Bewegung ist gesund, das wissen wir alle. Das Fahrrad gehört zu den beliebtesten Sport- und Fortbewegungsmitteln überhaupt. Deswegen ist es besonders ärgerlich, wenn dein Spaß von Beschwerden wie Taubheitsgefühlen oder Schmerzen getrübt wird. Wir beschäftigen uns in diesem Artikel mit den Ursachen von Hüftschmerzen beim Radfahren und möglichen Lösungen, mit denen du sie vermeiden kannst. Es ist ein wenig konterintuitiv, dass die Hüfte belastet werden kann, wenn du im Sattel sitzt, denn deine Beine berühren noch nicht einmal den Boden.
Bevor wir loslegen: Solltest du eine hüftbezogene Erkrankung oder Verletzung haben - eine Schleimbeutelentzündung oder Hüftarthrose beispielsweise - solltest du stets nur nach Absprache mit deinem Arzt oder deiner Ärztin aufs Rad steigen. Zwar kann gerade bei Arthrose die regelmäßige und verhältnismäßig schonende Belastung beim Fahrradfahren Hüftschmerzen lindern, da sie die Beweglichkeit der Gelenke und die Nährstoffversorgung des umgebenden Gewebes verbessert wird.
Ursachen von Hüftschmerzen beim Radfahren
Fangen wir mit dem Offensichtlichen an - bei einem dich und deinen Fahrstil ungeeigneten Sattel können durch Druck Schmerzen und Diskomfort entstehen, eine veränderte Sitzhaltung kann dazu führen, dass du die Hüfte dauerhaft schief hältst. Der perfekte Fahrradsattel für dich sollte nicht zu breit oder zu schmal sein und die entlastenden Features müssen auf deine Gesäß-Größe passen, damit kein Druck auf die falschen Körperteile ausgeübt wird.
Die richtige Sattelbreite hängt von deinem Sitzknochenabstand ab, den du sehr einfach bestimmen kannst, die ergonomischen Entlastungsfeatures berücksichtigen sowohl die geschlechtlich bedingten anatomischen Unterschiede als auch die unterschiedlichen Belastungen auf dem Rennrad, Mountainbike (MTB) oder City-Bike.
Um dir die beste Fahrt frei von Schmerzen in Rücken, Becken, Hüfte und Gesäßbereich zu ermöglichen, haben die Ergonomie-Experten von ERGON die CORE 3D-Technologie entwickelt. Die Core-Sättel haben einen schwimmenden Kern aus flexiblem Infinergy-Material, der sich den natürlichen Tretbewegungen anpasst. So wird die Muskulatur im unteren Rücken mobilisiert und Sitzdruck effektiv minimiert. Außerdem werden Mikrovibrationen und kleineren Stöße abgefangen.
Neben dem Sattel ist die korrekte Haltung auf dem Rad eine Voraussetzung für eine schmerzfreie Fahrt - und das gilt nicht nur für deine Hüfte, sondern auch für deine Oberschenkel, Knie und Füße sowie deinen Oberkörper und deine Hände. Die korrekte Einstellung von Sitzhöhe, Lenker (natürlich mit den richtigen ergonomischen Fahrradgriffen) und Cockpit garantiert eine optimale Druckverteilung. Sattelhöhe, Neigung und Nachsitz beeinflussen dabei die Hüftbewegung und Hüftbeugewinkel. Auch der Vorbeugewinkel des Oberkörpers beeinflusst die Hüftmuskulatur, wobei hier eine aufrechtere Sitzhaltung zu besserer Entlastung und Beweglichkeit führt.
Um Griffe, Cockpit, Sattelhöhe und -neigung und Vorsitz korrekt einzustellen kannst du entweder einen Fitting-Profi aufsuchen oder eine der ERGON Fitting Boxen nutzen und das Bike Fitting ganz bequem zu Hause durchführen.
Zuletzt noch ein Wort zu deinen Füßen. Die richtige Haltung auf den Fahrradpedalen, zum Radfahren geeignete Schuhe und (wenn vorhanden) korrekt eingestellte Klickpedale (Cleats) sorgen nicht nur für einen sicheren, effektiven Tritt, sondern können auch Schmerzen durch falsche Belastung in den Beinen, der Hüfte und im Becken verhindern, denn je nach Fuß- und Knieausrichtung ändert sich auch die Biomechanik im Hüftgelenk. Die richtige Haltung auf den Pedalen und der korrekte Abstand von Pedal zu Sattel werden im Fitting angepasst. Deine Cleats kannst du mit wenigen Handgriffen mit Hilfe des ERGON TP1 Cleat Tools einstellen. Nun kennst du die gängigen Ursachen für Hüftschmerzen beim Radfahren - und unsere Lösungen.
