Vorteile und Nachteile dickerer Fahrradreifen

In der Welt des Radfahrens spielen die Reifen eine entscheidende Rolle für Fahrkomfort, Leistung und Sicherheit. Insbesondere die Wahl zwischen dickeren und schmaleren Reifen kann einen erheblichen Einfluss auf das Fahrerlebnis haben. Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile dickerer Fahrradreifen und gibt Ihnen wertvolle Informationen für Ihre nächste Kaufentscheidung.

Warum rollen dicke Reifen besser als schmale?

Auch wenn es zuerst etwas unsinnig klingt: Breite Fahrradreifen rollen leichter als vergleichbare schmalere Modelle. Die Erklärung liegt im Einfederungsverhalten. Jeder Reifen flacht unter Belastung unten etwas ab. Daraus resultiert eine ebene Aufstandsfläche. Bei gleichem Luftdruck haben der breite und der schmale Reifen eine gleich große Aufstandsfläche.

Während sich der breite Reifen eher in die Breite platt drückt, hat der dünne Reifen eine schmalere aber längere Aufstandsfläche. Das abgeflachte Stück kann man als einen Lastarm interpretieren, welcher der Rollbewegung des Reifens entgegenwirkt. Durch die stärkere Abflachung des schmalen Reifens wird das Rad „unrunder“ und muss sich beim Abrollen stärker verformen. Beim breiten Reifen wirkt sich die Abflachung weniger in Laufrichtung aus. Daher bleibt er „runder“ und rollt leichter.

Je mehr Rollwiderstand, umso mehr Energie wird praktisch nutzlos verbraucht. Dadurch, dass der schmalere Fahrradreifen eine stärkere Abflachung in der Laufrichtung verursacht, wird der Reifen in sich „unrunder“. Dadurch verformt er sich beim Rollen deutlich mehr, welches Energie „schluckt“. Bei dem breiteren Reifen ergibt sich eine geringere Abflachung in der Laufrichtung. Er bleibt in sich runder, also in Form, welches beim Fahren bzw. Rollen weniger Energie verbraucht. Der breite Fahrradreifen rollt also leichter, auch wenn er "massiger" und "plumper" aussieht.

Rollwiderstände: Bereits bei 2 bar rollt ein 60 mm breiter Reifen so leicht wie ein 37 mm bei 4 bar. Probier’s aber einfach mal aus und experimentiere mit verschiedenen Größen und unterschiedlichen Profilarten.

Die Vorteile dickerer Reifen auf einen Blick

  • Besserer Rollwiderstand: Breite Reifen können leichter rollen als schmale Reifen, insbesondere bei niedrigerem Reifendruck.
  • Verbesserte Fahrtechnik: Im schwierigen Gelände steckt der fette Schlappen viel mehr weg. Ausprobieren!
  • Höherer Fahrkomfort: Ein dicker Reifen mit dem richtigen Luftdruck wirkt wie eine zweite Federgabel.

Noch vor 10 Jahren waren Halb-Slicks der Mega-Trend, heute interessiert das niemanden mehr: Fette Reifen mit wenig Eigengewicht und raffinierter Stollenarchitektur sind die derzeitigen Trendsetter. Kurz um: Heute suchen Mountainbiker den ultimativen Reifen für alles, im Idealfall ein optimaler Mix aus Grip, Speed und Komfort.

Auf der Suche nach dem besten Reifen bitte immer im Hinterkopf behalten, dass der beste Reifen fürs Gelände in erster Linie schön dick und breit und trotzdem möglichst leicht sein sollte.

Technische Einschränkungen und worauf Sie achten sollten

Der Trick ist die gute Balance zwischen dick und zu dick: Je „fetter“ der Reifen wird, desto schwerer wird er - was sich wiederum bei der Beschleunigung auswirken kann (Trägheitsmoment). Achte darauf, dass du am Hinterrad keinen zu breiten Reifen montierst! An vielen Bikes gibt es wegen den Kettenstreben konstruktiv bedingte Einschränkungen: Hat der Reifen zu wenig Durchlauf, dann wird er beim nächsten kleinen Achter derart am Rahmenrohr anstehen, dass sich nichts mehr bewegt.

Aber keine Sorge: Unsere Berater kennen sich aus und geben dir den passenden Reifen. Vorne ist der Durchlauf sowieso kein Problem. Die Ideallösung heißt vorne breit und hinten schmäler: Komfort- und Traktionsprobleme werden naturgemäß stärker im Frontbereich wahrgenommen.

