Fahrrad Felge 27 5 Zoll Hinterrad MTB Test: Ein umfassender Überblick

Bei der Frage nach der richtigen Laufradgröße steht man vor der Wahl zwischen 27,5”- und 29”-Laufrädern oder einem Mullet: dem Mix aus beiden. Aber was genau ist ein Mullet und welche Laufradgröße ist die beste? Denn aus den zwei verbleibenden Laufradgrößen 29” und 27,5” bleiben drei mögliche Laufradkonzepte zur Auswahl.

Das Zauberwort heißt Mullet: Hier werden das große 29”-Vorderrad mit dem kleineren 27,5”-Hinterrad in einem Bike kombiniert. Das Konzept um zwei unterschiedlich große Laufräder im Rahmen ist nicht neu und wurde bereits zu 26”er-Zeiten umgesetzt. Auch in der E-Mountainbike-Welt sind Mullets schon lange etabliert und spätestens seit die UCI ihre Regularien über unterschiedlich Große Laufräder gelockert hat sind einige EWS und Downhill Weltcup Profis auf einem Mullet unterwegs.

Mit dem Launch des neuen Canyon Spectral 2022 können wir euch all diese Fragen endlich beantworten. Für 2022 hat Canyon die Modellpallette des Spectral ordentlich aufgebohrt und bietet insgesamt bis zu 13 verschiedene Modelle in unterschiedlichen Ausstattungs- und Laufrad-Konfigurationen an. Basis für den Showdown der Laufradgrößen bilden das Canyon Spectral CF 8 mit kleinen 27,5”-Laufrädern, das Spectral CF 8 CLLCTV, das vorne auf ein großes 29”- und hinten auf das kleinere 27,5”-Laufrad setzt, und das Topmodell Spectral CFR in der 29”-Variante.

Das Spectral CF 8 CLLCTV mit gemischter Laufradgröße tanzt mit seinem FOX DHX-Stahlfederdämpfer aus der Reihe und verändert die Charakteristik des Fahrwerks enorm. Auch das schicke einteilige Carbon-Cockpit und die DT Swiss XMC 1200 Carbon-Laufräder des 29”-Topmodells mussten für die Vergleichbarkeit daran glauben und wurden kurzerhand durch Canyons traditionelles Cockpit und den DT Swiss XM 1700 Alu-Laufradsatz ersetzt.

Fast alle Bike-Hersteller versuchen, euch die Vor- und Nachteile der verschiedenen Laufradgrößen und -Konzepte schmackhaft zu machen. Neben dem Offensichtlichen - dem Größenunterschied - fallen dabei vor allem immer wieder Begriffe wie Überrollverhalten, Kontaktfläche, Massenträgheit.

Massenträgheitsmoment

Fangen wir mit dem Massenträgheitsmoment an. Denn eines ist klar: Das größere 29”-Laufrad ist bedeutend schwerer als das 27,5” Pendant und ein Großteil der Masse (Felgen und Reifen) ist auch weiter von der Achse entfernt.

Vereinfacht gesagt gibt das Massenträgheitsmoment an, wie viel Kraft bzw. Drehmoment benötigt wird, um das Laufrad zu beschleunigen oder abzubremsen. Auf dem Trail bedeutet das, dass es mehr Kraft benötigt, das 29”-Laufrad von 0 km/h auf 10 km/h zu beschleunigen als das 27,5” Laufrad. Das gilt zum Beispiel auch für die Energie, die ihr beim Pushen über Wellen sprichwörtlich ins Bike pumpt.

Kontaktfläche

An dem Punkt, an dem euer Reifen Kontakt mit dem Boden hat, wird der „Fußabdruck“, den er dort hinterlässt, als Kontaktfläche bezeichnet. Je niedriger der Luftdruck, desto mehr kann sich euer Reifen deformieren und um das Terrain „herumwickeln“, über das ihr fahrt, wodurch sich die Kontaktfläche vergrößert.