Positive Auswirkungen des Radfahrens auf die Hüfte
Beim Radfahren wird die immer gleiche Bewegung wiederholt. Die kreisförmige, regelmäßige Beinbewegung sorgt dafür, dass die Gelenkknorpel besser durchblutet und vermehrt Gelenkflüssigkeit produziert wird. Durch die vermehrte Produktion von Gelenkflüssigkeit reiben die Gelenkflächen nicht mehr so stark aufeinander, Bewegungen sind weniger schmerzhaft. Außerdem enthält die Gelenkflüssigkeit Nährstoffe, die den Knorpel versorgen.
- Die richtige Auflagestelle für das Pedal ist zwischen Ballen und Mittelfuß.
- Die ideale Trittfrequenz liegt bei 80 bis 100 Pedalumdrehungen pro Minute. Deshalb sollte man auch eher in niedrigen Gängen fahren.
- Wer unter Hand- oder Fingerarthrose leidet, sollte eine Schaltung wählen, die in den Griff integriert ist, eine so genannte Griffgangschaltung.
- Bei akuten Schmerzen sollte man keinen Sport betreiben. Arthrose kann sowohl durch zu wenig als auch durch zu viel Bewegung entstehen.
Regelmäßig trainieren
Den besten Effekt für die Gelenke erreicht man, wenn man regelmäßig trainiert, also mindestens dreimal in der Woche oder 30 Minuten jeden Tag.
Nicht übertreiben
Anfänger sollten mit kürzeren Touren beginnen und dann langsam steigern. Alternativ zum Fahrrad kann man auch auf dem Hometrainer seinen Gelenken etwas Gutes tun. Auch hier sollte man auf die richtige Einstellung von Sattel und Lenker achten und keine zu hohe Wattzahl wählen.
Nach dem Ersatz eines Gelenks, zum Beispiel am Knie oder der Hüfte, muss man keineswegs auf Sport verzichten. Wichtig ist, den individuellen Heilungsprozess zu beachten, der von Mensch zu Mensch recht unterschiedlich sein kann. Ist die Operation ohne Komplikationen verlaufen, raten die meisten Ärzte ihren Patienten zu einer Sportpause von rund sechs Monaten. Bewegen kann und sollte man sich in dieser Zeit aber trotzdem. Zu Beginn bekommen die meisten Patienten Physiotherapie verschrieben, die sie dann anschließend zuhause fortsetzen.
Nach den durchschnittlich sechs Monaten Sportpause und wenn der Arzt "grünes Licht" gegeben hat, kann man langsam wieder mit dem Radfahren beginnen. Dabei sollte man lieber häufiger kurze Touren wählen als auf einmal mehrere Stunden lang fahren. Um Stürze zu vermeiden sollte man kein zu unwegsames Gelände wählen. Der Sattel sollte etwas tiefer als sonst eingestellt werden, so dass man mit den Füßen den Boden erreichen kann. Ein Rad mit tiefem Einstieg erleichtert das Auf- und Absteigen. Bei Ruhe- oder Bewegungsschmerz oder wenn sich das künstliche Gelenk instabil anfühlt, sollte man keinen Sport betreiben. Generell gilt aber, dass regelmäßige Bewegung die Haltbarkeit eines Implantats eher verlängert als verkürzt.
Neben Radfahren, sind auch Schwimmen, Nordic Walking, Skilanglauf und Aqua-Fitness Sportarten, die für Menschen mit Arthrose oder mit künstlichen Gelenken gut geeignet sind. Weniger empfehlenswert sind zum Beispiel Ballsportarten wie Tennis oder Badminton, bei denen schnelles Anlaufen und Abstoppen, sowie schnelle Richtungsänderungen gefordert werden.
Das Fahrradfahren zählt zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten weltweit und wird von Menschen jeden Alters als Fortbewegungsmittel, Fitnessübung und Therapieform geschätzt. Für Menschen, die einen Gelenkersatz - sei es eine Hüft-TEP (Totalendoprothese der Hüfte) oder eine Knie-TEP - erhalten haben, bietet das Radfahren eine ideale Möglichkeit, wieder in Bewegung zu kommen. Es schont die Gelenke, fördert die Rehabilitation und kann die Lebensqualität erheblich steigern.
