Fahrradfahren mit Kindern: Tipps für sichere und unvergessliche Touren

Bewegung an der frischen Luft, Ausflüge in die Natur, Land und Leute kennenlernen - wer im Urlaub etwas erleben will, steigt aufs Rad. Das geht auch mit Kindern.

Sicherheitsaspekte beim Fahrradfahren mit Kindern

Kinder lernen frühestens mit acht Jahren, mögliche Gefahren im Straßenverkehr im Vorfeld zu erkennen. Erst dann können sie beim Fahrradfahren die Fahrtrichtung und das Umfeld gleichzeitig im Blick haben. Bei jüngeren Kindern ist das Seh- und Hörvermögen meist noch nicht vollständig entwickelt.

Es fällt ihnen schwer, Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen. Auch lassen sie sich leicht ablenken. Um mit dem Fahrrad sicher unterwegs zu sein, müssen Kinder diese Fähigkeiten erst Schritt für Schritt lernen.

Bevor Kinder aktiv mit dem Fahrrad am Straßenverkehr teilnehmen, sollten Eltern mit ihnen zunächst abseits von Gefahrensituationen das Radfahren üben. Gelernte Verhaltensregeln sollten Eltern immer wieder in der Praxis überprüfen.

Auch sollten sie ihr eigenes Verhalten im Straßenverkehr kontrollieren und gegebenenfalls anpassen, um ihren Kindern ein gutes Vorbild zu sein. Eltern sollten auf diese wichtigen Sicherheitsregeln achten. Spätestens mit drei, vier Jahren wünschen sich die meisten Kinder ein Fahrrad.

Vorwärts treten, lenken und gleichzeitig die Balance halten - all dies erfordert so sehr die Konzentration und Aufmerksamkeit des Kindes, dass es bei alldem kaum auf andere Verkehrsteilnehmer achten kann. Die Teilnahme am Straßenverkehr ist für Kinder deshalb noch tabu: Nach der Straßenverkehrsordnung müssen Kinder bis zum Alter von acht Jahren auf Gehwegen fahren, erlaubt ist es bis zehn Jahre.

Beim Überqueren von Straßen müssen Kinder absteigen. Mobilität auf dem Fahrrad bedeutet für Kinder ein Stück Freiheit.

Die Vorbildfunktion der Eltern

Sie als Eltern sollten sich stets Ihrer Vorbildfunktion bewusst sein, denn Kinder lernen immer auch durch Nachahmen. Natürlich sollten auch Eltern in ihrer Vorbildfunktion die wichtigsten Grundregeln und Verkehrszeichen für Radfahrer im Straßenverkehr kennen. Diese gelten selbstverständlich auch für Kinder.

Bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen sie den Gehweg noch benutzen. Aber: Ist ein Radweg vorhanden und baulich von der Fahrbahn getrennt, dürfen ihn auch Kinder unter acht Jahren benutzen.

Eltern-Tipp: Begleiten Sie Ihr Kind mit dem Rad auf dem Gehweg. Seit Ende 2016 ist das erlaubt.

Sicherheitsausrüstung: Helm und Sichtbarkeit

Bei einem Verkehrsunfall erleiden Radfahrer oft schwere Kopfverletzungen. Ein Helm verhindert zwar keine Unfälle, lässt aber Kopf- und Hirnverletzungen deutlich weniger schwer ausfallen.

Generell sollten Sie nur Helme mit CE-Zeichen kaufen und darauf achten, dass der Helm bei Ihrem Kind gut sitzt und nicht rutscht. Der Helm sollte dem Kind gefallen, und der Kinngurt sollte stets so eingestellt sein, dass er eng anliegt.

Achten Sie darauf, dass er der Sicherheitsnorm EN 1078 entspricht und möglichst auch das GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) hat. Tauschen Sie den Helm nach einem heftigen Aufprall aus, da die Außenschale gerissen sein kann. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind seinen Helm nicht beim Spielen trägt.

Besser sichtbar durch helle KleidungJe früher Autofahrer Kinder im Straßenverkehr sehen, desto besser. Deshalb ist es besonders in der dunklen Jahreszeit wichtig, dass Ihre Kinder immer gut sichtbar unterwegs sind.

