Die Welt entdecken - und zwar auf zwei Rädern. Für Kinder beginnt dieses Abenteuer mit dem ersten eigenen Fahrrad. Plötzlich sind die Touren mit Mama und Papa nicht mehr auf den Spielplatz oder ein paar Straßen begrenzt. Mit dem Rad verändert sich etwas: Kinder fühlen sich größer, mutiger, unabhängiger. Bevor es losgeht, braucht es allerdings das richtige Bike. Und das will gut gewählt sein. Denn Sicherheit, Handling und Verarbeitung spielen eine große Rolle - vor allem, wenn die kleinen Abenteurer nicht nur langsam durch die Gegend rollen, sondern richtig Gas geben wollen. Rahmen, Bremsen, Tretlager, Reifen: Alles muss sitzen.
Die richtige Größe finden
Die richtige Fahrradgröße hängt, natürlich, vor allem von der Körpergröße ab. Für Kinder unter drei Jahren oder einer Körpergröße von unter 100 Zentimetern kommen in der Regel Fahrräder mit 12-Zoll- oder 14-Zoll-Reifen infrage. Es ergibt allerdings wenig Sinn, in solche Kinderfahrräder viel Geld zu investieren. Denn erstens ist es meist unklar, ob der Nachwuchs in diesem Alter wirklich schon nachhaltiges Interesse am Fahrradfahren haben wird.
Für die meisten Kinder sollte das erste »richtige« Fahrrad aber ein 16-Zoll-Fahrrad sein. Denn das können Kinder mindestens zwei, vielleicht sogar drei Jahre lang in etwa bis zur Einschulung nutzen.
Mit einem Alter von 6 Jahren sind viele Kinder ihren ersten und zweiten Fahrräder entwachsen und die nächste Fahrrad Größe steht an. Nach den kleinen Rädern mit 12, 14, und 16 Zoll für kleine Kinder bis 5 Jahre gibt es in dieser Kategorie endlich richtige Fahrräder mit der gleichen Ausstattung wie bei den Erwachsenen. Schaltung, Scheibenbremsen, Federgabel: alles ist möglich.
Bei der Auswahl geeigneter Fahrräder für dein Kind spielt die passende Größe die wichtigste Rolle. Die Zoll-Größe des Fahrrads ist aber eher unwichtig. Auch das Alter deines Kindes ist nicht direkt aussagekräftig. In unserem Größen-Ratgeber geben wir wichtige Tipps damit du die richtige Fahrradgröße die zu deinem Kind passt herausfinden kannst.
Damit ein Fahrrad deinem Kind passt muss die Sattelhöhe zur Schrittlänge passen. Auch die Körpergröße spielt dabei eine Rolle. Natürlich gibt es für die Beininnenlänge und die Größe Mittelwerte für jedes Alter. Aber du weißt selbst, dass jedes Kind unterschiedlich schnell wächst und Sechsjährige sehr unterschiedlich groß sein können.
Größentabelle: Fahrräder ab 6 Jahren
Für unsere Einteilung ist es also unerheblich ob dein Kind tatsächlich 6 Jahre alt ist. Bestimme also am besten die Beinlänge wie hier beschrieben und kontrolliere in der Tabelle ob dies die richtige Kategorie für dein Kind ist. Zur Not richte dich nach der Körpergröße aber die ist weniger verlässlich weil die Beinlänge auch bei gleicher Körpergröße stark variieren kann.
| Alter | Körpergröße | Beinlänge | Sattelhöhe |
|---|---|---|---|
| 6 - 8 Jahre | 115 - 127 cm | 50 - 57 cm | 53 - 61 cm |
Die ersten Fahrversuche
Radfahren lernen beginnt lange vor der Anschaffung ersten Kinderfahrrads. Mamas und Papas sollten ihre Kinder möglichst frühzeitig an Mobilität gewöhnen. Laufräder oder Kinderroller sind ideal für einen guten Start. Sind die Kleinen erst richtig fit auf dem Laufrad, ist der Sprung aufs Kinderfahrrad meist schnell geschafft.
