Die Welt entdecken - und zwar auf zwei Rädern. Für Kinder beginnt dieses Abenteuer mit dem ersten eigenen Fahrrad. Plötzlich sind die Touren mit Mama und Papa nicht mehr auf den Spielplatz oder ein paar Straßen begrenzt. Mit dem Rad verändert sich etwas: Kinder fühlen sich größer, mutiger, unabhängiger. Bevor es losgeht, braucht es allerdings das richtige Bike. Und das will gut gewählt sein. Denn Sicherheit, Handling und Verarbeitung spielen eine große Rolle - vor allem, wenn die kleinen Abenteurer nicht nur langsam durch die Gegend rollen, sondern richtig Gas geben wollen. Rahmen, Bremsen, Tretlager, Reifen: Alles muss sitzen.
Welche Größe passt für welches Alter?
Wo hört Kinderfahrrad auf und fängt Jugendfahrrad an? Diese Frage lässt sich wohl kaum eindeutig beantworten. Denn der Übergang vom Kinder- ins Jugendalter ist so fließend wie individuell. Unsere Übersicht beginnt mit dem 24"- Fahrrad und endet mit der 27,5"- Größe. Die hier gezeigten Fahrräder passen ab etwa einer Körpergröße von 120 cm bzw. einer Schrittlänge von 55 cm und gehen in kleinen Schritten aufwärts bis zu einer Körpergröße von etwa 150-155 cm bzw. Schrittlänge von 70 cm.
Radgröße, Rahmenhöhe, Zoll - das solltest Du wissen!
Kinder- und Jugendfahrräder gibt es meist nur in einer Rahmengröße. Bei der Unterscheidung für die jeweiligen Altersgruppen spricht man hier von Radgrößen (auch Laufradgrößen). Geläufig sind hier Angaben wie 12 Zoll, 16 Zoll (...) bis hin zu 27,5 Zoll.
Ab 26 bzw. 27,5 Zoll Radgröße sind Fahrräder in verschiedenen Rahmengrößen erhältlich.
Auch Rahmengrößen werden teilweise in Zoll angegeben, z.B. 13", XXS und XS. Dieses Maß bezieht sich in dem Fall dann nicht mehr auf den Raddurchmesser (12"-27,5"), sondern die Rahmenhöhe. Hiermit ist dann die Sitzrohrlänge gemeint - gemessen von der Mitte des Tretlagers bis zur Oberkante des Übergangs von Sitzrohr zu Oberrohr.
Größenempfehlungen nach Körpergröße
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Auswahl der Fahrradgröße basierend auf dem Alter allein nicht immer den individuellen Bedürfnissen und der Körpergröße eines Kindes entspricht. Kinder entwickeln sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und haben unterschiedliche Körperproportionen, unabhängig von ihrem Alter. Ein Kind kann beispielsweise in einem bestimmten Alter größer oder kleiner sein als der Durchschnitt. Daher ist es sinnvoller, die Fahrradgröße basierend auf der Körpergröße des Kindes auszuwählen, da dies eine genauere und maßgeschneiderte Methode ist.
Hier ist eine Tabelle mit Größenempfehlungen basierend auf der Körpergröße:
| Größe des Kindes in cm | Empfohlene Fahrradgröße in Zoll |
|---|---|
| 85-100 cm | 12 Zoll |
| 95-110 cm | 14 Zoll |
| 110-125 cm | 16 Zoll |
| 115-130 cm | 18 Zoll |
| 120-135 cm | 20 Zoll |
| 135-145 cm | 24 Zoll |
| ab 145 cm | 26 Zoll |
Anpassung des Rahmens an die Körpergröße
Neben der Auswahl der richtigen Fahrradgröße ist es ebenfalls wichtig, den Rahmen des Kinderfahrrads an die Körpergröße des Kindes anzupassen. Ein gut angepasster Rahmen ermöglicht eine angenehme Sitzposition und verbessert die Kontrolle über das Fahrrad. Der Sattel sollte auf die richtige Höhe eingestellt werden, sodass das Kind bequem mit den Füßen den Boden berühren kann, wenn es vom Sattel aus heruntersteigt. Die Lenkerhöhe und -neigung sollten ebenfalls angepasst werden, um dem Kind eine aufrechte und bequeme Haltung zu ermöglichen. Ein zu großer oder zu kleiner Rahmen kann zu Schwierigkeiten beim Lenken, Bremsen und Treten führen. Es ist ratsam, die Anpassung des Rahmens von einem Fachmann in einem Fahrradgeschäft durchführen zu lassen, um sicherzustellen, dass das Kinderfahrrad optimal auf die Körpergröße des Kindes abgestimmt ist.