In unserem Szenario mit identischem Reifen und Luftdruck hat der Laufraddurchmesser aber einen viel kleineren Einfluss auf Größe der Kontaktfläche, als uns so manche Marketingabteilung glauben lassen möchte. Denn mit einigen Verallgemeinerungen ist die Kontaktfläche des 29”-Laufrads nur etwa 2 % bis 3 % größer als die des kleineren 27,5”-Rads. Relevanter als die Größe ist die Form der Kontaktfläche und wie sie zum Reifenprofil passt.

Überrollverhalten

Eines der gängigsten Argumente zugunsten von 29″-Laufrädern lautet, dass diese besser über Hindernisse rollen. Zumindest in der Theorie haben sie das bessere Überrollverhalten: Ein Rad mit einem größeren Durchmesser bleibt weniger wahrscheinlich in einer Steinkante oder an einer Wurzel hängen.

Lässt man das Fahrwerk und die Deformation des Reifens für eine Sekunde außer Acht, dann gilt: Wenn ein Rad auf ein Hindernis trifft, formt es eine virtuelle Rampe. Je steiler diese Rampe ist, desto schwieriger ist es für das Rad, das Hindernis zu überwinden. Trifft das Laufrad auf ein Hindernis (z. B. eine Steinkante), ist die Kontaktfläche des 29”-Laufrads weiter von der Steinkante entfernt als die Kontaktfläche des 27,5”-Rads und die virtuelle Rampe ist entsprechend flacher.

Der Einfluss der Laufradgröße auf die Geometrie und Kinematik des Mountainbikes hat einen viel größeren Einfluss auf das Fahrverhalten als alle theoretischen Werte zusammen!

Geometrie und Kinematik

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussehen mag: Sobald ein Fully einfedert, geht es am Heck verdammt eng zu. Klar, dass die Bike-Konstrukteure für das größere Laufrad Platz schaffen müssen, oder - im Umkehrschluss - ein kleineres Laufrad näher am Tretlager positionieren können.

In der Geometrietabelle lässt sich dieser Zusammenhang an der Kettenstrebenlänge ablesen. Während Canyon bei den 29” Spectral auf 437 mm lange Kettenstreben setzt, fallen die Kettenstreben mit kleinerem Hinterrad (27,5” und Mullet) 5 mm kürzer aus. Der Laufraddurchmesser sollte auch zu euren Körperproportionen passen.

27,5” vs. Mullet vs. 29” auf dem Trail

Kein Trail ist wie der andere: Deshalb ist es wichtig, die Laufradkonzepte auf vielen unterschiedlichen Trails miteinander zu vergleichen, um die Vor- und Nachteile in jedem Terrain zu erfahren. Deshalb haben die drei Canyon Spectral-Bikes ihr Laufradbattle auf den sehr abwechslungsreichen Trails des Kronplatz ausgetragen.

Je flowiger, desto besser ist das Motto des 27,5” Spectral. Vor allem in offenen Kurven und in Anliegern zeigt das „kleine“ Spectral, wie gut es ausbalanciert ist, und lässt sich super einfach und von allen drei Bikes am intuitivsten steuern. Einzig das Mullet-Bike kann vor allem auf rutschigem Untergrund in offenen Kurven nicht an den beiden anderen Bikes dran bleiben und erfordert eine saubere Fahrtechnik. Auf ihm muss aktiv nach vorne gearbeitet werden, um genug Druck am Vorderrad zu generieren.

Sobald die gebauten Trails schneller und vor allem die Bremswellen größer werden, muss das 27,5” Spectral die Konkurrenz mit großem Vorderrad ziehen lassen. Während das 29” Spectral mit Highspeed durch die Bodenwellen donnert und sich von den Schlägen kaum aus der Ruhe bringen lässt, erfordert das 27,5” Spectral hier eine kreative Linienwahl, um die heftigsten Schlaglöcher zu umfahren.