Viele Kids schaffen es bereits nach wenigen Tagen, selbstständig auf dem Fahrrad zu fahren. Auf Stützräder kann und sollte man da getrost verzichten. Denn Stützräder verhindern eher, das Gleichgewicht zu halten und sorgen vielmehr für eine trügerische Sicherheit. So empfiehlt auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ADFC: Lieber etwas länger mit den ersten Fahrversuchen auf einem Zweirad warten. Denn eine der größten Herausforderungen beim Fahrradfahren ist für Kinder das Erlernen des Gleichgewichtshaltens.
Außerdem sollte der Nachwuchs an einem geeigneten Ort mit ausreichend Sicherheit üben - natürlich unter Aufsicht der Eltern, die ihren Kindern mit Rat und Tat zur Seite stehen sollten, vor allem als Motivator. Schließlich wissen die meisten Erwachsenen ja selbst, wie es ist, zum ersten Mal auf so einem Fahrrad zu sitzen und zu strampeln. Am besten auf einem Platz, einer Straße oder einem Weg ohne Verkehr.
Geduld und Loslassen sind wichtig
Bei alldem ist eines essenziell: Lassen Sie Ihrem Kind die nötige Zeit. Wenn Sie merken, dass Ihre Tochter oder Ihr Sohn noch nicht so ganz bei der Sache sind, sich immer wieder von der kleinsten Kleinigkeit ablenken lässt und vielleicht noch viel mehr Spaß mit ihrem Laufrad oder Roller haben, dann haben Sie Geduld und stellen Sie das Fahrrad noch einmal in die Garage oder den Keller.
Außerdem heißt Radfahren auch im wahrsten Sinne des Worte und in jeder Hinsicht: loslassen! Denn wenn der oder die Kleine mit seinen drei oder vier Jahren plötzlich allein auf dem Rad sitzt, wird es so sicher wie das Amen in der Kirche auch mal den einen oder anderen Sturz geben. Aber keine Angst! Laufen Sie in der Lernphase nicht ständig neben Ihrem Kind her, um ihm bei einem möglichen Sturz abzufangen. Kleinere Stürze gehören dazu und sind schnell wieder vergessen.
Laut ADFC ist die Fallhöhe und Geschwindigkeit beim Erlernen des Radfahrens niedrig und damit das Verletzungsrisiko vergleichsweise gering. Das Kind muss das Fallen nämlich genauso lernen wie das Radfahren selbst. Zumal die Kinder so mehr auf sich und ihre Fähigkeiten konzentriert sind, sich dadurch aufmerksamer verhalten und recht schnell merken, dass ein Sturz meist gar nicht so schlimm und schmerzhaft ist.
Worauf beim Kauf achten?
Die Zeiten von klotzigen, schweren und sperrigen Stahlkonstruktionen gehören auch bei Kinderfahrrädern immer mehr der Vergangenheit an. Bikes, auf denen die Kinder bereits ins Schwitzen geraten, bevor sie überhaupt eine Kurbelumdrehung hingelegt haben, findet man glücklicherweise immer seltener.
Moderne Kinderfahrräder haben oft eine schwungvolle und sportliche Rahmengeometrie und werden aus hochwertigem Aluminium hergestellt. Sie verfügen bestenfalls vorn wie hinten über V-Bremsen, und durch den freien Rücktritt lassen sie sich sportlicher und leichter fahren. Zur Grundausstattung sollten eine Klingel und ein Ständer gehören. Schutzbleche sind für diese Räder dagegen nicht so wichtig, wie man meinen könnte. Auch auf eine Fahrradbeleuchtung kann man bei Erstlings-Fahrrädern meist verzichten, denn mit Kindern in diesem Altern wird man in der Regel nicht bei Dunkelheit im Straßenverkehr unterwegs sein. Reflektoren tun es dann auch. Und was nicht dran ist, kann auch nicht kaputtgehen.
Mit einem leichten Kinderfahrrad kann ein Kind leicht Radfahren und mit einem schweren nur schwer. Last but not least erfüllt es Kinder immer mit großem Stolz, wenn sie ihr Rad selber eine Treppe hochtragen können. Geringes Gewicht ist eines der Hauptkriterien in Bezug auf die Frage, welche Fahrräder Aufnahme im Kinderfahrradfinder finden. Mehr zum Gewicht unter Das Gewicht - bei Kinderrädern ist leicht wirklich besser.