Check-Liste: Das verkehrssichere Fahrrad
Was das Bike braucht um StVZO-tauglich zu sein:
24 Zoll Fahrräder für Kids ab 120 cm
- Kokua Like to Bike 24
Der vielseitige Allrounder! Das Kokua Like to Bike 24 überzeugt Kids und Eltern mit durchdachtem Konzept: In der Basisausstattung kommt das Bike mit 8-Gang Kettenschaltung, höhenverstellbarem Vorbei, langer Sattelstütze und diversen Anschraubpunkten für das optional erhältliche Zubehör, wie Schutzblechen, Gepäckträger und Licht. Damit kann das Fahrrad ruck zuck straßenverkehrstauglich gemacht werden - die Fahrradprüfung kann also kommen!
- Alter: ab 8 Jahren
- Körpergröße: k.A.
- Schrittlänge: 58-76 cm
- Gewicht: 10,90 kg
- Preis: ab 620,00 Euro
- Pyro Twentyfour Small
Die Kinderrad-Spezialisten von Pyro Bikes bieten bei allen ihren Laufradgrößen zwei Ausführungen an - Small und Large, so auch bei dem 24" Modell Pyro Twentyfour. Mit seinem leichten Komfortrahmen, der knalligen Farbe und sinnvoll gewählten Komponenten bringt das Bike alles mit, was Kinderaugen zum Leuchten bringt und die nächsten Touren zum Genuss werden lässt! Ein klasse Gesamtpaket! [Unsere Angaben beziehen sich auf das kleinere Modell, das Twentyfour Small.]
- Alter: k.A.
- Körpergröße: ab 120 cm
- Schrittlänge: ab 55 cm
- Gewicht 8,5 kg
- Preis: 659,00 Euro
26 Zoll Fahrräder für Jugendliche
Genau betrachtet zählen Fahrräder mit 26"-Bereifung bereits zu den Erwachsenenrädern. Es gibt daher eine Vielzahl kleiner 26 Zoll-Bikes die auch Jugendlichen passen. Die hier gezeigten Modelle sind spezifische Jugendräder - leicht und kindgerecht!
- Kania Twentysix City
Leichtigkeit muss nicht teuer sein! Das Kaniabikes Twentysix City hat einen extra tiefen Einstieg und für eine entspannte Griffposition einen nach hinten gebogenen Lenker. Dieses Modell legt den Fokus aufs Wesentliche: Ohne Gangschaltung ist es wohl eher was für flache Gefilde und kürzere Fahrten. Erhältlich auch mit 8-Gang Kettenschaltung und mit MTB-Geometrie!
- Alter: ab 9 Jahren
- Körpergröße: k.A.
- Schrittlänge: ab 61 cm
- Gewicht: 7,95 kg
- Preis: ab 599,00 Euro
- Woom Original 6
Das Woom Original 6 ist ein echter Allrounder - und dafür mit 9,5 kg ziemlich leicht! Es ist mit einer 8-Gang Kettenschaltung ausgestattet, die sich per Drehgriff intuitiv und leicht bedienen lässt. Clever: Der Vario-Vorbau lässt sich in der Länge und Höhe verstellen, so lässt dich das Bike optimal anpassen und lange nutzen! Verkehrssicheres Zubehör gibt es optional dazu und ist rasch nachgerüstet.