Bei dunkler Kleidung nimmt ein Autofahrer Ihr Kind frühestens aus einer Entfernung von 25 Metern wahr, bei heller Kleidung dagegen schon aus 40 Metern. Am besten ist es natürlich, wenn Ihr Kind eine Sicherheitsweste oder Reflektoren an Helm und Kleidung trägt. Denn dann sieht ein Autofahrer Ihr Kind bereits aus einer Entfernung von 130 bis 140 Metern.

Das richtige Fahrrad für Kinder

Wenn es um das erste Fahrrad geht, ist es besonders wichtig, dass es der Körpergröße des Kindes entspricht. Das Kind sollte im Sattel sitzend mit beiden Fußspitzen gleichzeitig sicher den Boden erreichen können.

Für kleinere Kinder sollte der Lenker höher als der Sattel montiert sein, damit die Sitzposition möglichst aufrecht ist. Das Fahrrad - auch wenn es ein gebrauchtes ist - sollte in einwandfreiem technischen Zustand sein und den Sicherheitsnormen entsprechen (CE- und GS- oder TÜV-Prüfzeichen).

Es sollte mit verstellbarem Lenker und Sattel und gut erreichbaren Bremshebeln ausgestattet sein. Sicherheitsgriffe am Lenker verringern die Verletzungsgefahr. Ein Kettenschutz verhindert, dass es durch eine eingeklemmte Hose zum Sturz kommt.

Achten Sie darauf, dass an den Rädern Reflektoren angebracht sind, damit Ihr Kind rechtzeitig gesehen wird. Die richtige Größe hat ein Kinderfahrrad, wenn Ihr Kind aufrecht sitzend den Lenker bedienen kann und auf dem Sattel sitzend mit beiden Beinen bequem auf dem Boden stehen kann.

So kann Ihr Kind besonders am Anfang sicher das Radfahren üben. Die richtige Reifengröße des Fahrrads sollten Sie deshalb beim Kauf eines Rads immer mit bedenken. Sie sollte sich stets an der Körpergröße des Kindes orientieren.

Regeln für die richtige Reifengröße

  • 18 Zoll für 112 bis 125 cm Körpergröße
  • 20 Zoll für 125 bis 140 cm Körpergröße
  • 24 Zoll für 140 bis 160 cm Körpergröße
  • 26 Zoll ab 160 cm Körpergröße
  • 28 Zoll ab 170 cm Körpergröße

Checkliste: Sicheres Kinderfahrrad

Wie ein verkehrssicheres Fahrrad laut Straßen-Verkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) ausgestattet sein muss und welche Beleuchtung richtig ist, zeigt die Grafik.

Kinderräder sind zwar klein - zwischen zwölf Zoll für ca. Dreijährige und 24 Zoll für Zehn- bis Zwölfjährige -, die Betriebs- und Verkehrssicherheit muss dennoch gewährleistet sein. Überprüfen Sie daher vor dem Start des Ausflugs, ob die Reifen genügend Luft haben, der Sattel auf die richtige Höhe eingestellt ist, ob die Bremsen und - falls vorhanden - das Licht funktionieren und alle Schrauben fest angezogen sind.

Lassen Sie Ihr Kind daran teilhaben, auch wenn es nur die Klingel checkt. Das stimmt bereits positiv auf das Abenteuer ein. Wenn Sie dann noch eine Halterung für die eigene Getränkeflasche sowie eine kleine Gepäcktasche anbringen, wird es sich gleich viel größer fühlen.

Am Kinderrad Reifen, Bremsen, Sattel, Licht und Schrauben prüfen

ADAC Fahrradturnier: Spielerisch Sicherheit lernen

ADAC Fahrradturniere bieten nach der schulischen Radfahrausbildung einen geeigneten Rahmen, um den sicheren Umgang mit dem Rad im Straßenverkehr zu verbessern. Auf einem Parcours üben die Kinder spielerisch wichtige Fahrtechniken.

