Zum Indoor Cycling ins Fitnessstudio gehen? Das muss nicht sein, zumindest nicht für Fitnessbewusste, die gerne zu Hause trainieren. Das Argument, das wohl am meisten für die Anschaffung eines eigenen Indoor Bikes spricht, ist der einigermaßen unkomplizierte Aufbau und die geringen Hürden, die mit der Nutzung eines Heim-Bikes verbunden sind. Übrigens: Indoor Bikes sind vielen eher als »Spinning Bikes« bekannt. Bei »Spinning« handelt es sich jedoch um eine geschützte Marke, die nicht nur deren Indoor Bikes abdeckt, sondern auch bestimmte Trainingskonzepte. Deshalb bezeichnen wir die Produktgruppe als »Indoor Bikes« bzw.
Die besten Indoor Bikes im Test
Bowflex IC Bike SEi
Das IC Bike SEi von Bowflex ist unser Preis-Leistungs- und damit auch Testsieger. Für rund 1.500 Euro liefert das grundsolide Indoor Bike auch anspruchsvollen Fortgeschrittenen ein schönes Trainingsspektrum - egal, ob man es mit den On Board-Trainingsprogrammen verwendet oder mit einer Trainingsapp wie Kinomap auf dem Smartphone oder Tablet koppelt. Schon beim Auspacken behagt uns die No-Nonsense-Herangehensweise von Bowflex.
Zwar wird das IC Bike SEi von nur einer Strebe auf dem Grundgestell abgestützt, was dem Indoor Bike eine gewisse Extravaganz verleiht - für die Steifigkeit ist diese Konstruktion in unseren Augen jedoch nicht von Nachteil. Das Bike gibt jedenfalls auch im Wiegetritt kaum nach, der Hersteller gibt zudem ein maximales Nutzergewicht von 150 kg an, was wir dem Bowflex auch 1:1 abnehmen. Schön zu sehen ist auch, dass Bowflex zwei 1,5-kg-Hanteln beilegt, um zu unterstreichen, dass das IC Bike SEi den Zugang in einen ganzen Trainingskosmos ermöglicht, so man über das reine Radtraining hinaus blicken möchte. In der Preisklasse sind vom Display keine Wunder zu erwarten, und doch hat uns das kompakte 7-Zoll-LC-Display aufgrund seiner Kontraststärke sehr gut gefallen.
Bowflex setzt auf eine manuelle Widerstandseinstellung per Drehknopf - der Widerstand lässt sich über 100 fein gerasterte Stufen regeln. Auf der gepolsterten Ablage lassen sich Smartphone oder Tablet sicher ablegen und allerlei Trainingsapps nutzen - in unserem Fall Zwift, aber auch Kinomap, Peloton oder JRNY. Wohingegen andere Hersteller schon voll auf das Abtauchen in die virtuelle Trainingswelt setzen, macht das Training auf dem Bowflex auch durchaus noch mit den »Bordmitteln« Spaß. Sitzt man einmal darauf, überzeugt das Bowflex durch eine hohe Verwindungssteifigkeit. Auch im Wiegetritt kommt die Kraft dort an, wo sie hinsoll. Allein im Lenkerbereich hätten wir uns etwas mehr Steifigkeit gewünscht - auch wenn man den Verstellknopf stark anzieht, neigt die Front des Bikes leicht zum Kippeln. Ach ja - beinahe hätten wir die Dual-Pedale vergessen.
Speediance Velonix
Speediance hat mit dem eleganten Velonix einen Radtrainer im Programm, der insbesondere beim Display und beim Design punkten kann. Speediance setzt anstatt eines mechanisch gebremsten Schwungrads auf einen elektronisch geregelten Widerstand, wodurch das Indoor Bike sehr leise bleibt. Der Speediance Velonix ist unsere erste Wahl in der Preisklasse bis 3.000 Euro, wenn es um ein auf die virtuelle Trainingswelt abgestimmtes Indoor Bike geht. Das chinesische Unternehmen pirscht sich mit dem Trainer an die Platzhirsche von Peloton hera - »die Peloton-Alternative« nennt sich Speediance dann auch keck.