Die Industrie hat die letzten Jahre einige super Reifen auf den Markt gebracht, zum Beispiel den allseits bekannten Schwalbe Nobby Nic oder den Fat Albert. Beide gibt es in der Faltversion von 2.25 bis 2.40 breit.

Tourenbiker, die überwiegend auf Forstwegen unterwegs sind, empfehlen wir den Schwalbe Nobby Nic oder den Schwalbe Racing Ralph. Vorne und hinten in der Breite 2.25 - bei wenig Durchlauf hinten den 2.10er Reifen. Für Singletrail-Cracks ist der Schwalbe Fat Albert 2.40 (oder auch 2,25) in puncto Grip nicht zu toppen. Unser Lieblingsgummi. Wer seine Fahrtechnik bis Ultimo steigern möchte, sollte unbedingt die UST Schlauchlos Version probieren. Besser geht’s nicht. Schlauchlos bedingt aber passende Felgen und Laufräder oder ein Umrüstkit.

Der richtige Luftdruck ist entscheidend

Entscheidend ist, dass der Luftdruck stimmt. Zuviel Luft im Bike-Reifen und die ganze Theorie ist nichts mehr wert. Aber: Die Menge Luft raus lassen, damit der Gummi schön geschmeidig und komfortabel rollt, kannst du nur wirklich bei breiten dicken Reifen. Bei schmalen Reifen hättest du zu wenig Schutz für die Felge und folglich an der nächsten Kante ein Problem.

Last but not least, hier unser Tipp für den richtigen Luftdruck, ganz ohne Druckmesser: Setz’ dich mit deinem Gewicht auf den Bike-Reifen. Voll belastet, sollte der Reifen einen ziemlichen „Bauch“ machen. Tut er das nicht, dann ist er viel zu hart aufgepumpt. Im Gelände mit unterschiedlichen Drücken experimentieren. Aber nicht zuviel Luft rauslassen, sonst wird die Felge an der nächsten Kante nicht mehr ausreichend geschützt.

Der Druck im Bike-Reifen wird, genau wie bei der Federgabel, immer abhängig vom Gewicht der Person eingestellt. Alle anderen Richtwerte oder Theorien kannst du komplett vergessen. Eine Bitte an alle netten Männer: Pumpt die Reifen eurer Partnerin nicht so voll! Wenn du Federgabel und Reifen exakt auf ihr Gewicht anpasst, dann kann sie sich jetzt schon auf ein völlig neues Fahrgefühl im Gelände freuen.

Die Wahl der richtigen Reifenbreite

Die Wahl der richtigen Reifenbreite ist entscheidend für die Performance und den Komfort deines Fahrrads. Je nach Fahrradtyp werden unterschiedliche Reifenbreiten gefahren. Den größten Einfluss auf die Reifenbreite wirst du beim Rennrad und Cyclocross feststellen. Dort ist eine Abweichung von mehr als 5 Millimeter erheblich. Bei einem MTB steht die Bodenhaftung und Traktion im Vordergrund. Die MTB-Reifen erhalten daher ein stollenähnliches Profil. Der Rollwiderstand wird nicht so stark in den Fokus gerückt.

  • Cross Country und Marathon Mountainbike: 51 Millimeter bis 54 Millimeter (2,1 Zoll bis 2,3 Zoll)
  • All Mountain: 54 Millimeter bis 61 Millimeter
  • Citybikes und Trekkingbikes: 37 Millimeter bis 52 Millimeter

Je nachdem, welche Art von E-Bike du fährst, kannst du dich an die vorherigen Fahrradtypen halten.

Traditionell wurden Rennräder mit sehr schmalen Reifen von 18 bis 20 mm Breite gefahren. Bis in die 2010er Jahre waren 23 mm breite Reifen der Standard. Heutzutage liegt die gängige Reifenbreite bei 28 mm, mit einem Trend zu noch breiteren Reifen bis 32 mm. Diese Entwicklung resultiert aus dem Wunsch nach erhöhtem Fahrkomfort, besserer Traktion und erhöhtem Pannenschutz.