Was das 27,5” Spectral schon an Bremswellen im Bikepark angekündigt hat, offenbart sich, sobald die Schläge von fiesen Wurzeln und Steinkanten aufs Vorderrad dreschen. Während Mullet und 29”-Bike einfach auf und über größere Steinbrocken rollen, bleibt das 27,5”-Bike an demselben Hindernis hängen und erfordert mehr Körperspannung und eine saubere Fahrtechnik.

Auf der Überholspur zieht das 29” Spectral an der Konkurrenz vorbei. Je höher die Geschwindigkeit auf dem Trail wird, desto sicherer wird das Spectral mit den 29”-Laufrädern. In Spitzkehren und an Stufen spielt das kürzere Heck des Mullet dafür seine Stärken aus. Ein beherzter Zug an der hinteren Bremse und schon driftet es durch die enge Kehre und lässt das sperrigere 29” Spectral hinter sich. An Stufen, die gerollt werden, schiebt das 29” Spectral seinen Fahrer immer dann weiter über die Front, wenn das Vorderrad schon unterhalb und das Hinterrad noch oberhalb der Stufe über den Trail rollen. Hier bietet das Mullet vor allem kleineren Fahrern mehr Freiraum und Sicherheit.

Die Laufräder

Laufradsatz Gewicht: 27,5" 1731 g 29" 1831 g.

Felgen: Maße 30-584 Innenweite 30 mm Außenweite 36.4 mm Material Carbon.

Die Laufräder sind das zentrale Element, wenn es um die Fahrqualität geht. Eine Verbesserung (oder Verschlechterung) dieser Komponenten kann sich auf die Fahrqualität, deine Kraftanstrengung (Geschwindigkeit), die Bremsleistung und sogar darauf auswirken, wie gut dein Fahrrad auf das Gelände reagiert.

Laufrad: Der Aufbau

Ein Fahrradlaufrad besteht aus vier Hauptkomponenten, die alle einen Einfluss auf das Gewicht, die Leistung und die Haltbarkeit haben:

  • Felge: Die Felge befindet sich an der Außenseite des Laufrads und hat bei den meisten Mountainbike-Laufrädern die Aufgabe, den Reifen zu halten. Die Breite der Felge wirkt sich auf die Reifenbreite aus, was sich erheblich auf die Kontrolle des Fahrers und den Grip auf dem Trail auswirken kann.
  • Nabe: Die Nabe befindet sich in der Mitte des Rades und bildet die Drehachse. In jeder Nabe, vorne und hinten, befindet sich die Achse, die das Rad mit dem Fahrrad verbindet. Am Hinterrad verfügt die Nabe über eine Verzahnung, in die eine Kassette eingreift.
  • Speichen: Das Material, das Nabe und Felge miteinander verbindet. Die Anzahl der Speichen variiert zwischen Vorder- und Hinterrad, wobei das Hinterrad oft mehr Speichen hat, um die Festigkeit und Steifigkeit zu erhöhen. Mehr Speichen bedeuten in der Regel ein stärkeres Laufrad, was jedoch mit einem Gewichtsnachteil einhergeht.
  • Nippel: Die Speichen werden mit einer speziellen Mutter, dem Nippel, am Laufrad befestigt. Nippel sind wichtig, um die Speichenspannung zu regulieren, die ein Laufrad "ausrichtet", d. h. es gerade macht, wenn es sich dreht.

Felgen-Material

Die meisten Einsteiger- und Mittelklasse-Laufräder sind mit Aluminium-Felgen unterschiedlicher Qualität ausgestattet, während hochwertige Laufräder in der Regel Felgen aus Carbon haben, die das Gewicht reduzieren und gleichzeitig die Steifigkeit erhöhen.

