Mit dem eigenen Fahrrad auf Entdeckungstour zu gehen und dabei das Fahrrad mit in den Zug zu nehmen, wird immer beliebter. Fahrrad und Bahn könnten eigentlich ein super Team sein - umweltfreundlich, sozial, unkompliziert. Leider ist in Sachen Fahrradinfrastruktur auf deutschen Schienen an vielen Stellen noch Luft nach oben. Zu wenig Stellplätze, zu komplizierte Tarifsysteme, zu viele Hindernisse an Bahnhöfen. Wie du trotzdem das Beste aus deiner nächsten Bahnreise mit Bike herausholst, liest du an dieser Stelle!
Allgemeine Hinweise zur Fahrradmitnahme
Viele Informationen gibt es auch in kompakter Form in unserem Video. Fahrräder können Sie in S- und U-Bahnen, in Regional- und Straßenbahnen in den gekennzeichneten Wagen sowie in einigen Bussen und Fähren mitnehmen, sofern es der Platz erlaubt (im Zweifelsfall entscheidet darüber das Personal). Ist wenig Platz vorhanden, haben Rollstuhlfahrer und Kinderwagen Vorrang. Ein Anspruch auf Mitnahme des Fahrrads besteht nicht.
Spezielle Abteile und Kennzeichnungen
Dafür gibt es extra gekennzeichnete Mehrzweckabteile, die von außen sichtbar mit einem Fahrradsymbol markiert sind. Dort befinden sich Stellflächen, in den Zügen zumeist auch Anschnallgurte zum Sichern des Fahrrades.
Regeln für die Fahrradmitnahme
Die Mitnahme von Fahrrädern erfordert gegenseitige Rücksicht. Damit der Platz im ÖPNV optimal genutzt werden kann, beachten Sie bitte folgende Regeln:
- Fahrräder in den besonders gekennzeichneten Mehrzweckabteilen abstellen
- Gepäck und Fahrradtaschen vom Rad nehmen, so dass Platz für weitere Fahrräder bleibt
- Fahrräder während der Fahrt sichern (befestigen oder festhalten)
- Fluchtwege frei halten, Türen und Zwischengänge müssen erreichbar bleiben
- Gekennzeichnete Plätze für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen im Bedarfsfall freigeben
- Falls alle Fahrradabstellplätze belegt sind, die nächste Bahnverbindung nutzen
Alle Informationen zu Fahrausweisen für Fahrräder finden Sie hier.
Stoßzeiten vermeiden
Bei schönem Wetter sind die Züge am Wochenende und an den Feiertagen meist stark ausgelastet. In den Hauptverkehrszeiten (morgens 6:00 bis 9:00 Uhr und nachmittags 16:00 bis 19:00 Uhr) ist die Fahrradmitnahme daher schwierig.
Unser Tipp: Wählen Sie einen späteren Zug oder planen Sie Ihren Ausflug entgegengesetzt zur Hauptverkehrszeit. Eine weitere Möglichkeit ist, die Radtour nicht mit der Regionalbahn, sondern an einem S-Bahnhof zu starten oder zu beenden. Die S-Bahn fährt mindestens alle 20 Minuten und bietet vergleichsweise viel Platz für Fahrräder. Es lohnt sich meist!
Alternativen zur Fahrradmitnahme
Nicht immer muss das eigene Fahrrad mit auf die Fahrt. Es gibt inzwischen viele Fahrrad-Verleihstationen direkt an oder in der Nähe von Bahnhöfen. In der VBB-Livekarte können Sie sich neben den aktuellen Bus- und Bahnfahrten zusätzlich Fahrradvermieter in Brandenburg sowie Bikesharing-Anbieter in Berlin mit Buchungslinks und Verfügbarkeitsangabe anzeigen lassen.
11 Fahrrad-Hacks für die Bahn
1. Die Regeln kennen
Es gibt keine bundesweit gültigen Regelungen für die Fahrradmitnahme in Zügen - das würde es Reisenden ja auch viel zu einfach machen. Stattdessen existiert ein wilder Mix, bei dem von kostenfreier Mitnahme über Reservierungspflicht und Spezialtickets bis zum zeitweisen Verbot alles dabei ist. Deshalb führt kein Weg daran vorbei, vor der Reise die individuellen Vorgaben der Verkehrsverbünde und Privatanbieter zu recherchieren.
