Die Fahrradbranche erlebt einen stetigen Wandel, und auch in Kierspe gibt es interessante Entwicklungen bei den lokalen Fahrradhändlern. Hier ein Überblick über die aktuellen Trends und Angebote bei Fahrrad Haase und X-bike.
Fahrrad Haase: Trends und Angebote
Bei Fahrrad Haase an der Kölner Straße ist von einem "E-Bike-Boom" nicht mehr die Rede.
„Die Zeiten, als jeder unbedingt ein E-Bike haben wollte und egal, was für eins, sind vorbei“, sagt Geschäftsführer Christoph Lindner. „Jetzt hat fast jeder eins“, fügt er hinzu. Deshalb könne man von einem Boom nicht mehr sprechen.
Dafür werde jetzt sehr genau und zweckgebunden ausgewählt, zurzeit sei die „Mischform“ beliebt; E-Bikes für Touring beispielsweise, ein Bike für die Straße und den Wald, erklärt Lindner, der das Geschäft als Mitinhaber vor gut eineinhalb Jahren eröffnete.
Rund 20 bis 30 Fahrräder verkaufe man pro Jahr. Eine Menge und deshalb Preise, bei denen man mit den günstigen Online-Angeboten nicht konkurrieren könne.
Im Internet herrsche ein Preisdumping momentan, „dort werden E-Bikes sogar unter dem Einkaufspreis angeboten, um Liquidität zu schaffen“, weiß der Kiersper.
Schon bald würden sich die Preise aber wieder auf ein Normalniveau einpendeln.
Zwar könne Fahrrad Haase die E-Bikes nicht zu so günstigen Preisen anbieten, dafür setze man aber auf Bike-Fitting.
Dabei handele es sich um das genaue Zuschneiden der Räder auf den Käufer. Da werde ganz genau auf die individuellen Wünsche eingegangen und auch Maß genommen.
Früher ließ man sich den Anzug maßschneidern, heute ist es das hochwertige Zweirad wie ein vollausgerüstetes SUV-Bike oder ein Fullsuspension-Mountainbike (Fully).
Insbesondere während Corona hätten viele das „falsche Fahrrad“ gekauft, erklärt der Fachmann.
„Es gab wenig Auswahlmöglichkeiten aufgrund der Lieferschwierigkeiten. Deshalb haben einige ein zu kleines oder ein zu großes E-Bike gekauft“, so Lindner.
Dass die Zweiräder häufig im Einsatz sind, merkt Lindner an den Werkstatt-Frequenzen. „Sechs bis acht Wochen ist unsere Werkstatt im Vorhinein ausgebucht“, so der Zweiradexperte.
Und man muss das Gefährt nicht bei Haase gekauft haben, um es dort zur Reparatur abzugeben. „Wir möchten dieses Angebot allen ermöglichen. Somit wollen wir auch niemanden ausgrenzen, nur weil er sein Fahrrad eventuell zu günstigeren Preisen woanders gekauft hat“, erklärt der Mitinhaber.
Werkstatt-Service
- Reparaturen: Unabhängig davon, wo das Fahrrad gekauft wurde.
- Auslastung: Die Werkstatt ist oft 6-8 Wochen im Voraus ausgebucht.
Die Werkstatt von Fahrrad Haase
In unserer Werkstatt garantieren Fahrradmechaniker für Ihre Sicherheit und Komfort, wodurch Sie uneingeschränktes Radvergnügen erleben können.
Zusätzlich sind unsere Service-Werkstätten ein Markenzeichen, die sich durch professionellen Einsatz auszeichnen.
Mögliche zukünftige Entwicklungen
Was könnte noch einmal einen E-Bike-Boom auslösen? „Gute und schwierige Frage“, antwortet Lindner.
Das könnten neue Entwicklungen sein wie die Pinion-Getriebetechnik oder auch ganz einfach „eine Verbesserung der hiesigen Fahrrad-Infrastruktur“.