- Alter: ab 9 Jahren
- Körpergröße: 140-165 cm
- Schrittlänge: k.A.
- Gewicht 9,5 kg
- Preis ab 559,00 Euro
- Puky Cyke 26-8 Light Active
Das Puky Cyke 26-8 Light Active ist das größte vollausgestattete Jugendfahrrad aus dem Hause Puky. Der Allrounder ist mit allem ausgestattet, was Kids fürs sichere Radfahren brauchen: Leichte, ergonomische Komponenten, eine intuitiv bedienbare 8-Gang Nabenschaltung und eine Lichtanlage mit Nabendynamo und LED-Scheinwerfer - somit ist das Bike StVZO-konform und macht auch auf dem Schulweg eine gute Figur!
- Alter: ab 10 Jahren
- Körpergröße: 140-170 cm
- Schrittlänge: 68-86 cm
- Gewicht 11,6 kg
- Preis: ab 599,99 Euro
27,5 Zoll Fahrräder für Kids ab 140 cm
Bei immer mehr Herstellern löst 27,5 Zoll die Laufradgröße 26 Zoll ab. Wichtig: Selbst wenn 27,5" vom Durchmesser nur 1,5 Zoll (Umrechnung: 1 Zoll = 2,54 cm) mehr ist als 26", wirkt sich dieser Unterschied bei der Gesamtgröße des Fahrrads deutlich aus. 27,5-Zoll Laufräder sind im Umfang 3,81 cm größer als 26-Zoll Räder, das Fahrrad ist also höher! Dies kann bei der Auswahl der passenden Größe den kleinen, feinen Unterschied machen!
- Pyro Twentyseven-5
Das Pyro Twentyseven-5 ist ein leichtes Jugendfahrrad für Mädchen und Jungs. Selbst ausgedehnte Ausflüge und Touren sollen damit Spaß machen, denn mit 9,2 kg zählt das Bike zu den Leichteren seiner Art. Geschaltet wird mit einer 10-Gang-Kettenschaltung, die bergauf- und bergab die passenden Gänge bereitstellt. Erhältlich in mint und schwarz matt. Was will man mehr?
- Alter: ab 10 Jahren
- Körpergröße: k.A.
- Schrittlänge: ab 70 cm
- Gewicht: 9,6 kg
- Preis: ab 989,00 Euro
- Ku Bikes 27,5 MTB Disc
Rock´n Roll - das Ku Bikes 27,5 MTB Disc ist gemacht für Offroad-Einsätze! Es kommt mit kräftigen Scheibenbremsen, einer individuell aufs Körpergewicht abstimmbaren Luftfedergabel und 10 Gängen. Dank stark abfallendem Oberrohr passt das Bike schon kleinen Shreddern mit einer Innenbeinlänge ab 69 cm. Typisch Ku Bikes: Erhältlich auch als Custom-Modell und Light-Version!
- Alter: ab 10 Jahren
- Körpergröße: ab 155 cm
- Schrittlänge: ab 69 cm
- Gewicht 11,6 kg
- Preis: ab 949,00 Euro
Bitte beachte, dass es sich bei den oben vorgestellten Fahrrädern keinesfalls um eine vollständige Übersicht handelt, sondern um eine kleine Auswahl jugendgerechter Fahrräder. Viele der oben genannten - und auch zahlreiche andere Hersteller - bieten die gezeigten Modelle zusätzlich in anderen Laufradgrößen und Ausstattungsvarianten.
Sicherheitsaspekte und Schutzausrüstung
Wichtigkeit von Sicherheitsmaßnahmen
Die Sicherheit beim Fahrradfahren sollte immer an erster Stelle stehen, insbesondere wenn es um Kinder geht. Eltern und Betreuer sollten ihren Kindern beibringen, wie wichtig es ist, Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, um Unfälle zu vermeiden. Dazu gehört das Einhalten von Verkehrsregeln, das Tragen der richtigen Schutzausrüstung und das Bewusstsein für potenzielle Gefahren im Straßenverkehr. Durch ein solides Verständnis von Sicherheitsaspekten können Kinder frühzeitig lernen, verantwortungsbewusst mit dem Fahrrad umzugehen und sich selbst und andere zu schützen.