Das ADAC Fahrradturnier ist ein bundesweit kostenloses fahrpraktisches Training für Kinder. Schulen können die Fahrradturniere über die ADAC Regionalclubs bundesweit kostenlos buchen. Schulen oder Organisatoren privater und öffentlicher Veranstaltungen können das Fahrradturnier direkt bei den Verkehrsabteilungen der ADAC Regionalclubs anfragen.

Planung von Radtouren mit Kindern

Immer mehr kinderfreundliche Radangebote bieten Abwechslung, Abenteuer und Spaß für die ganze Familie. Der ADFC stellt kinderfreundliche Touren vor und gibt Tipps, worauf man bei der Planung von Radurlaub mit Kindern achten sollte.

ADFC-Tourismusvorstand Christian Tänzler sagt: „Urlaub ist die beste Zeit für Familien, um gemeinsam aufs Rad zu steigen. Die Bewegung an der frischen Luft tut allen gut, die Kinder sind spielerisch aktiv, stärken ihr Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten und haben positive Erlebnisse mit dem Fahrrad.

Die ADFC-Radreiseanalyse 2024 zeigt, dass im vorigen Jahr mehr als zehn Millionen Menschen im Urlaub Rad gefahren sind, darunter auch viele Familien. Rund die Hälfte der Radreisenden fährt nach dem Urlaub auch im Alltag mehr Rad.

Wenn Kinder im Urlaub auf sicheren Routen und ohne Stress den Spaß am Radfahren erleben können, stärkt sie das auch für den Alltag. So fördern wir die eigenständige Mobilität von Kindern, die sich heutzutage häufig zu wenig bewegen. Diesen Trend begrüßen und unterstützen wir, zum Beispiel indem der ADFC Tipps für das Radfahren mit Kindern gibt.“

Geeignete Routen finden

Wer Touren mit Kindern macht, sollte verkehrsarme Routen und reine Fahrradwege mit wenig Steigung wählen und regelmäßige Zwischenstopps an Badesee, Spielplatz oder Eisdiele einplanen. Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel kann einen stressfreien Rückweg ermöglichen, wenn die Stimmung kippt oder die Kraftreserven aufgebraucht sind.

Gemeinsames Planen fördert die Motivation und den Spaß an der Tour. Die Routenlänge hängt von Alter und Fähigkeiten der Kinder ab. Erwachsene sollten weder die Kinder noch sich selbst überschätzen und im Zweifel lieber kürzere Touren planen.

Wenn Kleinkinder im Kindersitz, Lastenrad oder Anhänger mitfahren, bestimmt vor allem die Kondition der Eltern die Streckenlänge. Vier- bis Neunjährige können Touren von 10 bis 15 Kilometern fahren, Zehn- bis Dreizehnjährige schaffen bis zu 30 Kilometer pro Tag, mit Teenagern sind auch längere Strecken möglich.

Am besten sind Wege mit wenig bis gar keinem Straßenverkehr. Wählen Sie eine Strecke mit viel Abwechslung und Reizen für Kinderaugen, die das Erkunden der Natur mit einbezieht: ein Bach oder See zum Plantschen, Steine sammeln oder Fische beobachten, ein Baum zum Klettern, eine Blumenwiese zum Blüten sammeln für ein Album usw.

Bleiben Sie geduldig und planen Sie reichlich Zeit ein: Ihre Kinder werden Ihnen vermutlich mehr Zwischenstopps abverlangen als gedacht, weil Attraktionen wie ein Eichhörnchen, ein hohler Baumstamm oder weidende Kühe für überraschende Bremsmanöver sorgen.

ADFC-RadReiseRegionen

Für den Radurlaub mit Kindern bieten sich die sechs ADFC-RadReiseRegionen an. Das Qualitätssiegel zeichnet besonders fahrradfreundliche Regionen aus. Vorteil: Tagestouren können hier von einer festen Unterkunft aus geplant werden - so muss das Reisegepäck nicht immer mitfahren. In Bett+Bike-Unterkünften ist alles auf die Bedürfnisse von Radreisenden ausgelegt.