Viele kauften sich ein Mountainbike, um von der Straße in den Wald auszuweichen, um die Straße mit dem Zweirad zu meiden.
Als Fortbewegungsmittel zur Arbeit werde das Fahrrad auch noch nicht so genutzt wie in anderen Regionen.
„Großes Problem ist auch, dass die meisten Fahrradwege nicht von der Straße entkoppelt sind“, so Lindner.
Die vielen Lkw und Autos schreckten viele von der Benutzung des Fahrrades auf den Hauptstraßen ab.
Einzigartiges Angebot: Bambus-Fahrräder
Das stimmt, aber einige, die bei Fahrrad Haase im Laden stehen, wachsen zumindest wie Bäume - denn ihr Rahmen wird aus Bambus gefertigt.
Das Material, aus dem diese Räder gefertigt werden, ist damit ähnlich außergewöhnlich wie die Entstehungsgeschichte des neuen Fahrradgeschäfts in Kierspe.
Bei den schon erwähnten Bambus-Rädern gehen die Gedanken bezüglich Umweltschutz und Nachhaltigkeit noch ein ganzes Stück weiter.
Denn das Kieler Unternehmen MyBoo lässt nicht nur die Rahmen der Räder, die in Deutschland montiert werden, in Ghana aus dem nachwachsenden Rohstoff fertigen, sondern unterstützt die Menschen, die in Afrika für sie arbeiten, mit dem vierfachen des üblichen Lohns und finanziert eine Schule.
Gefertigt werden von MyBoo gerade einmal 1300 Räder im Jahr.
Flexibilität und Kundenservice
Als passionierte Fahrradliebhaber zeichnen wir uns durch Flexibilität aus, stehen auch außerhalb regulärer Öffnungszeiten zur Verfügung und vereinbaren gerne individuelle Termine für Beratung und Service.
Unser Unternehmen legt Wert auf Kundenservice und bietet spezielle Dienstleistungen wie schnelle Reparaturen und Inspektionen; darüber hinaus schätzen Kunden die geführten E-MTB-Touren, die zur Kundenbindung beitragen.
Unser diverses Angebot umfasst auch E-Bikes, Biobikes und SQlab Produkte in verschiedenen Größen. Besuchen Sie uns und entdecken Sie die Vielfalt.
Öffnungszeiten und Kontakt
„Wir wollen unseren Kunden auch die Möglichkeit geben, außerhalb der üblichen Öffnungszeiten in den Laden zu kommen“, sagt Christian Reppel.
Diese Termine können über die Homepage unter www.fahrrad-haase.de gebucht werden.
Ansonsten ist das Geschäft an der Kölner Straße 91 mittwochs und donnerstags von 12 bis 18 Uhr, freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet.
X-bike: Aktuelle Situation und Angebot
„Der E-Bike-Boom ist abgebremst. Einen richtigen Boom gab es vor drei Jahren im Coronajahr “, sagt Ulrich Berg von X-bike an der Friedrich-Ebert Straße 186 in Kierspe.
Seine Absatzzahlen hätten da bei rund 200 Stück gelegen, jetzt hätten sie sich um fast die Hälfte halbiert, „mittlerweile verkaufe ich rund 120 E-Bikes pro Jahr“, so Berg.
Beliebteste Fahrradart sei das Fully, so der Zweiradhändler.
Es herrsche momentan eine Kaufzurückhaltung ähnlich wie beim Auto, erklärt der Kiersper.
„Das Fahrrad wird zurückgestellt, weil ja hohe Heizungskosten drohen“, so Berg.
Zudem koste ein E-Bike nicht mehr um die 2000 Euro, sondern rund 3000 Euro.
„Das ist definitiv teurer geworden, weil diese nun auch besser ausgestattet seien - mit größeren Akkus mit einer Reichweite bis zu 200 Kilometern und einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren.
Aufgrund der hohen Preise liegt das Alter der Kundschaft zwischen Mitte 20 bis um die 80 Jahre.