Für die Deutsche Bahn gilt Folgendes:
- Fernverkehr: Mitnahme nur mit Fahrkarte, Fahrradkarte und Stellplatzreservierung
- Nahverkehr: Mitnahme mit Fahrkarte und Fahrradtageskarte
2. Vorab Treppensituation checken
Ein vollbepacktes Fahrrad eine riesige Treppe in einem überfüllten Bahnhof hochtragen zu müssen? Horrorvorstellung. Um das zu vermeiden, kann man auf der Webseite www.bahnhof.de vorab überprüfen, ob (funktionierende) Aufzüge am Wunschbahnhof vorhanden sind. Allerdings wird nicht die Größe angegeben. Gerade mit breiten (MTB-)Lenkern und langen Fahrrädern kann es eng werden.
3. Längere Umstiegszeiten einplanen
Raus aus dem Zug, Treppe rauf, Treppe runter und rein in den nächsten Zug: Ohne Rad easy in fünf Minuten machbar. Mit schwerem E-Bike unterm Arm und ohne Aufzug - nicht so leicht. Deshalb ist es ratsam bei der Buchung mit Rad die Umstiegszeiten sehr großzügig einzuplanen. Das kann man bei der Buchung übers DB-Portal direkt angeben.
4. Kopfbahnhöfe first!
Wer flexibel beim Reisen ist und partout auf nervige Gleiswechsel verzichten will, kann darauf achten, an einem Kopfbahnhof anzukommen bzw. umzusteigen. Hier ist der Gleiswechsel meist stufenfrei, da im Gegensatz zum Durchgangsbahnhof alle Gleise enden und deshalb nicht mit Treppen überwunden werden müssen. Große Kopfbahnhöfe in Deutschland sind Leipzig, Frankfurt am Main, München, Stuttgart sowie Hamburg-Altona.
Achtung: Wer an Kopfbahnhöfen in die S-Bahn steigen will, muss meist trotzdem Treppen steigen.
5. Stoßzeiten meiden
Nicht morgens und nachmittags im größten Gedränge unterwegs zu sein, hat mehrere Vorteile: Man muss sich nicht durch die Massen am Bahnsteig quetschen, hat mehr Platz und Ruhe beim Einsteigen und findet leichter einen Stellplatz im Zug. Und die Wahrscheinlichkeit ist geringer, dass man in Nahverkehrszügen am Gleis stehengelassen wird. Denn es gibt keine Mitnahmegarantie für Radfahrende. Ist es zu voll, bleibt das Rad draußen. Gerade in Ferienzeiten sollte man deshalb, wenn möglich, sehr früh morgens, mittags oder spät am Abend fahren.
6. Spanngurt oder Klettband parat haben
Im Zug abgestellte Fahrräder müssen gegen Umfallen oder Wegrollen gesichert werden. In ICEs hängst du dein Rad meistens in Fahrradhaken ein - im Nahverkehr gibt es die nicht immer. Clever deshalb, wer einen Spanngurt, Expander oder Ähnliches zur Hand hat. Stattdessen das Fahrradschloss zum Fixieren zu benutzen, ist nur bedingt zu empfehlen. Gerade im Nahverkehr muss doch häufiger rangiert werden oder Platz für andere Reisende gemacht werden - unpraktisch da erst lange mit dem Schloss hantieren zu müssen.
7. Das Rad im Blick behalten
Wenn machbar, solltest du während deiner Reise immer ein Auge auf dein Rad haben. Dass jemand einfach mit deinem Rad aussteigt, ist zwar eher unwahrscheinlich, aber kleine Anbauteile, wie Licht, Handyhalterung oder Taschen können schneller weg sein, als einem lieb ist. Und in Enge und Hektik leider oft ein Thema: Beschädigungen durch andere Radler.
Luft nach oben: In einem ICE gibt es standardmäßig nur acht (!) Fahrradplätze.