Außer bei den allerkleinsten Kinderfahrrädern sollte das Tretlager nicht höher sitzen als die Achsen der Laufräder. Sonst stoßen die Kinder beim Treten fast mit den Knien gegen ihre Ellenbogen. Folge ist, dass dann viel im Stehen gefahren wird. Deshalb bitte auch regelmäßig mit dem Wachstum den Sattel höher stellen.
Es ist zwar richtig, dass Kinderfahrräder etwa bis 16 Zoll Laufradgröße nur ein Jahr lang passen, ab 20 Zoll vielleicht zwei und später auch mal drei. Schaut man sich aber den Wiederverkaufswert hochwertiger Kinderfahrräder an, so kostet auch ein 500.- Euro 20 Zoll Rad am Ende nur ca. EUR 75.-/Jahr - also EUR 6,25/Monat.
Optimal gebremst werden kann auch wieder nur aus einer bestimmten Pedalstellung. Ungünstig bis gefährlich in Notsituationen. Rücktritt lässt sich außerdem schlecht dosieren.
Federgabeln sind eine tolle Sache. Im Gelände. Selbst dort aber nur dann wenn es sich um hochwertige Modelle handelt. An einem vorwiegend auf Asphalt oder festen Wegen benutzten Kinderfahrrad bringen Federgabeln aber ausschließlich Nachteile: Sie sind viel schwerer als eine Starrgabel- Sie sind wartungsintensiv und defektanfällig - und fangen nach einer Zeit oft an, störende Geräusche von sich zu geben.
So verlockend ein Kettenkasten wegen immer sauberer Hosenbeine auch erscheinen mag: Er benötigt viel Platz in der Breite und erzwingt so einen sehr großen Pedalabstand. Das wirkt sich umso ungünstiger auf Treteffizienz (und gesunde Knie) aus, je kürzer die Beine eines Fahrradfahrers sind. Es gibt auch bessere Kettenschutzvarianten als komplette Kettenkästen.
Viele Erwachsene sind mit dem Schalten vorne und hinten noch überfordert. Und das gilt für Kinder natürlich umso mehr. Auch die Einstellung und Wartung ist deutlich aufwändiger.
Vollausstattung oder Minimalismus?
Leider gibt es kaum wirklich gute, vollausgestattete Kinderräder von der Stange. Eine Erklärung dafür dürfte wohl das resultierende, hohe Gewicht sein, wenn all diese Dinge auf halbwegs günstige Teile zurückgreifend verbaut werden.
Wer ein Fahrrad behalten will, sollte es tunlichst an- und nicht nur abschließen.
Überlegen Sie sich unvoreingenommen für jedes zusätzliche Teil am Rad, ob das Kind es wirklich brauchen wird.
Der beste Zeitpunkt für den Kauf
Nicht Weihnachten, sondern Ostern ist absolute Hochsaison in der (Kinder-)Fahrradbranche. Die Händler sind im Dauerstress und haben kaum Zeit für ausführliche Beratung. Der beste Zeitpunkt zum Kinderfahrradkauf dürfte daher wohl etwa im Januar liegen: Die Lager sind dann voll.
Klar: Es ist sehr wichtig, dass das Fahrrad Ihrem Kind auch gefällt. Am Ende lässt es das Rad sonst noch nur wegen des Aussehens links liegen, statt damit zu fahren.
Erst Recherchieren, dann kaufen
Bevor man den ersten Fahrradladen betritt, Kleinanzeigen studiert oder die Sonderangebote von Online-Shops durchforstet, sollte man erst einmal recherchieren, welche Kinderbikes und Marken überhaupt in Frage kommen. Und erst wenn man sich darüber im Klaren ist, nach entsprechenden Angeboten suchen.
Die einzige Instanz, die Kindern vorschreiben darf, womit sie wohin fahren dürfen oder auch nicht, sind die Eltern. Und auch versicherungstechnisch spricht nichts gegen den Schulweg mit dem Fahrrad.
Beispiele für gute Kinderfahrräder
Wie das beste Fahrrad für ein 6 jähriges Kind aussieht ist nicht so leicht zu beantworten. Die meisten Räder haben 20 Zoll Reifen oder 18 Zoll Größe, es gibt aber auch kleine 16 Zoll Räder und sogar ein großes 24 Zoll Rad das ab 6 Jahren geeignet ist.
