Hydraulische Felgenbremsen am Fahrrad: Vor- und Nachteile

Felgenbremsen sind die klassischen Fahrradbremsen, mit denen viele Fahrräder noch immer ausgestattet sind. Meist stammen sie an Markenrädern von Shimano, Sram oder auch Magura. Anders als bei der Rücktrittbremse, einer Form der Nabenbremse, die du mit den Pedalen aktivierst, ziehst du bei der Felgenbremse den Bremshebel mit den Händen. Im Gegensatz zu Nabenbremsen, die in oder nahe der Laufradnabe sitzen, stoppen Felgenbremsen das Fahrrad mit zwei gegenüberliegenden Bremsbelägen, die von beiden Seiten gegen die Felgenflanken des Laufrads drücken.

Der Grundträger der Felgenbremse hat zwei Arme, die bis zu den Felgenseiten reichen. Am Ende dieser Arme befinden sich Bremsbeläge. Felgenbremsen können für sportliche Fahrer interessant sein, die Wert auf ein geringes Gewicht ihres Bikes legen. Und wer Wert auf ein Rad-Set-up legt, das sich unterwegs mit „Bordmitteln" reparieren lässt, beispielsweise Tourenfahrer und Radreisende, sind mit Felgenbremsen ebenfalls gut bedient.

Arten von Felgenbremsen

Aufbau: Eine Caliper-Bremse besteht aus einer Bremszange, die du mit je einer Befestigungsschraube an Fahrradrahmen und -gabel anbringst. Von der Bremszange führen zwei Arme zu den Seiten der Felgen. Bei der Seitenzugbremse teilen sich beide Bremsarme einen einzigen Drehpunkt (Single Pivot), der mittig über dem Rad sitzt. Bei der Mittelzugbremse hat jeder Bremsarm einen separaten Drehpunkt. Die Dual-Pivot-Bremse kombiniert die beiden Systeme: Ein Bremsarm hat seinen Drehpunkt seitlich, der andere in der Mitte.

Direct-Mount-Bremsen sind flache Bremsen, die auf einen Grundträger verzichten. Stattdessen sitzen die Drehpunkte im Rahmen bzw. der Gabel. Aufbau: Cantilever-Bremsen sind eine Art Mittelzugbremse. Sie bestehen aus zwei separaten Bremsarmen, die links und rechts der Felge sitzen. Um Cantilever-Bremsen anbringen zu können, müssen dafür geeignete Bremssockel am Rahmen vorhanden sein, an denen die Klemmschrauben Halt finden. Dieser Bremsentyp entfaltet seine Wirkung über Kipphebel, die auch „Ausleger" (engl. Arten: Die Direktzugbremse ist die Seitenzug-Variante der traditionellen Cantilever-Bremse. Hier kommt das Kabel von der Seite. Die Bremsarme sind länger, wobei ein Arm mit dem Kabelgehäuse und einer mit dem Seilzug verbunden ist.

Mechanische vs. Hydraulische Felgenbremsen

Neben den mechanischen Felgenbremsen, die über Handkraft und Seilzüge, sogenannte Bowdenzüge, arbeiten, gibt es auch hydraulische Felgenbremsen. Felgenbremsen gibt es auch als hydraulische Variante. Weit verbreitet, vor allem bei E-Bikes, ist hier die Magura HS11. Dieses Bremssystem ist aufgrund der Hydraulik leistungsstärker und besser dosierbar. Das ist gerade im Leistungssport oder bei höheren Lasten von Vorteil. Im Straßenverkehr sind solch starke Bremsen natürlich Gold wert. Hydraulische Bremsen greifen fester und gleichmäßiger bei weniger Druck auf den Hebel. Also es gibt einen theoretischen Vorteil.

Sie arbeiten mit Öldruck und gelten im Vergleich zu mechanischen Felgenbremsen als sehr direkt und leistungsstark. Hydraulische Felgenbremsen entfalten also eine stärke und damit sicherere Bremswirkung als mechanische. Außerdem muss man bei ihnen die Seilzüge nicht regelmäßig austauschen.

Vor- und Nachteile von Felgenbremsen

Die Leistung von Felgenbremsen im Vergleich zu Scheibenbremsen variiert deutlich unter verschiedenen Wetter- und Fahrbedingungen. Bei trockenem Wetter bieten Felgenbremsen eine solide und zuverlässige Bremsleistung, die für die meisten städtischen und leichten Freizeitfahrten ausreichend ist. Ihre Effizienz kann jedoch bei Nässe, Schmutz oder Schlamm signifikant abnehmen, da Wasser und Schmutz auf den Felgen die Reibung zwischen Bremsbelägen und Felge reduzieren.

Bei Nässe ist die Bremsleistung schwächer, da der Wasserfilm auf der Felge die Reibung und damit die Bremskraft entschärft. Des Weiteren wird das Material der Felge beim Bremsvorgang belastet. Somit ist die Felge ein übliches Verschleißteil. Bist du eher Schönwetterfahrer oder meist auf trockenem, ebenem Untergrund unterwegs, solltest du mit Felgenbremsen für die meisten Situationen gewappnet sein.

Die mechanische Felgenbremse bremst, wie der Name schon verrät, auf der Felge. Das erfolgt über zwei Bremsklötze, welche auf die Felgenflanke gepresst werden. Intensität und Dauer des Bremsvorganges werden über die Bremszüge kontrolliert. Diese werden über Bremshebel am Lenker gesteuert. Sie ist technisch einfach gestrickt und mit ein wenig Know-How leicht einzustellen.