  • Cyclocross-Räder: 32 mm und 35 mm
  • Gravelbikes: 40-42 mm (Standard)

Kompatibilität: Nicht alle Fahrradrahmen und -gabeln sind für sehr breite Reifen ausgelegt. Es ist wichtig, die maximale Reifenbreite zu kennen, die dein Fahrrad aufnehmen kann, um sicherzustellen, dass ausreichend Platz vorhanden ist und es nicht zu Reibungen kommt.

Der richtige Luftdruck

Wird der Fahrradreifen mit zu viel Luft befüllt, steht er ständig unter Spannung und kann leichter bei Unebenheiten platzen. Zudem verliert der Reifen an Bodenhaftung und der Fahrtkomfort leidet darunter. Nimmst du aber nun an, du würdest der Fahrradreifen pausenlos mit zu wenig Luft fahren. Empfehlung: Pump den Reifen lieber mit etwas mehr Luft (an der oberen Grenze der auf dem Reifen angegeben ist).

Beachte: Wir können nur eine allgemeine Empfehlung aussprechen, der Reifendruck ist von den äußeren Bedingungen (Hitze, Kälte), dem Terrain (Gelände, Straße) und dem Körpergewicht des Fahrers abhängig.

  • Rennrad mit Drahtreifen: 7 bis 9 bar (Richtwert: Körpergewicht in kg, Komma um eine Stelle nach links verschieben)
  • Mountainbike mit Drahtreifen / Faltreifen: 2 bis 3,5 bar
  • Trekkingbike und Citybike: Mindestens 4 bar

Felgen und Reifen werden breiter: Ein Trend im Radsport

Die seit einigen Jahren feststellbare Tendenz, dass die Innenweite von Felgen, auch Maulweite genannt, sowie die nominelle und tatsächliche Reifenbreite zunehmen. Bis in die 1990er Jahre waren Rennradfelgen innen gerade mal 15 Millimeter breit und wurden mit schmalen 20-Millimeter-Reifen gefahren. Abseits asphaltierter Wege war am Cyclocrossrad bei 33 Millimetern Reifenbreite Schluss.

Lange Zeit waren dann zunächst 23, später 25 Millimeter breite Rennradreifen Standard, montiert meist auf 17, später 19 Millimeter breiten Felgen. In den vergangenen Jahren hat sich diese Entwicklung stark beschleunigt, auch durch die am Gravelbike gesammelten Erfahrungen. 28 bis 32 Millimeter breite Reifen auf mindestens 20 Millimeter weiten Felgen sind am Rennrad aktueller Standard, am Gravelbike sind 40-mm-Pneus bei 22er-Maulweite nahezu schmal. Kurz: Reifen und Felgen werden zunehmend breiter.

Vor- und Nachteile breiterer Reifen und Felgen

Breitere Reifen können mit geringerem Luftdruck gefahren werden. Das verkürzt die Kontaktfläche vom Reifen zum Boden, wodurch der Pneu leichter und schneller über Unebenheiten rollt, dabei besser dämpft und mehr Grip bietet. Im Idealfall ist das Fahrgefühl weniger hart, man fährt sicherer - nicht zuletzt auf nassem Asphalt - und ist je nach Untergrund schneller.

Dem steht gegenüber, dass breitere Reifen und Felgen schwerer sind, das Mehrgewicht liegt weiter außen (rotierende Masse). Ergebnis: ein spürbar weniger sportlichspritziges Fahrgefühl. Problem: Wird versucht, die Gewichtszunahme an Reifen und Felge technisch zu lösen, etwa durch höherwertige Materialien, schlägt sich das schnell in höheren Preisen nieder. Last, but not least bietet die größere Stirnfläche mehr Luftwiderstand: Die Aerodynamik wird schlechter.

Schmalere vs. breitere Reifen in Zahlen

Die folgenden Zahlen bieten eine Orientierung, auch wenn sie zwangsläufig mit verschiedenen Modellen erfasst wurden.

Reifengröße Gewichtszunahme Rollwiderstand (Watt bei 25 km/h)
28 mm 260 g 11,7 W
32 mm 324 g 12,6 W
40 mm 474 g 12,9 W

*Werte gemessen mit Schwalbe Pro One TLE (28 und 32 mm) bzw. Schwalbe G-One R Pro (40 mm)

Wie beeinflussen sich Reifen- und Felgenbreite gegenseitig?