  • Aluminium: ist das beliebteste Felgenmaterial für Mountainbike-Laufräder der Einstiegs- und Mittelklasse. Das liegt vor allem daran, dass es viel billiger in der Herstellung ist. Obwohl es die günstigere Alternative ist, gibt es immer noch eine Reihe von Vorteilen, die mit der Verwendung dieses Materials einhergehen, vor allem die Nachgiebigkeit oder der Komfort, den Leichtmetallfelgen auf dem Trail bieten.
  • Carbon: erfreuen sich Laufradsätze aus Carbon in allen Mountainbike-Disziplinen immer größerer Beliebtheit. Das liegt vor allem an den sinkenden Preisen und dem besseren Verhältnis zwischen Steifigkeit und Gewicht sowie der höheren Festigkeit, die sie bieten. Das bedeutet, dass ein Laufrad supersteif und gleichzeitig leicht sein kann, was besonders hilfreich ist, wenn man bedenkt, dass beim Mountainbiken die Komponenten stark beansprucht werden.

Reifentypen

Es lohnt sich, die zwei verschiedenen Reifentypen zu kennen, die auf ein Rad passen. Sie benötigen eine bestimmte Felge. Mountainbike-Reifen sind entweder Drahtreifen oder Tubeless-Reifen und auf dem Laufrad ist angegeben, mit welchem Reifen es kompatibel ist.

  • Drahtreifen: Sie sind häufig bei Fahrrädern der Einstiegsklasse zu finden. Wenn nicht anders angegeben, kann man davon ausgehen, dass jedes neu gekaufte Einstiegsrad mit Drahtreifen ausgestattet ist. Drahtreifen benötigen einen Schlauch, um die Luft aufzupumpen und zu halten, während der Reifen entweder einen Stahl- oder Kevlarfaserwulst an der Kante hat, um ihn in der Felge zu halten.
  • Tubeless: Wie der Name schon sagt, benötigen schlauchlose Reifen keinen Schlauch, sondern verlassen sich auf enge Toleranzen und Luftdruck, um eine luftdichte Abdichtung zu schaffen. Schlauchlose Reifen werden seit langem beim Mountainbiken eingesetzt, und man kann davon ausgehen, dass die meisten Mountainbikes mit schlauchlosen Laufrädern und Reifen ausgeliefert werden.

Radabmessungen: Größe, Breite und Tiefe

Es gibt drei Hauptgrößen von Mountainbike-Laufrädern, die an den meisten neuen Mountainbikes zu finden sind, und darüber hinaus noch weitere Optionen für spezielle Fahrräder. Die Laufräder werden durch Nummern bezeichnet, die ihre Größe angeben.

  • 26-Zoll-Laufräder: waren die ursprüngliche Laufradgröße für Mountainbikes und werden auch heute noch häufig verwendet, da sie wendig und leicht sind. In den letzten Jahren hat sich der Trend hin zu größeren Laufrädern entwickelt, die mehr Traktion, ein besseres Überrollverhalten und eine bessere Fahrqualität bieten, so dass 26-Zoll-Laufräder nur noch selten an neuen Mountainbikes zu finden sind.
  • 27,5-Zoll-Laufräder: die auch als 650B-Laufräder bezeichnet werden, haben in den letzten Jahren die 26-Zoll-Laufräder im Wesentlichen als Norm abgelöst und bieten etwas bessere Überrollfähigkeiten, Traktion und Luftvolumen als 26-Zoll-Laufräder. 27,5-Zoll-Laufräder sind leichter, stabiler und in der Regel wendiger als 29-Zoll-Laufräder, so dass sie je nach Art des Fahrens eine gute Wahl sein können.
  • 29-Zoll-Laufräder: auch "29er" genannt, bieten dank ihrer größeren Größe und ihres größeren Luftvolumens mehr Traktion, ein besseres Überrollverhalten bei technischen Hindernissen und ein ruhigeres Fahrgefühl. 29er-Laufräder sind in vielen Mountainbike-Disziplinen die beliebteste Wahl geworden. Ihre höhere Stabilität bedeutet auch, dass sie gut für die Abfahrt sind.

Felgenbreite

Der Trend geht zu breiteren Felgen, was den Komfort durch ein größeres Luftvolumen im Reifen erhöht. Dies geht einher mit der Umstellung auf größere Reifen, die das Überrollverhalten, die Traktion und die Kontrolle verbessern sollen, da sie mit einem niedrigeren Druck gefahren werden können.