Das radtouristische Angebot ist in allen ADFC-RadReiseRegionen gut, einige haben auch speziell auf Kinder zugeschnittene Radangebote:

  • Heideregion Uelzen: Die rund 18 km lange Juniortour führt von Bad Bodenteich nach Wieren und zurück auf verkehrsarmen oder autofreien Wegen. Barrierefreie Bahnhöfe gibt es in beiden Orten, die Tour bietet viele ansprechende Highlights für Kinder, etwa zwei Schwimmbäder und den „Drachenspielpark“.
  • Chiemsee Chiemgau: In der ADFC-RadReiseRegion gibt es mehrere ausgewiesene Kindertouren, etwa den „Waginger See Rundweg“ und die „Eiszeit-Runde“. Die Strecken verlaufen meist flach und entlang zahlreicher Seen und Badebuchten. Cafés und Biergärten am Wasser laden mit ihren Spielplätzen Groß und Klein zum Verweilen ein, im Naturkundemuseum in Siegsdorf wartet Europas größtes Mammut auf die kleinen Besucher.

ADFC-Qualitätsradrouten

Auch einige der insgesamt 48 ADFC-Qualitätsradrouten sind kinderfreundlich. Im ADFC-Radreiseportal können Eltern gezielt Eigenschaften auswählen und etwa nach Strecken suchen, die „mit Kindern gut zu befahren“ sind, die auf „überwiegend ebenem Gelände“ verlaufen oder die „überwiegend anhängertauglich“ sind.

  • Vennbahn: Die ehemalige Bahntrasse führt auf überwiegend flachen und gut asphaltierten Wegen durch Eifel und Ardennen. Kinder können hier selbstständig fahren, die Route verläuft nahezu ausschließlich auf selbstständigen Radwegen ohne Kfz-Verkehr. Für Fahrradanhänger ist die Strecke weniger geeignet. Entlang der gesamten Strecke wird ein Personen- und Radtransfer angeboten, 59 Bett+Bike-Betriebe liegen entlang der Route.
  • Diemelradweg: Die Route führt vom Sauerland bis zur Weser und eignet sich mit gut ausgebauten Wegen und kurzweiligen Natur- und Kulturerlebnissen für Familientouren. Entlang der Strecke gibt es 44 Bett+Bike-Betriebe, mehrere Fahrradvermietungen bieten Räder für Groß und Klein.
  • Liebliches Taubertal - Der Klassiker: Der Radweg führt über gute ausgebaute und verkehrsarme Wege durch Flusslandschaft und entlang von Weinhängen. Von April bis Oktober verbindet ein Radbus Orte entlang der Route durch Franken, 20 Hörstationen bieten Informationen und Anekdoten zu Kultur und Natur in der Region. 38 Bett+Bike-Unterkünfte liegen im Einzugsbereich der Strecke.

Weitere Tipps für die Planung

  • Finden Sie die richtige Balance zwischen zu wenig und zu viel Herausforderung: Eine kleine Steigung zwischendurch können auch jüngere Kinder bewältigen, besonders wenn dies anschließend mit einem Eis belohnt wird.
  • Anfang und Schlusslicht bilden Erwachsene; Kinder sollten - wenn überhaupt - nur auf ungefährlichem Terrain vorausfahren dürfen.
  • Das Tempo bestimmt der schwächste Teilnehmer.
  • Machen Sie je nach Alter der Kinder alle 30 bis 60 Minuten eine Trink- und Toilettenpause.
  • Planen Sie an ein oder zwei zuvor ausgewählten Etappenzielen (Bach, Waldlichtung, Spielplatz etc.) etwas ausgedehntere Pausen ein.
  • Seien Sie ein gutes Vorbild, halten Sie sich an die Verkehrsregeln und setzen Sie einen Fahrradhelm auf. Hier geht es zum ADAC Test von Fahrradhelmen für Kinder.
  • Machen Sie je nach Alter der Kinder alle 30 bis 60 Minuten eine Trink- und Toilettenpause.
  • Planen Sie an ein oder zwei zuvor ausgewählten Etappenzielen (Bach, Waldlichtung, Spielplatz etc.) etwas ausgedehntere Pausen ein.
  • Seien Sie ein gutes Vorbild, halten Sie sich an die Verkehrsregeln und setzen Sie einen Fahrradhelm auf. Hier geht es zum ADAC Test von Fahrradhelmen für Kinder.
  • Denken Sie an ausreichend Insekten- und Sonnenschutz, eventuell Regenbekleidung sowie ein Erste-Hilfe-Set etwa für aufgeschürfte Knie.
  • Nehmen Sie sicherheitshalber eine Fahrradpumpe und -werkzeug mit.

