Fahrrad Gruber GmbH: Eine Frankenthaler Erfolgsgeschichte seit 1898

Die Fahrrad Gruber GmbH ist ein Urgestein des Frankenthaler Fachhandels mit einer Unternehmensgeschichte von über 125 Jahren.

Die Anfänge des E-Bike Trends

Streiten kann man sich auch über den Anfang des E-Mountainbikens, damals 2010. Darüber, welcher Hersteller den Startschuss zur rasantesten (R)Evolution des Mountainbikens seit der Erfindung der Vollfederung gab.

Flyer oder Haibike? Die Schweizer oder die Deutschen?

War das Haibike eQ XDuro aller Anfang der E-Bike Motoren? Oder war es das Flyer X-Serie?

Der Gruber-Antrieb: Ein Pionier

Bereits auf der Eurobike-Messe 2009 machte eine kleine Bikeschmiede aus dem Schwarzwald Furore. Solid Bikes traute sich mit dem ersten funktionstüchtigen, vollgefederten Serien-Enduro mit einem Elektro-Antrieb von Gruber aus der Deckung.

Den Gruber-Antrieb gab es da bereits seit vier Jahren, in einem Mountainbike war er bis dato aber noch nicht verbaut worden.

Eines aber ist sicher: Besser “geschummelt” als mit dem Gruber-Antrieb wurde nie wieder in der Geschichte des E-Bikes.

Denn der minikleine Gruber-Antrieb steckte direkt im Sitzrohr und war damit praktisch unsichtbar.

Das Sitzrohr wiederum mündete direkt ins Tretlager, wo das Aggregat eine Tretlagerwelle antrieb.

Im Gegensatz zu den damals üblichen Hinterrad-Nabenmotoren hatte das den Vorteil, dass das komplette System Teil der gefederten Masse war.

Eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz im Gelände - weswegen die Hinterrad-Nabenmotoren auch nie den Durchbruch im E-MTB-Markt schafften.

2013 wurde die Gruber Antrieb GmbH und Co. KG umbenannt - fortan lief der Antrieb unter dem Namen Vivax Assist.

2020 kam dann das endgültige Aus für die Vivax Drive GmbH: Die Corona-Krise hatte dem kleinen mittelständischen Unternehmen aus Österreich den Garaus gemacht.

Der Gruber-Antrieb, später hieß er Vivax-Assist, wirkte über eine Welle direkt auf die Kurbel.

Der Antrieb konnte damals als Nachrüstsatz in herkömmlichen, geraden Sitzrohren untergebracht werden.

Trotzdem hatte der adaptive Gruber- oder Vivax-Antrieb einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der E-Mountainbikes geliefert.

Denn bis dato waren E-Bikes ausschließlich dem Einsatz auf befestigten Wegen vorbehalten gewesen: schmächtige Hardtails mit schweren Motoren, ohne Geländeeignung.

Mit dem Gruber-Antrieb fuhren erstmals elektrisch unterstützte Mountainbike-Fullys durchs Gelände.

Denn der Gruber E-Bike Motor war eben nur ein adaptiver Antrieb, der als Nachrüst-Kit eine bescheidene Marktbedeutung hatte.

Zudem verschaffte er seinem Piloten wirklich nur einen sanften Hauch Rückenwind.

Gerade mal 200 Watt Leistung gab die letzte Generation des Minimotors frei, die winzig kleine Batterie passte in ein Satteltäschchen.

Die Akku-Kapazität gab der Hersteller damals nicht in Wattstunden an.

Man sprach pauschal von 45 Minuten Akku-Laufzeit.

Wenn man sich’s genau überlegt, war der Gruber-Antrieb damit so etwas wie der Urahn des modernen Fazua-Motors und somit der Vorreiter des gegenwärtigen Minimal-Assist-Trends.

Mehr noch: Da der Motor dazu gedacht war, nur bei Bedarf über einen roten “Turbo”-Knopf zugeschaltet zu werden (ansonsten sollte man das Solid wie ein unmotorisiertes Bike pedalieren), kann man ihn sogar durchaus einen Vorreiter des gegenwärtigen Down-Country-Trends nennen.

