Nichts ist so effektiv und wichtig für eine angenehme Fahrt mit dem Rad wie der richtige Reifendruck. Du kommst mit deinem Fahrrad deutlich langsamer auf Geschwindigkeit, das Fahren ist beschwerlich und du musst viel mehr Kraft aufwenden? Dann ist es Zeit, deinen Reifendruck zu überprüfen. Denn nur mit einem ideal aufgepumpten Schlauch fährst du auf dem Fahrrad wirklich komfortabel. Der Unterschied ist sofort spürbar.
Verschiedene Ventilarten
An Fahrradschläuchen sind verschiedene Ventile verbaut. Die Ventile unterscheiden sich in Dunlop-Ventile, Schrader-Ventile, auch als Auto-Ventil bekannt, und Presta-Ventile. Das Presta-Ventil kennen Fahrradfahrer auch als französisches Ventil. Prüfe also zuerst, welches Ventil deine Reifen haben und ob du die richtige Fahrradpumpe griffbereit hast.
Dunlop-Ventil
Das Dunlop-Ventil, auch Blitzventil genannt, ist bis heute das gebräuchlichste und bekannteste Freizeit- und Tourenradventil. Das Aufpumpen eines Reifens mit Blitzventil lässt sich mit den meisten gängigen Fahrradluftpumpen problemlos bewerkstelligen. Du musst vor dem Aufpumpen kein Ventil lösen, sondern im Gegenteil die Übermutter auf Festigkeit überprüfen.
Schrader-Ventil
Das Schrader-Ventil ist das breiteste der marktüblichen Fahrradventile. Dementsprechend findet man es vor allem an Rädern mit breiten Felgen wie etwa Mountainbikes. Für Schrader-Ventile geeignete Pumpen haben ein Gegenstück in der Kopföffnung, das den Stift des Ventils herunterdrückt, um es zu öffnen. Bei Pumpen mit nur einer Öffnung im Kopf muss man für Schrader-Ventile meist einen Einsatz im Pumpenkopf umdrehen.
Der Vorteil dieses Ventiltyps liegt darin, dass man seine Reifen an jeder Tankstelle befüllen kann. Pumpenkopf und Ventil lassen sich dabei einfach per Klick aufeinanderstecken und anschließend wieder abziehen.
Reifen mit einem Schrader-Ventil kannst du zudem an den üblichen Druckluftstationen von Tankstellen aufpumpen. Dies ist gerade bei längeren Touren, wenn du deine Luftpumpe vergessen hast, äußerst hilfreich.
Presta-Ventil (Französisches Ventil)
Das französische oder Sclaverand-Ventil findet sich an Renrädern, Mountainbikes und Trekkingrädern. Manchen Fahrradfahrern erscheint das französische Ventil, welches auch unter dem Namen Sclaverand-Ventil bekannt ist, als Erfindung des Teufels. Der sogenannte „Stößel“ des Ventils, welcher im normalen Zustand zugedreht wird, ist sehr filigran. Wird die Pumpe nicht ganz gerade aufgesetzt und das Ventil schräg belastet, so kann dieser Stößel sich verbiegen und das Ventil funktioniert nur noch eingeschränkt.
Das Sclaverand-Ventil wird nicht ohne triftigen Grund an vielen heutigen Rädern verbaut. So ist es etwa von der Dichtigkeit allen anderen Ventilarten überlegen. An manchen Rädern lässt sich aufgrund des hohen benötigten Drucks oder sehr schmalen Felgen so oder so kein anderes Ventil einsetzen.
Bei Sclaverand-Ventilen musst du das Ventil leicht gegen den Uhrzeigersinn drehen. Wichtig dabei: Nicht zu viel drehen, aber auch nicht zu wenig.
Es wird durch eine kleine Rändelmutter am Kopf gesichert, die vor dem Aufpumpen gelockert werden muss. Sie fixiert einen kleinen Stift, der durch den erzeugten Druck der Pumpe heruntergedrückt wird und so das Ventil öffnet.
Anleitung zum Aufpumpen
- Drehe die kleine Metallkappe des Fahrradventils ab. Sie kann auch aus Kunststoff bestehen. Es lohnt sich, die Kappen auszuwaschen, weil sie mit der Zeit verschmutzen.