Verwendung von Schutzhelmen
Der Schutzhelm ist eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen für Fahrradfahrer, insbesondere für Kinder. Ein gut sitzender Fahrradhelm reduziert das Risiko schwerer Kopfverletzungen bei Stürzen erheblich. Eltern sollten sicherstellen, dass der Helm den aktuellen Sicherheitsstandards entspricht und richtig auf dem Kopf des Kindes sitzt. Der Helm sollte fest, aber bequem sitzen und den Stirn- und Hinterkopf des Kindes schützen. Es ist wichtig, dass Kinder den Helm jedes Mal tragen, wenn sie Fahrrad fahren, unabhängig von der Strecke oder dem Fahrtempo.
Weitere Schutzausrüstung
Neben dem Helm gibt es weitere Schutzausrüstungen, die die Sicherheit beim Fahrradfahren erhöhen können. Ellbogen- und Knieschützer bieten zusätzlichen Schutz für die Gelenke und können bei Stürzen Verletzungen vorbeugen. Hand- und Fußgelenkschoner schützen die empfindlichen Gelenke vor Abschürfungen und Brüchen. Reflektierende Kleidung oder Reflektorbänder am Fahrrad erhöhen die Sichtbarkeit des Kindes im Straßenverkehr, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen oder in der Dämmerung. Es ist wichtig, dass Eltern ihren Kindern die Bedeutung dieser Schutzausrüstungen erklären und sicherstellen, dass sie korrekt verwendet werden, um maximale Sicherheit zu gewährleisten.
Bremsen und Lenkung
Bremsensysteme für Kinderfahrräder
Die Bremsen sind eine entscheidende Komponente eines Kinderfahrrads, da sie die Sicherheit und Kontrolle während des Fahrens gewährleisten. Es gibt verschiedene Bremsensysteme, die bei Kinderfahrrädern zum Einsatz kommen. Die am häufigsten verwendeten sind Felgenbremsen und Rücktrittbremsen. Felgenbremsen werden durch Betätigen des Bremshebels aktiviert und üben Druck auf die Felgenbremsflächen aus, um das Fahrrad zu verlangsamen oder zum Stillstand zu bringen.
Rücktrittbremsen funktionieren durch Zurücktreten der Pedale, was die Bremse aktiviert. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Felgenbremsen bieten in der Regel eine bessere Bremsleistung, erfordern jedoch eine gewisse Handkraft und Koordination, um sie effektiv zu bedienen. Rücktrittbremsen sind einfacher zu bedienen, insbesondere für jüngere Kinder, können jedoch bei nassen oder schlammigen Bedingungen weniger effektiv sein. Die Wahl des geeigneten Bremsensystems sollte an das Alter, die Fähigkeiten und die individuellen Bedürfnisse des Kindes angepasst werden.
Lenkung und Stabilität
Die Lenkung und Stabilität eines Kinderfahrrads spielen eine wichtige Rolle für die Kontrolle und das Fahrerlebnis. Kinderfahrräder verfügen in der Regel über eine gerade Lenkstange, die eine einfache und intuitive Lenkung ermöglicht. Ein geeigneter Lenker sollte eine angemessene Breite haben, um dem Kind ausreichend Platz für die Handpositionierung zu bieten. Ein zu breiter Lenker kann jedoch die Stabilität beeinträchtigen. Es ist wichtig, dass der Lenker gut befestigt und fest sitzt, um ein unerwünschtes Wackeln oder Verdrehen während des Fahrens zu vermeiden.