Auch die neuesten Ultra-Leicht-E-MTBs wie das brandneue Scott Lumen sind schließlich dafür vorgesehen, auch ohne Motorunterstützung gefahren zu werden.

Der Gruber-Antrieb war trotzdem nur eine kurze Episode - für damalige Bedürfnisse war das Aggregat zu schwach, der Akku zu klein.

Bosch E-Bike Motor: Die Dominanz beginnt

Wenn schon, denn schon, war das Motto, als sich die E-Bikes den Weg ins Gelände bahnten.

Und diesem Motto wurde vor allem ein Hersteller gerecht: Bosch.

Der deutsche Tech-Konzern stieg mit der Bosch Drive Unit ebenfalls auf der Eurobike 2010 ins Business der E-Bike Motoren ein.

Das Bosch-Aggregat hatte bereits vier Unterstützungsstufen und bot den Bike-Herstellern die Möglichkeit einer variablen Batterieposition - wahlweise konnte der 288-Wh-Akku am Unterrohr oder auf dem Gepäckträger angebracht werden.

Die 36V-Motoreinheit enthielt einen bürstenlosen Gleichstrommotor, ein Getriebe, einen Kraft- und Trittfrequenzsensor sowie einen Geschwindigkeitssensor am Hinterrad.

Der Motor begeisterte auch manchen traditionellen Mountainbiker mit seinen kräftigen 50 Newtonmetern Drehmoment und seiner guten Dosierbarkeit.

Bosch etablierte mit dem Classic Plus das System des Mittelmotors und konnte sich vom Start weg gegenüber der Konkurrenz von BionX, Panasonic und Impulse absetzen.

Haibike und der Bosch-Motor

Mit der ersten Drive Unit lieferte Bosch auch das Kernstück für das Haibike eQ XDuro.

Das schicke E-Fully stahl den motorlosen Verwandten auf der Eurobike 2010 die Show, und vielen Mitbewerbern stand der kalte Schweiß auf der Stirn.

Denn die Händler rissen sich um die Haibike-Kreation, mit der die Schweinfurter den Grundstein für ihre jahrelange Marktdominanz legten.

Der Clou: Da die Konstrukteure den Bosch-Motor gedreht im Rahmen verankert hatten, hatte das erste XDuro schon eine erstaunlich sportliche Geometrie.

Bosch CX: Der Dauerbrenner

2015 präsentierte Bosch den Nachfolger des Performance Line, den Performance Line CX.

Das kräftige Aggregat war speziell für den E-MTB-Einsatz in anspruchsvollem alpinen Gelände getrimmt worden.

Sonst hätten sie nicht bereits ein Jahr nach der Brose-Premiere den Nachfolger ihrer Drive Unit vorstellen können.

Der Performance Line CX sollte das Flaggschiff werden, mit dem Bosch seinen Großmachtanspruch in der Radbranche untermauern wollte.

Und in abgewandelter Form dominiert dieses Aggregat den Motorenmarkt bis heute, müssen sich nach wie vor alle Wettbewerber an diesem System messen lassen.

Der 2015er Antrieb erreichte ein Drehmoment von maximal 75 Newton.

Bei geringeren Trittfrequenzen wirkte der Antrieb extrem kräftig - satte 300 Prozent der eigenen Muskelleistung steuerte die stärkste der vier Unterstützungsstufen zu: der Turbo-Modus.

In Sachen Standfestigkeit setze er ebenfalls Maßstäbe.

Lange, steile Auffahrten ließen das wuchtige Aggregat buchstäblich kalt.

Die externen Akkus gab es mit 500 oder 400 Wattstunden.

Sie waren recht leicht und kompakt und ließen sich damit einfach im Rucksack verstauen.

Drei Displays standen bereits zur Wahl: Purion, Intuvia und Nyon.

Im Sommer 2019 präsentierte Bosch dann einen Nachfolger: Der Performance CX Generation 4 war kleiner, leichter, viel besser zu dosieren und mit 340 Prozent Tretkraftunterstützung auch kräftiger.