8. Keine Akkus laden
Beim Transport von Pedelecs in der Bahn sind ein paar Besonderheiten zu beachten. Dazu zählt, dass der Akku während der Fahrt am Rad bleiben muss. Auch das Aufladen des Akkus ist nicht erlaubt. Die Leistung der Zugsteckdosen reicht hierfür normalerweise ohnehin nicht aus. Obacht: Die Mitnahme eines Ersatz-Akkus im Zug ist untersagt, da es sich hierbei um ein Gefahrgut handelt.
9. Rad einpacken
Für leichte Räder ohne Gepäckträger eine Alternative: Statt das Rad im Ganzen in den Zug zu schieben - es einfach auseinanderbauen. Dazu werden die Laufräder abmontiert, der Lenker um 90 Grad gedreht und das Ganze in einer großen Packtasche verstaut. Damit die Radtasche nicht umfällt, kann man sie in der Gepäckablage mit Spanngurten befestigen. Gibt’s z.B. von Decathlon schon für 50 Euro.
10. Alternative Bus?
Wer sich jetzt doch etwas abgeschreckt fühlt von den Herausforderungen, die auf der Schiene auf dich und dein Rad zukommen können, kann den Bus als Alternative in Erwägung ziehen. Das größte deutsche Fernbusunternehmen Flixbus bietet die Fahrradmitnahme z.B. auf vielen Strecken an. Vorteil: Du kannst bequem bis zur Bustür radeln, musst dich nicht mit dem Rad durch enge Türen quetschen, sondern lässt es sicher auf einem Fahrradträger verstauen. Nachteil: Deine Reisezeit verlängert sich und nicht immer werden E-Bikes mitgenommen - Flixbus etwa erlaubt sie nicht.
Die Fahrradmitnahme kostet bei Flixbus ca. 9 Euro pro Strecke und kann außen an Fahrradträgern oder in einer Fahrradtasche im Gepäckraum erfolgen.
11. Immer respektvoll bleiben
Auch wenn du genervt bist von der dritten Verspätung, die Hitze am Bahnsteig steht und viel zu viele Leute in den Zug drängen - bleib anderen Reisenden immer respektvoll gegenüber. Fahrradabteile sind meist Multifunktionsabteile mit klaren Nutzungsprioritäten: Rollstuhlfahrende haben Vortritt, dann Kinderwagen, dann Radfahrende mit Kindern. Und falls das noch jemand hören muss: Erst aussteigen lassen, dann einsteigen - mit und ohne Fahrrad.
Zusätzliche Tipps zur sicheren Befestigung
Wenn in den Zügen keinen Gurt gibt, nimm einen Spanngurt mit, Fahrradschloss oder langer Kabelbinder zum Wiederöffnen. Klettband wär da die schnelle Variante. Wenn du viel unterwegs bist würde ich dir nen Zurrband oder ähnliches empfehlen. Wenn du nichts extra mit dir rumschleppen willst würde ich etwas an das Rad befestigen. Könntest ein Seil oder ähnliches mit Karabiner nehmen das du ans Sattelrohr befestigt. Mit dem Karabiner oder einem Hacken könntest du es einfach an etwas befestigen.
Regelungen und Tarife
Fast alle Regionalzüge im Nahverkehr haben inzwischen Waggons, in denen Fahrräder mitgenommen werden können. Ein Recht, dort sein Fahrrad mitzunehmen erwirbt man allerdings auch nicht, wenn man die obligatorische Fahrradkarte hat. Die Deutsche Bahn hat übrigens eine Übersichtskarte veröffentlicht, aus der sich die 71 Strecken identifizieren lassen, die besonders häufig stark ausgelastet sind und auf denen man an Feiertagen oder an Wochenenden damit rechnen muss, sein Fahrrad nicht mitnehmen zu können.
Lapidare Anmerkung der Deutschen Bahn: „In diesen Fällen empfiehlt es sich, ein Fahrrad am Ausstiegsbahnhof zu leihen.