Die Maulweite einer Felge beeinflusst maßgeblich, wie ein Reifen "baut" und ob er sicher sitzt. Hannah Ferle, Produktmanagerin bei Continental, erklärt es an Extrembeispielen: "Ein breiter Reifen auf einer zu schmalen Felge nimmt die Form einer Glühbirne an. Die Aufstandsfläche auf dem Boden wird runder, das Fahrgefühl schwammiger, die Lenkung ist schwerer einzuschätzen. In Extremfällen kann der Reifen wegknicken und vom Felgenhorn springen."

Ähnlich problematisch ist es bei einem schmalen Reifen, der auf einer zu breiten Felge montiert wird: "Hier wird der Reifen ganz flach, weil die Felge ihn in eine Breite zieht, die er eigentlich nicht hat. Seine Aufstandsfläche ist schmal und elliptisch, das Fahrgefühl wird härter, weil die Karkasse nicht mehr ausreichend flexen kann. Die Lenkung wird ‚holziger‘ und schwer einschätzbar, zudem steigt die Gefahr von Durchschlägen."

Bei beiden Varianten verschlechtert sich zudem die Aerodynamik, da Luftströme früher abreißen. Die Aufgabe für die Industrie, aber auch Rennradfahrerinnen und -fahrer ist folglich: Reifenbreite und Felgenmaulweite so aufeinander abstimmen, dass diese gut korrelieren. Damit der Reifen sicher sitzt, harmonisch baut - und sich gut fährt.

Wie finde ich die passende Kombination von Reifenbreite und Felgenmaulweite?

Es gibt nicht die eine zulässige Kombination von Reifenbreite und Felgenmaulweite. Es bietet sich immer ein Spektrum an kompatiblen Abmessungen - einsehbar in der weiter unten zu sehenden Tabelle der European Tyre & Rim Technical Organisation (ETRTO).

Reifenbreite und Felgenmaulweite sollten immer individuell passend zum Fahrstil, Untergrund, Körpergewicht und Luftdruck gewählt werden. Wer zum Beispiel oft schnell auf Flüsterasphalt fährt, sollte eine andere Kombi wählen als jemand, der gerne lange auf mitunter schlechtem Asphalt fährt und auch mal kurze nicht asphaltierte Strecken mitnimmt. Sprich: Die Reifen- und Felgendimensionen bieten viel individuelles Tuningpotenzial.

Um dennoch eine grobe Orientierung zu bieten:

  • Straßenrennrad für Wettkämpfe, Schwerpunkt Tempo: 26- bis 30-mm-Reifen, Maulweiten von 20 bis 23 mm.
  • Endurance-Rennrad für viele Untergründe, Schwerpunkt Komfort und Vielseitigkeit: 30- bis 34-mm-Reifen auf Maulweiten von 22 bis 25 mm.
  • Gravelbike für nicht asphaltierte Untergründe, Schwerpunkt Schotter und Bikepacking: 35- bis 50-mm-Reifen auf Maulweiten 22 bis 27 mm.

Exkurs: Was ist ETRTO?

Die European Tyre & Rim Technical Organisation (ETRTO) verfolgt das Ziel, durch Angleichung von internationalen Normen und Vereinheitlichung von Größenbezeichnungen die Herstellung, Montage und Anwendung von Felgen, Reifen und Ventilen zu erleichtern. Dabei befasst sie sich nicht nur mit Fahrradprodukten, sondern auch mit Autos, Lkw, Bussen, Motorrädern oder Landwirtschaftsfahrzeugen.

Beispiel für verschiedene Größenangaben für ein- und denselben Reifen:

  • in Zoll als Dezimalzahl: 28 x 1,40
  • in Zoll als Bruch: 28 x 1 5/8 x 1 3/8
  • französische Angabe: 700 x 35c
  • ETRTO: 37-622

Wie finde ich den für mich richtigen Luftdruck?

Der richtige Luftdruck in den Reifen ist sehr individuell und hängt von Körpergewicht, Untergrund, Reifen- und Felgenbreite, Zuladung, Witterung, Fahrrad und manchem mehr ab. Grundsätzlich gilt: Je breiter der Reifen, umso geringer kann der Luftdruck sein. Und keine Hemmungen: Auch 80-Kilo-Athleten können auf nassem Asphalt 32-mm-Reifen durchaus nur mit 3,5 Bar befüllen. Auch wenn sich das vor allem für eingesessene Rennradfahrerinnen und -fahrer vielleicht ungewohnt anhören und zunächst auch so anfühlen mag.

