Pinion Fahrradgetriebe: Funktion, Vorteile und Lesertests

Die Motor-Getriebeeinheit MGU von Pinion ist derzeit eines der heißesten Technikstücke auf dem Markt. Doch wie fährt sich das Getriebe am E-Mountainbike? Und kommt Pinion beim Thema Power, Lautstärke, Reichweite und Dosierbarkeit beim Endverbraucher an?

So funktioniert die Technik: Pinion MGU E1.12

Der Clou an der Pinion MGU ist die Kombination aus einem klassischen E-Bike-Motor (85 Nm, 600 Watt Spitzenleistung) mit einem Zwölfganggetriebe, integriert in einem erstaunlich kompaktes Gehäuse. Das verspricht einen Verschleiß am Getriebe, der wie beim Auto gegen null geht. Weiterer Vorteil: Kette oder Riemen laufen zur Kraftübertragung ans Hinterrad immer in einer Linie und werden weniger belastet, die exponierte Kettenschaltung am Hinterrad entfällt.

Um Wartung und Service für die neue Technik sicherzustellen, arbeitet Pinion mit der Flyer-Schwester Biketec zusammen, die mit ihrer Marke FIT auch die Displays, die Apps und die Akkus für das Pinion-System liefert.

Spannend: Per Firmware-Update kann das System mittlerweile auch vollautomatisch schalten. Dabei bietet Pinion sowohl einen reinen Automatikmodus an als auch den sogenannten Promodus, bei dem der Fahrer die Schaltentscheidungen der Automatik durch die Schalthebel überschreiben kann. Anders als bei den meisten Automatiksystemen soll die Pinion MGU sogar aus den Entscheidungen des Fahrers lernen und sich so immer besser an die Vorlieben des Fahrers anpassen.

Pinion MGU: Die Fakten im Überblick

  • Schaltung und Motor in einer Einheit
  • 4100 Gramm, 12 Gänge, 600 Prozent Bandbreite
  • 85 Newtonmeter, 600 Watt Spitzenleistung
  • Funktioniert mit haltbarem Antriebsriemen oder robuster Einfach-Kette.
  • Getriebe braucht einen Ölwechsel pro 10.000 Kilometer
  • Schalten im Stillstand und im Rollen möglich
  • Schaltautomatik per Firmware-Update

Erstkontakt beim EMTB Camp: “Das System ist genial!”

Wenige Minuten nachdem die Einladung mein Postfach verlassen hat, blinken die ersten Rückmeldungen auf. Bald hat sich die Hälfte der Teilnehmer unseres EMTB-Trail-Camps für ein Testbike vorangemeldet. Der Grund ist das vielleicht heißeste Stück Technik am Markt: die Motor-Getriebeeinheit MGU von Pinion.

Die ersten Leser starten gleich auf einem Simplon-Testbike mit MGU durch - die Neugier unter den Teilnehmern ist groß. Lesertester Gerd biegt nach einer ersten Runde auf dem Rapcon Pmax Pinion wieder auf den Parkplatz ein. “Das System ist genial”, findet er. “Die zackigen Schaltvorgänge”, aber auch Zusatzfeatures wie das “Schalten im Stand” konnten ihn gleich von der MGU überzeugen.

Denn ein Selbstläufer wird der Lesertest für Pinion sicher nicht. Denn über Pro und Kontra der MGU wurde schon viel geschrieben. Dass das System nicht zu den leisesten gehört und beim Doppelshift Schaltverzögerungen entstehen, hatte sich auch bei einigen Campteilnehmern herumgesprochen. Die großen Vorteile der MGU bei Wartung und Verschleiß können bei einem solchen Test über wenige Tage dagegen nur wenig zur Geltung kommen.

Manche Bedenken zerstreut der Pinion-Motor bei einigen Lesern schon im allerersten Anstieg. In einem leicht matschigen und steilen Uphill, in dem kaum einer noch ans Wiederanfahren denkt, betätige ich an meinem Testbike einfach den Knopf für die Schiebehilfe. Damit schiebt das Bike auch ohne Pedalumdrehung sanft an, bis der Schwung ausreicht, um wieder normal mittreten zu können. Erstaunte Blicke von allen Seiten.“Echt praktisch”, findet Lesertester Gerd. “Gerade wenn man den Trail noch nicht kennt!”