Nur ICEs der vierten Generation haben überhaupt Stellplätze für Fahrräder - allerdings immer nur 8 Stück entweder im ersten oder im letzten Waggon eines Zuges. Im Sommer (und an Wochenenden) sind die Stellplätze schnell ausgebucht und es gibt teilweise tagelang keine freien Plätze mehr. Einen bestimmten Stellplatz kann man übrigens nicht buchen, der wird einem zugewiesen. Für Fahrer von schweren Rädern kann diese Aufhängung schnell zum Kraftakt werden. So richtig fahrradfreundlich ist das gesamte Angebot der Bahn in diesen Abteilen nicht. Reifen dürfen für die Halterung nicht breiter als sechs Zentimeter sein und die Stellplätze sind so eng nebeneinander, dass Seitentaschen in vielen Fällen abgenommen werden müssen, damit alle Fahrräder in die Halterungen passen.
Ticketkauf und Reservierung
In den Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn muss man vor Abfahrt des Zuges für neun Euro eine Fahrradkarte kaufen und eine Reservierung für einen Fahrradstellplatz vornehmen. Ganz wichtig dabei: Unter Optionen muss ein Haken bei „Verbindungen mit Fahrradstellplätzen anzeigen“ setzen. Nur so kann man dann in der Übersicht der Verbindungen sehen, in welchen Zügen man mit dem Rad überhaupt noch mitfahren kann. Wenn man schon eine Fahrkarte hat und sich dann erst entscheidet, auch sein Rad mitnehmen zu wollen, gibt es nur nur zwei Möglichkeiten: ein Reisezentrum der Deutschen Bahn im Bahnhof oder die Telefon-Hotline.
Alternativ können Sie auch in einem DB Reisezentrum in Ihrer Nähe oder über die Servicenummer 030 2970 buchen. Im Fahrgastrechtefall können Sie Ihre doppelt gezahlte Reservierung erstatten lassen. Die Reiseverbindung finden Sie auch in der Reiseauskunft auf bahn.de und in der App DB Navigator. Sie finden dort auch Umsteigeverbindungen.
Was tun bei verpasstem Zug?
Daher meine Empfehlung: einfach in den nächsten Zug einsteigen und auf das Beste hoffen. Im schlimmsten Fall wird man am nächsten Bahnhof des Zuges verweisen, im besten Falle kann man bis ans Ziel mitfahren, weil andere Radfahrer auch ihren Zug verpasst haben und die reservierten Stellplätze nicht in Anspruch nehmen können. Eventuell kommt man ja auch mit Flixbus (*) an sein Ziel. Im Gegensatz zur Bahn können hier allerdings nur Fahrräder ohne Elektroantrieb mitgenommen werden. Dabei werden die Räder entweder auf einem Fahrradträger am Heck der Busse (maximal fünf Fahrräder) oder mit einer Fahrradhülle, die von Flixbus zur Verfügung gestellt wird, im Gepäckraum mitgenommen.
Sonderregelungen und Hinweise
- Achten Sie auf die Kennzeichnungspflicht für Reisen nach Italien (via Österreich/Brenner).
- Ein Fahrrad mit Tretunterstützung durch Elektromotor bis 25 km/h (sog. Pedelec) ist erlaubt.
- Ein Fatbike, wenn dieses in die Fahrradhalterung (in der Regel eine Breite für Reifen von 40 bis 60 mm) passt. Lassen Sie ggf. die Luft aus dem Reifen ab.
- Ein zusammengeklapptes Faltrad oder Kinderräder mit einem Raddurchmesser bis 16 Zoll können im Zug wie Gepäck untergebracht werden.
- Ein Tandem, Liegerad oder Dreirad kann nur in Zügen mit größerer Stellplatzkapazität mitgenommen werden.
- Alle nicht genannten Modelle können Sie nicht mitnehmen. Dazu zählen auch Fahrräder, die aufgrund ihrer Maße oder Bauweise nicht sicher verstaut werden können.
- Sie können Klappräder sicher in den Gepäckregalen und Mehrzweckbereichen unterbringen.
- Zusammengeklappte (Kinder- oder Lasten-)Fahrradanhänger können Sie im Zug wie Gepäck mitnehmen.
- Nein, die DB-Fahrradkarte ist in U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen nicht gültig.