Die Stabilität des Kinderfahrrads kann durch einen niedrigen Schwerpunkt und eine gute Balance zwischen Gewicht und Konstruktion verbessert werden. Eine gute Stabilität ist besonders für jüngere Kinder wichtig, die noch lernen, das Gleichgewicht zu halten und das Fahrrad sicher zu steuern. Eltern sollten darauf achten, dass das Kinderfahrrad über eine solide Lenkung und Stabilität verfügt, um eine sichere und angenehme Fahrt zu gewährleisten.
Reifen und Federung
Geeignete Reifen für verschiedene Fahrbahnbedingungen
Die Auswahl der richtigen Reifen für ein Kinderfahrrad hängt von den Fahrbahnbedingungen ab, auf denen das Fahrrad hauptsächlich verwendet wird. Für den Einsatz auf glatten Asphaltstraßen sind schmale und glatte Reifen ideal, da sie einen geringen Rollwiderstand bieten und eine effiziente Fahrt ermöglichen. Diese Reifen eignen sich auch gut für das Fahren auf Gehwegen oder Radwegen. Wenn das Fahrrad jedoch häufig auf unbefestigten Wegen oder Schotterpisten gefahren wird, sind breitere Reifen mit einem profilierten Muster empfehlenswert. Diese bieten eine bessere Traktion und Stabilität auf unebenem Untergrund. Es ist wichtig, die Reifen regelmäßig auf ihren Zustand und den richtigen Reifendruck zu überprüfen, um optimale Leistung und Sicherheit zu gewährleisten.
Federungsoptionen und ihre Vor- und Nachteile
Kinderfahrräder können entweder mit einer Vordergabel-Federung, einer Hinterradfederung oder ohne Federung ausgestattet sein. Federungen werden verwendet, um Stöße und Vibrationen auf unebenen Oberflächen zu absorbieren und dem Fahrer eine komfortablere Fahrt zu bieten. Bei Kinderfahrrädern sind Federungen in der Regel nicht so verbreitet wie bei Erwachsenenfahrrädern, da die meisten Fahrräder für den Einsatz auf glatten Straßen konzipiert sind. Wenn das Kind jedoch regelmäßig auf holprigen oder unebenen Wegen fährt, kann eine Vordergabel-Federung die Fahrt angenehmer machen, indem sie Stöße von der Vorderseite des Fahrrads dämpft. Hinterradfederungen sind weniger häufig, können aber bei extremen Geländefahrten oder Mountainbike-Aktivitäten von Vorteil sein. Es ist wichtig zu beachten, dass Federungen das Gewicht des Fahrrads erhöhen und die Effizienz des Tretens beeinflussen können. Daher sollten Eltern abwägen, ob eine Federung wirklich notwendig ist.
Schaltung und Gangschaltung
Bedeutung der Schaltung
Die Schaltung eines Kinderfahrrads ermöglicht es, verschiedene Gänge auszuwählen und das Tritttempo an die Geländebedingungen anzupassen. Eine gut funktionierende Schaltung ist besonders wichtig, um Kindern das Fahren auf verschiedenen Arten von Straßen und Geländen zu erleichtern. Durch die Auswahl des richtigen Ganges können sie effizienter fahren und ihre Kräfte optimal nutzen. Eine passende Schaltung ermöglicht es Kindern, das Fahren angenehmer und weniger anstrengend zu gestalten. Eine geeignete Schaltung kann auch das Selbstvertrauen des Kindes stärken, da es besser in der Lage ist, mit unterschiedlichen Fahrsituationen umzugehen.
Einfache Schaltsysteme für Kinder
Für Kinderfahrräder gibt es einfache Schaltsysteme, die speziell für ihre Bedürfnisse entwickelt wurden. Diese Schaltsysteme sind in der Regel unkompliziert und leicht zu bedienen. Beliebte Optionen sind zum Beispiel Drehgriffschaltungen oder Daumenschalthebel. Diese Schaltsysteme ermöglichen es Kindern, die Gänge mit minimalem Aufwand zu wechseln. Sie sind intuitiv und erfordern nur wenig Fingerkraft, was es Kindern erleichtert, die Schaltung während der Fahrt zu bedienen. Einfache Schaltsysteme sind besonders für jüngere Kinder geeignet, die noch keine Erfahrung mit komplexeren Schaltsystemen haben. Es ist wichtig sicherzustellen, dass die Schaltung gut funktioniert und ordnungsgemäß gewartet wird, um ein reibungsloses Schalten zu gewährleisten.