Und auch Profi-Guide Vivi aus dem Campteam ist begeistert: “Ich kann einfach immer schalten, egal in welcher Situation ich gerade bin.” Kein vorsichtiges Gangwechseln am Berg, bei dem man nur hofft, dass einem nicht gleich die Kette um die Ohren fliegt. Ebenfalls auffällig: In Sachen Wertigkeit hinterlässt die MGU fast überall einen gelungenen Eindruck. Kein Ruckeln mehr beim Schalten, kein Knarren, wenn mal die Einstellung nicht perfekt passt und die Kette erst richtig auf dem Ritzel einrasten muss.

Und was ist nun mit der Verzögerung beim Doppelshift, was mit dem lauten Motorgeräusch in den ersten vier Gängen? Die Kritikpunkte aus unseren Tests bei EMTB spreche ich immer wieder direkt bei den Teilnehmern an. Lesertester Nicolas winkt ab: “Der Pinion hat eben viel Leistung. Das darf man dann auch hören”, findet er, der sonst auf einem Cube mit Bosch-Motor unterwegs ist. Campteilnehmer Reiner sieht es etwas anders: “Auf einer langen Tour würde mich das vielleicht schon stören.” Die verzögerten Schaltvorgänge zwischen den Gängen vier und fünf sowie acht und neun, die dem EMTB-Testteam im Vergleich mit klassischen Antrieben negativ auffielen, spielen bei unseren Probanden kaum eine Rolle. Auch das Thema Gewicht sehen viele der Teilnehmer eher als generelles Problem bei E-Mountainbikes. “Leichter ist natürlich immer besser”, sagt EMTB-Leser Gregor, der sonst ein Specialized Levo Carbon fährt. Seinem Interesse an einem Bike mit Pinion MGU tut das keinen Abbruch.

Auf den Punkt gebracht: So schlägt sich die MGU im Lesertest

Das Schalten im Stand und Zusatz-Features wie Pre-Select (Schalten im Rollen) und Start-Select (festgelegter Anfahrtsgang) macht die Pinion MGU in den Augen vieler Leser-Tester zum überlegenen System gegenüber der Kettenschaltung. Auch dass man selbst in fiesen Rampen gefahrlos die Gänge wechseln kann, erwähnt fast jeder Tester lobend. Dosierbarkeit und Motorleistung können überzeugen. Der Motor bleibt bergab leise und nichts klappert, das fällt positiv auf. Gerade für anspruchsvolle Trails würden viele Tester in Zukunft lieber zu einem Bike mit Pinion MGU greifen als zur klassischen Kettenschaltung.

Im moderaten Gelände gibt’s nur wenig Kritik an Pinions MGU vonseiten der Leser. Im Gegenteil: Angenehmes und schnelles Schalten, gelungene Motorabstimmung, ordentlich Power - das passt! Displays und Bedienung überzeugen, die höhere Lautstärke in den ersten vier Gängen stört nur vereinzelte Tester, die großen Gangsprünge bemängelt nur ein einziger. Dass die Reichweite minimal geringer ausfällt als bei vielen gängigen Motor-Akku-Kombinationen ist da noch am ehesten ein Argument. In Summe ist trotzdem ganz klar: Die Begeisterung überwiegt.

Reichweite Pinion MGU: Stark, aber auch Energiefresser?

Heute steht die letzte große Tour auf dem Plan, aber die hat es mit einem kräftezehrenden Auf-und-ab-Trail zwischen Kaltern und Eppan noch mal richtig in sich. Perfekt für starke E-MTBs, die an den kurzen und extrem steilen Anstiegen voll ihre Stärken ausspielen können. Doch an Akkusparen ist hier nicht zu denken. Tester Uli, eigentlich begeistert von der MGU, schielt immer wieder ängstlich auf den Akkustand. Der pensionierte Sportlehrer muss wegen Problemen mit den Gelenken viel Unterstützung abrufen und schleppt sich nach gut 1300 Höhenmetern auf den letzten Prozenten zur rettenden Einkehr mit Lademöglichkeit.