Die kompaktere Bauweise war für die E-MTB-Konstrukteure essentiell wichtig, um endlich auch mit dem Bosch-Aggregat das zu schaffen, was mit dem Shimano Steps E8000 zu diesem Zeitpunkt längst möglich: moderne Geometrien mit kürzeren Kettenstreben.

Auch die Waage sprach eine klare Sprache: Ein ganzes Kilo war gegenüber dem Vorgänger eingespart worden.

Damit lag der neue Bosch etwa gleichauf mit dem Shimano-Antrieb.

Bosch geht ins Konnektive Zeitalter

2021 kam ein Umbruch anderer Art: Der Bosch Performance CX wurde um den Zusatz Smart erweitert.

Das Smart-System steht für den Aufbruch der Schwaben ins konnektive Zeitalter.

Um den Weg für diese Zukunft zu ebnen, musste Bosch den gesamten E-Bike Antrieb umkrempeln und dafür eine komplett neue technische Infrastruktur schaffen.

Dreh- und Angelpunkt des Smart-Systems ist seitdem die eBike-Flow-App.

Sie ermöglicht Over-the-Air-Updates, also das Aufspielen neuer Software-Stände von zu Hause.

So kann das System sukzessive um neue Features erweitert werden, der Antrieb kann quasi mitwachsen und ganz neue Funktionen lernen.

Hardware-seitig hatte Bosch im Zuge des Smart-Umbaus einen 750-Wh-Intube-Akku ebenso eingeführt wie das neue Kiox 300 Display und einen LED Remote.

Die letzte motorseitige Ausbaustufe präsentierte Bosch im Herbst 2022: den CX Race.

Mit ihm spricht Bosch eine spezielle Zielgruppe an: Racer und Uphill-Freaks, die mit dem Power-Aggregat Anstiege im Sprint erobern wollen.

Dafür bekam der CX Motor ein neues Innenleben und wurde 200 Gramm leichter.

Die wichtigsten Features des CX Race stecken aber in der Software.

Ein neuer Modus oberhalb des Turbos, genannt “Race”, bietet nun bis zu 400 Prozent Unterstützung, statt wie sonst 340 Prozent.

Anders gesagt: Die maximale Motorleistung liegt beim CX Race früher an.

Außerdem spricht der neue Modus noch reaktiver an und schiebt bei kräftigem Fahrer-Input noch länger nach.

Extended Boost nennt Bosch dieses Feature, das 2020 im E-MTB-Modus vorgestellt wurde und das dem Fahrer über schwierige Schlüsselstellen hinweghilft.

Seitdem ein starkes Argument für den Schwaben-Antrieb, wenn es in schwerem Gelände bergauf geht.

Panasonic: Der erste E-Bike Motor

Kurt Schär - Mountainbiker, Geschäftsmann, Visionär - hatte 2001 die erste reine E-Bike-Firma gegründet: Flyer.

Die Schweizer wurden bald zum Maß der Dinge, was City- und Trekking-E-Bikes betraf.

Auf der Eurobike 2010 war es auch bei Flyer soweit, und Schär präsentierte seine X-Serie, die für den Einsatz im Gelände gedacht war.

Vollgefedert und mit einem 250-Watt-Antrieb von Panasonic samt 15 Ah-Akku sollte das Bike neue Maßstäbe in Sachen Komfort und Geländetauglichkeit setzen.

Mit seinen superlangen Kettenstreben war es allerdings weniger geländegängig und weniger sportlich ausgelegt als das Haibike.

Deshalb ging das Haibike wohl auch zu Recht als Ur-Ahn moderner E-Mountainbikes in die Geschichte ein.

Sukzessive verlor das 26-Volt-Antriebssystem von Panasonic Marktanteile an die Mittelmotoren der Schwaben.