- Sie können ein Elektro-Kleinstfahrzeug (z. B. E-Scooter, E-Tretroller, E-Kickboard) in allen Fernverkehrs-Zügen mitnehmen (ICE, ECE, IC/EC, RJX, TGV). Gilt als Traglast.
- Nein, generell ist das nicht notwendig. Wenn Sie Ihr Fahrrad in einem EC-Zug nach Italien (via Österreich/Brenner) mitnehmen wollen, müssen Sie eine Kennzeichnung anhängen. Bitte drucken und füllen Sie die Fahrradbanderole aus. Befestigen Sie diese vor Fahrtantritt an Ihrem Fahrrad. Die Banderole ist kein Ersatz für die Fahrradkarte bzw. die Stellplatzreservierung.
- Sie können zusammengeklappte Fahrräder kostenfrei als Handgepäck mitnehmen.
Planung und Vorbereitung
Planen Sie genügend Zeit zur Orientierung am Bahnhof und am Abfahrtsgleis ein. Da Sie Ihr Fahrrad in Bahnhöfen generell nur schieben dürfen, kann es zur Hauptreisezeit vorkommen, dass Sie sich nur langsam fortbewegen können. Die Fahrrad-Stellplätze der Fernverkehrszüge sind immer in der 2. Klasse. Manchmal sind sie auf mehrere Wagen verteilt. Die Wagenstansanzeiger am Bahnsteig zeigen Ihnen, in welchem Abschnitt die Stellplätze sind. Die Wagen sind mit einem Fahrradsymbol gekennzeichnet. Unsere App DB Navigator informiert Sie live über die Wagenreihung.
Das Einladen und Abstellen Ihres Fahrrads im Abteil ist leichter, wenn Sie vorab alle Gepäckstücke, auch Satteltaschen, vom Fahrrad abnehmen. Je nach Zugtyp und Platzangebot werden die Fahrräder hängend oder stehend transportiert. So sind Ihre Fahrräder beim Transport sicher. Tipp: Sprechen Sie sich mit den anderen Reisenden mit Fahrrad im Zug ab, wer wann aussteigt.
Checkliste für die Fahrradmitnahme
- Fahrradkarte und Stellplatzreservierung (Fernverkehr)
- Fahrradtageskarte Nahverkehr (Nahverkehr)
- Spanngurt oder Klettband zur Sicherung
- Ggf. Werkzeug zum Auseinanderbauen des Fahrrads
- Informationen über die Streckenauslastung
- Respektvoller Umgang mit anderen Reisenden
Welches Rad darf mit?
Laut Deutscher Bahn werden nur einsitzige und zweirädrige Fahrräder bzw. Pedelecs transportiert. Sie müssen in die Fahrradständer (die in manchen Zügen verbaut sind) mit einer maximalen Reifenbreite bis 60 Millimeter passen. Tandem, Liegerad oder Dreirad können nur in Zügen mit größerer Stellplatzkapazität mitgenommen werden. Das schließt den Fernverkehr quasi aus - und muss im Einzelfall am Schalter erfragt werden. Kinderräder bis zu einem Raddurchmesser von 16 Zoll sowie Falträder gelten als Gepäckstücke und dürfen kostenlos im Gepäckregal mitreisen. Ebenfalls kostenlos ist die Mitnahme eines Fahrradanhängers. Dieser muss allerdings zusammengeklappt sein und darf Gänge und Türen nicht blockieren. Pro Fahrrad ist ein Anhänger erlaubt, egal ob für Kind, Hund oder Lasten.
Umgang mit überfüllten Zügen
Es kommt auf stark frequentierten Strecken bzw. zu Stoßzeiten regelmäßig zu überfüllten Zügen und abgewiesenen Radfahrenden. Es gibt deshalb offizielle Übersichtsseiten, welche Züge an welchen Wochentagen und Uhrzeiten als überlastet gelten. Diese sollte man, wenn möglich, meiden. Um eine Mitnahme wahrscheinlicher zu machen, sollte man sich vor der Fahrt umfassend informieren. In Zügen des Fernverkehrs besteht eine Reservierungspflicht, d. h. Radtickets für die stark begrenzte Anzahl an Stellplätzen, in ICE-Zügen sind es maximal acht Plätze, müssen vorab gebucht werden. Eine frühzeitige Reiseplanung ist deshalb ratsam, da die Plätze begehrt und bereits sechs Monate vorab buchbar sind. Kommt es zu kurzfristigen Änderungen wie Zugausfällen oder Ersatzzügen, erlöschen die Reservierungen ersatzlos; sind allerdings rückerstattungsfähig. Außerdem ist ein kurzfristiges Abklären der Bahnverbindung immer sinnvoll, wenn beispielsweise durch Bauarbeiten ein Schienenersatzverkehr eingesetzt wird.