Auch Tester Reiner meldet sich wieder zu Wort: “Mit meinem 750er-Bosch komm’ ich da sicher etwas weiter.” Das deckt sich mit unseren Erfahrungen: In kontrollierten Tests fuhren wir mit dem reichweitenstarken Bosch-System 20 bis 25 Prozent weiter, gängige Shimano-Akkus mit rund 720 Wattstunden schaffen etwa zehn bis 15 Prozent mehr. Viele Leser-Tester würden deswegen zähneknirschend zum großen 960er-Akku greifen, obwohl der die Bikes mit MGU noch teurer und schwerer macht.

Riemen gerissen: Peinliche Panne für die Pinion MGU?

Die ersten Gruppen sitzen schon beim Eis, als auch noch Lesertester Marcus angerollt kommt. Etwas hilflos schiebt der Münchener sein Testbike in den Radlständer und zuckt die Achseln: Antriebsriemen gerissen! Der Supergau für das vermeintlich pannensichere Pinion-System? Eine befriedigende Erklärung für den Defekt können auch die Profis von Pinion und Simplon nicht liefern. Produktions-, Transport- oder Montagefehler, verdreht oder beschädigt durch Steinschlag auf dem Trail? Es ist nicht mehr nachzuvollziehen.

Eigentlich sind Riemen eher haltbarer als Kettenantriebe, das sagen auch unabhängige Experten. Allerdings sind die enorm zugfesten Fasern im Riemen empfindlich gegen einige spezielle Belastungen. Obwohl der Defekt die Euphorie der Lesertester etwas dämpft: Ein echtes Problem sieht keiner im gerissenen Riemen. Ein Verschleißteil eben, sagen die meisten. Dass trotzdem nur wenige ein MGU-Bike kaufen würden, liegt vor allem am Preis. “Fast 10.000 Euro für ein Fahrrad - für mich ist das indiskutabel”, sagt Tester Nicolas. Auch Tester Gerd, der am ersten Tag schon so begeistert von Funktion und Schaltgeschwindigkeit der MGU war, zieht ein ähnliches Fazit. “Sechs oder sechseinhalb Tausend Euro, okay. Aber da warte ich lieber noch ein bisschen. Früher oder später werden die Preise schon fallen.”

Fazit der Leser: “In Summe ein richtig starkes System”

Das Feedback unserer Lesertester zur Pinion MGU ist ganz überwiegend positiv ausgefallen. Das andere Schaltgefühl im Vergleich zur Kettenschaltung und der Doppelshift wurden kaum als störend wahrgenommen. Zusatzfeatures wie Schalten im Stand sind neben dem geringeren Wartungsaufwand für viele Leser starke Argumente. Daran ändert auch der Riemendefekt nichts. Der hohe Preis bleibt für viele aber ein ernstes Hindernis.

Das sagt die EMTB-Redaktion

Pro:

  • Verschleiß- und wartungsarmes Getriebe, Schalten auch unter voller Antriebslast möglich
  • Schaltet auch im Stand und im Rollen. Auto-Shift per Firmware-Update verfügbar
  • Leistung, Gewicht, Baumaß und Dosierbarkeit auf Augenhöhe mit Bosch, Shimano und Co.
Kontra:
  • Hoher Einstiegspreis. E-MTBs mit Pinion MGU kosten circa 7500 Euro aufwärts.

Riemen besser als Kette? - Stärken & Tücken: “Beim Fully eine Herausforderung”

Was ist denn nun besser - Riemen oder Kette? Dipl.-Ing. Marco Rauch ist Productmanager bei Rohloff. Die Mittelhessen setzen bei ihren Getriebenaben schon seit Jahren parallel auf Kette und Riemen. Sie kennen die Stärken und Tücken beider Antriebssysteme.