Die unterschiedlichen Herangehensweise der Hersteller an Räder für dieses Alter zeigt, dass sich in diesem Alter die Anforderungen der Kinder schon recht stark unterscheiden können und die Fahrräder daher ganz unterschiedliche Ansätze verfolgen und verschiedene Zielgruppen ansprechen.
Worauf kommt es an?
Ein gutes Rad ist eines das die Anforderungen deines Kindes bestmöglich erfüllt. Wenn die Anforderungen nicht klar sind, dann wird es schwer das richtige Fahrrad zu kaufen.
- Welche Strecken: Jeden Tag in die Schule? In den Ferien 20 km an den Badesee? Oder am Wochenende zum Mountainbiken mit Papa?
- Mit Schaltung oder ohne: Ab 6 Jahren sind die meisten Kinder geübte Fahrradfahrer und können von einer Schaltung profitieren. Längere Strecken können dann schneller zurückgelegt werden.
- Verkehrssicher oder nicht: Erst ab 8 Jahren dürfen Kinder überhaupt auf der Straße fahren. Rein rechtlich gelten diese Räder also immer noch als Spielzeug. Dennoch kann eine Vollausstattung Sinn machen.
- Alltagsfahrrad oder Sportgerät: Für 6 Jährige gibt es bereits richtige Mountainbikes. Die sind natürlich besonders für unbefestigte Wege geeignet. Auf alltägliche Wegen wegen aber nicht unbedingt die beste Wahl.
Leichte hochwertige Fahrmaschinen für ausgedehnte Touren
Für längere Wege, große Fahrradtouren am Wochenende und Ausflüge aus eigener Kraft zum Badesee bieten sich hochwertige und leichte Fahrräder ohne überflüssigen Ballast an. Strecken von 20 km stellen für Kinder ab 6 Jahren mit hochwertigen Fahrrädern kein großes Problem da.
Empfehlungen:
- woom 4: Das woom 4 ist das ultimative Touren Fahrrad für jegliche Wege. Es wiegt nur wenig über 7 kg und hat eine 8 Gang Ketten Schaltung. Damit steht einem flotten Vorankommen nichts im Wege.
- Academy Grade 4: Das Grade 4 von Academy ist dem woom in vielen Details sehr ähnlich. Wenn sie in den selben Farben verfügbar wären könnte man sie leicht verwechseln. Das ist aber gerne als Vorteil zu sehen, weil die woom Räder schon sehr gut sind.
- Puky LS-Pro 20-7 Alu: Auch Puky kann inzwischen neben den klassischen Kinderfahrrädern auch tolle, leichte und sportliche Fahrräder bauen. Das LS-Pro 20-7 Alu kommt mit einem silbernen Alu Rahmen und mit wenig Austattung auf ein Gewicht von knapp 8 kg.
Günstigere Alternativen
Günstiger Räder gibt es auch und mit dem Serious Superlite 18 oder dem Cube Cubie 180 SL müssen diese auch gar nicht viel schwerer und weniger gut verarbeitet sein. Ohne Schaltung ausgestattet wird vor allem die Höchstgeschwindigkeit deines Kindes geringer sein. Auf längeren Touren kann das das Vorankommen limitieren.
Alltagsfahrrad
Du suchst ein Fahrrad vor allem für alltägliche Wege? Bei Wind und Wetter mit Gepäck in die Schule oder den Sportverein? Auch bei Dunkelheit immer sicher unterwegs? Dann gibt es voll ausgestattete Fahrräder die mit Schutzblechen, Gepäckträger, Ständer praktisch sind und mit Reflektoren und fest-installiertem Licht auch bei Dunkelheit Sicherheit versprechen.
Der Nachteil dieser Alltagsräder ist, dass der Fokus auf das Praktische und die Sicherheit das Gewicht in die höhe treibt und die Fahreigenschaften schlechter sind als bei den Tourenrädern. Der Fahrspaß bleibt geringer und die Kinder werden geringer Bereitschaft für längere Touren haben.
Kinder Mountainbikes
Wenn du dein Kind auf Touren abseits befestigter Wege mitnehmen möchtest bietet sich für sechsjährige Kinder vielleicht das erste Kinder-Mountainbike an. Mit Stollenreifen, Kettenschaltung, Scheibenbremsen und Federgabel stehen diese Modelle deinem eigenen Bike in Nichts nach. Aber auch hier mag ein Fahrrad mit weniger Austattung besser für dein Kind geeignet sein.
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