Der Bosch E-Bike Motor ließ zum einen kompaktere Rahmenformen zu, zum anderen hatte der Panasonic auch technische Nachteile: Zum Beispiel wurde kein Geschwindigkeitssensor verwendet, stattdessen wurde die 25-km/h-Unterstützungsgrenze über die Trittfrequenz ermittelt.

Nur im höchsten Gang konnte deshalb die 25-km/h-Schwelle erreicht werden, in kleineren Gängen war die Unterstützungsgeschwindigkeit entsprechend geringer.

Flyer hält Panasonic die Treue

E-Bike-Hersteller Flyer hat dem japanischen Motoren-Lieferanten bis heute die Treue gehalten, und das aus gutem Grund.

Denn freilich wurde auch der Panasonic-Antrieb über die Jahre konsequent weiterentwickelt.

Das aktuelle Aggregat der Japaner, der GX Ultimate Pro, ist voll auf der Höhe der Zeit.

Im großen Motoren-Test des EMTB-Magazins erzielte er die Spitzenleistung - und das bei absolut konkurrenzfähigem Gewicht, guter Dosierbarkeit und unauffälliger Geräuschentwicklung.

Brose: Automotive-Technik im E-Bike

Im Juli 2014 trat ein neuer Player auf den Plan, um die Markt-Dominanz von Bosch zu brechen.

Im Stillen hatte der Automobilzulieferer Brose einen Elektromotor für E-Mountainbikes zur Serienreife gebracht.

Und die Ambitionen der Berliner waren von Anfang an hoch gesteckt: “Wir wollen die klare Nummer 1 im Premiumsegment sein”, verkündete Brose-Chef Michael Stoschek damals bei der Vorstellung des Aggregats.

Auf Basis eines millionenfach produzierten Lenkungsmotors für Pkw hatten die Ingenieure binnen drei Jahren einen E-MTB-Antrieb entwickelt, der die Konkurrenz das Fürchten lehren sollte.

Die Zutaten: Der Brose war mit 90 Nm sehr kräftig, gleichzeitig aber kompakt, leicht und leise.

Und: Die E-MTB-Hersteller konnten alle weiteren Komponenten individuell ergänzen - vom Display, über die Kabelsätze bis hin zur Motor-Aufnahme im Rahmen.

Gemeinsam mit dem größten Batteriehersteller Europas stellte Brose auch den Service für die Fahrradhändler sicher.

An der Dominanz von Bosch änderte das dennoch wenig: Bei den Schwaben kam alles aus einem Haus - dieses Rundum-Sorglos-Paket mit überzeugendem Service-Konzept konnte Kunden und Einzelhändler gleichermaßen überzeugen.

Dennoch hatte der Brose E-Bike Motor auch fortan seinen Platz im Markt, insbesondere als die Berliner 2018 eine Ausbaustufe präsentierten: den Brose Drive S.

Nach wie vor boten die Automotive-Experten der Branche ein offenes System.

Sie konnte in die Motorsteuerung eingreifen und hatten Freiheit bei der Wahl des Akkus.

Die Kinderkrankheiten (unrunde Unterstützung bei geringem Tretimpuls beim Ur-Modell) hatte man mit Bravour gelöst.

Zudem verrichtete der Drive S Antrieb seine Arbeit sehr unauffällig - Heulen oder Rattern wie bei manchem Konkurrenten musste man beim ihm nicht erdulden.

Der leichte Brose Drive S Mag

Mit dem Brose Drive S Mag schickte man ein echtes Leichtgewicht ins Rennen.

Er war 15 Prozent kleiner als der Drive S Alu, aufgrund seines Magnesiumgehäuses 500 Gramm leichter und dennoch sogar etwas kräftiger als sein Vorgänger: die Maximalleistung von 90 Newtonmeter ließ sich über einen noch größeren Drehzahlbereich abrufen.

Zusätzlich bekamen E-Mountainbiker eine weitere Unterstützungsstufe: den Flex Power Mode, der seine Leistung abhängig von Drehmoment und Drehzahl abgab.

Zudem bot man den Fahrrad-Herstellern erstmals ein Komplett-Arrangement aus Antrieb, Batterie und Display an.