Tarife und Gültigkeit
In der Regel braucht man für ein Fahrrad oder Pedelec ein eigenes Ticket. Ein Fahrradticket für den nationalen Fernverkehr kostet ab 7,50 Euro, ein deutschlandweit gültiges Ticket für den Nahverkehr 6,50 Euro. In den einzelnen Bundesländern, Verkehrsverbünden oder ‑zusammenschlüssen gibt es sehr unterschiedliche Fahrradtarife. Regional gültige Fahrradtagestickets sind ab 4 Euro erhältlich. In manchen Gebieten ist eine Mitnahme kostenlos, auf wenigen kurzen Abschnitten des Fernverkehrs ist die Mitnahme mit einem Nahverkehrsticket möglich. Kinder unter 14 Jahren können ihre Räder in vielen Verkehrsverbünden kostenlos mitnehmen. All diese Informationen sind nicht im regulären Ticketbuchungssystem der DB ersichtlich, sondern müssen in individueller Beratung erfragt werden.
Respekt und Kommunikation
Am Bahnsteig ist ein respektvoller Umgang miteinander wichtig. Dazu zählt, auf andere Reisende Rücksicht zu nehmen. Fahrradabteile sind meist Multifunktionsabteile mit klaren Nutzungsprioritäten: Rollstuhlfahrende haben Vortritt, dann Kinderwagen, dann Radfahrende mit Kindern. Das gilt auch und besonders für Gruppen von Radfahrenden. Idealerweise sollte man schon auf dem Gleis, spätestens aber im Zug mit anderen Radreisenden kommunizieren, wer wo aussteigen muss, um die Räder in der richtigen Reihenfolge abzustellen. Das erspart Hektik und unnötiges Rangieren im meist engen Zugabteil.
Richtiges Abstellen und Sichern
Im Zug müssen Fahrräder so abgestellt werden, dass Flucht- und Rettungswege frei bleiben. Dann ist der freie Durchgang für andere Reisende samt Gepäck gewährleistet. In Nahverkehrszügen der Deutschen Bahn wird durch gelbe Markierungen am Boden angezeigt, wo die Räder stehen dürfen. In manchen Radabteilen steht eine Maximalanzahl mitzunehmender Räder an der Wand. Werden die Streifen oder Zahlen überschritten, ist das Fahrradabteil überfüllt - und Schaffner:innen können die Weiterfahrt des Zuges verweigern. Deshalb ist es schlau, Fahrräder möglichst eng, versetzt oder mit entgegengesetzten Lenkern abzustellen. Das spart manchmal erstaunlich viel Platz.
Im Fernverkehr werden die Fahrräder aufrecht oder diagonal in Fahrradhaken eingehängt. Hier können auch eigene Schlösser angebracht werden, um die Räder gegen Diebstahl zu sichern. Im Nahverkehr ist ein Schloss hingegen nicht sinnvoll. Hier müssen Räder ab und zu rangiert oder es muss Platz für Rollstuhlfahrende gemacht werden. Es bietet sich deshalb an, möglichst einen Sitz- oder Stehplatz in der Nähe des Rades zu suchen. Zudem ist es praktisch, einen Spanngurt oder Ähnliches dabei zu haben, um das Rad fixieren zu können.
Pedelecs und E-Bikes
Beim Transport von Pedelecs in der Bahn sind ein paar Besonderheiten zu beachten. Dazu zählt, dass der Akku während der Fahrt am Rad bleiben muss. Auch das Aufladen des Akkus ist nicht erlaubt. Die Spannung der Zugsteckdosen reicht hierfür normalerweise ohnehin nicht aus.
