Fahrrad Aufhängen: Geniale Ideen und Anleitungen

Fahrradfahren liegt seit einigen Jahren wieder voll im Trend. Und auch das geliebte Rad an die Wand zu hängen, erfreut sich besonders unter Großstädtern immer größerer Beliebtheit. Mit einer Wandhalterung fürs Fahrrad könnt ihr in eurer Wohnung, Garage oder im Fahrradkeller eine Menge Bodenfläche und Raum zurückgewinnen.

Je nach Wandbeschaffenheit oder ob ihr euer Fahrrad im Keller eines Mehrfamilienhauses, in der privaten Garage oder sogar in der Wohnung aufhängen wollt, gibt es verschiedene Modelle, die ratsam sind. Wir zeigen euch sieben geniale Ideen, wie ihr euer Fahrrad an der Wand optimal aufhängen könnt.

Verschiedene Arten der Fahrradaufhängung

Grundsätzlich lassen sich zwei Hauptvarianten unterscheiden, wie man sein Rad „aufräumen“ kann: die stehende und die hängende. Für ein Rad, das sehr regelmäßig oder gar täglich genutzt wird, ist das relativ gleich, hier spielen eher die Vorlieben und der zur Verfügung stehende Platz des Besitzers eine Rolle.

Wird ein Fahrrad mehrere Wochen oder sogar einen kompletten Winter über stillgelegt, empfiehlt sich eher die hängende Aufbewahrung. Selbst die besten Reifen verlieren über die Zeit nämlich an Luftdruck, die Pneus werden an den Aufstandsflächen bauchig und sind nicht mehr rund. Man spricht dann von einem Standplatten, der aber im Grunde gar nichts mit einem klassischen Reifenschaden zu tun hat.

Gerade bei den schwereren Pedelecs kann das Gewicht den Reifen über die Zeit in diese unrunde Form pressen. Je älter der Reifen, desto größer das Risiko, dass sich die Karkasse beim erneuten Aufpumpen nicht mehr hundertprozentig in die alte Form bringen lässt. Die Folge ist ein pochendes Abrollgefühl, das bis hin zur Unbrauchbarkeit des Reifens gehen kann. Stehen Reifen sehr lange platt, können die textilen Fasern und das Gummi darüber an den Knickstellen sogar brechen.

Wer sein Rad hängend aufbewahrt, kann solche vorzeitigen Alterungseffekte sogar umkehren. Hängend und ohne das Gewicht des Bikes tragen zu müssen, kann man den Luftdruck vor längeren Phasen der Inaktivität auf ein Minimum senken und so das Reifenmaterial schonen.

In sehr viel weniger spürbarem Ausmaß kann sogar der Rahmen durch clevere Aufbewahrung geschont werden. Die geneigte Position, wenn das Rad an seinem Hinterbau oder Tretlager aufgebockt wird, erzeugt immer leichte Spannungen im Material. Die kann man durch senkrechtes Stellen oder noch besser Hängen eliminieren. Und natürlich erspart man durch sicheres Abstellen dem Rahmen, dem Lenker und exponierten Anbauteilen die harten Kontakte beim Umkippen.

Gerade wo chronisch wenig Platz ist wie in städtischen Radkellern, kann saubere Radaufbewahrung vor hässlichen Macken und teils teuren Reparaturen schützen.

Worauf es bei der Fahrrad-Wandhalterung ankommt

Von den Radhalterungen, die wir exemplarisch herausgesucht haben, sind die allermeisten an sehr variablen Radmodellen einsetzbar. Auf drei grundsätzliche Punkte sollte man aber vor dem Kauf und der Montage achten:

  • Eignen sich Rahmenform sowie Reifendurchmesser für die entsprechende Radaufnahme?
  • Sind sowohl die Halterung als auch die Wand bzw. Decke für das Radgewicht geeignet?
  • Und erlauben die Art der Halterung und der Montageort, das Rad ohne großen Umstände aus der Vorrichtung zu heben bzw. stehen keine Radteile so in den Raum hinein, dass man ständig daran hängen bleiben kann?

Eine kleine „Unsitte“ aktueller Modelle sind die immer breiter werdenden Lenker, die beim Fahren zuallermeist unnötig, dafür aber echte Platzfresser sind. Wichtig: Besonders bei Halterungen, in denen das Rad mit der Seite zur Wand fixiert wird, unbedingt den Abstand des Halters zur Wand mit der Lenkerbreite abgleichen; der Abstand zur Wand muss größer sein als die halbe Lenkerbreite inklusive eventueller Anbauten, sonst steht das Vorderrad immer in den Raum hinein!