Wie wichtig ist Aerodynamik?

Breitere Reifen und Felgen vergrößern die Stirnfläche - der Luftwiderstand steigt. "Um diesen aerodynamischen Nachteil zu kompensieren, muss die Felgenform optimiert werden", erklärt Jean-Paul Ballard, Aerodynamikexperte von Swiss Side, "eine breitere Felge und ein nicht zu breiter Reifen bedeuten einen harmonischeren Übergang von Felge zu Reifen. Durch die geradere Reifenflanke reißen Luftströme später ab, der ‚Segeleffekt‘ ist somit geringfügig besser. Meistens gleicht dies aber nicht die Verluste durch die größere Stirnfläche aus."

Laut Ballard gibt es für jedes Einsatzszenario (Straße, Endurance, Gravel) Sweetspots des aerodynamisch Sinnvollen für Reifen- und Felgenbreiten. Bei größeren Breiten überwiegen dann aerodynamisch die Nachteile, zudem steige das Gewicht.

Ganz anders die Philosophie von Zipp. Category Manager David Morse betont: "Die Aerodynamik-Optimierung ist auf einem hohen Niveau ausgereizt. Wir sind überzeugt: Je höher der Komfort - vor allem durch breitere Reifen und Felgen und niedrigeren Luftdruck -, umso länger kann der Fahrer mehr Power aufs Pedal bringen. Und fährt dadurch unterm Strich schneller. Sprich: Der Geschwindigkeitszugewinn durch Komfortsteigerung ist größer als der Geschwindigkeitsverlust durch geringfügig schlechtere Aerodynamik."

Was ist hookless, und warum ist es umstritten?

Bei klassischen Hakenfelgen sind die Flanken oben nach innen gedreht und bilden so einen Haken. Der verhindert, dass der Reifen von der Felge springt. Vorteil: Alle Reifentypen können bedenkenlos verwendet werden, also sowohl klassische Draht- und Faltreifen als auch Tubeless-Pneus. Und: Der Sicherheitspuffer ist größer, sollte man Reifen- und Felgenbreite falsch kombinieren. Die Haken reduzieren allerdings die effektive Maulweite und beeinflussen, wie der Reifen baut.

Hookless-Felgen hingegen haben gerade Felgenflanken ohne Haken, der Reifen rastet "nur" in die umlaufenden "Höcker" ein. Das spart Material und folglich Gewicht, vereinfacht und vergünstigt die Felgenproduktion und reduziert durch den harmonischen, geraden Aufbau des Reifens die Gefahr von Durchschlägen. Allerdings ist das Risiko fehlerhafter Nutzung durch technisch weniger versierte Fahrerinnen und Fahrer größer: Hookless-Felgen setzen zwingend auf Tubeless-Reifen, da diese über einen verstärkten Wulstkern verfügen und somit sicherer in der hakenlosen Felge sitzen. Zum anderen ist es essenziell, die richtige Reifenbreite zu verwenden und den maximal zulässigen Luftdruck einzuhalten. Wer eine dieser Vorgaben nicht beachtet, riskiert, dass der Reifen unter Umständen von der hakenlosen Felge abspringt. Was im schlimmsten Fall zum Sturz führen kann.

Wie sicher ist die Nutzung von Hookless-Felgen?

Sofern man einen Tubeless-Reifen mit zur Maulweite passender Breite montiert und den auf Felge und Reifen vermerkten maximalen Luftdruck nicht überschreitet, spricht nichts gegen die Nutzung von Hookless-Felgen. Das Risiko der Nichtbeachtung und entsprechenden Fehlnutzung existiert aber.

Andere Hersteller wie Newmen oder DT Swiss haben sich wieder von Hookless bei Rennrad- oder Gravel-Felgen mit Verweis auf mangelnde Sicherheit verabschiedet. Ralf Eggert von DT betont: "Mit Haken gibt es keine Einschränkungen bei der Reifenwahl, größere Freiheit beim Luftdruck und nach unseren Messungen keine Nachteile bei der Aerodynamik. Dazu die größere Sicherheit - wir sehen keine Veranlassung für Hookless im Road-Bereich."

Goldene Regel Hookless: Hooklessfelgen dürfen ausschließlich mit Tubeless-Reifen in zur Felgenmaulweite passenden Breite sowie mit dem maximal zulässigen Luftdruck gefahren werden!

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