Sitzposition und Ergonomie
Komfortable Sitzhaltung
Die Sitzposition auf einem Kinderfahrrad ist entscheidend für den Komfort und die Kontrolle während des Fahrens. Eine komfortable Sitzhaltung ermöglicht es dem Kind, das Gleichgewicht zu halten, das Fahrrad leicht zu steuern und Ermüdung zu vermeiden. Der Sattel sollte in der richtigen Höhe eingestellt sein, sodass das Kind bequem sitzen und gleichzeitig mit den Füßen den Boden berühren kann, wenn es vom Sattel absteigt. Die Knie sollten leicht gebeugt sein, wenn das Pedal in der untersten Position ist. Eine aufrechte Sitzposition ist in der Regel am bequemsten für Kinder, da sie einen besseren Überblick über die Straße haben und das Fahrrad besser kontrollieren können. Es ist wichtig, die Sitzposition regelmäßig zu überprüfen und anzupassen, da Kinder schnell wachsen und sich ihre Körperproportionen ändern.
Ergonomische Gestaltung des Fahrrads
Die ergonomische Gestaltung des Fahrrads spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit des Kindes beim Fahren. Ergonomische Elemente wie geformte Griffe, ein bequemer Sattel und eine geeignete Lenkerform können dazu beitragen, Belastungen und Beschwerden während des Fahrens zu reduzieren. Griffe sollten gut in der Hand liegen und eine angenehme Handposition ermöglichen. Der Sattel sollte ausreichend gepolstert und geformt sein, um Druckstellen und Unbehagen zu vermeiden. Ein leicht gekrümmter Lenker kann das Greifen erleichtern und die Handgelenke entlasten. Eine gute ergonomische Gestaltung des Kinderfahrrads trägt dazu bei, die Freude am Fahren zu steigern und das Kind zu ermutigen, regelmäßig aktiv zu sein.
Kinderfahrrad mit Stützrädern
Das Kinderfahrrad mit Stützrädern ist eine häufig gewählte Option für junge Fahranfänger, die gerade erst lernen, das Gleichgewicht beim Fahrrad fahren zu halten. Stützräder bieten zusätzliche Stabilität und helfen dabei, das Vertrauen des Kindes beim Fahrradfahren aufzubauen. Sie werden an den Seiten des Hinterrads angebracht und verhindern, dass das Fahrrad zur Seite kippt. Kinder können sich so auf das Treten und Lenken konzentrieren, ohne sich um das Halten des Gleichgewichts sorgen zu müssen. Es ist wichtig, die Stützräder richtig einzustellen, damit sie den Boden berühren und das Fahrrad während der Fahrt stabil halten.
ADAC Test 2024: Kinderfahrräder mit 16-Zoll-Reifen im Vergleich
Der ADAC hat 2024 insgesamt 14 Kinderfahrräder mit 16-Zoll-Reifen auf Handhabung, Fahreigenschaften, Eignung für das Kind, Sicherheit und Schadstoffe geprüft. Viele der getesteten Fahrräder haben einen stolzen Preis. Doch muss das sein? Die Ergebnisse im Überblick.