Alternative: Fahrrad zerlegen
So erhöhen sie ihre Chancen auf Mitnahme deutlich und sind flexibler in der Zugwahl bzw. bei spontanen Fahrplanänderungen. Dafür bauen sie die Laufräder aus, stellen den Lenker quer und schrauben ggf. die Pedale ab. Derart komprimiert, zählt das Rad als Gepäckstück und kann ohne Ticket mitgenommen werden. Hierbei macht sich das obligatorische Minitool in der Hosentasche bezahlt. Fahrräder mit Schutzblechen und Gepäckträger eignen sich dafür allerdings nicht. In jedem Falle sollte man das Paket dann auch sicher verstauen - im Gepäckregal oder zwischen den Sitzen. Auch hilft es, offen und höflich auf das Zugpersonal zuzugehen und sich für das Gepäckstück verantwortlich zu zeigen.
Wichtige Hinweise für Bayern
Die Fahrradmitnahme in Bayern ist in der Regel kostenpflichtig (Ausnahmen). Dabei bieten Ihnen alle Züge des Nahverkehrs im Freistaat die Möglichkeit, Ihr Rad mitzunehmen. Ausgeschlossen sind die Hauptverkehrszeiten in den S-Bahnen München (vor- und nachmittags) und Nürnberg (vormittags)*. Bitte beachten Sie generell, dass es an besonders schönen Sonnentagen zu Kapazitätsengpässen kommen kann. Eine Fahrradmitnahme kann daher nicht garantiert werden. Bitte berücksichtigen Sie dies bei Ihrer Reiseplanung. *Außer in den bayerischen Schulferien. Baustellenbedingt kann es zu Ausfällen im Verkehr der Fahrradzüge kommen.
Für Gruppen ab fünf Personen wird eine Anmeldung empfohlen. Bitte beachten Sie auch regionale Sonderregelungen bzgl. Steigen Sie in geordneter Reihenfolge möglichst zügig ein bzw. Sichern Sie Ihr Rad gegen Umfallen. Stellen Sie es in die vorhandenen Ständer, an die Abteilwand, oder lehnen Sie es platzsparend in Gegenrichtung an ein anderes Rad. Klären Sie mit den anderen Radler(innen) ab, wer wo aussteigt.
SPEZIELLE FAHRRADZÜGE VERKEHREN IM JAHR 2025 VOM 5. April bis 19. In den Fahrradzügen gibt es viele Fahrradstellplätze bzw. separate Fahrradwagen. Diese Züge verkehren entlang attraktiver Radwanderwege bzw. Zusätzlich zu den Taktzügen des Regelverkehrs verkehren in touristisch bedeutenden Regionen im Bahnland Bayern Ausflugszüge. In diesen gibt es erweiterte Mehrzweckbereiche bzw. Fahrradstellplätze. Auch die im täglichen Taktverkehr fahrenden Züge sind grundsätzlich für die Fahrradmitnahme geeignet, da auch diese über Fahrradstellplätze bzw. Mehrzweckbereiche verfügen und außerdem einen umsteigefreien Linienverlauf haben. Fahrrad-Reisegruppen, die Ausflugszüge bzw. im regulären Taktverkehr fahrende Züge nutzen wollen, empfehlen wir eine Voranmeldung.
Die Bayerische Eisenbahngesellschaft fördert in Zusammenarbeit mit den bayerischen Bahnen attraktive Angebote, die speziell auf die Bedürfnisse von Radfahrern abgestimmt sind.
Verwandte Beiträge:
- Triumph Mountainbike Test & Kaufberatung: Modelle, Preise & Erfahrungen
- Decathlon Mountainbike 26 Zoll: Test & Kaufberatung
- Ist Fahrradfahren Sport? Kalorienverbrauch & gesundheitliche Aspekte
- E-Dreirad mit Akku: Test & Vergleich der besten Modelle für Senioren & Erwachsene
- Die schönsten Etappen auf dem Weser- und Ems-Radweg – Traumhafte Routen entdecken!
- Unschlagbare E-Bike Verleih Preise auf Rügen – Entdecke die Insel auf Zwei Rädern!
Kommentar schreiben