das Rockrider E-Expl 520S

Biegt man von der Straße ins Gelände ab, verstärkt sich der Komfort-Charakter nochmal. Denn die Federung saugt Unebenheiten gierig auf. Schwierige Anstiege nimmt es dadurch locker. Dank der langen Kettenstreben braucht man sich auch um ein steigendes Vorderrad kaum Gedanken machen.

EMTB-Bewertung des Rockrider E-Expl 520S

Im Vergleich zur High-End-Klasse muss man beim E-Expl in Sachen Fahrdynamik Abstriche machen. Sehr unkomplizierter Komfort-Charakter.

Stärken Schwächen
Überragendes Preis-Leistungsverhältnis Vergleichsweise geringe Reichweite
Voll Trail- und geländetauglich Schwer
Hohe Fahrsicherheit, leicht zu beherrschen Zu schwache Bremsen
Leise

Das EMTB-Fazit zum Rockrider E-Expl 520S im Test

Decathlon hat hier eine echte Fahrmaschine mit Trail-Potenzial auf die Beine gestellt. Fahrsicher, leise und elegant - ein Volltreffer in der Preis-Leistungsliga!

BTWIN LD 920E Automatic City-E-Bike

Das neue BTWIN LD 920E Automatic City-E-Bike wird befeuert von einem E2 Drives Owuru-Motor mit stufenlosem Automatikgetriebe und geht für unter 2.500 € über die blaue Decathlon-Ladentheke.

Neben der Preisführerschaft wird auch die Technologieführerschaft im urbanen E-Bike-Sektor angestrebt. Mit hohem Oberrohr ist das E-Bike in den Größen M, L und XL verfügbar. Mit abgesenktem Oberrohr gibt es die Größen S, M und L. In manchen Ländern hört es auf die Bezeichnung ELOPS LD 920E statt auf BTWIN.

Das Decathlon E-Bike fragt sehr höflich, wie schnell man treten möchte und setzt alles daran, einem den Wunsch auch zu erfüllen.

Die technischen Details klingen wie die Motor-Schwärmereien beim US-Muscle-Car-Treffen. Dabei geht es beim Owuru-Antrieb nicht um die reine Power, sondern mehr um ein neues, nahtlos-sanftes Fahrgefühl.

Im Motor laufen menschliche Kraft und Motorkraft über einen Riemen und ein Planetengetriebe zusammen. Ein zweiter Motor, der sogenannte Variator, versetzt das Planetengetriebe von außen in Rotation.

Ausstattung im Detail

  • Motor: E2 Drives Owuru 65 Nm
  • Akku: Trendpower 702 Wh
  • Display: Decathlon, integriert
  • Fork: Headshock Monodämpfer 30 mm
  • Sattelstütze: Alu
  • Bremsen: BTWIN R280 by TEKTRO 180/160 mm
  • Schaltung: Owuru Automatic, stufenlos 265%
  • Vorbau: Decathlon
  • Lenker: Alu 620 mm
  • Laufradsatz: Alu 28"
  • Reifen: Vittoria E-Randonneur Tech 1,5"

Technische Daten

  • Größe: S M L XL
  • Gewicht: 24 kg
  • Zul. Gesamtgewicht (zGG): 140 kg

Am Decathlon BTWIN LD 920E lässt sich das gut am Display festmachen. Es ist nicht nur formschön in den Vorbau integriert, in dem bereits das Frontlicht eingelassen ist.

Besonders interessant: Man kann auch aus der Ferne auf das Decathlon E-Bike zugreifen. Dafür wurde es ab Werk mit einem GPS- und Mobilfunk-Modul sowie mit einem integrierten Bewegungssensor ausgestattet.

Der Service ist mit zusätzlichen Kosten verbunden, die an den Fahrrad-Versicherungspartner Laka zu entrichten sind.

Das Fahrgefühl

Auf dem Decathlon E-Bike nimmt man in einer kompakten Sitzposition Platz. Egal ob Ebene, leichtes Gefälle oder sanfte Anstiege, dem Owuru-Motor im Decathlon-Bike gelingt es immer irgendwie, die voreingestellte Trittfrequenz zu treffen.

Ein kleines Manko hat der High-Tech-Motor jedoch: Er gibt leichte Vibrationen von sich, die man beim Pedalieren bis in die Fußspitzen spüren kann.

Die Geschwindigkeit reguliert man mehr über die Support-Modi (Eco, Standard, Boost) und über den Druck auf das Pedal, statt über die eigene Trittfrequenz. Die 25 km/h-Grenze erreicht man früh.

Zur straffen Federung kommt ein sehr direktes Handling. Der schmale Lenker, der steile Lenkwinkel und die schmalen Reifen sorgen dafür, dass das Decathlon E-Bike empfindlich wie ein Rennrad auf Lenkimpulse reagiert. Insgesamt aber will das straffe und direkte Handling nicht ganz mit dem einfachen Fahrgefühl harmonieren, das der „Set and Forget“ Owuru-Motor im Stadtverkehr mit sich bringt.

Fazit

Mit seiner durchdachten Ausstattung und der smarten Ortungsfunktion richtet sich das BTWIN LD 920E an alle City-Biker und Pendler, die ein E-Bike mit hohem Diebstahlschutz suchen. Das Decathlon BTWIN LD 920E ist smart, sexy, schnell und durch den günstigen Preis ideal für Sparfüchse.

Das straffe Handling und der geringe Fahrkomfort beschränken das Einsatzgebiet des BTWIN LD 920E allerdings auf den reinen Stadtverkehr.

Decathlon Elops LD900 im Test

Das Elops LD900 ist das hochwertigere von zwei alltagstauglich ausgestatteten Allround-Modellen mit Alu-Rahmen und -Gabel, Kettenschaltung, Scheibenbremsen, Dynamo-Licht.

Man sitzt angenehm entspannt, aber brauchbar sportlich auf dem LD900. In Größe M steht der schlanke, straff gepolsterte Sattel etwas über Lenker-Niveau, die Hände liegen locker am nicht zu breiten Lenker auf konturierten Griffen in stimmiger Kork-Optik.

Das LD900 fühlt sich in allen Fahrsituationen stabil, sicher und vertrauenswürdig an.

Die Solidität und Seitensteifigkeit des Alu-Rahmens sind hoch - erstaunlich angesichts der geringen Stützbreiten an den Fügestellen und schlanker Rohrdurchmesser. Trotz der mutmaßlich hohen Wandstärken sind es aber keine primitiven „Wasserleitungsrohre“: Das Rad bleibt mit rund 14 Kilo Gesamtgewicht respektabel leicht.

So sind die meisten Rohrknoten smooth welded. Dabei wird von Hand eine zweite, weicher verlaufende Schweißnaht aufgebracht. Das erhöht die Festigkeit, sieht elegant aus - und lässt sich leichter putzen.

Die Reifen laufen außergewöhnlich leise und widerstandsarm auf Asphalt und festen Fahrbahnoberflächen. Auf Schotter oder losem Untergrund, speziell bei Nässe, verlieren sie aber früh an Spurführung und Grip.

Im Antrieb arbeitet die Mittelklasse-1x11-Schaltung NX von SRAM. Ihre Übersetzung bewältigt auch mal längere Steigungen, die Bandbreite von 382 Prozent reicht für einen Normalbetrieb ohne Ex­treme aus.

Fazit zum Decathlon Elops LD900

Decathlons Elops LD900 gefällt mit ausgewogener Sitzposition, guten Fahr­eigenschaften und brauch­barer Ausstattung. Das außergewöhnlich günstige Alltags- und Tourenrad ist definitiv keine Mogelpackung.

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