Das Radfahren zeichnet sich durch seine schonende Bewegung aus, da das Gelenk im Gegensatz zum Gehen oder Joggen weniger axial belastet wird. Der gleichmäßige Bewegungsablauf hilft, das Gelenk zu mobilisieren und zu stabilisieren, ohne es zu überbeanspruchen. Der Einsatz der Beinmuskulatur beim Radfahren stärkt gezielt Quadrizeps, Hamstrings und Waden. Diese Muskelgruppen spielen eine essenzielle Rolle in der Stabilität und Funktionalität von Knie- und Hüftgelenken.
Die Wiederaufnahme von sportlicher Aktivität wie dem Radfahren hat immense psychologische Vorteile. Es steigert das Selbstbewusstsein, senkt Stress und bietet eine soziale Komponente, beispielsweise bei Gruppenfahrten.
Wann ist der ideale Zeitpunkt?
Nach einer Knie- oder Hüft-TEP variieren die Empfehlungen je nach Patient und Operationsmethode. Im Durchschnitt wird empfohlen, zwischen 6 und 12 Wochen nach der Operation mit leichtem Radtraining zu beginnen. Hierbei sollte stets der behandelnde Orthopäde oder Physiotherapeut konsultiert werden.
Indoor oder Outdoor?
Die ersten Radfahrversuche nach einem Gelenkersatz sollten auf einem Heimtrainer erfolgen. Indoor-Radfahren ermöglicht eine kontrollierte Bewegung ohne das Risiko von Stürzen oder unvorhersehbaren Belastungen. Sobald die Muskulatur ausreichend gekräftigt ist, kann der Umstieg auf das Fahrrad im Freien erfolgen.
Spezielle Empfehlungen für Hüft-TEP
Nach einer Hüft-TEP sind die Bewegungsumfänge der Hüfte entscheidend für den Erfolg der Rehabilitationsmaßnahmen. Das Radfahren hilft dabei, die Beweglichkeit der Hüftgelenksprothese zu verbessern und das Risiko von Versteifungen oder Muskelverkürzungen zu verringern.
- Sitzhöhe anpassen: Der Sattel sollte so hoch sein, dass eine Überbeugung der Hüfte vermieden wird. Der Hüftwinkel sollte mindestens 90° betragen.
- Langsame Steigerung: Beginnen Sie mit kurzen Trainingseinheiten von 10 Minuten und steigern Sie diese sukzessive um 5 Minuten pro Woche. Vermeiden Sie abrupte Bewegungen, da diese die Hüftprothese belasten könnten.
- Besonders in den ersten Monaten sollten steile Anstiege und hohe Widerstände gemieden werden.
Spezielle Empfehlungen für Knie-TEP
Die Knie-TEP erfordert eine vorsichtige Herangehensweise an das Radfahren, insbesondere im Hinblick auf die richtige Beugung und Streckung des Knies. Das Radfahren kann helfen, die Beweglichkeit wiederzuerlangen und die Gleitbewegung des Implantats zu optimieren.
- Leichtes Ein- und Ausklicken: Verwenden Sie bei Klickpedalen niedrig eingestellte Spannungen, um unnötigen Druck auf das Knie zu vermeiden.
- Vermeiden Sie Überstreckung: Kontrollieren Sie den Kniewinkel während des Fahrens.
- Trainingsergänzungen: Kombinieren Sie Radfahren mit gezielten Überstreckungs- und Beugeübungen.
Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Radfahren unterstützt die Gelenkfunktion und trägt zur Langlebigkeit der Prothese bei, da es die umliegende Muskulatur und Gelenkflüssigkeit fördert. Auch wenn das Training auf ebenen Strecken in der Anfangszeit ratsam ist, bedeutet dies nicht, dass leichte Steigungen langfristig gemieden werden müssen. Mit fortgeschrittener Genesung sind sogar Bergfahrten möglich.
Mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen wie Schutzkleidung, angepasstem Tempo und geeigneten Strecken kann Radfahren im Freien sicher und ebenso wirkungsvoll sein wie Indoor-Radfahren. Regelmäßiges Radfahren steigert die Lebensqualität erheblich. Studien zeigen, dass Menschen, die aktiv bleiben, weniger postoperative Beschwerden und eine schnellere Wiederherstellung der Mobilität aufweisen. Die Kombination aus Gelenkfreundlichkeit und Ausdauertraining macht Radfahren zur idealen sportlichen Aktivität für Menschen mit künstlichen Gelenken. Fahrradfahren ermöglicht es Patienten, wieder an gemeinsamen Aktivitäten teilzunehmen und soziale Kontakte zu pflegen.