Ein Hinweis gleich zu Beginn: Mit nicht einmal 50 Kilogramm »Lebendgewicht« ist das Velonix um einiges leichter als die Peloton-Konkurrenz. Es lässt sich für eine kräftige Einzelperson damit auch etwas unkomplizierter handhaben bzw. Das Velonix lässt sich zwar auch ohne WLAN-Verbindung nutzen, ist aber für die »Dauerverbindung« mit dem Netz vorgesehen. Doch ehe wir die Verbindung mit dem Router herstellen, treten wir erst einmal so ein wenig in die Pedale. Hat man das Bike dann einmal mit dem Netz verbunden, steht dem Abtauchen in die virtuelle Trainingswelt der Velonix Academy nichts mehr im Wege. Hier muss sich das Velonix erneut mit Peloton messen - und kann dem dortigen Trainingsprogramm Paroli bieten. Ob man nun mit dem einen Trainer mehr sympathisiert oder mit dem anderen, ist Geschmackssache. Will man hier kompletten Zugriff, ist aktuell (Stand Mai 2025) eine Monatsgebühr von rund 15 Euro fällig.
Ein Feature wird besonders die Streaming-Fans unter den Trainierenden freuen: Wer möchte, kann sich während langer Trainings auf Netflix und anderen Plattformen die Lieblingsserie amschauen. Und noch etwas unterscheidet das Velonix von den Peloton-Modellen: Statt auf ein Schwungrad setzt der chinesische Hersteller auf einen virtuellen Widerstand - wie ICG und TrueKinetix. Im Vergleich zu Letzterem ist das Velonix aber deutlich hübscher designt - und im Vergleich zum ICG etwas günstiger, ohne allerdings das Renommee mitzubringen. Doch auch hier gilt: Die auslesbaren Daten dürften auch ambitionierten Amateuren und (Halb-)Profis zur Analyse reichen.
Peloton Bike
Wer sich für interaktives Training mit Coaches und einer Community interessiert, sollte sich das Peloton Bike ansehen. Nimmt man die zusätzlichen Kosten für die Mitgliedschaft in Kauf, erhält man hier ein riesiges Online-Kursangebot - teils live, teils aufgezeichnet. Auf dem großen Monitor sieht und hört man dem Trainer zu und hat gleichzeitig alle Daten zum Training im Blick. Das edle, in Schwarz gehaltene Peloton Bike kam schon fast fertig aufgebaut bei uns an. Der Aufbauservice, den Peloton für einen »kleinen« Obolus anbietet, muss quasi nur noch den Monitor anbringen - und das dauert nicht länger als fünf Minuten.
Fertig aufgebaut macht das Bike einen hochwertigen Eindruck, der dem hohen Preis gerecht wird. Satte 61 Kilogramm bringt es auf die Waage - da sind Rollen zum Manövrieren natürlich Pflicht. Im Hinblick auf Verstellmöglichkeiten hat Peloton an alles Wichtige gedacht: Der Sattel ist in der Höhe und im Abstand zum Lenker verstellbar, auch der Lenker selbst ist höhenverstellbar und bietet verschiedenste Griffmöglichkeiten. Apropos bequem: Das ist auch der Sattel selbst, und zwar ohne dabei an Sportlichkeit einzubüßen. Für uns bietet er einen idealen Kompromiss aus Komfort und Performance. Wer dennoch unzufrieden ist, kann natürlich auch seinen eigenen Sattel montieren. Standardmäßig wird das Peloton Bike mit Klickpedalen ausgeliefert.