EMTB: Antriebsriemen gelten als besonders wartungsarm und haltbar. Kann man das so unterschreiben?

Marco Rauch: Riemen können extrem haltbar sein. Wie bei der Kette bestimmen aber auch hier äußere Faktoren wie Belastung, Verschmutzung und Einsatzbereich, wie langlebig der Riemen wirklich ist.

Am ehesten kann man sagen: Unter ähnlichen Bedingungen hält der Riemen zweieinhalb bis dreimal so lang wie eine Kette. Dafür müssen im Vorfeld jedoch bestimmte Voraussetzungen am Rahmen erfüllt sein.

Ein Riemen verhält sich bei der Kraftübertragung grundlegend anders als eine Kette. Er neigt dazu, auf der Riemenscheibe nach oben zu steigen. Am Fully muss er deshalb durch einen Spanner penibel unter Spannung gehalten werden. Außerdem muss der Riemen für eine lange Haltbarkeit immer gut fluchten. Die Toleranz liegt hier bei +/- 1 Millimeter. Gerade beim potenziell weniger seitensteifen Fully ist das für die Hersteller eine Herausforderung. Moderne Riemen mit Mittelführungsnut sind aber gegen Verknicken und Verdrehen deutlich unempfindlicher.

Mit Blick auf den Einsatz am E-MTB: Können auch Kollisionen mit Stöcken und Steinen zum Thema werden?

Groben Matsch in den Zähnen oder Schläge durch Aufsetzer oder scharfe Steine mögen Riemen nicht. Beim Service oder bei Pannen mit HR-Aus-/Einbau braucht es außerdem die richtige Handhabung und entsprechend informierte Fahrer oder geschultes Werkstattpersonal.

Die potenzielle Haltbarkeit ist das eine Argument. Aber der Riemen braucht auch weniger Pflege, macht ohne Schmierung nichts dreckig und klappert nicht.

Allgemeines zur Pinion Schaltung

Bei Pinion handelt es sich um ein Getriebe, das im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten nicht in der Nabe, sondern direkt an der Kurbel arbeitet. Es ist also ein Zentralgetriebe, das für einen tiefen Schwerpunkt des Fahrrads sorgt. Im Inneren ist ein Stirngetriebe verbaut, das mittels zweier Teilgetriebe die verschiedenen Gänge realisiert. Die Konstruktion ist mitunter recht komplex.

Die Technologie im Inneren ist natürlich komplett gedichtet und nach außen hin abgeschlossen, weshalb der Antrieb nahezu wartungsfrei funktioniert. Die Kraftübertragung zum Hinterrad ist dabei nicht nur per Kette, sondern auch per Antriebsriemen möglich. Das kann die wartungsfreie Dauerhaltbarkeit nochmals deutlich erhöhen. Außerdem sind die Pinion Getriebe für einen hohen Wirkungsgrad und die herausragende Konstruktionsqualität bekannt. Vermutlich hat kaum ein anderes Produkt aus der Fahrradwelt das Label „Made in Germany“ mehr verdient.

Für wen eignet sich ein Pinion Getriebe?

Da das Pinion Getriebe quasi das Tretlagergehäuse ersetzt, benötigt es einen speziell gefertigten Rahmen mit passender Aufnahme. Nachrüsten, wie es bei Rohloff oder NuVinci Getriebenaben möglich ist, fällt bei Pinion leider flach. Daher muss man sich schon beim Kauf für eine Pinion entscheiden.

Durch die hochwertige und gedichtete Konstruktion machen Pinion Getriebe immer dann Sinn, wenn hohe Belastungen warten. Das kann durch das Fahren bei schlechtem Wetter passieren (z.B. Pendler) oder einfach nur, weil du extrem viele Kilometer abspulen willst, beispielsweise auf einer Weltreise.