Die Batterie war für die Integration im Unterrohr gebaut und besaß 630 Wattstunden.

Shimano: Was lange währt...

Viele Hersteller in der Fahrrad-Branche hatten seit Beginn des E-MTB-Trends darauf gewartet, dass Shimano endlich aus dem Startblock kommt.

Vivax Assist: Ein Relaunch

2012 brachten sie ein komplett neues, selbst entwickeltes Antriebssystem auf den Markt.

Und änderten im Rahmen des Produktrelaunchs auch gleich ihren Markennamen.

So ist aus „Gruber Assist“ „Vivax Assist“ geworden.

Den Steinbock haben sie als Logo beibehalten.

Er steht für mühelose Fortbewegung im Gebirge.

Ihre Vision: sportlich leichte Fortbewegung in den Bergen dank dem federleichten Antriebssystem von Vivax Assist.

Karl Schweitzer über die Anfänge

Karl Schweitzer: „Als Juror der Tiroler Zukunftsstiftung lernte ich im Mai 2005 ein Gründerteam kennen, das an einem Ultraleicht-Antrieb für Fahrräder arbeitete.

Das Team gewann damals den Businessplanwettbewerb „Adventure X“.

Als Ingenieur und Unternehmer habe ich mich sofort für das Projekt begeistert.

Gemeinsam mit den beiden Ideengebern gründete ich das Unternehmen Gruber Antrieb GmbH & Co.

Karl Schweitzer: „Nein, so schnell ging das nicht.

Mehr als ein Jahr intensiver Entwicklungsarbeit standen zwischen der Idee und der Markteinführung.

Monika Schweitzer: „Unser Antriebssystem wurde bisher unter der Marke „Gruber Assist“ verkauft.

Da wir 2012 einen komplett neuen Antrieb auf den Markt gebracht haben, war der Zeitpunkt günstig für einen Relaunch.

Zukünftig möchten wir uns im Vertrieb vermehrt um den internationalen Markt kümmern und den Export in derzeit 12 Ländern intensiv ausbauen.

Die Technik hinter Vivax Assist

Monika Schweitzer: „Wegweisend ist die von meinem Vater neu entwickelte Regelungstechnik.

Eine ausgeklügelte Trittfrequenzregelung ermöglicht die Kommunikation zwischen Fahrer und Motor.

Die dafür notwendige Software ist auslesbar.

Herr Schweitzer ergänzt: „Unser Motor unterstützt den Biker optimal.

Wenn der Fahrer nicht mehr seine volle Leistung bringen kann, ergänzt ihn der Motor.

Der Stromverbrauch unter Volllast konnte von 6 A auf 5 A reduziert werden.

Karl Schweitzer: „Der Akku wird gerade dem UN-Test unterzogen.

Karl Schweitzer: „Der Motor ist ein wartungsfreier Gleichstrommotor und läuft in der industriellen Anwendung 365 Tage - 24 Stunden.

Wir empfehlen eine Getriebewartung nach 300 Betriebsstunden.

Also dem Motor in Aktion.

„1,8 Kilo“, schmunzelt Herr Schweitzer stolz.

ElektroRad: Das ist wirklich unglaublich leicht für ein Elektrorad.

Karl Schweitzer: „In unserem System ist optional eine Abriegelung bei 25 km/h integriert.

Zielgruppe und Sportlichkeit

Karl Schweitzer: „Das ist richtig.

Unser Antriebssystem ist insbesondere für Rennrad- oder Mountainbikefahrer gedacht, die mal eben eine Unterstützung oder Motivation am Berg brauchen.

Seit Kurzem kommen aber auch vermehrt Trekkingbike- und Crossfahrer auf uns zu.

Karl Schweitzer: „Wenn Sie wirklich Sport meinen, sind wir derzeit mit dem Sattelrohrmotor der einzige Anbieter der diese Niesche bedient.

Das Radfahren ist dann sportlich, wenn das Fahrrad auch ohne Motor, also als herkömmliches Fahrrad verwendet werden kann.

Das geht nur mit einem leichten Fahrrad.