Ergebnisse im Überblick
Die 14 Kinderfahrräder mit 16-Zoll-Reifen für Kinder ab drei Jahren wurden mit unterschiedlicher Gewichtung in den fünf Kategorien Fahreigenschaften, Eignung für das Kind, Handhabung, Sicherheit und Haltbarkeit sowie Schadstoffe getestet (siehe Einzelbewertungen in der Tabelle). Das Kinderfahrrad Sixteen vom Hersteller Pyro musste deswegen, wie oben beschrieben, sogar auf das ADAC Urteil "mangelhaft" abgewertet werden. Fünf Hersteller hatten nicht die vorgegebene Anzahl an Reflektoren für ein verkehrssicheres Fahrrad angebracht, bei acht Modellen gab es keinen vollständigen Schutz der Kette. Beim Kinderfahrrad von Bikestar waren die Lenkerenden nicht geschützt, und beim Modell von Cube ließen sich die Griffe abziehen.
Technische Schwächen und Schadstoffe
Technische Schwächen zeigte besonders das Fahrrad Royal Baby Freestyle mit den schlechtesten Bremsen im ADAC Test, die sich negativ sowohl auf das Bremsverhalten als auch die Einstellung der Bremsen auswirkten. Das führte letztendlich zum vorletzten Platz im Test mit dem ADAC Urteil der Note "ausreichend".
Überraschend ist, dass nur die zwei preisgünstigsten Modelle im Test (Royal Baby Freestyle und B'Twin 500 Robot) frei von Schadstoffen sind. Bei allen anderen Kinderfahrrädern wurden Schadstoffe in den Griffen und auch im Sattel gefunden. Das Kinderrad MX 16 2023 von Orbea, das immerhin rund 360 Euro kostet, hatte mit dem Weichmacher DPHP Schadstoffe in den Griffen und musste dadurch auch abgewertet werden. Ein Verbot dieses Weichmachers gibt es bisher nicht, das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt aber, ihn nicht einzusetzen. Deshalb wurde das Kinderfahrrad 16 Zoll von Orbea im ADAC Test abgewertet und erhielt in der Kategorie Schadstoffe die Note "ausreichend".
Auf zulässiges Gesamtgewicht achten
Generell ist es von Vorteil, wenn das erste Kinderfahrrad ein geringes Eigengewicht hat. Denn: Je leichter ein Kinderfahrrad ist, desto leichter ist das Üben für das Kind und desto besser auch das Fahrverhalten. Auch das zulässige Gesamtgewicht (Eigengewicht Fahrrad und Gewicht des Kindes) für ein Kinderfahrrad ist wichtig und muss altersgerecht sein. Ein 16-Zoll-Kinderfahrrad sollte deshalb mindestes 30 Kilo Gesamtgewicht oder mehr zulassen. Das getestete Kinderfahrrad 16 Zoll von Pyro (Testverlierer) lässt jedoch nur 25 Kilo Gesamtgewicht zu. Bei dem Eigengewicht des Rads von 6,4 Kilo darf das Kind inklusive Kleidung nur noch 18,6 Kilo wiegen. Das ist sehr grenzwertig, da das durchschnittliche Gewicht in der Altersgruppe (4 bis 5 Jahre) bei 18 bis 21 Kilo liegt. Positiv fallen dagegen die Hersteller Woom (Testgewinner) und Puky auf. Denn sie geben ein zulässiges Gesamtgewicht von 60 Kilo an, was sehr gut ist. Das Kinderfahrrad von Woom ist mit 5,9 Kilo Eigengewicht zudem das leichteste Fahrrad im ADAC Test.
Praxis-Tipps für Eltern
- Vor dem Kauf eines Kinderfahrrads ist es immer von Vorteil, die Kleinen beim Fachhändler Probe sitzen zu lassen und das Rad zuvor richtig einzustellen.
- Dabei sollten Sattelhöhe, Lenkerposition und die Erreichbarkeit der Bremshebel so eingestellt sein, dass diese vom Kind einfach bedient werden können.
- Radfahren bedeutet auch, den ein oder anderen Sturz zu erleben. Deshalb ist das Tragen eines gut sitzenden Fahrradhelms immer unerlässlich.
- Sollten Bedenken wegen möglicher Schadstoffe in den Lenkergriffen bestehen, können diese immer im Fachhandel getauscht werden.
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