Der E-Commerce boomt, und immer mehr Menschen bestellen Waren im Internet und erwarten eine schnelle Lieferung. Daher werden händeringend Kurierfahrer gesucht. Doch wie wird man eigentlich Kurierfahrer?
Was macht ein Kurierfahrer?
Kurierfahrer liefern Pakete und Waren sowohl im Auftrag von Privat- als auch von Gewerbekunden aus. Für innerstädtische Lieferungen von kleinen Waren verwenden Kurierfahrer meist das Fahrrad als Transportmittel. Vor allem in Innenstädten mit viel Verkehr setzen immer mehr Express- und Postdienstleistungen auf Fahrradlieferungen.
Voraussetzungen für den Job als Fahrradkurier
Grundsätzlich benötigt man keine Ausbildung, um Kurierfahrer zu werden. Fahrradkuriere brauchen natürlich keinen Führerschein. Der Beruf des Fahrradkuriers ist beliebt, weil eine Anstellung ohne Berufsausbildung üblich ist.
Es gibt jedoch eine zweijährige Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen. Mit dieser Ausbildung fällt das Gehalt bei den Kurierdiensten in der Regel später höher aus als ohne. Aber auch ohne zusätzliche Ausbildung können Kurierfahrer sich spezialisieren.
Wer sportlich ist, keine Lust auf einen Schreibtisch-Job hat und stattdessen bei Wind und Wetter lieber die Kurbel tritt, der ist oft am Überlegen ob es eine Idee wäre, Fahrradkurier zu werden. Wenn Sie die nötige Kondition mitbringen und kein Problem damit haben, bei Wind und Wetter draußen unterwegs zu sein, dann könnte es sich durchaus lohnen, über einen beruflichen Neuanfang nachzudenken.
Notwendige Fähigkeiten und Kenntnisse
- Körperliche Fitness: Als Fahrradkurier müssen Sie vor allen Dingen eines sein: körperlich fit. Es gehört zu Ihrem zukünftigen Arbeitsalltag, dass Sie täglich - je nach Auftragslage - 10 bis 50 Kilometer auf dem Fahrrad unterwegs sind. Einige Fahrradkuriere berichten auch, dass sie täglich bis zu 90 Kilometer absolvieren.
- Ortskenntnis: Etwas, was jeder Fahrradkurier unbedingt mitbringen muss, ist eine fundierte Ortskenntnis. Wer erst einmal auf der Karte oder online nachschauen muss, wie er am besten beziehungsweise schnellsten an einen bestimmten Ort kommt, wird in diesem Beruf nicht lange überleben.
- Straßenkenntnisse: Gute Straßenkenntnisse in der Stadt bzw. dem Gebiet, in dem man ausliefert, sind essenziell.
- Orientierungssinn: Ein guter Orientierungssinn hilft, die besten Routen zu finden.
- Gedächtnis: Ein gutes Gedächtnis ist hilfreich, um sich Straßennamen und Routen zu merken.
- Kommunikationsfähigkeit: Gute Kommunikations- und Beziehungsfähigkeiten sind wichtig im Umgang mit Kunden.
- Zeitmanagement: Gutes Zeitmanagement ist entscheidend, um Lieferungen pünktlich zuzustellen.
- Stressresistenz: Stressresistenz hilft, auch in hektischen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.
Ausrüstung für Fahrradkuriere
- Das Fahrrad: Das primär genutzte Fortbewegungsmittel ist ein Fahrrad, da Sie hiermit vor allem im innerstädtischen Bereich am schnellsten unterwegs sind. Überlegen Sie sich gut, welches Modell das richtige für Ihre Arbeit ist. Wenn Sie sich für Ihr Business ein neues Fahrrad zulegen wollen, sollten Sie besser etwas mehr Geld investieren.
- Die Kuriertasche: Ähnlich essenziell wie das Fahrrad ist für den Kurier auch die Tasche. Diese sollte nicht nur genügend Platz für mehrere Sendungen bieten, sondern unbedingt auch wasserdicht sein.
- Die Kleidung: Natürlich werden Sie als Fahrradkurier auch bei Wind und Regen unterwegs sein müssen. Um jegliche Wetterkapriolen bestmöglich zu überstehen, ist es von großer Wichtigkeit, Ihre Bekleidung entsprechend anzupassen.
- Ein Sturzhelm: Egal ob Sommer oder Winter, sonnig oder regnerisch - auf den Kopf eines Fahrradkuriers gehört ein Sturzhelm!
- Das Funkgerät und/oder Smartphone: Als Fahrradkurier müssen Sie für Ihre Kunden und später vielleicht auch für Ihre Mitarbeiter immer erreichbar sein.