Radfahren bei Hüftarthrose
Wenn die Knorpelqualität stark vermindert ist, können die Gelenke nicht mehr reibungslos aneinander entlang gleiten. Dies kann Schmerzen und Steifheit verursachen. Durch Bewegung können die Beschwerden reduziert werden. Das liegt daran, dass der Knorpel durch Bewegung geschmeidig gehalten wird. Radfahren ist ein hervorragendes Mittel, um das Fortschreiten der Osteoarthritis zu verlangsamen. Radfahren stärkt und verbessert auch Ihre Muskeln, Sehnen und Kondition.
Die Art und Weise, sich zu bewegen, ist bei jedem Menschen mit Arthrose anders, berücksichtiegen Sie Ihre Erkrankung und respektiert Ihre eigenen Grenzen. Es ist besonders wichtig, in Bewegung zu bleiben, ohne die Hüfte zu überlasten. Bewegung ist wichtig, aber man hat auch seine eigenen Grenzen. Es ist ratsam, sich immer mit Ihrem Physiotherapeuten oder Arzt über das Radfahren und Arthrose der Hüfte zu beraten.
Spezialfahrräder für Menschen mit Hüftarthrose
Wenn das Radfahren mit einem normalen Zweirad aufgrund Ihrer Hüftarthrose nicht (mehr) möglich ist, besteht die Möglichkeit, mit einem Spezialfahrrad zu fahren. vanRaam ist Hersteller von Spezialfahrrädern und hat mehrere Modelle im Sortiment.
Dreiräder
Die Dreiräder von vanRaam eignen sich besonders für Menschen, die beim Radfahren zusätzliche Unterstützung und Stabilität wünschen. vanRaam verfügt über Dreiräder für Erwachsene und Kinder und verschiedene Typen, wie z.B. traditionelle Dreiräder, ein Dreirad mit niedrigem Einstieg und komfortable Dreiräder mit Sitz.
Tiefeinsteigerfahrräder
vanRaam hat ein Zweirad mit tiefem Einstieg. Darüber hinaus verfügt dieses Fahrrad mit tiefem Einstieg über einen speziell entwickelten Rahmen, der es ermöglicht, komfortabel zu fahren und mit beiden Füßen den Boden zu erreichen, ohne abzusteigen.
Elektromobil-Dreirad
Das Easy Go Elektromobil-Dreirad ist ein einzigartiges Produkt, es ist ein Fahrrad, ein Elektrofahrrad und ein Mobilitätsroller. Sie können leicht zwischen den verschiedenen Fahrradarten und den verschiedenen Geschwindigkeiten wechseln. Der Easy Go hat einen bequemen Sitz, der Ihnen auch im Rücken Halt gibt.
Weitere Tipps und Informationen
- Die richtige Auflagestelle für das Pedal ist zwischen Ballen und Mittelfuß.
- Die ideale Trittfrequenz liegt bei 80 bis 100 Pedalumdrehungen pro Minute. Deshalb sollte man auch eher in niedrigen Gängen fahren.
- Arthrose ist eine Form von Rheuma.
Weitere gelenkschonende Sportarten
Regelmäßige Bewegung hält gesund und tut Körper und Seele gut. Wir haben einige gelenkschonende Sportarten zusammengestellt, die auch ausgeübt werden können, wenn die Hüfte oder Gelenke schmerzen.
- Yoga und Pilates: Yoga verbessert die Durchblutung der Gelenke. Diese werden bei den meisten Yoga-Übungen von sanften, ruhigen Bewegungen aktiviert, aber nicht stark belastet. Für Pilates gilt das gleiche wie für Yoga. Bei diesem ganzheitlichen Körpertraining spielen bewusste Muskelkontraktion, Atmung, Präzision und der Bewegungsfluss eine große Rolle. Dank der langsamen, fließenden Bewegungen ist Pilates eine ideale Sportart, um gelenkschonend Sport zu treiben.
- Tai-Chi: Tai-Chi ist in China Volkssport. Zentrale Elemente sind Körperspannung, Atmung und Aufmerksamkeit und nicht die schiere Kraft. Studien haben zudem gezeigt, dass die gelenkschonende chinesische Massensportart Tai-Chi das Herz-Kreislauf-System und das Immunsystem stärkt.