Bei den wenigen Haltern, die den Reifen statt das Rahmenrohr fixieren, sind immer auch minimale und maximale Reifenbreite angegeben, zwischen denen das Bike ausreichend fest sitzt, aber ohne übermäßigen Kraftaufwand zu entnehmen ist. Je grober der Pneu profiliert ist, desto schwieriger wird vor allem das Herausnehmen.

Von den Wandhaltern, bei denen eines der Pedale eingehakt wird, während die beiden Reifen weiter unten gegen die Wand kippen, haben wir absichtlich keinen in die Auswahl aufgenommen. Zum einen ist das Einhängen mitunter fummelig, dazu beschmutzen die Reifen die Wand, wenn nicht eine extra Schutzfläche pro Reifen montiert wird. Und zuletzt können die seitlichen Zugkräfte, die besonders schwere Modelle auf die verhältnismäßig kleinen Lager des Pedals ausüben, auf Dauer einfach nicht materialfreundlich sein. Auch gehört grundsätzlich kein Haken an den Sattel! Dessen Chassis ist für Druck- und nicht für Zugbelastungen gemacht; bei einem Sieben-Kilo-Rennrad vernachlässigbar, bei Reiserädern und E-Bikes um 20 Kilo leider nicht.

Zwei Systeme bzw. Wege, sein Rad aufzuhängen, haben sich gegenüber anderen durchgesetzt. Recht platzsparend und kostengünstig sind einzelne, waagerecht ausgerichtete Wandhaken, in die das Hinter- oder meist das Vorderrad eingehakt wird; das Bike hängt dann senkrecht an der Wand, teils gibt es zusätzliche Kontaktplatten für das jeweils andere Laufrad. Abwechselnd mit „Lenker oben“ und „Lenker unten“ aufgereiht, gibt es keine effizientere Aufbewahrung für mehrere Räder auf engem Raum. Doch wo Vorteile da auch Nachteile: Selbst auf idealer Höhe montiert muss man bei diesen Wandhaken das Rad deutlich vor seinem Körper als am „langen Arm“ anheben, um die obere Aufnahme zu treffen, mit Pedelecs ein nicht zu unterschätzender Kraftakt.

Fahrrad-Wandhalterungen: Praxis-Tipps

Hinterradbremse festziehen, Rad durch Zug am Lenker in die aufrechte Position bringen und in Balance Richtung Wand bzw. Halterung rollen. Zum Anheben beide Hände am Lenker lassen, leicht in die Knie gehen und das Rad eher aus den Beinen als den Armen anheben. Mit Hüfte oder Oberschenkel gegen den Sattel drücken verhindert Pendelbewegungen; beim Herunternehmen genauso vorgehen.

Standardlösung Nummer zwei bei der Radaufbewahrung sind wie auch immer geartete Aufnahmen für das Oberrohr, sodass das Rad unten parallel zur Wand an dieser Wand hängt. Klassisch sind das zwei Haken in etwa 30 Zentimeter Abstand. Bei traditionellen Diamant-Rahmenformen ist das Aufhängen und Herunternehmen des Rades aus solchen Haltern ein Kinderspiel, das Rad hängt gerade und sicher. Bei schrägem Oberrohr und Trapezrahmen hängt das Velo sehr diagonal an der Wand, sofern der Halter die Rahmenform nicht ausgleichen kann. Für Tiefeinsteiger empfiehlt sich hier eher die Variante von Rose mit dem einfachen „Dorn“ statt zweier Haken.

Produktempfehlungen

Es gibt eine Vielzahl von Fahrradhaltern auf dem Markt. Hier einige Beispiele:

  • Mini-Radhalter: Hornit Clug Roadie: Der minimalistische Radhalter ist in vielen Designs und für Reifenbreiten von 23 bis 57 Millimeter erhältlich. Er umschließt den Reifen, je nach Montage kann das Rad darin stehend oder hängend parken.
  • Wandhaken: BBB Parking Hook: Preislich ist der schlichte Wandhaken von BBB unschlagbar. Selbst zehn Zentimeter hohe Aero-Laufräder lassen sich problemlos einfädeln.
  • Seilzug: Rose Bikes DL1 Deckenlifter: Eingehängt an Lenker und Sattel, geht das Rad damit nicht durch, aber platzsparend unter die Decke.
  • Aus Holz #1: Holz Waidelich - Modell Howa Bike Wall Kit: Die Halterungen aus Holz lassen sich im Prinzip an jede Wand schrauben - passen aber gut an diese Altholzwand, die es vom Hersteller in fünf verschiedenen Varianten und Größen gibt.
  • Bajonettverschluss: Cycloc Solo: Der in sieben Farben erhältliche Wandhalter funktioniert wie ein Bajonettverschluss. Wenn man ihn leicht verdreht montiert, hängt jedes Rad waagerecht, egal wie schräg das Oberrohr verläuft.
  • Nummer sicher: hiplok Airlok white: Hinter der in verschiedenen Farben erhältlichen Kunststoffabdeckung verbirgt sich ein solider Stahlrahmen; ein massiver Schließbolzen sichert das Rad zuverlässig.
  • Fahrradträger: Thule Wall Hanger: Laut Hersteller trägt die massive, klappbare Stahlkonstruktion 40 Kilo, was auch locker für ein E-Bike reichen würde.
  • Einfach schlicht: Parax S-Rack: Minimalistischer geht es kaum: Diese Material-Mix-Wandhalterung aus pulverbeschichtetem Aluminium und Holz ist eine Variante für Radfahrer die es schlicht mögen. Damit der Rahmen von unschönen Kratzern verschont bleibt, ist hier eine schonende Filzschicht eingearbeitet.
  • Sattel-Nase: Feedback Velo Wall Post: An diesen klappbaren Wandhalter hängt man das Rad mit der Sattelnase. Auf dem 35 Zentimeter langen Ausleger ist zusätzlich Platz für Laufräder - oder für ein zweites, entgegengesetzt eingehängtes Rad.
  • Frontlader: Topeak Swing-Up Bike Holder: Bei der eleganten Version dieser Vorderrad-Wandhalterung kann das Rad sogar dank eines Schwenkmechanismus einfach zur Seite geschwenkt werden. Bis 16 kg trägt dieses Modell, das aus Aluminium und Fiberglas-Composite besteht.

DIY Fahrrad-Wandhalterung aus Holz

Wer handwerklich geschickt ist, kann sich eine Fahrrad-Wandhalterung auch selbst bauen. Hier eine kurze Anleitung:

  1. Schneiden Sie die Bauteile richtig zu.
  2. Bestimmen Sie die Bohrpositionen und bohren Sie Löcher.
  3. Verschrauben Sie die Bodenplatte, Seiten und Deckel.
  4. Zeichnen Sie die Frontbretter an, sägen Sie diese zu und befestigen Sie diese.
  5. Dann bringen Sie die Platte für die Wandhalterung an.
  6. Jetzt nur noch Schleifen, entstauben und ölen, wachsen oder lackieren.

Diese Anleitung ist für Einsteiger geeignet und verwendet leicht zu bearbeitendes 20-mm-Eiche-Leimholz. Nach der Herstellung sollte der Fahrradhalter unbedingt mit Holzöl versiegelt werden, um Schäden und Schmutz fernzuhalten.

Weitere Überlegungen

Neben der Art der Halterung und der Montage ist es auch wichtig zu überlegen, wo das Fahrrad aufgehängt werden soll. Soll die Wandhalterung im gemeinschaftlichen Fahrradkeller montiert werden? An welcher Wand kann ich das Fahrrad aufhängen?

Pedelecs, Lastenräder und hochwertige Gravelbikes kosten nicht nur 3.000 Euro aufwärts, sie sind auch mittlerweile für viele so was wie ein gesellschaftlich anerkanntes Statussymbol. Beides sind Gründe, das Rad nicht Tag für Tag und Nacht für Nacht auf der Straße stehen zu lassen, dem Wetter, den UV-Strahlen der Sonne sowie dem Schmutz und den Blicken von möglichen Langfingern auszusetzen, sondern ihm einen sicheren, schnell zugänglichen und angebrachten Platz zu gewähren.

Ob im gemeinsamen Fahrradkeller mit anderen, in der heimischen Garage, dem großstädtischen Kellerabteil, dem modernen Büro oder der eigenen Wohnung - das Rad ist mit einer entsprechenden Halterung immer sicherer, sauberer, schonender und optisch schöner untergebracht als auf zwei Reifen und dem Seitenständer.

Sicher kann in dem Fall heißen: vor Umkippen und Angerempelt-werden geschützt, aber auch sicher vor ungewolltem Zugriff, denn nahezu jede Halterung bietet auch die Möglichkeit, so etwas wie ein Ankerpunkt für ein Schloss zu sein.

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