Nach heutigen Maßstäben ist eine schmale Felge, wenn sie innen gemessen wird, alles unter 19 mm, eine moderne Standard-Innenfelgenbreite liegt typischerweise zwischen 21 und 25 mm, während eine breite Felge als alles über 28 mm angesehen wird.

Obwohl die äußere Felgenbreite eng miteinander zusammenhängt, beeinflusst sie vor allem die Aerodynamik des Rades, während die innere Felgenbreite den Komfort, die Rollleistung oder die Reifenform beeinflusst.

Felgentiefe

Die Tiefe der Felge wirkt sich auf die Seitensteifigkeit des Laufrads und das Fahrverhalten des Fahrrads aus. Im Gegensatz zu ihren Vettern auf der Straße ist die Felgentiefe nicht so sehr ein Knackpunkt, da die aerodynamischen Vorteile eines tieferen Laufradsatzes nicht so sehr im Vordergrund stehen. Die meisten Laufradhersteller bieten eine maximale Tiefe von 30 bis 35 mm an. Es gibt jedoch auch Hersteller, die eine größere Tiefe anbieten, wenn das verwendete Material die Festigkeit des Laufradsatzes erhöht.

DT Swiss FR 1500 Classic im Test

DT Swiss präsentiert mit dem FR 1500 Classic einen Systemlaufradsatz für den harten Enduro- und Downhill-Einsatz. Er basiert auf der kürzlich vorgestellten FR 541 Alu-Felge und den bewährten 240er-Naben und wird in allen gängigen Laufradgrößen und Nabenbreiten verfügbar sein.

Am Namen des DT Swiss FR 1500 Classic-Laufradsatzes kann man mit etwas Know-how bereits viele Eigenschaften ableiten: Die beiden Anfangsbuchstaben „FR“ lassen auf das Einsatzgebiet und die Einordnung im Portfolio schließen. So steht das „F“ für Freeride und siedelt den FR 1500 Classic im Freeride- und Downhill-Segment an.

Der DT Swiss FR 1500 Classic-Systemlaufradsatz soll ab sofort verfügbar sein und schlägt mit 899 € zu Buche. Ihr könnt ihn sowohl als 29” als auch mit 27,5” oder im Mullet-Setup kaufen. Freigegeben ist ein Systemgewicht von 140 kg, was für die meisten Fahrer mehr als ausreichend sein sollte. Alle Systemlaufräder von DT Swiss werden von Hand gespeicht und zentriert und der Laufradsatz bringt in Kombination mit einem SRAM XD-Freilaufkörper ein Gewicht von 1.879 Gramm auf die Waage.

Erstmals setzt DT Swiss am Vorder- und Hinterrad auf eine unterschiedliche Speichenanzahl, sprich auch auf unterschiedliche Felgen. So kommen am Vorderrad 28 und am Hinterrad 32 Speichen zum Einsatz. Auch die Wahl zum klassischen J-Bend - anstelle der Straight Pull-Speichen, wie man sie z. B. vom Systemlaufradsatz EX1 1700 kennt - hat hier einen Einfluss darauf. Die Namensgebung haben die J-Bend-Speichen durch den 90° gebogenen Speichenkopf. Sie sind auf eine größere Zug- und Druckbelastung ausgelegt.

DT Swiss FR 1500 Classic auf dem Trail

Auf dem Trail sorgt der FR 1500 Classic-Systemlaufradsatz für eine angenehme Steifigkeit, die feine Vibrationen herausfiltert und dennoch genug Traktion und Präzision auf den Trail bringt. So verspringt er auch bei seitlichen Impulsen nicht und gibt die Energie selbst bei starken Kompressionen oder harten Anliegern sehr kontrollierbar zurück, ohne einen aus der Bahn zu werfen.