Monika Schweitzer: „Gerne laden wir Sie auf eine Testfahrt mit dem neuen Vivax Assist 4.0 ein.

Kompletträder und Händler

ElektroRad: Zuerst haben Sie das Antriebssystem nur als Nachrüstsatz verkauft.

Monika Schweitzer: „Immer mehr Händler haben nach einem Komplettrad mit Antriebssystem gefragt.

Da haben wir uns entschieden eigene Produkte zu entwickeln, die unseren Vorstellungen von einem leichten Elektrosportrad entsprechen und bei denen Geometrie, Rahmensteifigkeit und hochwertige Komponenten aufeinander abgestimmt sind.

Außerdem ist Optik für uns ein ganz wichtiger Punkt.

Karl Schweitzer: Ich habe ein spezielles, patentiertes Werk- zeug entwickelt, mit dem kein Ausbau der Kurbel mehr nötig ist.

Karl Schweitzer: „Wir haben aktuell 70 Fachhändler in Deutschland und ca. 30 in Österreich.

Der Kunde kann dort entweder ein Vivax-Komplettrad bzw.

Frau Schweitzer lacht: „Nein, das war kein PR-Gag.

Monika Schweitzer: „Nein, das haben wir nicht.

Er kann ihn aber bei einem unserer Händler bekommen haben.

Karl Schweitzer: „Die Anfragen aus Italien sind stark gestiegen.

Die Italiener gehen sogar einen Schritt weiter und bauen unseren Akku eigenständig in eine Trinkflasche ein, um keine Satteltasche mitführen zu müssen.

Die Reaktion auf Motor-Doping Gerüchte

Julia Timmerer ist Assistentin der Geschäftsleitung einer Firma, die in den vergangenen Wochen dank einer abenteuerlichen Geschichte viel Auftrieb bekommen hat.

Die Gruber Antrieb GmbH& Co KG produziert in Wörgl an der Inntalautobahn kleine Elektromotoren, die sich in die Rahmen von Fahrrädern schieben lassen und die - auf Knopfdruck - direkt auf die Tretkurbel wirken.

Das erleichtert dem Radler das Treten, er kommt leichter und schneller voran.

2004 hatte die Idee ein Tüftler in Innsbruck.

Kurz darauf schon war sie serienreif.

Seit 2006 gibt es den Antrieb zu kaufen, der 900Gramm wiegt.

Als Bausatz zum Nachrüsten kostet er 1999 Euro.

Elektromotoren für Räder liegen im Trend.

Es gibt viele Anbieter.

So gut versteckt wie der patentierte, zylinder-förmige Antrieb aus Österreich aber sind wenige.

Dass sie nicht zu sehen ist, hat der Maschine nun eine unerwartete Popularität eingebracht.

Bereits seit Mitte Mai halten sich in der Radsport-Szene Gerüchte, einige Profis könnten sich bei ihren Rennen verbotenerweise zusätzlich von solchen Motoren antreiben lassen.

In Verdacht geraten ist vor allem der Schweizer Fabian Cancellara.

Der 29-Jährige war bei der Flandern-Rundfahrt Anfang April und eine Woche später beim Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix der Konkurrenz aufreizend leicht davongezogen.

Am 18. Mai brachte ein italienischer Journalist derlei Ausnahme-Leistungen in der Zeitung Il Giornale mit den Motoren in Verbindung, wie sie Gruber anbietet.

Von Italien aus wanderte das Gerücht in die Schweiz.

Von dort schwappte es nun nach Deutschland.

„Bei uns hört man ein Surren“.

Befeuert wird die Geschichte von einem Film, der im Internet unter dem Stichwort "Cancellara" leicht zu finden ist und in dem der einstige italienische Rad-Profi Davide Cassani, 49, ein mit einem versteckten Elektromotor frisiertes Rennrad vorführt und behauptet, damit könne er auch heute noch eine Etappe des Giro d'Italia gewinnen.

Die Verbreitung, die der Film findet, ist enorm.