- Aquajogging & Wassergymnastik: Aquajogging sieht zwar gemütlich aus, hat es aber in sich. Eine Auftriebsweste kann für eine zusätzliche Entlastung der Gelenke sorgen. Auch bei der Wassergymnastik arbeitet man gegen den Wasserwiderstand. Diese Sportart ist jedoch nicht ganz so intensiv, und ist deshalb besonders für ältere Personen oder als Rehasport geeignet.
- Schwimmen: Beim Schwimmen bewegen Sie die Hüftgelenke seitwärts - im Alltag führen wir diese Bewegung kaum aus. Durch den Auftrieb des Wassers entsteht das Gefühl der Schwerelosigkeit: So werden die Gelenke geschont, da sie das eigene Körpergewicht nicht mehr komplett tragen müssen. Auch Sehnen, Bänder und die Wirbelsäule profitieren von Aqua Fitness.
- Gymnastik und Yoga: Auch bei Gymnastik und Yoga werden durch Dehn- und Streckübungen Muskeln im Hüftbereich aktiviert und die Gelenke vielseitig trainiert.
- Ski-Langlauf und Inline-Skating: Beim Ski-Langlauf und beim Inline-Skating werden sanfte, fließende Bewegungen ausgeführt, ohne dass die Hüfte harte Stöße abfedern müsste.
- Nordic Walking: Beim zügigen Gehen mit Stöcken werden die Hüftmuskeln und deren Ausdauer in ihren alltäglichen Funktionen gestärkt, ohne dass das Hüftgelenk starken Stößen wie beim Jogging ausgesetzt ist.
Übungen für Zuhause
Auch einfache Übungen für Zuhause können Hüftschmerzen vorbeugen beziehungsweise leichte Schmerzen lindern. Sie lassen sich in den Alltag integrieren und sind ohne Hilfsmittel auch für weniger sportliche Menschen durchführbar.
- Ausfallschritt: Diese Übung trainiert Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur. Begeben Sie sich in den Ausfallschritt nach vorn und halten Ihren Oberkörper aufrecht und den Blick nach vorn. Halten Sie den stehenden Fuß gerade und begeben Sie sich wieder zurück in den Stand. Beachten Sie dabei, dass Knie und Fußgelenk des vortretenden Beins auf einer Linie bleiben und sich das Knie im rechten Winkel befindet - es sollte nie über die Zehen hinausragen. Das hintere Knie sollte so nah wie möglich zum Boden geführt werden.
- Hüftdrehung im Liegen: Direkt nach dem Aufwachen können Sie noch im Bett jeden Morgen mit dieser Übung Ihre Hüfte trainieren. Sie können sich aber auch mit dem Rücken auf den Boden legen. Strecken Sie die Arme zu jeder Seite aus, Handflächen nach oben und winkeln Sie die Beine an. Drehen Sie Ihre Hüfte zunächst nach links, bis das linke Knie auf dem Boden liegt, auch die Schulterblätter sollten dabei nicht abheben.
- Happy Baby Pose: Auch diese Übung wird im Liegen ausgeführt - sie ist nicht nur gut für die Hüfte, sondern auch entspannend: Die Yoga-Pose "Happy Baby" sieht tatsächlich etwas aus wie ein "glückliches Baby". Sie entlastet den Rücken und öffnet sanft die Hüfte, macht sie beweglicher und dehnt die Leisten. Legen Sie sich auf den Rücken und ziehen Sie Ihre Knie in Richtung Kinn. Greifen Sie zwischen Ihre Knie hindurch Ihre Füße und bringen Sie Ihre Knie in 90 Grad Beugung. Das Steißbein bleibt auf dem Boden. Drücken Sie nun die Hände gegen die Füße und die Füße gegen die Hände: Das erzeugt die Hüftöffnung. Wenn Sie mit Ihren Händen nicht an die Füße kommen, können Sie ein Band oder ein Handtuch nutzen.
- Dehnübung im Sitzen: Für die Gesäßmuskulatur können Sie jederzeit eine einfache Dehnübung im Sitzen ausführen. Sitzen Sie mit geradem Rücken und legen Sie den linken Fuß dabei kurz oberhalb des Fußgelenkes auf dem Oberschenkel, kurz hinter dem Knie ab. Legen Sie die linke Hand auf den linken Oberschenkel kurz hinter dem Knie und beugen Sie sich leicht nach vorn, indem Sie ihre rechte Hand zum rechten Fuß führen. Sie können die Intensität steigern, indem Sie das aufliegende Bein nach unten drücken - aber achten Sie darauf, dass es sich für Ihr Knie stets gut anfühlt. Das stützende Bein sollte dabei nicht ausweichen, Knie und Fußgelenk also in einer senkrechten Position bleiben.