Über einen Drehknopf am Rahmen verstellt man den Widerstand. Ganze 100 Stufen gibt es, wobei man beim Drehen leider keinen Hinweis (etwa durch Klicken) erhält, wie weit man den Widerstand gerade erhöht oder senkt. Das Herzstück des Peloton Bikes ist der große Bildschirm. Die bereits angeschlossenen Kabel sind fest ummantelt, außerdem gibt es an der Rückseite weitere Anschlussmöglichkeiten für Kopfhörer, USB, Ethernet und Pulsmessgeräte - sowie Tasten zur Lautstärkeregulierung. Die Ersteinrichtung umfängt nun die Konfiguration des Bikes, die Verbindung mit dem heimischen WLAN (notwendig!) und das Erstellen des eigenen Kontos. Danach steht man sogleich vor der Wahl des Abonnements. Zur Verfügung stehen die All-Access-Mitgliedschaft für 39 Euro pro Monat sowie die Peloton-App-Mitgliedschaft (12,99 Euro/monatl. für eine begrenzte Kursauswahl).
Hat man sich für ein Abo entschieden, so landet man schnurstracks im Hauptmenü: Dort bekommt man etwa persönliche Vorschläge für Workouts, eine tägliche Auswahl sowie eine Liste aktuell beliebter Trainingsprogramme. Pro Tag gibt es einige Live-Kurse, die man im »Zeitplan« einsehen kann. Diese Live-Kurse machen in aller Regel am meisten Spaß, da man sich in Echtzeit mit allen Trainierenden über ein Leaderboard misst. Und wenn man besonders schnell ist, bekommt man mit Glück sogar ein Shoutout vom Trainer. Fazit: Das Peloton Bike eröffnet einen beeindruckenden Trainingskosmos - und wir konnten trotz der jetzt schon stattlichen Textlänge bei weitem nicht auf alle kleinen Funktionen eingehen. Wer Motivation durch einen Trainer, eine Community und abwechslungsreiche Trainings braucht, kommt hier voll auf seine Kosten.
ICG IC7
Das ICG IC7 ist unser Tipp für die Profis unter den Indoor-Bike-Fans. Das sehr verwindungssteife und hochwertig verarbeitete Indoor Bike verfügt über eine präzise Wattmessung, eine sehr intuitive Bedienung ohne zu viel Schnickschnack und eine verlässliche Ermittlung von Leistungsdaten. Mehr als 3.000 Euro für ein Indoor Bike sind schon eine Investition. Entsprechend gut haben wir uns überlegt, ob wir das IC7 des Nürnberger Indoor Bike-Experten ICG in die Empfehlungen aufnehmen. Zunächst einmal stehen wir vor einem Rätsel: Beim Aufbau unserer vier Indoor Bikes, die wir im Test-Update im Mai 2025 aufnehmen, vermissen wir beim ICG IC7 das Netzkabel. Schnell wird klar: Das Bike hat gar keines, denn es versorgt sich selbst mit Strom.
Einmal draufgesetzt, will man gar nicht mehr runter - da wackelt kaum etwas. Schnell wird deutlich, dass hier kein Freizeit-Hokuspokus betrieben wird, sondern ernsthafte Trainingseinheiten im Fokus stehen. Das ICG versucht nicht, mit riesigen Bildschirmen in virtuelle Trainingswelten zu entführen, sondern beschränkt sich zunächst auf das Wesentliche. Natürlich kommen auf dem IC7 auch Gelegenheitstrainierer auf ihre Kosten, der Fokus liegt jedoch auf ambitionierten Freizeitsportlern und Profis, die mit System an ihrer Form feilen wollen. In die gleiche Kerbe schlägt auch ICGs Coach-by-Color-Trainingsfunktion. Dieser virtuelle Trainer stimmt das Training auf den aktuellen FTP-Wert (FTP=Functional Threshold Power - Watt-Leistungsschwelle) ab.
Begeistert hat uns das realitätsnahe Fahrgefühl. Wo sich günstigere Indoor Bikes mehr oder weniger wie ein »echtes« Renn- bzw. Fahrrad anfühlen, kommt das IC7 dem realen Fahrgefühl schon sehr nahe. Sehr gut gefallen hat uns in diesem Zuge auch die schnelle, unkomplizierte Verstellung der Sitzposition. Das IC7 eignet sich damit auch für größere Fahrer (wir fühlten uns mit unseren knapp 190 cm pudelwohl). Wie mit wenig anderen Trainern fühlten wir uns als leistungsorientierte Amateure auf dem ICG IC7 schlichtweg »gut aufgehoben«.