„Jugendliche fallen eher raus, weil sie noch kein eigenes Geld verdienen“, sagt Berg.
Und Kinderfahrräder biete er gar nicht mehr an, diese würden meist im Internet bestellt und „die würden jetzt auch zu viel Platz wegnehmen für die wertvollen E-Bikes“, erklärt er.
Dass Fahrräder zu Weihnachten verschenkt würden, sei auch kein Thema mehr.
Stattdessen habe der Kauf sehr viel mit dem Wetter zu tun, gar nicht mal mit dem Monat.
„Dieses Jahr hat der Verkauf so richtig erst im Mai begonnen, weil es vorher kaum Sonnenstunden gab“, so der Händler.
Firmenleasing als neuer Boom
Einen richtigen „E-Bike-Boom“ gebe es dagegen aber zurzeit bei den Firmen und Handwerksbetrieben, die diese Fortbewegungsmittel für ihre Arbeitnehmer leasten.
Berg wisse von der Meinerzhagener Firma Otto Fuchs, die sogar bis zu drei Räder im Wert von bis zu 10 000 Euro für ihre Mitarbeiter orderten, „und ob diese das Rad zur Arbeit nähmen oder nicht, das ist ihnen freigestellt. Sie können diese auch einfach nur am Wochenende mit ihrer Familie nutzen“, sagt er.
Auch in Kierspe gebe es Firmen, so Berg, die solche Leasing-Angebote nutzten. Ein Dachdeckerbetrieb beispielsweise greife darauf zurück.
Verbesserung der Infrastruktur notwendig
Aber auch Ulrich Berg, der seit 25 Jahren seinen Fahrradhandel betreibt, findet, dass sich die Bedingungen für Fahrradfahrer in Kierspe und Umgebung verbessern müssten, „auch weil ein Gesetz ja jetzt vorschreibt, dass man als Kraftfahrzeugführer mindesten 1,50 Meter Abstand zu Fahrradfahrern auf der Straße halten muss“.
Auch er befürwortet deshalb, dass mehr Fahrradwege von den Straßen entkoppelt werden müssten. „Es muss noch viel getan werden“, damit diese Region auch wirklich eine Fahrradregion werden könne.
Selbst Fachmann Berg traut sich momentan nicht mehr auf jede Straße in der Umgebung.
Zusammenfassung der Verkaufszahlen und Trends
| Händler | Absatz im Corona-Jahr (ca.) | Aktueller Absatz (ca.) | Beliebteste Fahrradart | Besondere Angebote |
|---|---|---|---|---|
| Fahrrad Haase | Nicht explizit angegeben | 20-30 pro Jahr | Mischformen (Touring E-Bikes) | Bike-Fitting, Bambus-Fahrräder |
| X-bike | 200 | 120 pro Jahr | Fully | Firmenleasing |
Diese Tabelle bietet einen schnellen Überblick über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Fahrradhändler in Kierspe.
Weitere Angebote in Kierspe
Um die Kaufkraft vor Ort zu binden und die Wirtschaft in der Region zu stärken hat die Stadt Kierspe die „Ki-Card“ entwickelt: Der Gutschein, der bei allen teilnehmenden Händlern und lokalen Dienstleistern einlösbar ist, bietet eine unglaubliche Vielfalt an Möglichkeiten und stärkt gleichzeitig die Geschäfte vor Ort.
Dem Beschenkten steht es frei, wo oder für was er seinen Gutschein einlöst. Eine Massage? Ein neues Buch? Eine Kosmetikbehandlung?
Unser Stadtgutschein lädt zum Bummeln, Einkaufen, Genießen, Verweilen und Staunen ein.
An über 20 Annahmestellen können Sie den Kiersper Stadtgutschein im Wert von 5 Euro, 10 Euro oder 25 Euro einlösen.
Egal ob man ihn an Familienmitglieder, gute Freunde oder unter Kollegen verschenkt, über unseren Gutschein wird sich jeder freuen und er kann individuell eingelöst werden.
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