- Setze die Fahrradpumpe nun mit dem passenden Loch auf das Ventil und drücke die Pumpe leicht auf das Ventil. Die eine oder andere Pumpe hat einen Hebel zum Öffnen und Schließen des Lochs. Der Hebel ist beim Aufsetzen angelegt und wird nach dem Einführen der Pumpe umgelegt.
- Nun kannst du in den Schlauch die Luft einpumpen. Mit einer Standpumpe stellst du meist schon nach einigen Stößen einen höheren Luftdruck fest. Besitzt deine Luftpumpe ein Manometer zur Kontrolle, kannst du die Luft bis zum gewünschten Luftdruck aufpumpen. Hast du dieses Instrument nicht zur Verfügung, überprüfst du mit der Hand, ob der Druck im aufgepumpten Schlauch ausreicht.
- Falls du den Schlauch aufgepumpt hast und dann feststellst, dass der Druck zu hoch ist, lässt du die Luft entweichen. Drücke das geöffnete Ventil dann mit einem kleinen Stift in der Mitte ein oder drehe den Ring um das Ventil leicht auf. Manchmal hilft auch ein Finger, den du auf das Ventil drückst.
- Stülpe die Luftpumpe über das Ventil.
Der richtige Luftdruck
Du fragst dich jetzt bestimmt, welcher Luftdruck richtig ist für deine Reifen am Fahrrad. Wir geben dir hier eine Hilfestellung für die verschiedenen Rad-Typen. Fakt ist, dass jedes Fahrrad einen anderen optimalen Reifendruck braucht. Die Reifenbreite hat für den idealen Luftdruck viel Einfluss. Je breiter der Reifen ist, desto niedriger fällt der empfohlene Luftdruck aus.
Auf der Seite des Mantels kannst du ablesen, wie viel bar Druck für den Fahrradschlauch zulässig ist. Mit einer Luftpumpe mit Manometer bestimmst du, wie viel Druck auf deinem Schlauch drauf ist. In der Praxis hast du nicht immer die Möglichkeit, den Reifendruck auf das bar genau zu bestimmen. Das ist aber nicht weiter tragisch. Pumpe den Schlauch einfach so lange auf, bis der darüber befindliche Reifen hart genug ist, sich aber mit der Hand noch ein bisschen eindrücken lässt. Dann hast den Schlauch optimal aufgepumpt. Trotzdem ist es empfehlenswert, hin und wieder den Druck zu bestimmen.
Hier eine Tabelle mit Richtwerten für den Reifendruck basierend auf dem Fahrradtyp:
| Fahrradtyp | Empfohlener Luftdruck (Bar) |
|---|---|
| Fatbike | 0,5 |
| Ältere, sehr schmale Rennradreifen | Bis zu 11 |
| Mountainbike (Gelände) | Niedriger Druck (individuell anpassen) |
Bist du selten in der Stadt, dafür öfter auf Pisten abseits der üblichen Wege unterwegs? Bei einem Mountainbike, mit dem du viel im Gelände fährst, ist ein niedriger Reifendruck sinnvoll. Du vermeidest dadurch Schäden, die bei scharfkantigen Böden sehr schnell auftreten. Mountainbike-Schläuche solltest du niemals mit hohem Druck aufpumpen, weil sie dann anfälliger sind und schneller platzen.
Wer es genau wissen will, benutzt einen digitalen Reifendrucksensor wie den „Airspy SV“, ebenfalls von SKS Germany, der via Bluetooth auf dem Smartphone den Luftdruck anzeigt.
Ursachen, wenn kein Druck entsteht
Du pumpst Luft durch das Fahrradventil, aber irgendwie entsteht kein Druck im Schlauch? Prüfe zuerst, ob du wirklich die richtige Fahrradpumpe für dein Ventil verwendest. Kontrolliere anschließend, ob der Schlauch intakt ist oder Löcher aufweist, durch die aufgepumpte Luft sofort wieder entweicht. Hast du immer noch nicht die Ursache gefunden, schaue dir das Ventil genau an. Oft ist ein beschädigtes Ventil der Grund für einen platten Fahrradreifen. Die Ventileinsätze lassen sich wechseln. Das ist allemal besser, als gleich den Fahrradschlauch wechseln zu müssen, damit das Fahrrad wieder rollen kann.