Bis Donnerstag wurde die englische Version 1,3 Millionen Mal abgerufen.

Am Freitag stand der Klick-Zähler schon bei 1,6 Millionen.

Tendenz schnell steigend.

In Wörgl hat die Geschichte dazu geführt, dass die Server zusammenbrachen.

Zwischen 200 und 500 Klicks registrierte die Homepage der GmbH & Co KG bisher an normalen Tagen, inzwischen sind es gelegentlich mehr als 10000.

Dabei sind sie sich in Wörgl ziemlich sicher, dass ihr Antrieb nicht der Grund war für Cancellaras Wunder-Antritte.

„Ausschließen kann man es nicht“, sagt Julia Timmerer, „allerdings: Man würde ihn hören.

Bei unserem Motor hört man ein Surren.“

In einer schriftlichen Erklärung versichert die Firma, dass ihr System "nicht als Motor-Doping entwickelt wurde, und auch nicht im Rennbetrieb dafür eingesetzt werden kann".

Wer die surrende Hilfskraft bestellt, bekommt eine Maschine, die maximal bis zu 90 Pedal-Umdrehungen pro Minute Unterstützung bietet.

Die meisten Rad-Rennfahrer treten eine höhere Frequenz.

Meistens jedenfalls.

Dass der Motor von fachkundigen Händen aber frisiert werden kann, ist nicht auszuschließen.

Etwa 1000 Motoren hat die Firma, die sechs Mitarbeiter beschäftigt, bisher verkauft, hauptsächlich in Österreich und nach Deutschland.

Aktuell laufen die Geschäfte - auch dank der unerwarteten Werbung - prächtig.

Noch aber sind genügend Teile auf Lager, die Lieferzeit beträgt zwei Wochen.

Das Team Saxo Bank, bei dem Cancellara beschäftigt ist, reagierte am Freitag empört auf die Geschichte.

An ihr sei "nichts Wahres" heißt es in einer Erklärung der dänischen Equipe: "Es gibt und gab niemals ein Saxo-Bank-Rad, das mit einem Motor versehen war."

Teamchef Bjarne Riis bezeichnete den im Internet abrufbaren, sechseinhalb Minuten langen Film als "eine Fiktion, die als Dokumentation getarnt ist".

Der Radsport-Weltverband reagiert

Am Montag wird es ein Treffen mit Vertretern der Rad-Industrie geben.

Außerdem, so kündigte UCI-Präsident Pat McQuaid an, würden schon bei der am 3.Juli beginnenden Tour de France die Fahrräder auf Zusatz-Motoren durchleuchtet.

Nach Informationen der Zeitung L'Avvenire hat die Materialkommission der UCI bereits bei der Frankreich-Rundfahrt im vergangenen Jahr Hinweise erhalten, dass bei der Technik womöglich nicht alles mit rechten Dingen zugehe.

Daraufhin hätten "alle Alarmglocken geschrillt", zitiert sie Marco Bognetti, einen Berater des Kommissionsleiters.

In anderen Fachpublikationen wird dem Publikum ein anderes, leicht anzuwendendes Mittel empfohlen, wie zu durchschauen ist, wer womöglich betrügt: Beim nächsten Rennen einfach mal schauen, wer sein Rad ohne ersichtlichen Grund kurz vor dem Ziel wechselt!

Fahrrad Gruber Heute

In den großzügigen Ausstellungsräumen in der Speyrer Straße bietet Fahrrad Gruber ein vielfältiges Sortiment vom Alltagsrad bis zum sportiven Bike, kurz: Das passende Fahrrad oder E-Bike für jeden Typ.

Als „Frankenthaler Urgesteine“ mit einer langen Unternehmensgeschichte haben wir eine gemeinsame Vergangenheit.

Unser Geschäft hat viele treue Stammkunden aus den Stadtwerken.

Durch das Dienstrad-Leasing kamen auch ein paar neue Gesichter dazu.

Das ist ein wunderbares Beispiel, wie wir in Frankenthal zusammenarbeiten und -halten.

Öffnungszeiten: Di.

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