Packliste für die Radtour mit Kindern

Die Pack-Tipps mit Checkliste helfen allen Radreisenden dabei, nichts Wichtiges zu vergessen. Für den Radurlaub mit Kindern hat der ADFC eine extra Packliste mit nützlichen Tipps für verschiedene Altersgruppen erstellt.

Kinder benötigen im Prinzip dieselbe Ausrüstung wie Erwachsene - vor allem, wenn sie selbst fahren. Einen hochwertigen Helm, Funktionskleidung und natürlich ein Fahrrad, das an die Gegebenheiten der Strecke angepasst ist, sollte dein Nachwuchs auf jeden Fall besitzen. Ideal ist es, alle Räder vor der großen Tour noch einmal auf Herz und Nieren zu prüfen.

Ein Kind im Anhänger sollte unbedingt ebenfalls einen Helm tragen, da es auch hier zu Verletzungen durch Stürze kommen kann. Achte außerdem auf ausreichenden Sonnenschutz für die empfindliche Kinderhaut. Regenbekleidung und warme Wechselklamotten gehören unbedingt ins Gepäck.

Alternative Transportmöglichkeiten für müde Kinder

Werden die Kinder quengelig und lustlos, steigt die Sturz- und Unfallgefahr stark an. Überlegen Sie daher vorab, wie Sie ein erschöpftes Kind entlasten könnten. Die Möglichkeiten hängen von Alter, Gewicht und der "Fahrradreife" des Kindes ab.

  • Fahrrad-Kindersitz: Dort lassen sich Kinder von ein bis fünf Jahren befördern. Auf einem auf dem Gepäckträger angebrachten Kindersitz sollten maximal 25 kg, auf einem am Lenker montierten Sitz maximal 15 kg lasten. Problem: Wohin mit dem Kinderfahrrad?
  • Fahrradanhänger: Erheblich teurer, aber sehr beliebt sind Fahrradanhänger für ein bis zwei Kinder bis zu sieben Jahren. Auch hier besteht das Problem mit dem Transport des Kinderfahrrads. Fall Sie Ihr müdes Kind im Fahrradsitz transportieren, könnte das Rad unter Umständen im Anhänger Platz finden.
  • Tandemsystem/Nachläufer: Praktisch und preiswert ist eine Tandemstange. Mit ihr wird das Kinderfahrrad mit wenigen Handgriffen an das Erwachsenenrad gekoppelt bzw. entkoppelt, falls das Kind wieder selbstständig fahren möchte. Dabei kann es entscheiden, ob es durch Treten der Pedale das Zugfahrrad unterstützen möchte oder nicht. Das Nachläufer-System eignet sich für Kinder ab drei bis ca. neun Jahre. Beim Kauf ist auf die Qualität von Schrauben und Anschlüssen zu achten.
  • Trailerbike: Dabei handelt es sich quasi um ein halbes Kinderfahrrad, das fest mit dem Zugfahrrad verbunden ist. Statt des Vorderrads besitzt das Rad eine Kupplungsstange, mit der es an den Gepäckträger des Elternfahrrads gekoppelt wird.

Streckenlänge und Alter der Kinder

Welche Streckenlänge einem Vorschulkind zuzutrauen ist, lässt sich nicht pauschal, sondern nur individuell entscheiden. So mag das eine Kind schon nach einem Kilometer genug haben, ein anderes erst nach vier Kilometern. Wie auch immer: Überfordern Sie Ihren Nachwuchs nicht.

Kinder bis zum Alter von zehn Jahren, die regelmäßig Rad fahren, bewältigen auch mal bis zu 30 Kilometer am Tag, ältere sogar noch längere Strecken. Doch egal ob Kindergarten- oder Grundschulkind: Gehen Sie nicht ans Limit, sonst wird die erste gemeinsame Radtour möglicherweise auch die letzte sein, da Ihr Kind beim nächsten Mal streikt.