Zwift Ride
Der Zwift Ride lässt jedem Zwifter das Wasser im Munde zusammenlaufen - er ist die logische Erweiterung und ideale Ergänzung zur wohl beliebtesten Radtrainings-App auf dem Markt. Man stelle sich vor, Ikea würde ein Indoor Bike anbieten, es würde in etwa so aussehen wie der Zwift Ride. Der Ride besticht durch sein Design und seine Simplizität - keine Überladung mit Grafiken, keine Effekthascherei. Bei etwas genauerer Betrachtung fällt auf: Zwift hat im Falle des Ride einige Geräte aus seinem Produkt-Kosmos mit einem recht schönen Rahmen kombiniert. Eines steht am Anfang wie bei allen anderen Indoor Cycling Bikes im Vordergrund - der Aufbau.
Dieser gestaltet sich beim Zwift Ride denkbar einfach - und ist innerhalb unseres Tests in Sachen Simplizität nur mit dem TrueKinetix TrueTrainer vergleichbar. Im Nu hat man Rahmen und Trainer miteinander kombiniert, ein simples Schablonen-System macht die Einstellung auf die richtige...
Weitere Informationen und Tipps
Das Angebot an geeigneten Sportgeräten ist groß. Ein Indoor Bike simuliert im Großen und Ganzen Trainingsfahrten mit einem Rennrad oder Mountainbike. Nun kommt hinzu, dass die auf Indoor Bikes verbauten Computer verschiedene Trainingsprogramme simulieren können, also den Widerstand automatisch in bestimmten Intervallen bzw. Abstufungen variieren. Zudem lassen sich in der Regel verschiedene Tempi und die Trainingsdauer vorher konfigurieren.
Dazu kommt das Training nach Herzfrequenz. Einige Bikes sind mit am Lenker fest verbauten Herzfrequenzsensoren ausgestattet, andere können per Bluetooth mit Herzfrequenz-Brustgurten verbunden werden. Hersteller von Indoor Cycling Bikes haben sich viel einfallen lassen, um potenzielle Käufer von ihren Produkten zu überzeugen. Allein die Formenvielfalt ist erstaunlich, kein Indoor Bike gleicht dem anderen. Klick-Pedale, die mit dem Marktführer, dem Shimano Pedaling System (SPD) kompatibel sind, gehören zum Standard.
Die Indoor Bikes unterscheiden sich im Test besonders im Preis. Nach oben sind kaum Grenzen gesetzt, wobei die günstigsten Indoor Bikes im Test rund 700 Euro kosten. Rein optisch bemerkt man die Unterschiede schon hinsichtlich der Displayqualität und den integrierten Multimediafunktionen. Das Fahrgefühl unterscheidet sich übrigens ebenfalls von Bike zu Bike. Luxusmodelle wie das TrueKinetix TrueBike sind etwa mit einem KI-Widerstand ausgestattet, der Fahrstrecken sehr exakt und realitätsnah abbilden kann.
Speediance und Peloton etwa legen den Fokus auf das interaktive Training in Online-Kursen. Dort kann man mit Freunden virtuell radeln - was den ein oder anderen sicherlich motivieren wird. Die Kehrseite: Will man solche Trainingswelten vollumfänglich nutzen, muss man eine Monatsgebühr zahlen. Indoor Bikes, die keine App-Konnektivität aufweisen, gehören der Vergangenheit an. Durch die Verbindung mit Trainings-Apps wie Zwift und Kinomap lässt sich der Trainingsspaß deutlich erweitern - wobei das noch stark untertrieben ist.
Wohingegen die meisten Displays maximal Balkendiagramme oder simple Animationen wiedergeben können, zaubert z. B. Virtuelle Trainingswelten - bei Zwift »Watopia« genannt - laden zum Auskundschaften ein. Im virtuellen Raum misst man sich mit anderen »Zwiftern« und integriert somit den kompetitiven Aspekt ins Training.
Bisher gibt es keine seriösen Testberichte zu unserem Testsieger. Die Stiftung Warentest hat bislang auch keine Indoor Bikes getestet.
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