Rennradfahren mit Hüftarthrose
Darf man bei Hüftarthrose sportlich Rennradfahren und auch mal kurzfristig mit Wiegetritt eine Bergfahrt wagen? Unser Experte Dr. Merkl weiß Rat.
Antwort von Dr. Christian Merkl: Ihren Zeilen entnehme ich, dass es sich um einen erst bis zweitgradigen Arthroseprozess handelt, bei dem der Gelenkspalt noch weitgehend erhalten ist. Prinzipiell vertrete ich den Standpunkt, dass Überlastung alleine nicht zu einer Hüftgelenksarthrose führt - dies belegen Untersuchungen an Marathonläufern oder Kriegsverletzten. Ich halte es jedoch für richtig, dass Sie Stop-and-Go-Sportarten wie Tennisspielen meiden; lockeres Lauftraining mit geringer Intensität würde ich jedoch noch akzeptieren.
Radsport ist für Ihre Situation optimal. Dabei erhält das Gelenk die regelmäßige Be- und Entlastung, durch die Nährstoffe in die tieferen Knorpelschichten gelangen. Radfahren ist deshalb bei degenerativen Gelenkerkrankungen Bestandteil jedes Reha-Programms: Es erhält und verbessert die Gelenkbeweglichkeit und verbessert die Nährstoffversorgung der umgebenden Weichteile. Die gleichmäßigen und geführten Bewegungen beim Treten belasten die Gelenke nur wenig.
E-Bike zur Entlastung des Hüftgelenks
Ob es nun chronisch oder nur von Zeit zu Zeit auftritt - ein schmerzendes Hüftgelenk bremst einen bei sportlichen Aktivitäten und im Alltag. Bevor man das unliebsame Stechen oder Ziehen in der Leistengegend ertragen muss, bleibt man vielleicht lieber daheim. Ein e-Bike oder Pedelec kann für Menschen, die sich mit dieser Plage herumschlagen, die willkommene Lösung sein um das Haus doch zu verlassen und daran zu arbeiten, die Hüftmuskulatur aufzubauen. Mit Elektromotor und Akku im Gepäck steigt die Motivation, denn das e-Bike entlastet, wenn die Schmerzen zu stark werden.
Vorteile des E-Bikes bei Arthrose
- Aufbau der Hüftmuskulatur: Ein e-Bike kann die wichtige erneute Annäherung an tägliche Bewegung positiv beeinflussen.
- Reduzierte Belastung: Wesentlich von Vorteil für die Hüfte ist die reduzierte Belastung auf das Gelenk beim Fahren mit dem Pedelec.
- Ergonomischer Sattel: Was dabei natürlich nicht fehlen darf, ist ein ergonomischer Sattel für das e-Bike, um diesen Vorteil auch wirklich optimal ausnutzen zu können.
- Tiefer Einstieg und Federung: Ebenso sollte das Augenmerk auf einem stabilen Rahmen mit einem tiefen Einstieg liegen. Beim Fahren mit dem e-Bike wird dadurch zu viel Anstrengung beim Auf- und Absteigen vermieden. Ein Punkt der vor allem in der Innenstadt und den zahlreich auftretenden Ampeln von immenser Bedeutung ist. Hinzu sollte eine gute Federung zum e-Bike gehören, damit Stöße durch Schlaglöcher nicht von der Hüfte, sondern vom Pedelec abgefangen werden können.
- Elektromotor zur Hilfe: Jeder Tritt in die Pedale wird vom Elektromotor unterstützt. So können auch Anstiege problemlos absolviert werden. Die Bewegung, die es braucht um die Hüftmuskulatur aufzubauen und Nährstoffe in tiefere Knorpelschichten zu transportieren, ist aber dennoch da. Und mehr Muskeln die dem Hüftgelenk Halt geben, bedeuten weniger Schmerzen.
- Komfortabel e-Bike Fahren: Die Erleichterung und gleichzeitige Motivation die das e-Bike durch den elektrischen Support für den Fahrenden liefert, ist nicht von der Hand zu weisen. Unter Umständen findet sich also im Pedelec der Funke, den es braucht, um sich täglicher Bewegung zu widmen ohne sie zu fürchten.
Ein e-Bike sollte für Arthrosepatienten entsprechend ausgestattet sein. Entscheidend ist aber vor allem eine bequeme und gesunde Sitzhaltung. Um das Pedelec für dich persönlich zu optimieren, hilft eine Ergonomieberatung.
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