Durchschnittliche Fahrradgeschwindigkeit für Untrainierte: Was Sie Wissen Sollten

Als erstaunliche Begleiterscheinung der Corona-Pandemie macht derzeit der Megatrend Radfahren von sich reden: Die Deutschen fahren so viel Rad wie nie zuvor. Nicht wenige Hobbyradler wagen sich zum ersten Mal in ihrem Leben auf ein Rennrad. Die Gründe dafür sind so unterschiedlich wie die Landschaft zwischen Flensburg und den Alpen: Manche möchten ihren Fitnesszustand verbessern, andere reizt die hohe Geschwindigkeit, und wieder andere wollen neue Leute oder unbekannte Gegenden kennenlernen.

Faktoren, die die Geschwindigkeit beeinflussen

Die Geschwindigkeit beim Radfahren hängt von vielen Faktoren ab. Dabei sagt die Geschwindigkeit relativ wenig über die tatsächlich erbrachte Leistung und Fitness aus.

  • Gelände: Der durchschnittliche Speed ist immer vom Profil der Strecke und den Höhenmetern abhängig. Mal eine flache Strecke, mal durch hügeliges oder bergiges Gebiet.
  • Wind: Wie stand der Wind auf der Strecke? Gegenwind, Regen oder extreme Hitze können dich verlangsamen.
  • Gruppe: Nicht zuletzt hängt die erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Rennrad davon ab, ob man allein oder in der Gruppe fährt: Im Rudel fährt man grundsätzlich schneller.
  • Fitnesslevel: Auch dein Fitnesslevel ist entscheidend für deine Leistungsfähigkeit auf dem Rad.

Durchschnittliche Geschwindigkeit für Untrainierte

Es kommt auf die Anzahl der Kilometer an, aber ein Untrainerter fährt normalerweise im Durchschnitt so zwischen 15 und 22 km/h. Gemütlich ist 13 kmh, ambitioniert ist 20 kmh. Wer über 25 kmh schafft (im Schnitt),der muß schon gut trainiert sein !

Auf dem E-Bike oder Pedelec sind das natürlich als Untrainierter im Durchschnitt mehr: Dort fährt man mit dem Rad zwischen 20 und 25 km/h. E-Bikes sind in Europa auf 25 km/h gedrosselt.

Mit einem Rennrad fährt man auch als Untrainierter seine Minimum 20-30 km/h in der Ebene (Durcschnittsgeschwindigkeit). Ein Gravelrad ist etwas schwerer und dazu fährt man vielleicht auf Schotter etwas langsamer.

Aus den Durchschnittsgeschwindigkeiten ergibt sich auch die Zeit die man braucht. Für 10 Kilometer braucht man auf dem Trekkingrad eben ca. eine Dreiviertelstunde. Für 5 Kilometer im Flachen evtl. nur 15-20 Minuten.

Vergleichswerte: Durchschnittsradler vs. Profi

Um dir eine bessere Einschätzung deiner Werte geben zu können, kannst du diese nachstehend mit denen eines Durchschnittsradlers und den Werten von Profis vergleichen.

Durchschnittsradler Rad-/Triathlon-Profi
Durchschnittsgeschwindigkeit im Flachen 28,9 km/h 41,4 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit bei 5% Steigung 15,3 km/h 24,1 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit bei 8% Steigung 11,3 km/h 19,3 km/h

Tipps für Einsteiger auf dem Rennrad

Was muss man als Einsteiger auf dem Rennrad beachten? Hier sind einige Tipps, die Ihnen den Einstieg erleichtern:

  • Fahrradwahl: Umso wichtiger ist es, dass man die eigenen Bedürfnisse und das bevorzugte Einsatzgebiet vorab klar definiert. Wer besonders viel Wert auf Aerodynamik legt, sollte ein Aero-Rennrad wählen. Wer vorhat, Rennen zu bestreiten, sollte sich für ein schlankes Race-Rennrad mit sportlicher Sitzposition entscheiden. Und wer gerne mal einen Ausflug ins Gelände macht, für den ist ein Gravel- oder Cyclocross-Rennrad ideal. Das Touren-Rennrad gilt als perfekte Kompromisslösung.
  • Trainieren: Richtig Rennrad fahren - das bedeutet vor allem: richtig trainieren. Zweimal in der Woche je eine kurze Ausfahrt - das ist das Minimum. Auch kurze Ausfahrten von 60 Minuten Länge sind nützlich, um die Ausdauerleistungsfähigkeit und die Kraft zu trainieren.
  • Fahrtechnik: Als Anfänger auf dem Rennrad sollte man daher der Fahrtechnik viel Aufmerksamkeit widmen. Beispiel: Beim Kurven fahren muss man den Schwerpunkt nach hinten verlagern, um nicht mit dem Vorderrad wegzurutschen. Hilfreich sind außerdem Reaktionsübungen und Ausweichübungen.
  • Geschwindigkeit: Bezüglich der Geschwindigkeit setzt man sich zu Beginn besser kein bestimmtes Ziel - man wird durch das Training automatisch nach und nach schneller.
  • Ausrüstung: Anfänger auf dem Rennrad kennen sich logischerweise nicht gut mit den einzelnen Komponenten und technischen Details ihres neuen „Spielzeugs“ aus. Daher sollte man sich als Frischling nicht scheuen, neben der routinemäßigen Wartung und Radpflege auch kleinere Reparaturen selbstständig durchzuführen.
  • Trainingsgruppe: Zu den wichtigsten Rennrad Tipps für Beginner gehört der Hinweis, dass man sich einer Trainingsgruppe anschließen sollte. Als Autodidakt kommt man im Ausdauersport zwar relativ weit, aber irgendwann stößt man zwangsläufig an seine Grenzen. Außerdem macht das Training in der Gruppe gerade an Tagen, an denen man wenig Lust auf Sport hat, besonders viel Spaß.
  • Ernährung: Je nach Länge der geplanten Strecke sollte man als Einsteiger auf dem Rennrad schon einen gewissen Proviant mitnehmen. Bei Touren unter 90 Minuten reicht ein Getränk - etwa verdünnter Apfelsaft -, bei längeren Touren darf es ruhig eine Banane, ein Energieriegel oder ein Energiegel sein.
  • Pulsmessgerät: Für Untrainierte macht es durchaus Sinn, mit Pulsmessgerät zu trainieren. Man lernt dadurch seinen Körper kennen und vermeidet eine zu hohe oder zu geringe Belastung. Aber Vorsicht: Man sollte sich vom Pulsmesser - das gehört ebenfalls zu den essenziellen Rennrad Tipps - nicht das Training diktieren lassen.
  • Sitzposition: Die richtige Sitzposition ist für Einsteiger auf dem Rennrad von größter Bedeutung. Man sollte sich diesbezüglich Tipps von Fachleuten holen. Die Sattelhöhe und die Lenkerhöhe sind die wichtigsten Parameter, auf die man achten sollte. Stimmen sie nicht, drohen Rücken- und Knieschmerzen. Aber auch Sitzcreme erfüllt ihren Zweck. Durch sie vermeidet man wunde Stellen am Po.

Der Umstieg von einem Trekking- oder Citybike auf ein Rennrad ist vergleichbar mit dem Umstieg von Sneakern auf High Heels. Der gebogene Rennlenker, die schmalen Reifen, der härtere Sattel, die Klickpedale - alles fühlt sich irgendwie neu und seltsam an. Deshalb - und wegen der hohen Geschwindigkeit - ist das Rennrad für Anfänger durchaus nicht ungefährlich. Es ist noch kein Tour-de-France-Sieger vom Himmel gefallen.

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