Trekkingräder sind die wahren Weltmeister der Vielseitigkeit. Geboren aus den Mountainbikes der wilden Anfänge, weiterentwickelt zu sportiven Allroundern, die auf vielen Untergründen und in vielen Situationen zurechtkommen, vom Alltag über Pendelei bis zum Freizeittourer und kräftigen Weltentdeckerrad. Ein umfangreicher Pool an möglicher Ausstattung unterstützt Räder und Fahrer dabei. Im Kern sind die Trekkingräder dennoch Gefährte, die primär im Alltag genutzt werden.
Sieben Trekkingräder, geeignet für Alltag und Tour und dabei moderat bepreist: Das ist die Grundlage dieses Tests. Darum widmet sich dieser Test dem Schwerpunkt „Kettenschaltung“.
Warum Kettenschaltung?
Die Kettenschaltung ist auch deshalb typisch, weil sie diese Fahrräder sportlicher macht, als es Naben- oder Getriebeschaltung tun, zumindest ein bisschen. Eine feinere Gangabstufung lässt sich leichter mit einer großen Übersetzungsbandbreite kombinieren. Einzelteile lassen sich leicht ersetzen und tauschen. So kann man ein Rad, oder besser: dessen Schaltung, auch recht einfach an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Etwa mit einer anderen Kassette.
Grundsätzlich reagiert eine Kettenschaltung knackiger, direkter und damit spontaner und sportlicher auf den Druck am Schalthebel. Und das auch unter Last, also Pedaldruck, zum Beispiel im Antritt an einer Steigung.
Vor- und Nachteile der Kettenschaltung
Bei allen Vorteilen hat eine Kettenschaltung auch Nachteile. Die Gangsprünge sind nicht immer gleichmäßig groß und besonders mit Zwei- und Dreifachkurbeln manchmal so klein, dass einzelne Gänge nahezu identisch sind. Die rechnerische Ganganzahl entspricht also nicht der nutzbaren. Sie hat auch darum einen höheren Wartungsaufwand, sprich: regelmäßige Reinigung und Pflege mit Ölen für eine reibungslosen und kraftsparenden Lauf.
Um Gewicht, Teile und die Gangwahl übersichtlich zu halten, setzen ausgehend vom Mountainbike moderne Kettenschaltungen auf Kurbeln mit einem oder zwei Kettenblättern, üblicherweise kombiniert mit entweder großen oder sehr großen Kassetten für Übersetzungsbandbreiten von bis zu 530 Prozent, allerdings zum Preis teils deutlich großer Gangsprünge. Eine Schaltung mit Einfachkurbel kommt dabei von der Idee her einer Getriebeschaltung sehr nahe, bringt aber starken Kettenschräglauf mit.
Shimano Cues: Eine moderne Option
Die „Cues“-Familie ist Shimanos jüngstes Kettenschaltungsensemble und bietet nicht nur all diese modernen Optionen, sondern auch sonst alles, was das Trekkingherz sich wünscht und das in drei günstigen Preisklassen. So wundert es nicht, dass sie sich gerade an eher preiswerten Modellen für den Alltagseinsatz durchgesetzt hat. Der Test belegt das mehrheitlich. Entwickelt wurde die Antriebscombo, um den hohen Kräften an EBikes zu widerstehen. Das „Link-Glide“-System soll unter Motoreneinsatz für sanfte Gangwechsel sorgen. Dass die Schaltungen, je preiswerter, desto stärker, im Test nicht ganz geschmeidig wechseln, liegt auch an der doch insgesamt einfacheren Qualität, im Vergleich etwa zu der XT-Schaltung am Tout Terrain. Insbesondere die Schalthebel und ihre Druckpunkte wirken etwas indirekter. Alle Räder bestehen aber alle Schaltsituationen. Das gilt auch für die einfachste Cues-Ausführung am Raymon.
Die Testkandidaten im Detail
Raymon Zayn Pro
Stichwort Raymon: Räder zu geringeren Preisen haben es immer etwas schwer im vergleich mit höherpreisigen. Man kann aber besten Gewissens festhalten, dass das Zayn Pro einen sehr guten Eindruck hinterlässt. Es läuft leicht und gefällt mit ordentlicher Beschleunigung und gutem Komfort.
Radon Sunset 9.0
Trotzdem bekommt das Radon Sunset 9.0 zu Recht den Preis-Leistungs-Tipp. Es kostet faktisch nur 100 Euro mehr. Technisch ist der Sprung aber größer. Herausragend ist die Luftfedergabel von RockShox. Sie begeistert mit einem top Ansprechverhalten.
Diamant Mahon Trip Plus
Das Diamant Mahon Trip Plus ist nicht nur ganz neu - es ist Teil einer Modellfamilie, die erst vor kurzem ins Leben gerufen wurde -, es gefällt auch mit seinem elegant modernen Rahmen, der ihm eine passend sportiv aktive Optik verleiht. Diamant setzt schon länger auf die Einfachheit von Einfachantrieben, was hier eine 1×11-Schaltung bedeutet.
Stevens Randonneur
Ab dem Stevens Randonneur geht es mit starren Gabeln weiter, was sich nur bei ihm selbst direkt auch im Gewicht widerspiegelt. 14,2 Kilogramm sind eine echte Ansage für die Preisklasse. Da macht der Umgang Freude und der Antritt wird beschwingt.
vsf Fahrradmanufaktur T-500
Preislich gleich, setzt die vsf Fahrradmanufaktur beim T-500 auf einen schlanken Stahlrahmen, der für diese Liga guten Komfort bieten kann.
Contoura
Weiter geht es mit Stahl bei Contoura und Tout Terrain. Das Contoura allerdings fällt mit großen Oversize-Rohren auf, die sogar den für einen Moment unaufmerksamen Tester in die Aluminium-Irre führten. Die dadurch erhöhte Rahmenfestigkeit können die breiten 27,5er-Reifen wieder erfolgreich ausgleichen und nebenbei für Leichtlauf wie Agilität des spritzigen Bikes sorgen.
Tout Terrain
Das Tout Terrain markiert die Preisobergrenze und gefällt nicht umsonst mit dem besten Rahmen und seinen Details wie dem angeschweißten Gepäckträger und integriertem Lenkanschlag. Damit kann es auch in höheren Ligen auf sich aufmerksam machen und gewinnen. Die noch moderate Ausstattung trägt es unter die 3000-Euro-Marke.
Fazit
Die sieben Räder in diesem Test wissen zu gefallen. Das gilt für das günstige Raymon Zayn Pro ebenso wie für das Tout Terrain am oberen Preisende. Sie sind vielleicht nicht direktvergleichbar, aber man kann sie vergleichen, um die Möglichkeiten, die in jedem Budget stecken, zu erkennen. Und die sind bei allen Testrädern vielseitig. Die einen sind eher alltagsorientierter, die anderen auch reisetauglicher. Freude und Vergnügen macht Fahrradfahren immer.
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