Die Schweizer Laufrad-Spezialisten von DT Swiss werden ihrem guten Ruf ein weiteres Mal gerecht und bringen mit dem DT Swiss FR 1500 Classic einen Systemlaufradsatz auf den Markt, der für den härtesten MTB-Einsatz gemacht ist. Dabei liefert er eine starke Performance auf dem Trail ab. Wer auf der Suche nach einem zuverlässigen Laufradsatz ist, wird hier zu einem fairen Preis fündig.

Test: Alu- und Carbonlaufräder ab 600 Euro

Laufräder gelten als das beste Tuning fürs MTB. Die getesteten Laufräder weisen zumeist attraktive Gewichte auf, die deutlich unter denen eines "08/15-Satzes" in einem 3000-Euro-Fully liegen dürften.

Logo, die Carbonis wiegen dabei weniger als die Alu-Modelle: im Schnitt 265 g pro Satz. Wobei die beiden Kohlefaser-Wheels von Acros und Newmen mit unter 1600 g Paargewicht echte Traumwerte erreichen - bei voller Enduro- und hoher Gewichtsfreigabe (Acros nennt gar keine Beschränkung). Dass auch Alu leichte Laufräder erlaubt, zeigen Newmen und Veltec, deren Sätze auf je rund 1800 g kommen - klasse. Mit den Alu-Rädern von Crankbrothers, Shimano und Spank überbieten drei Sätze jedoch die kritische Zwei-Kilo-Marke.

Testergebnisse ausgewählter Laufräder

Hier ist eine Tabelle mit den Testergebnissen einiger ausgewählter Laufräder aus dem Test:

LaufradmodellMaterialGewicht (Paar)MaulweiteTesturteil
Veltec ETR ExtradreiAlu1792 g30 mmSehr gut (Testsieger)
Acros Enduro-Carbon-LRS 29"Carbon1550 g29 mmÜberragend (Testsieger)
Newmen Evolution SL A.30Alu1802 g30 mmSehr gut
Newmen Advanced SL A.30Carbon1579,5 g29 mmÜberragend (Kauftipp)

In der Regel trifft dies zu. Aber auch sehr schwere Laufräder können eine vergleichsweise geringe Massenträgheit aufweisen. Denn es kommt vor allem auf das Gewicht der Felge an, da diese bei der Rotation den längsten Weg zurücklegt. Eine schwere (robuste) Nabe fällt buchstäblich nicht so sehr ins Gewicht.

Mit zunehmendem Laufraddurchmesser wächst auch der Einsatzbereich des Canyon Spectral. Unsere ENDURO-Testcrew ist im Durchschnitt 1,85 m groß und alle sind sich einig: Für sie ist 29” die beste Laufradgröße. Beeindruckend ist das 27,5”- Bike vor allem in Kurven auf flowigen Strecken. Doch abseits perfekt gepflegter Flowtrails kann es nicht mit der Konkurrenz mithalten.

27,5”, 29” oder MX - was ist am besten für E-MTBs?

Aktuell gibt es drei Laufrad-Konfigurationen auf dem Markt, die für E-MTB-Nutzer relevant sind. Die klassischen 26”-Laufräder sind mittlerweile verschwunden, abgelöst von 27,5”.

Zu Beginn wurden die meisten E-MTBs mit 27,5”-Laufrädern angeboten, da diese bei korrektem Aufbau und mit identischen Speichen und Felgen stabiler sind als ihre 29er-Pendants. Mittlerweile gibt es jedoch auch jede Menge 29”-E-MTBs, die von den Vorteilen der größeren Laufräder, wie etwa dem geschmeidigeren Abrollverhalten, profitieren.

Einige Hersteller, wie Canyon, FANTIC, MERIDA und andere, nutzen gemischte Laufradgrößen, auch Moto genannt, mit einem 29″-Laufrad an der Front für stabileres Lenkverhalten und verbesserte Überrolleigenschaften. Das 27,5”-Hinterrad hingegen ermöglicht kürzere Kettenstreben und macht das Bike wendiger und das Handling verspielter.