Allgemein ist ein Pinion Getriebe aber für alle Arten von Fahrrad bestens geeignet - egal ob am Reiserad, City-Bike, Trekkingrad, E-Bike oder sogar Mountainbike (selbst bis zum Enduro). Wenn du die Wartung einer Kettenschaltung also lästig findest, du einfach sorgenfrei viele tausend Kilometer pedalieren willst und dir ein nachhaltiges, lokal produziertes Produkt wichtig ist, dann passt ein Pinion Getriebe perfekt zu dir.

Wie wird eine Pinion Schaltung bedient?

Momentan funktionieren die Pinion Getriebe lediglich mit einem Drehschaltgriff. Manche sehen das als die beste und komfortabelste Schaltmöglichkeit, während es andere als unpraktisch und schwer zu bedienen empfinden. Hier empfiehlt es sich, selbst einmal Hand anzulegen.

Die verschiedenen Getriebemodelle bieten zwischen sechs und achtzehn überschneidungsfreie Gänge an. Dabei ist die Anzahl der Gänge von der Anzahl der Zahnräder auf den Teilgetrieben abhängig. Mehr Gänge bedeuten also auch eine schwerere Getriebebox. Zwischen den Gängen kann zwar nicht unter Last, dafür aber im Stand und natürlich im Rollen hin- und hergeschaltet werden. Die Handhabung und Bedienung ist also kinderleicht und benötigt kein spezielles Wissen, da die Schaltung in der Regel nicht nachgestellt werden muss. Daher kannst du dich auf dauerhaft knackige Schaltvorgänge freuen.

Vorteile eines Pinion Getriebes

  • Enorme Übersetzungsbandbreite von bis zu 636%
  • Alle Gänge sind überschneidungsfrei
  • Tiefe, zentrale Montage des Getriebes sorgt für einen tiefen Schwerpunkt
  • Per Drehschaltgriff lassen sich mehrere Gänge auf einmal schalten
  • Die nach außen hin gedichtete Konstruktion macht das Getriebe quasi wartungsfrei
  • Schalten im Stand und im Rollen möglich
  • Handhabung und Bedienung ist kinderleicht
  • Geringe Folgekosten durch wenig Wartung
  • Verwendung eines wartungsarmen Antriebsriemens möglich
  • Wirkungsgrad höher als bei Kettenschaltungen
  • Funktioniert auch bei schlammigen Bedingungen ohne Effizienzverlust
  • Kombinierbar mit Elektro-Nabenmotoren
  • Die Verwendung eines Nabenmotors schont die Getriebemechanik, wodurch diese langsamer verschleißt

Nachteile eines Pinion Getriebes

  • Höheres Gewicht als andere Schaltungen (z.B. Kettenschaltung)
  • Hohe Anschaffungskosten
  • Nachrüsten ist nicht möglich, da eine spezielle Aufnahme am Rahmen benötigt wird
  • Funktioniert nur mit einem Drehschaltgriff, was manche Fahrer als unangenehm empfinden

Welche Varianten gibt es?

Die Produktpalette von Pinion umfasst aktuell zwei Modellreihen: die P-Linie und die C-Linie. Letztere ist das neuste Modell, das kleiner, leichter und preiswerter geworden ist. Hier kann man zwischen Versionen mit sechs, neun und zwölf Gängen wählen. Die P-Serie bietet hingegen eine Getriebebox mit satten 18 Gängen und 636% Übersetzungsbandbreite. Drei weitere Modelle mit jeweils zwölf oder neun Gängen runden das Portfolio ab.

Übersicht der Pinion Getriebe

P-Linie C-Linie
P1.18 P1.12 P1.9XR P1.9CR C1.12 C1.9XR C1.6
Gangzahl 18 12 9 9 12 9 6
Übersetzungsbandbreite 636% 600% 568% 364% 600% 568% 295%
Abstufung 11,5 17,7 24,3 17,5 17,7% 24,3% 24,3%
Übersetzung kleinster Gang 1,82 1,82 1,82 1,82 1,82 1,82 1,82
Übersetzung größter Gang 0,29 0,3 0,32 0,36 0,3 0,32 0,32
Gewicht 2700g 2350g 2200g 2200g 2100g 2000g 1800g