Die Ventileinsätze können ausgetauscht werden, bei einem Dunlop-Ventil sogar ganz ohne Werkzeug. Für Sclaverand- und Autoventile dagegen werden spezielle Ventilschlüssel benötigt, die es im Fachhandel schon für zwei Euro einzeln zu kaufen gibt oder etwa im „Multitool“ von Schwalbe bzw. in einem Fahrrad-Werkzeugkoffer enthalten sind.
Funktioniert die Pumpe an der Tankstelle, die eigene Luftpumpe aber nicht, könnte diese defekt sein.
Deine Pumpe baut keinen druck auf das die Entlüftung geöffnet ist.
Weitere Tipps und Hinweise
- Fahrrad aufpumpen an der Tankstelle? Ja, aber nur, wenn der Reifen über ein Schrader-Ventil verfügt. Tipp: Mit einem passenden Adapter lassen sich auch Reifen mit Dunlop-Ventil oder Sclaverand-Ventil an der Tankstelle mit Luft befüllen. Außerdem wichtig: An manchen Tankstellen ist das Aufpumpen verboten. Du solltest deshalb immer zuerst nach einem Verbotsschild Ausschau halten oder an der Theke nachfragen.
- Undichte Ventile solltest du austauschen. Falls der Schlauch der Übeltäter ist, hilft nur flicken oder ebenfalls austauschen. Ein Leck im Schlauch lässt sich übrigens leicht orten. Du musst dazu lediglich etwas Luft in den Reifen pumpen und diesen anschließend durchs Wasser ziehen.
- Wenn dein Reifen stetig ein bisschen Luft verliert, ist die Ursache womöglich nicht ein Leck im Schlauch, sondern ein verschlissenes Fahrradventil. Auch Fahrradventile sind letztlich Verschleißteile und halten nicht ewig. Deshalb ist es wichtig, dass du weißt, wie man ein Fahrradventil austauscht. Der Austausch kann auch beim Wechsel von Laufrädern oder beim Felgenwechsel zwingend notwendig sein. Die meisten Ventile lassen sich ohne Mühe aus der Halterung entfernen. Nach dem Einsetzen und Festschrauben des neuen Ventils solltest die untere Justierschraube unbedingt fest anziehen, damit das Ventil nicht zu locker sitzt.
- Eine andere häufige Ursache ist der Einbau von Schläuchen mit Sclaverand- Ventilen in Felgen mit größeren Ventilbohrungen. Vorsicht: Es gibt leider auch Felgen, die auf der Außenseite die korrekte Bohrung von 6,5 mm haben, aber auf der Innenseite, wo das Problem entsteht, eine größere Bohrung von 8,5 mm. Eine zu stark angezogene Felgenmutter verstärkt die Problematik deutlich. Die Funktion der Felgenmutter liegt ausschließlich darin, das Ventil beim Pumpen zu arretieren.
- Meist stehen Ventilabrisse im Zusammenhang mit Reifenwandern. Durch die immer besseren Bremsen rutschen die Reifen beim Bremsen oft auf der Felge.
- Oft beklagen Radfahrer, dass sich ihr neues Fahrrad mit dem französischen Ventil gar nicht aufpumpen lasse. Das Problem ist hier meist eine fehlende Einweisung in die Besonderheiten des französischen Ventils. Hierbei ist es notwendig den Stößel aufzudrehen und kurz anzutippen, ansonsten gelangt weder Luft hinein noch hinaus. Wichtig ist es auch, den Stößel danach wieder komplett zuzudrehen.
- Oft wird beim Fahrrad- oder Schlauchneukauf penibel darauf geachtet, kein französisches Ventil abzubekommen. Viele Radfahrer wollen es nicht missen, ihr Fahrrad einfach kurz an der Tankstelle aufpumpen zu können. Doch Achtung: zum einen sind Adapter für die Benutzung einer Autoventilpumpe für günstiges Geld erhältlich und zum anderen, sollte ein Fahrrad nur in Notfällen an der Tankstelle aufgepumpt werden! Der benötigte Druck ist viel höher als bei Autos, sodass die vorhandenen Kompressoren meist nicht im Druckbereich eines Fahrrads arbeiten - es besteht somit erhöhte Pannengefahr! Besser das Fahrrad mit einer speziellen Fahrradpumpe aufpumpen, welche im richtigen Druckbereich arbeitet.
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