Beispielsweise besitzt ein 27,5″-Laufrad in Verbindung mit einem großvolumigen 2,8”-Reifen fast denselben Außendurchmesser wie ein 29″-Laufrad mit einem 2,4”-Reifen. Aufgrund vieler Variablen innerhalb der Gleichung, wie Größe und Gewicht des Fahrers, Fahrstil, vorwiegend gefahrenes Terrain sowie Geometrie des Bikes, ist diese Frage unmöglich schnell zu beantworten.

Stabilität der Laufräder

Die Laufräder eures E-MTBs müssen einer ganzen Menge Grobheiten standhalten, schließlich tragen sie euch über ruppigste Untergründe und haben dabei Kontakt mit jeder einzelnen Unebenheit auf dem Trail. Verglichen mit unmotorisierten Bikes sorgen das größere Gewicht und das Motor-Drehmoment eines E-MTBs für eine erhöhte Beanspruchung der Stabilität eures Laufrads.

Im Vergleich der Laufradgrößen sorgt die stärkere Hebelwirkung durch die längeren Speichen bei einem 29″-Laufrad in puncto Kurvenfahrten, Bremsungen und bei Schlägen für eine höhere Beanspruchung hinsichtlich der Stabilität des größeren Rades. Vergleicht man identisch aufgebaute Laufräder (Felge, Speichen, Speichenspannung und Naben), dann sagt uns bereits die simple Physik, dass kleinere Laufräder durch die größere Speichen-Triangulation und die kleinere Hebelwirkung von Natur aus stabiler sind als größere Laufräder.

Um das schwächere Stabilitäts-Gewichtsverhältnis zu kompensieren, müssen 29″-Laufräder entweder schwerer oder aus teurerem Material gefertigt sein, wie etwa Carbon. Die Antwort: Fahrer am oberen Ende des zulässigen Systemgewichts bevorzugen möglicherweise die zusätzliche Sicherheit, die ein kleineres und stabileres 27,5″-Laufrad bietet. Da aber 29″-Laufräder mittlerweile auch von Downhill-Racern genutzt werden, können beide Laufradgrößen als robust genug für den Einsatz am E-MTB angesehen werden.

Kontaktfläche beim E-MTB

Die Größe und Form dieser Kontaktfläche wird von vielen verschiedenen Faktoren bestimmt, wie etwa Reifendruck, Aufbau des Reifens und den Dimensionen von Reifen und Felge. Akzeptiert man einige Verallgemeinerungen, dann hat eine Veränderung der Laufradgröße weniger Auswirkung auf die Form und Größe der Kontaktfläche als man zunächst vermuten würde.

Schaut man sich die nackten Zahlen an, dann beträgt der Unterschied zwischen der Größe der Kontaktfläche eines 29”- und eines 27,5″-Laufradsatz lediglich 2-3%, bei gleicher Reifenbreite - eher unwahrscheinlich, dass dieser Unterschied auf dem Trail spürbar ist. Doch was passiert, wenn man einen breiteren Reifen montiert?

Ein Vorteil eines kleineren 27,5”-Laufrades am Heck eines E-MTBs ist, dass dort in der Regel genug Platz vorhanden ist, um einen breiteren Reifen zu installieren, etwa in 2,6″-2,8″. Die meisten E-MTBs bieten nicht genug Reifenfreiheit, um am Heck einen 29”-Reifen mit 2,8” Breite unterzubringen - üblich sind 2,5”.

Daher sollte man sich, anstelle bei der Laufradgröße über Grip und Rollgeschwindigkeit nachzudenken, stattdessen besser darauf konzentrieren, das entsprechend der äußeren Bedingungen geeignetste Reifenprofil auszuwählen sowie den passenden Luftdruck zu finden. Die Antwort: Bei gleicher Breite und gleichem Luftdruck hat ein Reifen mit größerem Durchmesser eine nahezu identische Kontaktfläche im Vergleich zu einem Reifen mit geringerem Durchmesser.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0