Arbeitsbedingungen
Als Delivery Fahrer zu arbeiten, heißt, einen sehr dynamischen und flexiblen Job zu haben, der zeitweise auch stressig und in gewisser Hinsicht gefährlich sein kann. Denn als Fahrradkurier ist man mit dem Rad im dichten Verkehr unterwegs, häufig zu den Stoßzeiten, und muss einen raschen Lieferdienst innerhalb der festgelegten Zeiten garantieren. Um Arbeitsunfälle zu reduzieren, müssen Radkuriere deshalb entsprechende Schutzmaßnahmen beachten: z. B. das Tragen einer gut sichtbaren Weste oder Jacke, eines Fahrradhelms und ganz allgemein Allwetterbekleidung, denn die Lieferfahrten finden zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter statt, ob Regen, Schnee, Wind oder Sonne. Viele Fahrradkuriere und Fahrradkurierinnen sind angestellt bei Online-Lieferdiensten (Lieferando ist einer der bekanntesten in Deutschland), auf Vollzeit- oder Minijob-Basis. Dank der Fahrer-App können Rider selbständig entscheiden, wann und wie viele Stunden sie arbeiten möchten, je nachdem, wie viel Zeit sie haben. In der Regel arbeiten Fahrradboten nur einige Stunden täglich oder nur am Wochenende.
Verdienstmöglichkeiten
Als Berufseinsteiger verdient ein ungelernter Kurierfahrer zwischen 1.500 und 1.700 Euro brutto. Kann man eine Ausbildung zur Fachkraft für Postdienstleistungen vorweisen, liegt das Durchschnittsgehalt meist zwischen 2.000 und 2.700 Euro pro Monat. Wie hoch das Gehalt ist, hängt auch davon ab, welche Sendungen transportiert werden.
Wer als angestellter Fahrradkurier arbeitet, erhält oftmals nur den Mindestlohn. Wenn Sie selbstständig sind, sollten Sie mindestens 20 Euro pro Stunde anpeilen, um auch wirklich von Ihrem Job leben zu können. Es ist in der Branche allerdings auch nicht unüblich, dass Kuriere nicht nach Stundenaufwand, sondern pauschal für ihre Aufträge bezahlt werden.
Hier eine Übersicht der Gehaltsspannen:
| Qualifikation | Durchschnittliches Bruttogehalt pro Monat |
|---|---|
| Ungelernter Kurierfahrer | 1.500 - 1.700 Euro |
| Fachkraft für Postdienstleistungen | 2.000 - 2.700 Euro |
Bewerbung als Kurierfahrer
Zur Bewerbung als Kurierfahrer gehören neben dem Lebenslauf und dem Anschreiben auch Zeugniskopien. Weil in diesem Beruf eine sorgfältige Arbeitsweise unerlässlich ist, sollte sich diese Fähigkeit schon in der Bewerbung widerspiegeln. Im Bewerbungsschreiben sollte man erklären, warum man in diesem Beruf arbeiten möchte und dafür geeignet ist. Der tabellarische Lebenslauf gibt einen Überblick über den schulischen und beruflichen Werdegang. Auch relevante Nebenjobs und Fremdsprachenkenntnisse sind hier von Belang. Angaben dazu, welche Sportarten man betreibt, sind ebenfalls interessant.
Karrierechancen
Der Job des Kurierfahrers ist nicht selten das Sprungbrett zur Ausbildung als Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen. Die beruflichen Aussichten für Kurierfahrer sind so gut wie nie, weil die E-Commerce- und Logistik-Branche boomt.
Bei der Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen besteht die Möglichkeit, ein weiteres Ausbildungsjahr dranzuhängen. Damit kann man sich zum Kaufmann für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen hocharbeiten. Wem das noch nicht genügt, kann nach dieser Ausbildung eine Weiterbildung zum Betriebswirt machen - mit möglichen Spezialisierungsbereichen wie beispielsweise Marketing, Controlling oder Personalführung. Eine weitere Möglichkeit ist der Start in die Selbstständigkeit.
Die erfolgreichsten Radkuriere können dann auch in der Zentrale des Delivery-Service-Unternehmens arbeiten. Z. B. kann man Dispatcher werden, also der Mitarbeiter, der Fahrradboten und Lieferungen in Echtzeit am Monitor nachverfolgt, um einen schnellen, effizienten Lieferservice zu garantieren. Oder man kann zum sogenannten “City-Manager” aufsteigen, mit der Aufgabe, die Lieferungen im Stadtgebiet zu verwalten und Dienstpläne zu organisieren, sicherzustellen, dass diese innerhalb der vorgesehenen Zeiten erfolgen und die Fahrradkuriere vor Ort zu motivieren.
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