Sind Bremsklötze oder andere Verschleißteile an der Felgenbremse nicht mehr leistungsfähig, können diese mit ein paar einfachen Griffen ersetzt werden. Felgenbremsen sind in der Regel einfacher zu warten, und die Kosten für Ersatzbremsbeläge sind oft niedriger als die spezifischen Bremsbeläge für Scheibenbremsen. Die Langzeitkosten für den Betrieb und die Wartung von Felgenbremsen können im Vergleich zu Scheibenbremsen geringer sein, insbesondere in Bezug auf die Anschaffungskosten und einfache Reparaturen.

Allerdings kann der Verschleiß an der Felge selbst bei intensiver Nutzung ein signifikanter Faktor sein, da die Felgen bei jedem Bremsvorgang direkt abgenutzt werden. Scheibenbremsen hingegen können höhere Anfangskosten haben und erfordern möglicherweise spezielles Werkzeug für bestimmte Wartungsarbeiten, aber ihre Bremsscheiben und -beläge halten in der Regel länger als die Bremsbeläge und Felgen bei Felgenbremsen.Mechanische Felgenbremsen gibt es in sehr günstigen, aber auch extrem hochwertigen Ausführungen. Bei guten Felgenbremsen braucht man nicht viel Kraftaufwand, um die maximale Bremsleistung zu erreichen. Dafür genügen dann auch zwei Finger pro Bremshebel. Das verkürzt den Bremsweg erheblich und steigert das eigene Sicherheitsgefühl im Straßenverkehr.

Felgenbremsen könnten in sehr spezifischen Situationen, wie beispielsweise bei extremen Abfahrten, wo Aerodynamik eine größere Rolle spielt und die Umweltbedingungen trocken sind, einen marginalen Vorteil in Bezug auf Gewicht und Luftwiderstand bieten.

Innovationen und Entwicklungen

Im Bereich der Felgenbremsen gibt es stetige Innovationen und Entwicklungen, um ihre Leistung und Zuverlässigkeit unter verschiedenen Bedingungen zu verbessern. Einige Hersteller arbeiten an der Verbesserung der Materialien für Bremsbeläge, um eine bessere Bremskraft und weniger Verschleiß bei Nässe zu gewährleisten. Einige Innovationen umfassen auch die Einführung von wasserabweisenden Beschichtungen auf Felgen, die helfen, Wasser schneller abzuleiten und so die Bremsleistung bei Nässe zu verbessern. Trotz dieser Bemühungen bleiben die physikalischen Einschränkungen, die durch die direkte Reibung an der Felge bedingt sind, bestehen.

Alternativen: Scheibenbremsen

Mechanische und hydraulische Scheibenbremsen sind technisch gleich aufgebaut. Die mechanische Scheibenbremse arbeitet mit einem reinen Bremszug, während die hydraulische Variante Ölleitungen montiert hat. Bei beiden Varianten findet der Bremsvorgang an einer zusätzlichen Bremsscheibe statt. Das hat den Vorteil, dass die Felge nicht belastet wird. Ebenfalls ist das Bremsen geschützter als bei der Felgenbremse, da sich die Bremsbeläge im Inneren des Bremssattels befinden. Dadurch wird das Bremsverhalten durch Witterung oder Schmutz wenig beeinträchtigt. Die Hitzeentwicklung ist gegenüber einer Felgenbremse deutlich geringer, weshalb das "Verglasen" der Bremsbeläge bei einer Scheibenbremse nicht auftritt.

Insgesamt ist die Bremsleistung einer guten mechanischen Scheibenbremse besser als die einer vergleichbaren Felgenbremse. Dieses Problem tritt bei der hydraulischen Scheibenbremse nicht auf! Hier kommt eine ganze Reihe an Vorteilen auf Sie zu. Die Felge wird nicht belastet, die maximale Bremsleistung ist mit wenig Kraftaufwand verbunden und die Dosierbarkeit extrem gut. Bremsbeläge der hydraulischen Scheibenbremse sind aufgrund der Materialbeschaffenheit langlebiger als Bremsklötze der Felgenbremse. Vorteil hier: Die Bremsbelege nutzen sich gleichmäßig ab, da sie beim Bremsen mit der gesamten Oberfläche auf die Bremsscheibe gepresst werden.

Bei modernen Fahrrädern und E-Bikes sind hydraulische Scheibenbremsen bereits heute weit verbreitet. Sie sind insgesamt im Gewicht etwas schwerer und technisch anspruchsvoller. Als Bremsentyp werden Scheibenbremsen zu Recht immer häufiger eingesetzt. Ihre starke Bremskraft bei allen Bedingungen stellt dabei das ausschlaggebende Argument für das System mit Bremsscheibe dar. An Mountainbikes werden (hydraulische) Scheibenbremsen bereits so gut wie standardmäßig vorausgesetzt. Wie es auch bei den Felgenbremsen der Fall ist, kommen bei Scheibenbremsen sowohl mechanische als auch hydraulische Varianten zum Einsatz. Bei der Bremskraft sind Hydraulik-Bremsen den mechanischen Varianten also überlegen. Aus diesem Grund gibt es bei Mountainbikes an ihnen quasi keinen Weg vorbei.

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