Am besten starten Sie bei Grundschulkindern mit Strecken von maximal zehn bis 15 Kilometern und bauen diese dann von Radtour zu Radtour etwas aus. Bei Kindergarten- und auch Grundschulkindern empfiehlt es sich dringend, an eine alternative Transportmöglichkeit zu denken (s.o.) , falls sie müde werden.

Raderprobte und geschickte Kindergartenkinder schaffen bereits Touren von circa 15 Kilometern bis maximal 20 Kilometern. Mehr aber nicht. Auch wenn man an seinen Leistungen wächst, muss bei der Streckenauswahl das Prinzip der Unterforderung gelten. So richtig loslegen können Sie dann mit einem Grundschulkind.

Zehnjährige sind mit einer guten Portion Kondition, einem starken Willen und ausreichend körperlicher Kraft ausgestattet. Sie meistern schon Etappenlängen zwischen 20 und 50 Kilometern - je nach Können und Lust.

Geeignete Radwege in Deutschland

In Deutschland finden Sie jede Menge toller Wege für Radtouren mit Kindern.

  1. Der Isar Radweg - von der Isarquelle bei Scharnitz bis Deggendorf an der Donaumündung - ist insgesamt 300 Kilometer lang. Er zählt zu den familienfreundlichen Radwegen in Bayern. Kenner bezeichnen ihn als „Perle“. Entlang der größtenteils flachen Strecke parallel zur grünen, nimmermüden Isar, wechseln sich Seen und Bergpanoramen ab. Bei kleinen Badestopps beleben Sie müde Geister. Nach Kondition oder Lust können Sie die Tour in einzelne Etappen aufteilen.
  2. Auch den Donauradweg kann man ohne Umschweife als Leckerbissen für Radl-Familien bezeichnen. Der Fernradweg ist stolze 2.850 Kilometer lang, er beginnt an der Quelle der Donau und endet an der Mündung ins Schwarze Meer. Die Abschnitte in Deutschland und Österreich eignen sich hervorragend für tageweise Etappen. Der Donauradweg verläuft weitgehend ohne Autoverkehr und durchgehend flach. Highlights entlang der Strecken in Österreich oder Deutschland sind das bunte Barockstädtchen Schärding in Österreich oder die Dreiflüssestadt Passau mit dem unwiderstehlichen Erlebnisbad „pep“.
  3. Der 250 Kilometer lange Altmühl-Radweg verläuft von Rothenburg ob der Tauber nahe der Altmühl-Quelle bis zur Mündung bei Kelheim - größtenteils ohne Verkehr und auf kleinen Straßen, Wald- und Feldwegen. Steigungen sind die Ausnahme. Die gesamte Länge lässt sich für Radtouren mit Kindern gut portionieren. Wunderschöne Streckenabschnitte liegen im Naturpark Altmühltal und in der fränkischen Seelandschaft.
  4. Der Main-Radweg ist wie der Fluss: Sanft, aber charakter- und kurvenreich. Er schlängelt sich von Bamberg nach Würzburg, auf einer Länge von 600 Kilometern. Bei einer Radtour mit Kindern passieren Sie Wälder, Felder und Weinberge auf ruhigen Straßen. Kleine Dörfer und Fachwerk-Städtchen beleben das landschaftliche Kino. Der Main-Radweg zählt zu den schönsten Familienradwegen.
  5. Der Elberadweg beginnt an der Quelle der Elbe in Tschechien und endet an der Elbmündung in Cuxhaven. Familienfreundliche Streckenabschnitte der insgesamt 1.300 Kilometer liegen in Sachsen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Je südlicher, desto bergiger die Strecke. Unbestrittene Etappenhöhepunkte sind Dresden, das Porzellan-Städtchen Meißen, die Sächsische Weinstraße und die Lüneburger Heide.
  6. Über die gesamte Länge bringt es der Ostseeradweg zwischen Flensburg und der Insel Usedom auf 1.000 Kilometer. Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Etappen und Streckenlängen, ganz nach Geschmack und Laune. Es geht stundenlang übers platte Land. Perfekt, um mit Ihren Minibikern ordentlich Kilometer zu schruppen. Überall auf dem Weg liegen Strände, Spielplätze, Eisdielen, Pferdehöfe und hübsche Städte wie Wismar.