Das Pinion Getriebe am E-Bike

Bei Pinion wird die Muskelkraft nämlich ins Getriebe eingeleitet und von dort an den Elektromotor in der Hinterradnabe weitergegeben. Erst hier erfolgt die Verstärkung der übersetzten Tretkraft. Beim herkömmlichen Elektrorad wirken Tretkraft und Motorkraft kombiniert auf das Getriebe ein. Der Ansatz von Pinion bietet jedoch gleich zwei Vorteile: Zum einen wird die Mechanik im Getriebe geschont, da weniger Kraft auf die Zahnräder einwirkt, und zum anderen können so die Gänge viel feinfühliger und kontrollierter gewechselt werden.

Pinion, Rohloff, Enviolo NuVinci und Alfine im Vergleich

Pinion Rohloff Enviolo NuVinci Alfine
Max. Übersetzung 636% 526% 380% 307% - 409%
Max. Gangzahl 18 14 Stufenlose Gänge 8 oder 11
Garantie Fünf Jahre bei Einhaltung der Wartungsintervalle Zwei Jahre Zwei Jahre Zwei Jahre
Gewicht Ca. 1700g Ca. 2450g Ca. 1700g
Nachrüstbarkeit Benötigt speziellen Rahmen Kann durch individuelle Konfiguration mit fast jedem Rahmen verwendet werden Kompatibel mit 135x10mm Ausfallenden Passt in jeden Rahmen mit einem Hinterbau mit den Maßen 10x135mm. Das ist quasi jeder Trekking- oder Citybike-Rahmen
Verwendung im E-Bike Funktioniert mit Nabenmotoren. Kein automatisches Schalten möglich. Getriebe kommuniziert auch nicht mit der Elektronik des Motors/Displays. Funktioniert mit Mittelmotoren. In Kombination mit Bosch Motoren wird die Nabenschaltung intelligent integriert. Empfohlene Gangwechsel werden angezeigt, im Stand wird automatisch auf einen leichten Gang zum Anfahren geschalten uvm. Funktioniert mit Mittelmotoren. Man kann die bevorzugte Trittfrequenz einstellen, die dann durch automatische Schaltvorgänge immer konstant gehalten wird. Funktioniert mit Mittelmotoren. In Verbindung mit dem Shimano Steps Motor kann auch automatisch geschaltet werden.
Wartung Fast wartungsfrei. Lediglich alle 10.000km bzw. ein Mal pro Jahr wird ein Ölwechsel empfohlen. Fast wartungsfrei. Lediglich alle 5.000km bzw. ein Mal pro Jahr wird ein Ölwechsel empfohlen. Wartungsfrei Wartungsfrei, gelegentlich müssen Schaltzüge an der mechanischen Version nachgestellt werden
Schaltgriff Drehschaltgriff Drehschaltgriff „Rapid Fire“ Daumenschalthebel, in der elektronischen Version Schaltknopf am Lenker oder Rennrad Brems-Schalteinheit
Schaltvorgang Im Stand, Rollen und unter Teillast. In schnellere Gänge unter Volllast. Im Stand, Rollen und unter Teillast. Im Stand, Rollen und unter Last Im Stand, Rollen und unter Last
Wirkungsgrad Da nur zwei Getriebestufen vorhanden sind, ist ein Pinion Getriebe effizienter als eine Kettenschaltung. Der Wirkungsgrad liegt aber etwas unterhalb einer Rohloff Bietet den höchsten Wirkungsgrad aller Nabenschaltungen Durch die erhöhte Reibung ergibt sich gegenüber einer Kettenschaltung ein leichter Leistungsverlust Etwas geringer als Rohloff Speedhub
Anschaffungskosten Fahrräder samt Pinion Getriebe fangen aktuell bei ca. 2.500 € an. Seit 2019 auch für den Endverbraucher ab 649€ bis 1.499€ erhältlich. Ca. 1000 € Ca. 350-400 € Ab 150€ für die 8-fach Nabe ohne Zubehör, ca. 300€ für die 11-fach Variante

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