Radfahren in Nordrhein-Westfalen (NRW)

Kinder genießen es mit dem Rad, abseits von viel befahrenen Straßen, unterwegs sein zu können.

Im ADFC-Radreiseportal gibt es die Möglichkeit, gezielt Touren-Eigenschaften auszuwählen, die sich nach den Kindern orientieren. So lässt sich etwa nach Routen filtern, die mit Kindern gut zu befahren sind und ohne große Steigungen verlaufen. Es lassen sich sogar Fahrradanhängertaugliche Routen anzeigen.

Tagestouren können direkt von zu Hause starten oder von einer Unterkunft bei einem mehrtägigen Familienurlaub. Hier empfehlen wir unsere fahrradfreundlichen Bett+Bike-Betriebe.

Wer mit der Familie und Kindern unterwegs ist, sollte verkehrsarme Routen und Fahrradwege mit wenig Steigung wählen. Regelmäßige Zwischenstopps z.B. an Seen oder Spielplätzen sollten zur Motivation und Aufladen der Kräfte zudem mit einplant werden.

Beispiele für kinderfreundliche Radwege in NRW

  • Vennbahn: Die ehemalige Bahntrasse führt auf überwiegend flachen und gut asphaltierten Wegen durch drei Länder, nämlich Deutschland, Belgien und Luxemburg. Kinder können hier selbstständig fahren, die Route verläuft nahezu ausschließlich auf selbstständigen Radwegen ohne Kfz-Verkehr. Am Wegesrand gibt es immer wieder kindergerecht aufbereitete Geschichten über Karl den Großen, Feuer und Dampf und den Kaffeeschmuggel. Für Radreisende mit Fahrradanhänger ist die Strecke nur bedingt geeignet. Entlang der gesamten Strecke wird ein Personen- und Radtransfer angeboten.
  • Radweg Sieg: Der 60 km lange Radweg verläuft von Siegburg bis nach Windeck-Rosbach, entlang der Sieg, auf zum größten Teil befestigten Wegen, ohne große Steigungen und fernab vom Straßenverkehr. Auf den 12 bis 30 km langen kindergerechten Etappen befinden sich mehrere Stationen, die Extra-Spaß für Kinder versprechen, wie verschiedene Erlebnislehrpfade zum Mitmachen, Bademöglichkeiten, Bootfahren, Spielplätze oder eine Basketballanlage. Es kann sogar eine extra Kinderkarte mit einer Übersicht aller Erlebnisstationen entlang der Sieg heruntergeladen werden. Aufgrund des gut ausgebauten Bahnnetzes, kann jederzeit mit dem Zug bis zur nächsten Etappe gefahren oder die Heimreise angetreten werden.
  • Lenneroute: Ein bisschen anspruchsvoller für Familien ist dagegen die Lenneroute, die 142 km lang von Winterberg bis zur Mündung der Lenne in die Ruhr bei Hagen führt. Der ein oder andere leichte Anstieg ist dabei, der aber auch für Familien mit Kindern problemlos zu schaffen ist. Ansonsten führt der Weg durch Wälder, entlang von Wiesen und durch besondere Fachwerkdörfer, vorbei an Burgen und Schlössern sowie ehemaligen Zeugnissen der Drahtindustrie. Highlight und etwas ganz Besonderes für Familien ist ein Besuch der Dechenhöhle mit den schönsten Stalagmiten und Stalaktiten in Iserlohn sowie die Burg Altena, die auch mit einem Erlebnisaufzug zu erreichen ist.
  • Diemelradweg: Der Radweg hat vom ADFC mit 5 Sternen die höchste Auszeichnung als ADFC Qualitätsradroute erhalten! Er führt über gut ausgebaute und leicht zu befahrende Wege, durch abwechslungsreiche Naturlandschaften, Fachwerkdörfer und historischen Städte, vom Sauerland bis zur Weser. Zahlreiche Freizeitmöglichkeiten und Kulturerlebnissen sorgen für Abwechslung für Groß und Klein.

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